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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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(Ge. zu Zeichngn. von Rud. Geißler),
1887. - Das Kind und seine kleine
Welt. Auswahl, II, 1887. - Spiel
und Leben. Auswahl, 1887. - Kin-
derreime, gesammelt u. hrsg., 1889.
- Gesellige Freuden (Zeichngn. von
Paul Heydel), 1890. - Die Welt vom
Fenster aus! (Zeichnungen von J.
Kleinmichel), 1891. - Lustige Gesell-
schaft (mit Zeichngn. von E. Voigt),
1893. - Struwwelpeter der Jüngere
(Zeichngn. von Fedor Flinzer), 1893.
- Aus Wald und Heide (Farbige Bil-
der v. Walter Caspari), 1909.

*Troll-Borostyani, Jrma von,


pseud. Veritas, wurde am 31. März
1849 als die Tochter eines höheren
Staatsbeamten in Salzburg geboren
und genoß eine ausgezeichnete Er-
ziehung. Jn ihren frühen Mädchen-
jahren bewegte sie sich viel in der
vornehmen Gesellschaft ihrer Heimat,
doch fühlte sie sich keineswegs dadurch
befriedigt; im Gegenteil, ihr lebhaf-
ter Geist strebte nach einer Betäti-
gung u. nach einem eigenen Arbeits-
felde. Sie ging nach Wien, um sich
bei ihrer hohen Begabung für Musik
als Pianistin für die Konzertlauf-
bahn ausbilden zu lassen; aber schon
nach kurzer Zeit zwangen traurige
Familienverhältnisse sie, diesem ihrem
Lieblingswunsche zu entsagen u. als
Musiklehrerin nach Ungarn zu gehen.
Dort in der Einsamkeit des Land-
lebens fing sie auch an, ihr schrift-
stellerisches Talent zu pflegen, u. als
sie sich 1874 mit dem ungar. Schrift-
steller Ferdinand v. Borostyani ver-
heiratet hatte, wandte sie sich fortan
endgültig der Kunst des Schreibens
zu. Von Novellen und feuilletoni-
stischen Plauderein ging sie bald zu
ernsten philosophisch. Arbeiten über,
um dann schließlich auf sozialem Bo-
den haften zu bleiben. Jhre Schrif-
ten auf diesem Gebiet "Die Mission
unseres Jahrhunderts" (1878); "Jm
freien Reich" (1884), 2. A. u. d. T.:
"Die Gleichstellung der Geschlechter
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u. die Reform der Jugenderziehung"
(1888); "Die Prostitution vor dem
Gesetze" (1893); "Das Recht der
Frau" (1893); "Verbrechen der Liebe"
(1896. 2. A. 1900); "Katechismus der
Frauenbewegung" (1903) zeigen uns
die Schriftstellerin als eine geistreiche
und mutige Vertreterin der Frauen-
rechte. Jhr Eheglück war nur von kur-
zer Dauer. Die Geburt eines Töchter-
chens, das schon in zartester Kindheit
starb, zog ihr ein schweres inneres
Leiden zu, von dem sie vergeblich
Heilung in Bädern u. Kuranstalten
suchte. Nach dem Tode ihrer in Salz-
burg verstorbenen Mutter kam sie
dorthin, das Grab der Teuren zu be-
suchen; aber ihr zarter Körper war
dem Schmerz u. der Aufregung nicht
gewachsen. Sie verfiel in eine schwere
Krankheit, von der sie auch in der
Folge nicht so weit genas, daß sie in
das Haus ihres Gatten nach Pest
hätte zurückkehren können. Sie starb
in Salzburg im März 1912.

S:

Aus
der Tiefe (R.); II, 1892. - Onkel
Clemens (Orig.-R.), 1897. - Was
ich geschaut (Nn.), 1898. - Hunger u.
Liebe (Nn.), 1900. - Dem Verdienste
seine Krone (Nn.), 1903. - Höhenluft
u. andere Geschichten aus dem Hoch-
gebirge, 1907. - Die Schule des Le-
bens (N.), 1905. - Jrrwege (R.); II,
1908.

Trommershausen, Marie,

psd.
M. Andrae-Romanek, wurde
am 9. April 1854 auf dem Rittergute
Roman im Kösliner Bezirk Pom-
merns geboren. Jhr Vater A. An-
drae-Roman
war ein intimer
Freund Bismarcks und hat sich als
Schriftsteller durch seine Erinnerun-
gen eines alten Mannes, "Aus längst
vergangenen Tagen" (1899), bekannt
gemacht. Marie wuchs in ländlicher
Einsamkeit im Kreise von zehn Ge-
schwistern auf u. erhielt ihren ersten
Unterricht durch Hauslehrer; später
kam sie in eine Pension nach Köslin,
und 1880 legte sie in Berlin das

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(Ge. zu Zeichngn. von Rud. Geißler),
1887. – Das Kind und ſeine kleine
Welt. Auswahl, II, 1887. – Spiel
und Leben. Auswahl, 1887. – Kin-
derreime, geſammelt u. hrsg., 1889.
– Geſellige Freuden (Zeichngn. von
Paul Heydel), 1890. – Die Welt vom
Fenſter aus! (Zeichnungen von J.
Kleinmichel), 1891. – Luſtige Geſell-
ſchaft (mit Zeichngn. von E. Voigt),
1893. – Struwwelpeter der Jüngere
(Zeichngn. von Fedor Flinzer), 1893.
– Aus Wald und Heide (Farbige Bil-
der v. Walter Caspari), 1909.

*Troll-Boroſtyáni, Jrma von,


pſeud. Veritas, wurde am 31. März
1849 als die Tochter eines höheren
Staatsbeamten in Salzburg geboren
und genoß eine ausgezeichnete Er-
ziehung. Jn ihren frühen Mädchen-
jahren bewegte ſie ſich viel in der
vornehmen Geſellſchaft ihrer Heimat,
doch fühlte ſie ſich keineswegs dadurch
befriedigt; im Gegenteil, ihr lebhaf-
ter Geiſt ſtrebte nach einer Betäti-
gung u. nach einem eigenen Arbeits-
felde. Sie ging nach Wien, um ſich
bei ihrer hohen Begabung für Muſik
als Pianiſtin für die Konzertlauf-
bahn ausbilden zu laſſen; aber ſchon
nach kurzer Zeit zwangen traurige
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Muſiklehrerin nach Ungarn zu gehen.
Dort in der Einſamkeit des Land-
lebens fing ſie auch an, ihr ſchrift-
ſtelleriſches Talent zu pflegen, u. als
ſie ſich 1874 mit dem ungar. Schrift-
ſteller Ferdinand v. Boroſtyáni ver-
heiratet hatte, wandte ſie ſich fortan
endgültig der Kunſt des Schreibens
zu. Von Novellen und feuilletoni-
ſtiſchen Plauderein ging ſie bald zu
ernſten philoſophiſch. Arbeiten über,
um dann ſchließlich auf ſozialem Bo-
den haften zu bleiben. Jhre Schrif-
ten auf dieſem Gebiet „Die Miſſion
unſeres Jahrhunderts“ (1878); „Jm
freien Reich“ (1884), 2. A. u. d. T.:
„Die Gleichſtellung der Geſchlechter
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u. die Reform der Jugenderziehung“
(1888); „Die Proſtitution vor dem
Geſetze“ (1893); „Das Recht der
Frau“ (1893); „Verbrechen der Liebe“
(1896. 2. A. 1900); „Katechismus der
Frauenbewegung“ (1903) zeigen uns
die Schriftſtellerin als eine geiſtreiche
und mutige Vertreterin der Frauen-
rechte. Jhr Eheglück war nur von kur-
zer Dauer. Die Geburt eines Töchter-
chens, das ſchon in zarteſter Kindheit
ſtarb, zog ihr ein ſchweres inneres
Leiden zu, von dem ſie vergeblich
Heilung in Bädern u. Kuranſtalten
ſuchte. Nach dem Tode ihrer in Salz-
burg verſtorbenen Mutter kam ſie
dorthin, das Grab der Teuren zu be-
ſuchen; aber ihr zarter Körper war
dem Schmerz u. der Aufregung nicht
gewachſen. Sie verfiel in eine ſchwere
Krankheit, von der ſie auch in der
Folge nicht ſo weit genas, daß ſie in
das Haus ihres Gatten nach Peſt
hätte zurückkehren können. Sie ſtarb
in Salzburg im März 1912.

S:

Aus
der Tiefe (R.); II, 1892. – Onkel
Clemens (Orig.-R.), 1897. – Was
ich geſchaut (Nn.), 1898. – Hunger u.
Liebe (Nn.), 1900. – Dem Verdienſte
ſeine Krone (Nn.), 1903. – Höhenluft
u. andere Geſchichten aus dem Hoch-
gebirge, 1907. – Die Schule des Le-
bens (N.), 1905. – Jrrwege (R.); II,
1908.

Trommershauſen, Marie,

pſd.
M. Andrae-Romanek, wurde
am 9. April 1854 auf dem Rittergute
Roman im Kösliner Bezirk Pom-
merns geboren. Jhr Vater A. An-
drae-Roman
war ein intimer
Freund Bismarcks und hat ſich als
Schriftſteller durch ſeine Erinnerun-
gen eines alten Mannes, „Aus längſt
vergangenen Tagen“ (1899), bekannt
gemacht. Marie wuchs in ländlicher
Einſamkeit im Kreiſe von zehn Ge-
ſchwiſtern auf u. erhielt ihren erſten
Unterricht durch Hauslehrer; ſpäter
kam ſie in eine Penſion nach Köslin,
und 1880 legte ſie in Berlin das

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[221/0225] Tro Tro (Ge. zu Zeichngn. von Rud. Geißler), 1887. – Das Kind und ſeine kleine Welt. Auswahl, II, 1887. – Spiel und Leben. Auswahl, 1887. – Kin- derreime, geſammelt u. hrsg., 1889. – Geſellige Freuden (Zeichngn. von Paul Heydel), 1890. – Die Welt vom Fenſter aus! (Zeichnungen von J. Kleinmichel), 1891. – Luſtige Geſell- ſchaft (mit Zeichngn. von E. Voigt), 1893. – Struwwelpeter der Jüngere (Zeichngn. von Fedor Flinzer), 1893. – Aus Wald und Heide (Farbige Bil- der v. Walter Caspari), 1909. *Troll-Boroſtyáni, Jrma von, pſeud. Veritas, wurde am 31. März 1849 als die Tochter eines höheren Staatsbeamten in Salzburg geboren und genoß eine ausgezeichnete Er- ziehung. Jn ihren frühen Mädchen- jahren bewegte ſie ſich viel in der vornehmen Geſellſchaft ihrer Heimat, doch fühlte ſie ſich keineswegs dadurch befriedigt; im Gegenteil, ihr lebhaf- ter Geiſt ſtrebte nach einer Betäti- gung u. nach einem eigenen Arbeits- felde. Sie ging nach Wien, um ſich bei ihrer hohen Begabung für Muſik als Pianiſtin für die Konzertlauf- bahn ausbilden zu laſſen; aber ſchon nach kurzer Zeit zwangen traurige Familienverhältniſſe ſie, dieſem ihrem Lieblingswunſche zu entſagen u. als Muſiklehrerin nach Ungarn zu gehen. Dort in der Einſamkeit des Land- lebens fing ſie auch an, ihr ſchrift- ſtelleriſches Talent zu pflegen, u. als ſie ſich 1874 mit dem ungar. Schrift- ſteller Ferdinand v. Boroſtyáni ver- heiratet hatte, wandte ſie ſich fortan endgültig der Kunſt des Schreibens zu. Von Novellen und feuilletoni- ſtiſchen Plauderein ging ſie bald zu ernſten philoſophiſch. Arbeiten über, um dann ſchließlich auf ſozialem Bo- den haften zu bleiben. Jhre Schrif- ten auf dieſem Gebiet „Die Miſſion unſeres Jahrhunderts“ (1878); „Jm freien Reich“ (1884), 2. A. u. d. T.: „Die Gleichſtellung der Geſchlechter u. die Reform der Jugenderziehung“ (1888); „Die Proſtitution vor dem Geſetze“ (1893); „Das Recht der Frau“ (1893); „Verbrechen der Liebe“ (1896. 2. A. 1900); „Katechismus der Frauenbewegung“ (1903) zeigen uns die Schriftſtellerin als eine geiſtreiche und mutige Vertreterin der Frauen- rechte. Jhr Eheglück war nur von kur- zer Dauer. Die Geburt eines Töchter- chens, das ſchon in zarteſter Kindheit ſtarb, zog ihr ein ſchweres inneres Leiden zu, von dem ſie vergeblich Heilung in Bädern u. Kuranſtalten ſuchte. Nach dem Tode ihrer in Salz- burg verſtorbenen Mutter kam ſie dorthin, das Grab der Teuren zu be- ſuchen; aber ihr zarter Körper war dem Schmerz u. der Aufregung nicht gewachſen. Sie verfiel in eine ſchwere Krankheit, von der ſie auch in der Folge nicht ſo weit genas, daß ſie in das Haus ihres Gatten nach Peſt hätte zurückkehren können. Sie ſtarb in Salzburg im März 1912. S: Aus der Tiefe (R.); II, 1892. – Onkel Clemens (Orig.-R.), 1897. – Was ich geſchaut (Nn.), 1898. – Hunger u. Liebe (Nn.), 1900. – Dem Verdienſte ſeine Krone (Nn.), 1903. – Höhenluft u. andere Geſchichten aus dem Hoch- gebirge, 1907. – Die Schule des Le- bens (N.), 1905. – Jrrwege (R.); II, 1908. Trommershauſen, Marie, pſd. M. Andrae-Romanek, wurde am 9. April 1854 auf dem Rittergute Roman im Kösliner Bezirk Pom- merns geboren. Jhr Vater A. An- drae-Roman war ein intimer Freund Bismarcks und hat ſich als Schriftſteller durch ſeine Erinnerun- gen eines alten Mannes, „Aus längſt vergangenen Tagen“ (1899), bekannt gemacht. Marie wuchs in ländlicher Einſamkeit im Kreiſe von zehn Ge- ſchwiſtern auf u. erhielt ihren erſten Unterricht durch Hauslehrer; ſpäter kam ſie in eine Penſion nach Köslin, und 1880 legte ſie in Berlin das *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 221. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/225>, abgerufen am 24.03.2019.