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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Tin
boren. Mit 18 Jahren verheiratete sie
sich an den Kreisbaumeister H. Tim-
per. Durch Reisen in England, Frank-
reich und Holland, die sie in Beglei-
tung ihres Bruders, des Landschafts-
malers Eduard Anderson aus Kö-
nigsberg, unternahm, wurde bei ihr
das Verständnis für die Schönheiten
der Kunstwelt wach. Tiefen Eindruck
und nachhaltige Begeisterung riefen
die Schätze der berühmten Museen in
ihr hervor, aber erst auf einer Reise
nach Norwegen (1906) kam ihr der
zwingende Gedanke, die bunten Phan-
tasien, die an ihr vorüberzogen, zu
einem Ganzen zu verschmelzen u. sie
aufzuzeichnen. Eine folgende Reise,
die sie 1907 an die Nord- und Süd-
gestade des Mittelmeers führte, ver-
stärkte nur den Trieb zu schriftstelle-
rischer Betätigung, und nun erschienen
in rascher Folge Märchen, Erzäh-
lungen in der Osnabrücker Zeitung,
denen dann größere Romane folgten.
Lydia T. lebt zurzeit in Münster
(Westfalen).

S:

Margitta von Teck-
lenburg (R.), 1907. - Manöverkind
(R.), 1908.

*Tinzmann, Rudolf Erhard,


wurde am 19. Juni 1884 in Braunau
(Böhmen) als der Sohn des Kunst-
und Dekorationsmalers Adolf T. ge-
boren, besuchte die Schulen seiner
Vaterstadt und dann die k. k. Lehrer-
bildungsanstalt in Trautenau, die er
1903 mit Erfolg absolvierte. Er war
dann aushilfsweise als Lehrer an ver-
schiedenen Orten seines Heimatbe-
zirks, zuletzt in dem bekannten We-
kelsdorf tätig und wurde von hier
1907 in seine Vaterstadt Braunau
versetzt.

S:

Lenzesblüten (Ausgew.
Ge.), 1906. - Hochflut (Familien-
trag.), 1906. - Bunte Blüten (Ge.),
1907.

Tipka, Luise,

siehe Luise Wein-
lich!

Tiro, F.,

Pseud. für Friedrich
Hindersin;
s. d.!

Tischendorf, Lobegott Friedrich
[Spaltenumbruch]
Tit
Konstantin von,

pseudon. Dr.
Fritz, wurde am 18. Januar 1815
zu Lengenfeld im sächsischen Vogt-
lande als der Sohn eines Arztes ge-
boren, besuchte die dortige Stadt-
schule, seit 1829 das Gymnasium zu
Plauen und studierte 1834-38 in
Leipzig Theologie und Philologie,
worauf er sich im folgenden Jahre
als Privatdozent daselbst habilitierte.
Um Material zu einer kritischen Aus-
gabe des griechischen Neuen Testa-
ments zu sammeln, bereiste er 1840
bis 1842 Frankreich, Holland, Eng-
land, 1843-44 die Schweiz, Süd-
frankreich, Jtalien, Ägypten, die Li-
bysche Wüste, die Halbinsel Sinai,
Palästina, Syrien, Kleinasien, Grie-
chenland, und brachte eine reiche
Sammlung alter griechischer, syri-
scher, koptischer, äthiopischer und an-
derer Manuskripte mit. Jm Jahre
1845 wurde er außerordentlicher und
1859 ordentlicher Professor der Theo-
logie, obwohl er die akademische Tä-
tigkeit seiner Arbeiten wegen nie-
mals gepflegt hat. Jm Jahre 1849
hatte er wieder Paris, London und
Oxford, 1853 abermals den Sinai
besucht; 1854 arbeitete er in Wolfen-
büttel und Hamburg, 1855 in Lon-
don, Oxford u. Cambridge, 1856 in
München, St. Gallen u. Zürich; 1859
bereiste er zum drittenmal den Si-
nai und entdeckte hier die unter dem
Namen Codex Sinaiticus bekannte
Handschrift, die er später für den
russischen Kaiser erwarb. Jm Jahre
1869 wurde T. in den Adelstand er-
hoben, und am 7. Dezbr. 1874 starb
er zu Leipzig. Von seinen zahlrei-
chen Schriften sind hier anzuführen

S:

Maiknospen (Ge.), 1838. - Der
junge Mystiker, oder: Die drei letzten
Festzeiten aus seinem Leben (Biogr.
Sk.), 1839.

Titelius, M.,

Psd. für M. Cranz;
s. d.!

*Tittmann, Klara F.,

wurde 1826
zu Zweibrücken in der Pfalz als die

*


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Tin
boren. Mit 18 Jahren verheiratete ſie
ſich an den Kreisbaumeiſter H. Tim-
per. Durch Reiſen in England, Frank-
reich und Holland, die ſie in Beglei-
tung ihres Bruders, des Landſchafts-
malers Eduard Anderſon aus Kö-
nigsberg, unternahm, wurde bei ihr
das Verſtändnis für die Schönheiten
der Kunſtwelt wach. Tiefen Eindruck
und nachhaltige Begeiſterung riefen
die Schätze der berühmten Muſeen in
ihr hervor, aber erſt auf einer Reiſe
nach Norwegen (1906) kam ihr der
zwingende Gedanke, die bunten Phan-
taſien, die an ihr vorüberzogen, zu
einem Ganzen zu verſchmelzen u. ſie
aufzuzeichnen. Eine folgende Reiſe,
die ſie 1907 an die Nord- und Süd-
geſtade des Mittelmeers führte, ver-
ſtärkte nur den Trieb zu ſchriftſtelle-
riſcher Betätigung, und nun erſchienen
in raſcher Folge Märchen, Erzäh-
lungen in der Osnabrücker Zeitung,
denen dann größere Romane folgten.
Lydia T. lebt zurzeit in Münſter
(Weſtfalen).

S:

Margitta von Teck-
lenburg (R.), 1907. – Manöverkind
(R.), 1908.

*Tinzmann, Rudolf Erhard,


wurde am 19. Juni 1884 in Braunau
(Böhmen) als der Sohn des Kunſt-
und Dekorationsmalers Adolf T. ge-
boren, beſuchte die Schulen ſeiner
Vaterſtadt und dann die k. k. Lehrer-
bildungsanſtalt in Trautenau, die er
1903 mit Erfolg abſolvierte. Er war
dann aushilfsweiſe als Lehrer an ver-
ſchiedenen Orten ſeines Heimatbe-
zirks, zuletzt in dem bekannten We-
kelsdorf tätig und wurde von hier
1907 in ſeine Vaterſtadt Braunau
verſetzt.

S:

Lenzesblüten (Ausgew.
Ge.), 1906. – Hochflut (Familien-
trag.), 1906. – Bunte Blüten (Ge.),
1907.

Tipka, Luiſe,

ſiehe Luiſe Wein-
lich!

Tiro, F.,

Pſeud. für Friedrich
Hinderſin;
ſ. d.!

Tiſchendorf, Lobegott Friedrich
[Spaltenumbruch]
Tit
Konſtantin von,

pſeudon. Dr.
Fritz, wurde am 18. Januar 1815
zu Lengenfeld im ſächſiſchen Vogt-
lande als der Sohn eines Arztes ge-
boren, beſuchte die dortige Stadt-
ſchule, ſeit 1829 das Gymnaſium zu
Plauen und ſtudierte 1834–38 in
Leipzig Theologie und Philologie,
worauf er ſich im folgenden Jahre
als Privatdozent daſelbſt habilitierte.
Um Material zu einer kritiſchen Aus-
gabe des griechiſchen Neuen Teſta-
ments zu ſammeln, bereiſte er 1840
bis 1842 Frankreich, Holland, Eng-
land, 1843–44 die Schweiz, Süd-
frankreich, Jtalien, Ägypten, die Li-
byſche Wüſte, die Halbinſel Sinai,
Paläſtina, Syrien, Kleinaſien, Grie-
chenland, und brachte eine reiche
Sammlung alter griechiſcher, ſyri-
ſcher, koptiſcher, äthiopiſcher und an-
derer Manuſkripte mit. Jm Jahre
1845 wurde er außerordentlicher und
1859 ordentlicher Profeſſor der Theo-
logie, obwohl er die akademiſche Tä-
tigkeit ſeiner Arbeiten wegen nie-
mals gepflegt hat. Jm Jahre 1849
hatte er wieder Paris, London und
Oxford, 1853 abermals den Sinai
beſucht; 1854 arbeitete er in Wolfen-
büttel und Hamburg, 1855 in Lon-
don, Oxford u. Cambridge, 1856 in
München, St. Gallen u. Zürich; 1859
bereiſte er zum drittenmal den Si-
nai und entdeckte hier die unter dem
Namen Codex Sinaiticus bekannte
Handſchrift, die er ſpäter für den
ruſſiſchen Kaiſer erwarb. Jm Jahre
1869 wurde T. in den Adelſtand er-
hoben, und am 7. Dezbr. 1874 ſtarb
er zu Leipzig. Von ſeinen zahlrei-
chen Schriften ſind hier anzuführen

S:

Maiknoſpen (Ge.), 1838. – Der
junge Myſtiker, oder: Die drei letzten
Feſtzeiten aus ſeinem Leben (Biogr.
Sk.), 1839.

Titelius, M.,

Pſd. für M. Cranz;
ſ. d.!

*Tittmann, Klara F.,

wurde 1826
zu Zweibrücken in der Pfalz als die

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[198/0202] Tin Tit boren. Mit 18 Jahren verheiratete ſie ſich an den Kreisbaumeiſter H. Tim- per. Durch Reiſen in England, Frank- reich und Holland, die ſie in Beglei- tung ihres Bruders, des Landſchafts- malers Eduard Anderſon aus Kö- nigsberg, unternahm, wurde bei ihr das Verſtändnis für die Schönheiten der Kunſtwelt wach. Tiefen Eindruck und nachhaltige Begeiſterung riefen die Schätze der berühmten Muſeen in ihr hervor, aber erſt auf einer Reiſe nach Norwegen (1906) kam ihr der zwingende Gedanke, die bunten Phan- taſien, die an ihr vorüberzogen, zu einem Ganzen zu verſchmelzen u. ſie aufzuzeichnen. Eine folgende Reiſe, die ſie 1907 an die Nord- und Süd- geſtade des Mittelmeers führte, ver- ſtärkte nur den Trieb zu ſchriftſtelle- riſcher Betätigung, und nun erſchienen in raſcher Folge Märchen, Erzäh- lungen in der Osnabrücker Zeitung, denen dann größere Romane folgten. Lydia T. lebt zurzeit in Münſter (Weſtfalen). S: Margitta von Teck- lenburg (R.), 1907. – Manöverkind (R.), 1908. *Tinzmann, Rudolf Erhard, wurde am 19. Juni 1884 in Braunau (Böhmen) als der Sohn des Kunſt- und Dekorationsmalers Adolf T. ge- boren, beſuchte die Schulen ſeiner Vaterſtadt und dann die k. k. Lehrer- bildungsanſtalt in Trautenau, die er 1903 mit Erfolg abſolvierte. Er war dann aushilfsweiſe als Lehrer an ver- ſchiedenen Orten ſeines Heimatbe- zirks, zuletzt in dem bekannten We- kelsdorf tätig und wurde von hier 1907 in ſeine Vaterſtadt Braunau verſetzt. S: Lenzesblüten (Ausgew. Ge.), 1906. – Hochflut (Familien- trag.), 1906. – Bunte Blüten (Ge.), 1907. Tipka, Luiſe, ſiehe Luiſe Wein- lich! Tiro, F., Pſeud. für Friedrich Hinderſin; ſ. d.! Tiſchendorf, Lobegott Friedrich Konſtantin von, pſeudon. Dr. Fritz, wurde am 18. Januar 1815 zu Lengenfeld im ſächſiſchen Vogt- lande als der Sohn eines Arztes ge- boren, beſuchte die dortige Stadt- ſchule, ſeit 1829 das Gymnaſium zu Plauen und ſtudierte 1834–38 in Leipzig Theologie und Philologie, worauf er ſich im folgenden Jahre als Privatdozent daſelbſt habilitierte. Um Material zu einer kritiſchen Aus- gabe des griechiſchen Neuen Teſta- ments zu ſammeln, bereiſte er 1840 bis 1842 Frankreich, Holland, Eng- land, 1843–44 die Schweiz, Süd- frankreich, Jtalien, Ägypten, die Li- byſche Wüſte, die Halbinſel Sinai, Paläſtina, Syrien, Kleinaſien, Grie- chenland, und brachte eine reiche Sammlung alter griechiſcher, ſyri- ſcher, koptiſcher, äthiopiſcher und an- derer Manuſkripte mit. Jm Jahre 1845 wurde er außerordentlicher und 1859 ordentlicher Profeſſor der Theo- logie, obwohl er die akademiſche Tä- tigkeit ſeiner Arbeiten wegen nie- mals gepflegt hat. Jm Jahre 1849 hatte er wieder Paris, London und Oxford, 1853 abermals den Sinai beſucht; 1854 arbeitete er in Wolfen- büttel und Hamburg, 1855 in Lon- don, Oxford u. Cambridge, 1856 in München, St. Gallen u. Zürich; 1859 bereiſte er zum drittenmal den Si- nai und entdeckte hier die unter dem Namen Codex Sinaiticus bekannte Handſchrift, die er ſpäter für den ruſſiſchen Kaiſer erwarb. Jm Jahre 1869 wurde T. in den Adelſtand er- hoben, und am 7. Dezbr. 1874 ſtarb er zu Leipzig. Von ſeinen zahlrei- chen Schriften ſind hier anzuführen S: Maiknoſpen (Ge.), 1838. – Der junge Myſtiker, oder: Die drei letzten Feſtzeiten aus ſeinem Leben (Biogr. Sk.), 1839. Titelius, M., Pſd. für M. Cranz; ſ. d.! *Tittmann, Klara F., wurde 1826 zu Zweibrücken in der Pfalz als die *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 198. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/202>, abgerufen am 26.03.2019.