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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Mitglied des österreichischen Herren-
hauses. Jn allen diesen Stellungen
sprach und stimmte er stets für den
freiheitlichen Fortschritt und schrieb
in dieser Richtung auch verschiedene
Artikel für Journale. Als Minister
trat er entschieden ein für die Auf-
hebung des Konkordats und während
des deutsch-französischen Krieges für
strenge Neutralität. Jm österreichisch.
Abgeordnetenhause beteiligte er sich
in hervorragender Weise an dem Zu-
standekommen der Strafprozeßord-
nung vom Jahre 1873; auch beför-
derte er jederzeit die Eisenbahnver-
bindungen seines Heimatlandes und
war im Jahre 1866 einer der Kon-
zessionäre der Kronprinz-Rudolf-
Bahn. Wiederholt machte T. größere
Reisen, so in den Jahren 1836-47
durch Jtalien, die Schweiz u. Deutsch-
land, 1851 durch Holland, Britannien
und Jrland, 1869 durch den Norden
Deutschlands, Dänemark und Nor-
wegen, 1871 durch Ungarn u. Polen
und 1872 durch Ägypten, Kleinasien
und Griechenland. Er starb in Wien
am 1. Novbr. 1877.

S:

Das Haus
der Grafen Owinski (E.), 1832. -
Gedichte, 1833. 4. A. 1872. - No-
vellen; II, 1835. - Humoristische No-
vellen; II, 1841. - Jronie des Lebens
(R.); II, 1841. - Buch der Reisen,
1842. - Der moderne Eulenspiegel
(R.); II, 1846. - Neue Gedichte, 1851.
- Die Jndustriellen (R.); II, 1854.
2. Ausg. u. d. T.: Fabrikanten und
Arbeiter, 1876. - Aus dem Zauber-
walde (Rz.), 1856. - Grafenpfalz (R.);
II, 1862. - Sünder und Toren (R.);
II, 1876. - Gesammelte Werke; VI,
1875-77; 1.-3. Bd. a. u. d. T.: No-
vellen, 1875 (Jnhalt: I. Der Hochzeit-
tag. - Onkel Tobias. - Metamor-
phosen. - Holländ. Gespenster. - II.
Das Forsthaus. - Der sechste Akt. -
Eine Siesta. - Stille Welt. - III. Die
Weltverbesserer. - Klara Dönhos. -
Bruderherz. - Bauern-Breughel); 4.,
5. u. 6. Bd. a. u. d. T.: Große Herren,
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kleine Leute (R.), 1877. - Nach der
Sonnenwende (Ge.), 1876.

*Tschapeck, Lydia,

pseud. Lydia
Dromery,
wurde am 11. Dezember
1864 zu Wien als die Tochter eines
Hauptmann-Auditors geboren u. in
Graz, wohin der Vater 1870 nach
seiner Pensionierung übersiedelte, er-
zogen. Jhren Unterricht empfing sie
mit ihren Geschwistern im elterlichen
Hause durch Privatlehrer. Alljähr-
lich verlegte die Familie ihren Som-
meraufenthalt bald in diesen, bald
in jenen Teil des steirischen Alpen-
landes, u. so lernte die Tochter nicht
nur Steiermark in seiner Totalität
kennen, sondern wurde auch von einer
innigen Liebe zur Natur beseelt, so
daß ihr seit ihrer Übersiedelung nach
Wien (1887) das Heimweh nach den
Bergen als Erbteil geblieben ist. Jn
Wien gab sie sich besonders fremd-
sprachlichen Studien hin, die sie dann
bei Übersetzungen verwertete. Den
Sommer verlebt sie gewöhnlich in
Mödling a. d. Südbahn, den Winter
in Wien.

S:

Der Flüchtling (Psy-
chologische Studie), 1895. - Die Leute
von Gottesland (R.) und: Auf der
Heide (Sk.), 1896. - Jm Salzerbad
(N.), 1901. - Nach 365 Tagen (Eine
Geschichte a. dem Ybbstale), 1904.
Meta Kiesewetter (Neue N. a. Öster-
reich), 1911.

*Tschebull, Hans,

wurde am 17.
Oktober 1849 zu Gutenstein in Kär-
ten als der jüngste Sohn von elf
Kindern eines Wirts und Realitäten-
besitzers geb., absolvierte das Gym-
nasium zu Klagenfurt und 1874 die
juridischen Studien in Graz, wurde
1881 zum k. k. Notar in Eberndorf
(Kärnten) ernannt und 1887 in glei-
cher Eigenschaft nach Villach versetzt,
wo er noch jetzt lebt und häufig als
Rezitator mundartlicher Dichtungen
auftritt.

S:

Ohne Schneid ka Freud!
(Ge. in kärtnerischer Mundart), 1894.
2. A. 1898. - Lustig's Ollerhand aus'n
Karntnerland (desgl.), 1895. 2. A.

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Mitglied des öſterreichiſchen Herren-
hauſes. Jn allen dieſen Stellungen
ſprach und ſtimmte er ſtets für den
freiheitlichen Fortſchritt und ſchrieb
in dieſer Richtung auch verſchiedene
Artikel für Journale. Als Miniſter
trat er entſchieden ein für die Auf-
hebung des Konkordats und während
des deutſch-franzöſiſchen Krieges für
ſtrenge Neutralität. Jm öſterreichiſch.
Abgeordnetenhauſe beteiligte er ſich
in hervorragender Weiſe an dem Zu-
ſtandekommen der Strafprozeßord-
nung vom Jahre 1873; auch beför-
derte er jederzeit die Eiſenbahnver-
bindungen ſeines Heimatlandes und
war im Jahre 1866 einer der Kon-
zeſſionäre der Kronprinz-Rudolf-
Bahn. Wiederholt machte T. größere
Reiſen, ſo in den Jahren 1836–47
durch Jtalien, die Schweiz u. Deutſch-
land, 1851 durch Holland, Britannien
und Jrland, 1869 durch den Norden
Deutſchlands, Dänemark und Nor-
wegen, 1871 durch Ungarn u. Polen
und 1872 durch Ägypten, Kleinaſien
und Griechenland. Er ſtarb in Wien
am 1. Novbr. 1877.

S:

Das Haus
der Grafen Owinski (E.), 1832. –
Gedichte, 1833. 4. A. 1872. – No-
vellen; II, 1835. – Humoriſtiſche No-
vellen; II, 1841. – Jronie des Lebens
(R.); II, 1841. – Buch der Reiſen,
1842. – Der moderne Eulenſpiegel
(R.); II, 1846. – Neue Gedichte, 1851.
– Die Jnduſtriellen (R.); II, 1854.
2. Ausg. u. d. T.: Fabrikanten und
Arbeiter, 1876. – Aus dem Zauber-
walde (Rz.), 1856. – Grafenpfalz (R.);
II, 1862. – Sünder und Toren (R.);
II, 1876. – Geſammelte Werke; VI,
1875–77; 1.–3. Bd. a. u. d. T.: No-
vellen, 1875 (Jnhalt: I. Der Hochzeit-
tag. – Onkel Tobias. – Metamor-
phoſen. – Holländ. Geſpenſter. – II.
Das Forſthaus. – Der ſechſte Akt. –
Eine Sieſta. – Stille Welt. – III. Die
Weltverbeſſerer. – Klara Dönhoſ. –
Bruderherz. – Bauern-Breughel); 4.,
5. u. 6. Bd. a. u. d. T.: Große Herren,
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Tſch
kleine Leute (R.), 1877. – Nach der
Sonnenwende (Ge.), 1876.

*Tſchapeck, Lydia,

pſeud. Lydia
Dromery,
wurde am 11. Dezember
1864 zu Wien als die Tochter eines
Hauptmann-Auditors geboren u. in
Graz, wohin der Vater 1870 nach
ſeiner Penſionierung überſiedelte, er-
zogen. Jhren Unterricht empfing ſie
mit ihren Geſchwiſtern im elterlichen
Hauſe durch Privatlehrer. Alljähr-
lich verlegte die Familie ihren Som-
meraufenthalt bald in dieſen, bald
in jenen Teil des ſteiriſchen Alpen-
landes, u. ſo lernte die Tochter nicht
nur Steiermark in ſeiner Totalität
kennen, ſondern wurde auch von einer
innigen Liebe zur Natur beſeelt, ſo
daß ihr ſeit ihrer Überſiedelung nach
Wien (1887) das Heimweh nach den
Bergen als Erbteil geblieben iſt. Jn
Wien gab ſie ſich beſonders fremd-
ſprachlichen Studien hin, die ſie dann
bei Überſetzungen verwertete. Den
Sommer verlebt ſie gewöhnlich in
Mödling a. d. Südbahn, den Winter
in Wien.

S:

Der Flüchtling (Pſy-
chologiſche Studie), 1895. – Die Leute
von Gottesland (R.) und: Auf der
Heide (Sk.), 1896. – Jm Salzerbad
(N.), 1901. – Nach 365 Tagen (Eine
Geſchichte a. dem Ybbstale), 1904.
Meta Kieſewetter (Neue N. a. Öſter-
reich), 1911.

*Tſchebull, Hans,

wurde am 17.
Oktober 1849 zu Gutenſtein in Kär-
ten als der jüngſte Sohn von elf
Kindern eines Wirts und Realitäten-
beſitzers geb., abſolvierte das Gym-
naſium zu Klagenfurt und 1874 die
juridiſchen Studien in Graz, wurde
1881 zum k. k. Notar in Eberndorf
(Kärnten) ernannt und 1887 in glei-
cher Eigenſchaft nach Villach verſetzt,
wo er noch jetzt lebt und häufig als
Rezitator mundartlicher Dichtungen
auftritt.

S:

Ohne Schneid ka Freud!
(Ge. in kärtneriſcher Mundart), 1894.
2. A. 1898. – Luſtig’s Ollerhand aus'n
Karntnerland (desgl.), 1895. 2. A.

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[226/0230] Tſch Tſch Mitglied des öſterreichiſchen Herren- hauſes. Jn allen dieſen Stellungen ſprach und ſtimmte er ſtets für den freiheitlichen Fortſchritt und ſchrieb in dieſer Richtung auch verſchiedene Artikel für Journale. Als Miniſter trat er entſchieden ein für die Auf- hebung des Konkordats und während des deutſch-franzöſiſchen Krieges für ſtrenge Neutralität. Jm öſterreichiſch. Abgeordnetenhauſe beteiligte er ſich in hervorragender Weiſe an dem Zu- ſtandekommen der Strafprozeßord- nung vom Jahre 1873; auch beför- derte er jederzeit die Eiſenbahnver- bindungen ſeines Heimatlandes und war im Jahre 1866 einer der Kon- zeſſionäre der Kronprinz-Rudolf- Bahn. Wiederholt machte T. größere Reiſen, ſo in den Jahren 1836–47 durch Jtalien, die Schweiz u. Deutſch- land, 1851 durch Holland, Britannien und Jrland, 1869 durch den Norden Deutſchlands, Dänemark und Nor- wegen, 1871 durch Ungarn u. Polen und 1872 durch Ägypten, Kleinaſien und Griechenland. Er ſtarb in Wien am 1. Novbr. 1877. S: Das Haus der Grafen Owinski (E.), 1832. – Gedichte, 1833. 4. A. 1872. – No- vellen; II, 1835. – Humoriſtiſche No- vellen; II, 1841. – Jronie des Lebens (R.); II, 1841. – Buch der Reiſen, 1842. – Der moderne Eulenſpiegel (R.); II, 1846. – Neue Gedichte, 1851. – Die Jnduſtriellen (R.); II, 1854. 2. Ausg. u. d. T.: Fabrikanten und Arbeiter, 1876. – Aus dem Zauber- walde (Rz.), 1856. – Grafenpfalz (R.); II, 1862. – Sünder und Toren (R.); II, 1876. – Geſammelte Werke; VI, 1875–77; 1.–3. Bd. a. u. d. T.: No- vellen, 1875 (Jnhalt: I. Der Hochzeit- tag. – Onkel Tobias. – Metamor- phoſen. – Holländ. Geſpenſter. – II. Das Forſthaus. – Der ſechſte Akt. – Eine Sieſta. – Stille Welt. – III. Die Weltverbeſſerer. – Klara Dönhoſ. – Bruderherz. – Bauern-Breughel); 4., 5. u. 6. Bd. a. u. d. T.: Große Herren, kleine Leute (R.), 1877. – Nach der Sonnenwende (Ge.), 1876. *Tſchapeck, Lydia, pſeud. Lydia Dromery, wurde am 11. Dezember 1864 zu Wien als die Tochter eines Hauptmann-Auditors geboren u. in Graz, wohin der Vater 1870 nach ſeiner Penſionierung überſiedelte, er- zogen. Jhren Unterricht empfing ſie mit ihren Geſchwiſtern im elterlichen Hauſe durch Privatlehrer. Alljähr- lich verlegte die Familie ihren Som- meraufenthalt bald in dieſen, bald in jenen Teil des ſteiriſchen Alpen- landes, u. ſo lernte die Tochter nicht nur Steiermark in ſeiner Totalität kennen, ſondern wurde auch von einer innigen Liebe zur Natur beſeelt, ſo daß ihr ſeit ihrer Überſiedelung nach Wien (1887) das Heimweh nach den Bergen als Erbteil geblieben iſt. Jn Wien gab ſie ſich beſonders fremd- ſprachlichen Studien hin, die ſie dann bei Überſetzungen verwertete. Den Sommer verlebt ſie gewöhnlich in Mödling a. d. Südbahn, den Winter in Wien. S: Der Flüchtling (Pſy- chologiſche Studie), 1895. – Die Leute von Gottesland (R.) und: Auf der Heide (Sk.), 1896. – Jm Salzerbad (N.), 1901. – Nach 365 Tagen (Eine Geſchichte a. dem Ybbstale), 1904. Meta Kieſewetter (Neue N. a. Öſter- reich), 1911. *Tſchebull, Hans, wurde am 17. Oktober 1849 zu Gutenſtein in Kär- ten als der jüngſte Sohn von elf Kindern eines Wirts und Realitäten- beſitzers geb., abſolvierte das Gym- naſium zu Klagenfurt und 1874 die juridiſchen Studien in Graz, wurde 1881 zum k. k. Notar in Eberndorf (Kärnten) ernannt und 1887 in glei- cher Eigenſchaft nach Villach verſetzt, wo er noch jetzt lebt und häufig als Rezitator mundartlicher Dichtungen auftritt. S: Ohne Schneid ka Freud! (Ge. in kärtneriſcher Mundart), 1894. 2. A. 1898. – Luſtig’s Ollerhand aus'n Karntnerland (desgl.), 1895. 2. A. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 226. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/230>, abgerufen am 26.03.2019.