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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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werden. Er hatte jedoch schwere, kum-
mervolle Zeiten zu durchleben, mit
Engagementslosigkeit, Hunger und
Obdachlosigkeit zu kämpfen, bis es
ihm endlich nach einigen traurigen
Wanderjahren gelang, sich an die
Oberfläche durchzuringen und hier
festen Fuß zu fassen. Nach kurzem
Spiel in Budapest und Wiener Neu-
stadt war er nacheinander engagiert
am Karltheater in Wien, am Lobe-
theater in Breslau, am kgl. Theater
in Hannover, am Burgtheater in
Wien, am Hoftheater in Stuttgart u.
ist seit dem 1. April 1889 Mitglied
des Hoftheaters in Dresden. Als
Gast ist er in den größeren Städten
Deutschlands, Österreichs und Un-
garns aufgetreten.

S:

Der Schübling
(Schsp.) 1876. - Der Prüfstein (Lsp.),
1881. - Wahnsinn oder Heiligkeit
(Dr.), 1887. - Histor. Taugenichtse
(Charakterbild), 1888. - Gesühnt
(Dr.), 1889.

Wienenbrügge, Christian Her-
mann,

wurde am 16. Jan. 1813 zu
Borken in Westfalen als der Sohn
ziemlich begüterter Bürgersleute ge-
boren, besuchte von 1828-32 das Gym-
nasium in Münster, von 1832-34 das
zu Trier u. studierte dann drei Jahre
in Bonn Philosophie und Philologie
u. weitere drei Jahre in Trier Theo-
logie. Nachdem er am 6. März 1841
die Priesterweihe empfangen, ward
er Kaplan in Merzig, 1845 Pfarrer
in Wadgassen, im August 1846 Reli-
gionslehrer an der höheren Bürger-
u. an der Provinzialgewerbeschule in
Trier, dann Religionslehrer u. Diri-
gent einer höheren Privattöchterschule
daselbst, und starb am 10. April 1851.

S:

Die katholische Kirche, dargestellt
in einem Zyklus lyrischer Gesänge,
1853.

*Wiener(-Braunsberg), Jo-
seph,

geb. am 12. Oktober 1866 zu
Braunsberg in Ostpreußen als der
Sohn eines praktischen Arztes, wid-
mete sich nach dem Besuche des dor-
[Spaltenumbruch]

Wie
tigen Gymnasiums dem Buchhandel,
da ihn andauernde Kränklichkeit am
akademischen Studium verhinderte,
lebte als Buchhändler seit 1883 in
Königsberg in Pr. und seit 1885 in
Berlin u. wandte sich hier 1891 dem
literarischen Berufe zu. Jm Novbr.
1892 trat er in die Redaktion des
nichtpolitischen Teiles des "General-
anzeigers für Halle und den Saal-
kreis" ein, redigierte vom November
1893 bis Juli 1894 den "Bochumer
Anzeiger" in Bochum u. zog sich dann
von den Geschäften eines Redakteurs
zurück. Nach seiner Verheiratung
(1895) siedelte er von Berlin, wo er
kurze Zeit geweilt hatte, nach Dres-
den über, kehrte aber 1899 dauernd
nach Berlin zurück. Die Jahre 1905
bis 1906 verbrachte er auf Reisen in
Südfrankreich, Portugal u. Jtalien
und nahm besonders auf Capri einen
längeren Aufenthalt. Seitdem lebt
er in Wilmersdorf bei Berlin.

S:


Trude Schneider (R. a. d. Berliner
Leben), 1891. - Almas Ende (R.,
Fortsetzung von Sudermanns Schau-
spiel "Die Ehre"), 1893. 5. A. 1902.
- Aber -- -- Herr Sudermann! (Bro-
schüre), 1903. - Mein Vater ist ein
kleines Männchen ... (Ostpreuß. und
andere Vortragsgedichte), 1904. 2. A.
1909. - Die wandernde Hand (R.),
1904. - Die letzte Jnstanz (E.), 1907.
- Die Erziehung zur Bestie (Die Ge-
schichte e. zerstörten Lebens), 1909.

Wiener, Morris

(eigentl. Moritz),
* am 15. Jan. 1812 zu Berlin, genoß
eine gute Erziehung, besuchte die dor-
tigen Gymnasien u. studierte auf der
Universität unter Hegel Philosophie
und später Medizin. Bis 1847 war
er dann als praktischer Arzt in seiner
Vaterstadt tätig, sich nebenbei mit
Literatur beschäftigend. Seit 1833
war er Mitarbeiter am "Figaro", an
dem "Gesellschafter" von Gubitz, der
"Literaturzeitung" von Willibald
Alexis usw., beteiligte sich auch 1843
an der dem Könige Friedrich Wil-

*


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Wie
werden. Er hatte jedoch ſchwere, kum-
mervolle Zeiten zu durchleben, mit
Engagementsloſigkeit, Hunger und
Obdachloſigkeit zu kämpfen, bis es
ihm endlich nach einigen traurigen
Wanderjahren gelang, ſich an die
Oberfläche durchzuringen und hier
feſten Fuß zu faſſen. Nach kurzem
Spiel in Budapeſt und Wiener Neu-
ſtadt war er nacheinander engagiert
am Karltheater in Wien, am Lobe-
theater in Breslau, am kgl. Theater
in Hannover, am Burgtheater in
Wien, am Hoftheater in Stuttgart u.
iſt ſeit dem 1. April 1889 Mitglied
des Hoftheaters in Dresden. Als
Gaſt iſt er in den größeren Städten
Deutſchlands, Öſterreichs und Un-
garns aufgetreten.

S:

Der Schübling
(Schſp.) 1876. – Der Prüfſtein (Lſp.),
1881. – Wahnſinn oder Heiligkeit
(Dr.), 1887. – Hiſtor. Taugenichtſe
(Charakterbild), 1888. – Geſühnt
(Dr.), 1889.

Wienenbrügge, Chriſtian Her-
mann,

wurde am 16. Jan. 1813 zu
Borken in Weſtfalen als der Sohn
ziemlich begüterter Bürgersleute ge-
boren, beſuchte von 1828–32 das Gym-
naſium in Münſter, von 1832–34 das
zu Trier u. ſtudierte dann drei Jahre
in Bonn Philoſophie und Philologie
u. weitere drei Jahre in Trier Theo-
logie. Nachdem er am 6. März 1841
die Prieſterweihe empfangen, ward
er Kaplan in Merzig, 1845 Pfarrer
in Wadgaſſen, im Auguſt 1846 Reli-
gionslehrer an der höheren Bürger-
u. an der Provinzialgewerbeſchule in
Trier, dann Religionslehrer u. Diri-
gent einer höheren Privattöchterſchule
daſelbſt, und ſtarb am 10. April 1851.

S:

Die katholiſche Kirche, dargeſtellt
in einem Zyklus lyriſcher Geſänge,
1853.

*Wiener(-Braunsberg), Jo-
ſeph,

geb. am 12. Oktober 1866 zu
Braunsberg in Oſtpreußen als der
Sohn eines praktiſchen Arztes, wid-
mete ſich nach dem Beſuche des dor-
[Spaltenumbruch]

Wie
tigen Gymnaſiums dem Buchhandel,
da ihn andauernde Kränklichkeit am
akademiſchen Studium verhinderte,
lebte als Buchhändler ſeit 1883 in
Königsberg in Pr. und ſeit 1885 in
Berlin u. wandte ſich hier 1891 dem
literariſchen Berufe zu. Jm Novbr.
1892 trat er in die Redaktion des
nichtpolitiſchen Teiles des „General-
anzeigers für Halle und den Saal-
kreis“ ein, redigierte vom November
1893 bis Juli 1894 den „Bochumer
Anzeiger“ in Bochum u. zog ſich dann
von den Geſchäften eines Redakteurs
zurück. Nach ſeiner Verheiratung
(1895) ſiedelte er von Berlin, wo er
kurze Zeit geweilt hatte, nach Dres-
den über, kehrte aber 1899 dauernd
nach Berlin zurück. Die Jahre 1905
bis 1906 verbrachte er auf Reiſen in
Südfrankreich, Portugal u. Jtalien
und nahm beſonders auf Capri einen
längeren Aufenthalt. Seitdem lebt
er in Wilmersdorf bei Berlin.

S:


Trude Schneider (R. a. d. Berliner
Leben), 1891. – Almas Ende (R.,
Fortſetzung von Sudermanns Schau-
ſpiel „Die Ehre“), 1893. 5. A. 1902.
– Aber — — Herr Sudermann! (Bro-
ſchüre), 1903. – Mein Vater iſt ein
kleines Männchen ... (Oſtpreuß. und
andere Vortragsgedichte), 1904. 2. A.
1909. – Die wandernde Hand (R.),
1904. – Die letzte Jnſtanz (E.), 1907.
– Die Erziehung zur Beſtie (Die Ge-
ſchichte e. zerſtörten Lebens), 1909.

Wiener, Morris

(eigentl. Moritz),
* am 15. Jan. 1812 zu Berlin, genoß
eine gute Erziehung, beſuchte die dor-
tigen Gymnaſien u. ſtudierte auf der
Univerſität unter Hegel Philoſophie
und ſpäter Medizin. Bis 1847 war
er dann als praktiſcher Arzt in ſeiner
Vaterſtadt tätig, ſich nebenbei mit
Literatur beſchäftigend. Seit 1833
war er Mitarbeiter am „Figaro“, an
dem „Geſellſchafter“ von Gubitz, der
„Literaturzeitung“ von Willibald
Alexis uſw., beteiligte ſich auch 1843
an der dem Könige Friedrich Wil-

*
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[434/0438] Wie Wie werden. Er hatte jedoch ſchwere, kum- mervolle Zeiten zu durchleben, mit Engagementsloſigkeit, Hunger und Obdachloſigkeit zu kämpfen, bis es ihm endlich nach einigen traurigen Wanderjahren gelang, ſich an die Oberfläche durchzuringen und hier feſten Fuß zu faſſen. Nach kurzem Spiel in Budapeſt und Wiener Neu- ſtadt war er nacheinander engagiert am Karltheater in Wien, am Lobe- theater in Breslau, am kgl. Theater in Hannover, am Burgtheater in Wien, am Hoftheater in Stuttgart u. iſt ſeit dem 1. April 1889 Mitglied des Hoftheaters in Dresden. Als Gaſt iſt er in den größeren Städten Deutſchlands, Öſterreichs und Un- garns aufgetreten. S: Der Schübling (Schſp.) 1876. – Der Prüfſtein (Lſp.), 1881. – Wahnſinn oder Heiligkeit (Dr.), 1887. – Hiſtor. Taugenichtſe (Charakterbild), 1888. – Geſühnt (Dr.), 1889. Wienenbrügge, Chriſtian Her- mann, wurde am 16. Jan. 1813 zu Borken in Weſtfalen als der Sohn ziemlich begüterter Bürgersleute ge- boren, beſuchte von 1828–32 das Gym- naſium in Münſter, von 1832–34 das zu Trier u. ſtudierte dann drei Jahre in Bonn Philoſophie und Philologie u. weitere drei Jahre in Trier Theo- logie. Nachdem er am 6. März 1841 die Prieſterweihe empfangen, ward er Kaplan in Merzig, 1845 Pfarrer in Wadgaſſen, im Auguſt 1846 Reli- gionslehrer an der höheren Bürger- u. an der Provinzialgewerbeſchule in Trier, dann Religionslehrer u. Diri- gent einer höheren Privattöchterſchule daſelbſt, und ſtarb am 10. April 1851. S: Die katholiſche Kirche, dargeſtellt in einem Zyklus lyriſcher Geſänge, 1853. *Wiener(-Braunsberg), Jo- ſeph, geb. am 12. Oktober 1866 zu Braunsberg in Oſtpreußen als der Sohn eines praktiſchen Arztes, wid- mete ſich nach dem Beſuche des dor- tigen Gymnaſiums dem Buchhandel, da ihn andauernde Kränklichkeit am akademiſchen Studium verhinderte, lebte als Buchhändler ſeit 1883 in Königsberg in Pr. und ſeit 1885 in Berlin u. wandte ſich hier 1891 dem literariſchen Berufe zu. Jm Novbr. 1892 trat er in die Redaktion des nichtpolitiſchen Teiles des „General- anzeigers für Halle und den Saal- kreis“ ein, redigierte vom November 1893 bis Juli 1894 den „Bochumer Anzeiger“ in Bochum u. zog ſich dann von den Geſchäften eines Redakteurs zurück. Nach ſeiner Verheiratung (1895) ſiedelte er von Berlin, wo er kurze Zeit geweilt hatte, nach Dres- den über, kehrte aber 1899 dauernd nach Berlin zurück. Die Jahre 1905 bis 1906 verbrachte er auf Reiſen in Südfrankreich, Portugal u. Jtalien und nahm beſonders auf Capri einen längeren Aufenthalt. Seitdem lebt er in Wilmersdorf bei Berlin. S: Trude Schneider (R. a. d. Berliner Leben), 1891. – Almas Ende (R., Fortſetzung von Sudermanns Schau- ſpiel „Die Ehre“), 1893. 5. A. 1902. – Aber — — Herr Sudermann! (Bro- ſchüre), 1903. – Mein Vater iſt ein kleines Männchen ... (Oſtpreuß. und andere Vortragsgedichte), 1904. 2. A. 1909. – Die wandernde Hand (R.), 1904. – Die letzte Jnſtanz (E.), 1907. – Die Erziehung zur Beſtie (Die Ge- ſchichte e. zerſtörten Lebens), 1909. Wiener, Morris (eigentl. Moritz), * am 15. Jan. 1812 zu Berlin, genoß eine gute Erziehung, beſuchte die dor- tigen Gymnaſien u. ſtudierte auf der Univerſität unter Hegel Philoſophie und ſpäter Medizin. Bis 1847 war er dann als praktiſcher Arzt in ſeiner Vaterſtadt tätig, ſich nebenbei mit Literatur beſchäftigend. Seit 1833 war er Mitarbeiter am „Figaro“, an dem „Geſellſchafter“ von Gubitz, der „Literaturzeitung“ von Willibald Alexis uſw., beteiligte ſich auch 1843 an der dem Könige Friedrich Wil- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 434. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/438>, abgerufen am 12.12.2018.