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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Tsch
1898. - Ernst u. Scherz fürs Kärnt-
nerherz (Dn. in Kärtner Mdt.), 1898.
- Der Kärntner "Lei Lei" is macht
lustig und frei (Ge. in Kärntner Mdt.),
1906.

Tschertkoff, Alexander,

Kollektiv-
Pseud. für Wilh. Scharrelmann
und Johs. Wiegand.

Tschischwitz, Benno Johann
Friedrich,

geb. am 11. Februar 1828
zu Schweidnitz in Schlesien, studierte
von 1849-1852 in Halle Philologie,
wirkte von 1854 als Lehrer an einem
Handelsinstitut u. an einer Töchter-
schule in Bremen, wurde 1860 Lehrer
an der Realschule des Waisenhauses
in Halle a. d. S. und, nachdem er sich
1867 den Doktorgrad erworben, 1870
Oberlehrer an derselben. Jm Jahre
1874 folgte er einem Rufe als Pro-
fessor am Politechnikum in Zürich,
mußte aber infolge der Rolle, die er
zur Ermittlung eines bei dem Drucke
der von Arnimschen Schrift pro nihilo
beteiligten Setzerlehrlings gespielt,
diese Stelle aufgeben. Er ging nach
Deutschland zurück und erhielt hier
(Ostern 1877) eine Oberlehrerstelle
am Gymnasium in Celle. Ostern 1886
trat er in den Ruhestand und siedelte
nun nach Schlesien über, wo er erst
in Falkenberg u. danach in Schweid-
nitz lebte. Hier starb er im Herbst
1890.

S:

Lieder eines Verbannten,
1859. - Der letzte der Jnka, oder:
Franz Pizarros Tod (Tr.); 1868. -
Agnes v. Meran (Tr.), 1874. - Das
Sängerfest als Ehestifter (Humorsk.),
1883. - Die Villa zur Waldeinsam-
keit (Humorsk.), 1884. - Shakespeare-
Forschungen; III, 1868. - Shake-
speares sämtliche Werke. Englischer
Text, berichtigt und erklärt. 1. Teil
a. u. d. T.: Shakespeares Hamlet,
Prince of Denmark,
1869. - Shake-
speares Sonette; deutsch, 1870. -
Shakespeares dramat. Werke, übers.
von A. W. Schlegel u. L. Tieck. Jllu-
strierte Ausgabe mit Einleitungen u.
Anmerkungen von R. Gosche und B.
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Tschischwitz, 1874. - Venus u. Adonis.
Ein episches Gedicht von W. Shake-
speare; deutsch, nebst Einleitung, 1875.
- Walter Scotts Romane. Jllustr.
Ausg., übers., mit Einleitungen und
Anmerkungen; XII, 1876.

*Tschörner, Alfred,

geb. 1854 in
Breslau als der Sohn eines Eisen-
bahnzugführers, besuchte erst eine
katholische Volksschule, dann die Real-
schule zum Heiligen Geist, mußte aber
wegen unzureichender Mittel der El-
tern im Herbst 1868 die Schule ver-
lassen u. als Kochlehrling in die fürst-
liche Küche zu Pleß eintreten. Nach
vollendeter Lehrzeit kam er 1871 nach
Berlin zur Schwägerin des Fürsten,
der Baronin von der Decken, u. ging
später mit ihr nach ihrem Wohnsitz
Melkhof in Mecklenburg. Hier in der
Einsamkeit und Stille des Landgutes
benutzte T. seine Muße zum Studium
der Klassiker und wurde durch sie zu
seinen ersten poetischen Versuchen an-
geregt. Vom Frühjahr 1874 bis zum
Herbst 1876 diente T. bei einem Ar-
tillerieregiment in Schwerin, war
dann als Koch in verschiedenen Stel-
lungen in Pommern, Wien u. Schle-
sien tätig, bis er im Herbst 1881 in
den Dienst des Grafen Dohna zu
Kotzenau trat, in dem er noch steht.
Als Mitglied der Schlesischen Dichter-
schule trat er mit deren Häuptern in
freundschaftliche Beziehungen, die für
sein dichterisches Empfinden von gro-
ßem Einfluß waren.

S:

Feldblumen
(Ge.), 1899.

*Tschudi, Nikolaus,

wurde am 5.
Mai 1844 am Fuße des Freiberg in
Schwanden, Kanton Glarus, als der
Sohn schlichter Landleute geboren u.
verlebte die ersten Jugendjahre mei-
stens bei seiner Großmutter, einer
Matrone, die durch ihr freundlich
ernstes Wesen u. ihren religiösen Sinn
großen Einfluß auf das Gemüt des
Knaben gewann u. zuerst den poeti-
schen Keim in demselben belebte. Nach-
dem Nikolaus mit gutem Erfolge die

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1898. – Ernſt u. Scherz fürs Kärnt-
nerherz (Dn. in Kärtner Mdt.), 1898.
– Der Kärntner „Lei Lei“ is macht
luſtig und frei (Ge. in Kärntner Mdt.),
1906.

Tſchertkoff, Alexander,

Kollektiv-
Pſeud. für Wilh. Scharrelmann
und Johs. Wiegand.

Tſchiſchwitz, Benno Johann
Friedrich,

geb. am 11. Februar 1828
zu Schweidnitz in Schleſien, ſtudierte
von 1849–1852 in Halle Philologie,
wirkte von 1854 als Lehrer an einem
Handelsinſtitut u. an einer Töchter-
ſchule in Bremen, wurde 1860 Lehrer
an der Realſchule des Waiſenhauſes
in Halle a. d. S. und, nachdem er ſich
1867 den Doktorgrad erworben, 1870
Oberlehrer an derſelben. Jm Jahre
1874 folgte er einem Rufe als Pro-
feſſor am Politechnikum in Zürich,
mußte aber infolge der Rolle, die er
zur Ermittlung eines bei dem Drucke
der von Arnimſchen Schrift pro nihilo
beteiligten Setzerlehrlings geſpielt,
dieſe Stelle aufgeben. Er ging nach
Deutſchland zurück und erhielt hier
(Oſtern 1877) eine Oberlehrerſtelle
am Gymnaſium in Celle. Oſtern 1886
trat er in den Ruheſtand und ſiedelte
nun nach Schleſien über, wo er erſt
in Falkenberg u. danach in Schweid-
nitz lebte. Hier ſtarb er im Herbſt
1890.

S:

Lieder eines Verbannten,
1859. – Der letzte der Jnka, oder:
Franz Pizarros Tod (Tr.); 1868. –
Agnes v. Meran (Tr.), 1874. – Das
Sängerfeſt als Eheſtifter (Humorsk.),
1883. – Die Villa zur Waldeinſam-
keit (Humorsk.), 1884. – Shakeſpeare-
Forſchungen; III, 1868. – Shake-
ſpeares ſämtliche Werke. Engliſcher
Text, berichtigt und erklärt. 1. Teil
a. u. d. T.: Shakespeares Hamlet,
Prince of Denmark,
1869. – Shake-
ſpeares Sonette; deutſch, 1870. –
Shakeſpeares dramat. Werke, überſ.
von A. W. Schlegel u. L. Tieck. Jllu-
ſtrierte Ausgabe mit Einleitungen u.
Anmerkungen von R. Goſche und B.
[Spaltenumbruch]

Tſch
Tſchiſchwitz, 1874. – Venus u. Adonis.
Ein epiſches Gedicht von W. Shake-
ſpeare; deutſch, nebſt Einleitung, 1875.
– Walter Scotts Romane. Jlluſtr.
Ausg., überſ., mit Einleitungen und
Anmerkungen; XII, 1876.

*Tſchörner, Alfred,

geb. 1854 in
Breslau als der Sohn eines Eiſen-
bahnzugführers, beſuchte erſt eine
katholiſche Volksſchule, dann die Real-
ſchule zum Heiligen Geiſt, mußte aber
wegen unzureichender Mittel der El-
tern im Herbſt 1868 die Schule ver-
laſſen u. als Kochlehrling in die fürſt-
liche Küche zu Pleß eintreten. Nach
vollendeter Lehrzeit kam er 1871 nach
Berlin zur Schwägerin des Fürſten,
der Baronin von der Decken, u. ging
ſpäter mit ihr nach ihrem Wohnſitz
Melkhof in Mecklenburg. Hier in der
Einſamkeit und Stille des Landgutes
benutzte T. ſeine Muße zum Studium
der Klaſſiker und wurde durch ſie zu
ſeinen erſten poetiſchen Verſuchen an-
geregt. Vom Frühjahr 1874 bis zum
Herbſt 1876 diente T. bei einem Ar-
tillerieregiment in Schwerin, war
dann als Koch in verſchiedenen Stel-
lungen in Pommern, Wien u. Schle-
ſien tätig, bis er im Herbſt 1881 in
den Dienſt des Grafen Dohna zu
Kotzenau trat, in dem er noch ſteht.
Als Mitglied der Schleſiſchen Dichter-
ſchule trat er mit deren Häuptern in
freundſchaftliche Beziehungen, die für
ſein dichteriſches Empfinden von gro-
ßem Einfluß waren.

S:

Feldblumen
(Ge.), 1899.

*Tſchudi, Nikolaus,

wurde am 5.
Mai 1844 am Fuße des Freiberg in
Schwanden, Kanton Glarus, als der
Sohn ſchlichter Landleute geboren u.
verlebte die erſten Jugendjahre mei-
ſtens bei ſeiner Großmutter, einer
Matrone, die durch ihr freundlich
ernſtes Weſen u. ihren religiöſen Sinn
großen Einfluß auf das Gemüt des
Knaben gewann u. zuerſt den poeti-
ſchen Keim in demſelben belebte. Nach-
dem Nikolaus mit gutem Erfolge die

* 15*
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[227/0231] Tſch Tſch 1898. – Ernſt u. Scherz fürs Kärnt- nerherz (Dn. in Kärtner Mdt.), 1898. – Der Kärntner „Lei Lei“ is macht luſtig und frei (Ge. in Kärntner Mdt.), 1906. Tſchertkoff, Alexander, Kollektiv- Pſeud. für Wilh. Scharrelmann und Johs. Wiegand. Tſchiſchwitz, Benno Johann Friedrich, geb. am 11. Februar 1828 zu Schweidnitz in Schleſien, ſtudierte von 1849–1852 in Halle Philologie, wirkte von 1854 als Lehrer an einem Handelsinſtitut u. an einer Töchter- ſchule in Bremen, wurde 1860 Lehrer an der Realſchule des Waiſenhauſes in Halle a. d. S. und, nachdem er ſich 1867 den Doktorgrad erworben, 1870 Oberlehrer an derſelben. Jm Jahre 1874 folgte er einem Rufe als Pro- feſſor am Politechnikum in Zürich, mußte aber infolge der Rolle, die er zur Ermittlung eines bei dem Drucke der von Arnimſchen Schrift pro nihilo beteiligten Setzerlehrlings geſpielt, dieſe Stelle aufgeben. Er ging nach Deutſchland zurück und erhielt hier (Oſtern 1877) eine Oberlehrerſtelle am Gymnaſium in Celle. Oſtern 1886 trat er in den Ruheſtand und ſiedelte nun nach Schleſien über, wo er erſt in Falkenberg u. danach in Schweid- nitz lebte. Hier ſtarb er im Herbſt 1890. S: Lieder eines Verbannten, 1859. – Der letzte der Jnka, oder: Franz Pizarros Tod (Tr.); 1868. – Agnes v. Meran (Tr.), 1874. – Das Sängerfeſt als Eheſtifter (Humorsk.), 1883. – Die Villa zur Waldeinſam- keit (Humorsk.), 1884. – Shakeſpeare- Forſchungen; III, 1868. – Shake- ſpeares ſämtliche Werke. Engliſcher Text, berichtigt und erklärt. 1. Teil a. u. d. T.: Shakespeares Hamlet, Prince of Denmark, 1869. – Shake- ſpeares Sonette; deutſch, 1870. – Shakeſpeares dramat. Werke, überſ. von A. W. Schlegel u. L. Tieck. Jllu- ſtrierte Ausgabe mit Einleitungen u. Anmerkungen von R. Goſche und B. Tſchiſchwitz, 1874. – Venus u. Adonis. Ein epiſches Gedicht von W. Shake- ſpeare; deutſch, nebſt Einleitung, 1875. – Walter Scotts Romane. Jlluſtr. Ausg., überſ., mit Einleitungen und Anmerkungen; XII, 1876. *Tſchörner, Alfred, geb. 1854 in Breslau als der Sohn eines Eiſen- bahnzugführers, beſuchte erſt eine katholiſche Volksſchule, dann die Real- ſchule zum Heiligen Geiſt, mußte aber wegen unzureichender Mittel der El- tern im Herbſt 1868 die Schule ver- laſſen u. als Kochlehrling in die fürſt- liche Küche zu Pleß eintreten. Nach vollendeter Lehrzeit kam er 1871 nach Berlin zur Schwägerin des Fürſten, der Baronin von der Decken, u. ging ſpäter mit ihr nach ihrem Wohnſitz Melkhof in Mecklenburg. Hier in der Einſamkeit und Stille des Landgutes benutzte T. ſeine Muße zum Studium der Klaſſiker und wurde durch ſie zu ſeinen erſten poetiſchen Verſuchen an- geregt. Vom Frühjahr 1874 bis zum Herbſt 1876 diente T. bei einem Ar- tillerieregiment in Schwerin, war dann als Koch in verſchiedenen Stel- lungen in Pommern, Wien u. Schle- ſien tätig, bis er im Herbſt 1881 in den Dienſt des Grafen Dohna zu Kotzenau trat, in dem er noch ſteht. Als Mitglied der Schleſiſchen Dichter- ſchule trat er mit deren Häuptern in freundſchaftliche Beziehungen, die für ſein dichteriſches Empfinden von gro- ßem Einfluß waren. S: Feldblumen (Ge.), 1899. *Tſchudi, Nikolaus, wurde am 5. Mai 1844 am Fuße des Freiberg in Schwanden, Kanton Glarus, als der Sohn ſchlichter Landleute geboren u. verlebte die erſten Jugendjahre mei- ſtens bei ſeiner Großmutter, einer Matrone, die durch ihr freundlich ernſtes Weſen u. ihren religiöſen Sinn großen Einfluß auf das Gemüt des Knaben gewann u. zuerſt den poeti- ſchen Keim in demſelben belebte. Nach- dem Nikolaus mit gutem Erfolge die * 15*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 227. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/231>, abgerufen am 23.03.2019.