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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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zurück, wo er am 19. Juli 1910 starb.
Außer einigen fachwissenschaftlichen
Broschüren veröffentlichte er

S:

Kan-
didat Bangbüx (R.), 1884. 2. Aufl.
1910. Dasselbe dramatisiert, 1904.
- Hackels (Plattd. Läuschen in Vers
und Prosa), 1900.

Tideböhl, Arnold von,

wurde
am 16. Febr. 1818 zu Reval in Estland
geboren u. kam in frühester Kindheit
mit seinem Vater, dem russischen
Staatsrat Joh. Heinr. von T. nach
Riga, wo er im elterlichen Hause seine
erste Erziehung erhielt. Jm Jahre
1831 wurde er in ein Erziehungs-
institut aufs Land gegeben, wo er
bis zum Sommer 1835 blieb; darauf
bezog er die Universität Dorpat, wo
er bis 1840 die Rechte studierte. Nach
Beendigung seiner Studien trat er
bei der livländisch. Gouvernements-
regierung in den Staatsdienst, ging
1841 nach den russisch-transkaukasi-
schen Provinzen, wo die russ. Staats-
regierung eine neue Zivilverwaltung
einrichtete, u. bekleidete hier bis zum
Jahre 1845 verschiedene Ämter. Dar-
auf kehrte T. in die Heimat zurück u.
nahm nach seiner Verheiratung 1846
in Riga seinen bleibenden Aufent-
halt, wurde hier Kanzleidirektor des
livländisch. Zivilgouverneurs, 1853
auch kaiserl. Hof- u. Regierungsrat,
1857 Beamter zu besonderen Auf-
trägen beim Generalgouverneur von
Liv-, Est- und Kurland, 1860 Mit-
glied der 2. Abteilung der Eigenen
Kanzlei des Kaisers, war 1869-70
weltliches Mitglied des Generalkon-
sistorii zu St. Petersburg, erhielt
den Charakter als Geheimrat, zog
1879 nach Dorpat behufs Bearbei-
tung u. Kodifikation der Fortsetzun-
gen des Provinzialrechts der Ostsee-
provinzen, trat 1882 aus d. Staats-
dienst u. starb am 30. August a. St.
1883 in München. Jn Riga wurde er
bestattet.

S:

Schneeglöckchen (Deutsche
Lr. a. d. Ostseeprovinzen, gesammelt
u. herausgeg., m. W. Schwartz), 1838.

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Tie
Tiedemann, Helene,

psd. Leon
Vandersee,
wurde in Stralsund
als Tochter des Dr. Ludwig T. ge-
boren. Dieser hatte seiner Witwe ein
bedeutendes Vermögen hinterlassen,
das ihr indes durch schlechte Berater
verloren ging, so daß die Familie
nun den schweren Kampf ums Dasein
aufnehmen mußte. Helene verwertete
seit 1894 ihr schriftstellerisches Ta-
lent in Berlin u. wurde eine fleißige
Mitarbeiterin der gelesensten Blätter.
Sie starb aber schon im Jahre 1907.

S:

Liederbuch, 1894. - Heimatlicht
(Ge.), 1903.

Tiefenbach, M. von,

Pseud. für
Olga Martha von Schmettau;
s. d.!

*Tiefenbacher, Franz von,

psd.
Peregrin, wurde am 6. Dez. 1826
zu Prellenkirchen in Niederösterreich
geboren, seit 1839 in Graz gebildet,
wo sein Vater Direktor und Vor-
stand des Hauptzollamts geworden
war, u. trat nach beendeten Vorbe-
reitungsstudien 1846 bei der Kame-
ralgefällenverwaltung in d. Staats-
dienst. Als im Jahre 1867 mehrere
Beamtenkategorien aufgelöst wur-
den, ward auch T. zeitlich pensioniert.
Er diente nun einige Jahre als Ad-
vokaturskanzlist in Fürstenfeld, dann
bei dem Bezirksgerichte in Fehring
u. zuletzt als Diurnist bei der Staats-
anwaltschaft in Cilli. Hier redigierte
er auch vom 1. Mai 1877 bis 30. Sept.
1878 die "Cillier Zeitung". Später
lebte er als Finanzbeamter daselbst
und starb am 9. Dezember 1898.

S:


Aus den Bergen (Ge.), 1866. - Der
letzte Babenberg (Schsp.), 1868. -
Babenberg (G.), 1869. - Jn Freud'
und Leid (Ge.), 1896.

*Tiefenbacher, Ludwig E.,

Bru-
der des Vorigen, wurde am 1. Juli
1843 in Graz geboren, absolvierte in
seiner Vaterstadt die Oberrealschule u.
widmete sich dann dem Jngenieur-
fache. Er war 1868-72 beim Bau
der österreichischen Nordwestbahn,

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Tid
zurück, wo er am 19. Juli 1910 ſtarb.
Außer einigen fachwiſſenſchaftlichen
Broſchüren veröffentlichte er

S:

Kan-
didat Bangbüx (R.), 1884. 2. Aufl.
1910. Dasſelbe dramatiſiert, 1904.
– Hackels (Plattd. Läuſchen in Vers
und Proſa), 1900.

Tideböhl, Arnold von,

wurde
am 16. Febr. 1818 zu Reval in Eſtland
geboren u. kam in früheſter Kindheit
mit ſeinem Vater, dem ruſſiſchen
Staatsrat Joh. Heinr. von T. nach
Riga, wo er im elterlichen Hauſe ſeine
erſte Erziehung erhielt. Jm Jahre
1831 wurde er in ein Erziehungs-
inſtitut aufs Land gegeben, wo er
bis zum Sommer 1835 blieb; darauf
bezog er die Univerſität Dorpat, wo
er bis 1840 die Rechte ſtudierte. Nach
Beendigung ſeiner Studien trat er
bei der livländiſch. Gouvernements-
regierung in den Staatsdienſt, ging
1841 nach den ruſſiſch-transkaukaſi-
ſchen Provinzen, wo die ruſſ. Staats-
regierung eine neue Zivilverwaltung
einrichtete, u. bekleidete hier bis zum
Jahre 1845 verſchiedene Ämter. Dar-
auf kehrte T. in die Heimat zurück u.
nahm nach ſeiner Verheiratung 1846
in Riga ſeinen bleibenden Aufent-
halt, wurde hier Kanzleidirektor des
livländiſch. Zivilgouverneurs, 1853
auch kaiſerl. Hof- u. Regierungsrat,
1857 Beamter zu beſonderen Auf-
trägen beim Generalgouverneur von
Liv-, Eſt- und Kurland, 1860 Mit-
glied der 2. Abteilung der Eigenen
Kanzlei des Kaiſers, war 1869–70
weltliches Mitglied des Generalkon-
ſiſtorii zu St. Petersburg, erhielt
den Charakter als Geheimrat, zog
1879 nach Dorpat behufs Bearbei-
tung u. Kodifikation der Fortſetzun-
gen des Provinzialrechts der Oſtſee-
provinzen, trat 1882 aus d. Staats-
dienſt u. ſtarb am 30. Auguſt a. St.
1883 in München. Jn Riga wurde er
beſtattet.

S:

Schneeglöckchen (Deutſche
Lr. a. d. Oſtſeeprovinzen, geſammelt
u. herausgeg., m. W. Schwartz), 1838.

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Tie
Tiedemann, Helene,

pſd. Leon
Vanderſee,
wurde in Stralſund
als Tochter des Dr. Ludwig T. ge-
boren. Dieſer hatte ſeiner Witwe ein
bedeutendes Vermögen hinterlaſſen,
das ihr indes durch ſchlechte Berater
verloren ging, ſo daß die Familie
nun den ſchweren Kampf ums Daſein
aufnehmen mußte. Helene verwertete
ſeit 1894 ihr ſchriftſtelleriſches Ta-
lent in Berlin u. wurde eine fleißige
Mitarbeiterin der geleſenſten Blätter.
Sie ſtarb aber ſchon im Jahre 1907.

S:

Liederbuch, 1894. – Heimatlicht
(Ge.), 1903.

Tiefenbach, M. von,

Pſeud. für
Olga Martha von Schmettau;
ſ. d.!

*Tiefenbacher, Franz von,

pſd.
Peregrin, wurde am 6. Dez. 1826
zu Prellenkirchen in Niederöſterreich
geboren, ſeit 1839 in Graz gebildet,
wo ſein Vater Direktor und Vor-
ſtand des Hauptzollamts geworden
war, u. trat nach beendeten Vorbe-
reitungsſtudien 1846 bei der Kame-
ralgefällenverwaltung in d. Staats-
dienſt. Als im Jahre 1867 mehrere
Beamtenkategorien aufgelöſt wur-
den, ward auch T. zeitlich penſioniert.
Er diente nun einige Jahre als Ad-
vokaturskanzliſt in Fürſtenfeld, dann
bei dem Bezirksgerichte in Fehring
u. zuletzt als Diurniſt bei der Staats-
anwaltſchaft in Cilli. Hier redigierte
er auch vom 1. Mai 1877 bis 30. Sept.
1878 die „Cillier Zeitung“. Später
lebte er als Finanzbeamter daſelbſt
und ſtarb am 9. Dezember 1898.

S:


Aus den Bergen (Ge.), 1866. – Der
letzte Babenberg (Schſp.), 1868. –
Babenberg (G.), 1869. – Jn Freud’
und Leid (Ge.), 1896.

*Tiefenbacher, Ludwig E.,

Bru-
der des Vorigen, wurde am 1. Juli
1843 in Graz geboren, abſolvierte in
ſeiner Vaterſtadt die Oberrealſchule u.
widmete ſich dann dem Jngenieur-
fache. Er war 1868–72 beim Bau
der öſterreichiſchen Nordweſtbahn,

* 13
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[193/0197] Tid Tie zurück, wo er am 19. Juli 1910 ſtarb. Außer einigen fachwiſſenſchaftlichen Broſchüren veröffentlichte er S: Kan- didat Bangbüx (R.), 1884. 2. Aufl. 1910. Dasſelbe dramatiſiert, 1904. – Hackels (Plattd. Läuſchen in Vers und Proſa), 1900. Tideböhl, Arnold von, wurde am 16. Febr. 1818 zu Reval in Eſtland geboren u. kam in früheſter Kindheit mit ſeinem Vater, dem ruſſiſchen Staatsrat Joh. Heinr. von T. nach Riga, wo er im elterlichen Hauſe ſeine erſte Erziehung erhielt. Jm Jahre 1831 wurde er in ein Erziehungs- inſtitut aufs Land gegeben, wo er bis zum Sommer 1835 blieb; darauf bezog er die Univerſität Dorpat, wo er bis 1840 die Rechte ſtudierte. Nach Beendigung ſeiner Studien trat er bei der livländiſch. Gouvernements- regierung in den Staatsdienſt, ging 1841 nach den ruſſiſch-transkaukaſi- ſchen Provinzen, wo die ruſſ. Staats- regierung eine neue Zivilverwaltung einrichtete, u. bekleidete hier bis zum Jahre 1845 verſchiedene Ämter. Dar- auf kehrte T. in die Heimat zurück u. nahm nach ſeiner Verheiratung 1846 in Riga ſeinen bleibenden Aufent- halt, wurde hier Kanzleidirektor des livländiſch. Zivilgouverneurs, 1853 auch kaiſerl. Hof- u. Regierungsrat, 1857 Beamter zu beſonderen Auf- trägen beim Generalgouverneur von Liv-, Eſt- und Kurland, 1860 Mit- glied der 2. Abteilung der Eigenen Kanzlei des Kaiſers, war 1869–70 weltliches Mitglied des Generalkon- ſiſtorii zu St. Petersburg, erhielt den Charakter als Geheimrat, zog 1879 nach Dorpat behufs Bearbei- tung u. Kodifikation der Fortſetzun- gen des Provinzialrechts der Oſtſee- provinzen, trat 1882 aus d. Staats- dienſt u. ſtarb am 30. Auguſt a. St. 1883 in München. Jn Riga wurde er beſtattet. S: Schneeglöckchen (Deutſche Lr. a. d. Oſtſeeprovinzen, geſammelt u. herausgeg., m. W. Schwartz), 1838. Tiedemann, Helene, pſd. Leon Vanderſee, wurde in Stralſund als Tochter des Dr. Ludwig T. ge- boren. Dieſer hatte ſeiner Witwe ein bedeutendes Vermögen hinterlaſſen, das ihr indes durch ſchlechte Berater verloren ging, ſo daß die Familie nun den ſchweren Kampf ums Daſein aufnehmen mußte. Helene verwertete ſeit 1894 ihr ſchriftſtelleriſches Ta- lent in Berlin u. wurde eine fleißige Mitarbeiterin der geleſenſten Blätter. Sie ſtarb aber ſchon im Jahre 1907. S: Liederbuch, 1894. – Heimatlicht (Ge.), 1903. Tiefenbach, M. von, Pſeud. für Olga Martha von Schmettau; ſ. d.! *Tiefenbacher, Franz von, pſd. Peregrin, wurde am 6. Dez. 1826 zu Prellenkirchen in Niederöſterreich geboren, ſeit 1839 in Graz gebildet, wo ſein Vater Direktor und Vor- ſtand des Hauptzollamts geworden war, u. trat nach beendeten Vorbe- reitungsſtudien 1846 bei der Kame- ralgefällenverwaltung in d. Staats- dienſt. Als im Jahre 1867 mehrere Beamtenkategorien aufgelöſt wur- den, ward auch T. zeitlich penſioniert. Er diente nun einige Jahre als Ad- vokaturskanzliſt in Fürſtenfeld, dann bei dem Bezirksgerichte in Fehring u. zuletzt als Diurniſt bei der Staats- anwaltſchaft in Cilli. Hier redigierte er auch vom 1. Mai 1877 bis 30. Sept. 1878 die „Cillier Zeitung“. Später lebte er als Finanzbeamter daſelbſt und ſtarb am 9. Dezember 1898. S: Aus den Bergen (Ge.), 1866. – Der letzte Babenberg (Schſp.), 1868. – Babenberg (G.), 1869. – Jn Freud’ und Leid (Ge.), 1896. *Tiefenbacher, Ludwig E., Bru- der des Vorigen, wurde am 1. Juli 1843 in Graz geboren, abſolvierte in ſeiner Vaterſtadt die Oberrealſchule u. widmete ſich dann dem Jngenieur- fache. Er war 1868–72 beim Bau der öſterreichiſchen Nordweſtbahn, * 13

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 193. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/197>, abgerufen am 19.03.2019.