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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Vogl
besuchte das Athenäum in Mastricht
und bezog dann die Universität Ley-
den, von der aus er 1830-31 mit an-
dern Studierenden als freiwilliger
Jäger den Feldzug gegen das abge-
fallene Belgien mitmachte. Jm Ok-
tober 1836 wurde er Pfarrer in dem
holländischen Dorfe Pains bei Fra-
neker, von wo er 1838 nach Oostwald
bei Gröningen kam, und seit dem 15.
März 1846 war er Pfarrer zu Hinte
u. Osterhusen in der Nähe von Em-
den in Ostfriesland. Jm Herbst 1878
trat er in den Ruhestand und am 6.
Februar 1885 starb er.

S:

Ermun-
terungstöne auf dem Wege zur Hei-
mat (Ge.), 1844. Neue Ausg. 1887.
- Kampf- und Siegeslieder, 1855.

Vogl, Johann Baptist,

* in Bam-
berg am 13. März 1818, kam 1838
nach München, um sich hier erst phi-
losophischen und schönwissenschaft-
lichen Studien und danach der Juris-
prudenz zu widmen. Nachdem er
1839-1842 seiner Militärpflicht in
Bamberg und Würzburg genügt,
kehrte er nach München zurück und
wurde hier Erzieher bei dem Grafen
Törring-Minucci. Nebenher wid-
mete er sich seinen dichterischen und
literarischen Neigungen und lieferte
namentlich zahlreiche Beiträge zu den
1844 gegründeten "Fliegenden Blät-
tern". Als dann 1848 die bayerische
Regierung die "Neue Münchener Zei-
tung" als politisches Organ begrün-
dete, wurde V. neben Dr. Joseph
Haller in die Redaktion berufen,
welche die beiden bis 1855 in achtens-
werter Weise führten. 1860 trat V.
dann an die Spitze der "Bayerischen
Zeitung", die seit 1862 als offizielles
Organ galt, starb aber schon am 12.
April 1866.

S:

Gedichte, 1866.

Vogl, Johann Nepomuk,

geb. zu
Wien am 7. Februar 1802, war der
Sohn eines wohlhabenden Kauf-
manns und verriet frühzeitig einen
regen Sinn für bildende Kunst; doch
fand diese künstlerische Neigung bei
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Vogl
dem Vater wenig Förderung, der
ihn am liebsten auch für den Kauf-
mannsstand bestimmt hätte. Doch
gab er endlich nach, daß der Sohn
die Laufbahn eines Beamten ein-
schlagen dürfe. Durch Verwendung
des Landmarschalls Grafen Cavriani
wurde dann V. nach zurückgelegten
Studien, kaum 17 Jahre zählend, als
Beamter bei den niederösterreichi-
schen Landständen angestellt, in deren
Dienste er bis 1859 verblieb. Noch
Jüngling, fand er in Duller, Stelz-
hamer, Vincenz Weber, Schumacher,
Bauernfeld, J. G. Seidl, Feuchtersle-
ben, Kussner, Deinhardstein, E. Veith,
Schön u. andern gleichgestimmte Ge-
nossen, und ein kürzeres oder länge-
res Zusammenleben mit ihnen trug
bedeutend dazu bei, ihn in seinen
poetischen Bestrebungen zu bestär-
ken. Ein öfterer Aufenthalt in der
Heimat seiner Mutter u. in Ungarns
verschiedenen Komitaten, vorzugs-
weise an den Ufern des Neusiedler
Sees, sowie häufige Fußreisen durch
die Monarchie und die Nachbarländer,
wozu er jährlich seine Ferienzeit be-
nutzte, waren geeignet, seine Phan-
tasie zu kräftigen, ihn mit neuen An-
schauungen zu bereichern u. ihm seine
Lebensfrische zu bewahren. Er gab
heraus: "Österreichisches Wunder-
horn. Taschenbuch der Balladen,
Romanzen, Sagen usw." (1834) -
"Frauenlob" Taschenbuch (1835-38)
- "Minstrel. Taschenbuch erzählender
Dichtungen" (1836) - "Thalia. Ta-
schenbuch" (1843-52) - "Österreichi-
scher Volkskalender" (1845-66) -
"Soldatenkalender" (1850-53) - Po-
litisch-humoristisch-satirischer Jä-
gerkalender" (1862-1863) - Ferdi-
nand Raimunds sämtliche Werke (IV,
1837-38) und redigierte 1841 bis
1848 das "Österreichische Morgen-
blatt". Für seine zahlreichen Dich-
tungen, von denen viele von nam-
haften Komponisten vertont wurden,
verlieh ihm die Universität Jena

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Vogl
beſuchte das Athenäum in Maſtricht
und bezog dann die Univerſität Ley-
den, von der aus er 1830–31 mit an-
dern Studierenden als freiwilliger
Jäger den Feldzug gegen das abge-
fallene Belgien mitmachte. Jm Ok-
tober 1836 wurde er Pfarrer in dem
holländiſchen Dorfe Pains bei Fra-
neker, von wo er 1838 nach Ooſtwald
bei Gröningen kam, und ſeit dem 15.
März 1846 war er Pfarrer zu Hinte
u. Oſterhuſen in der Nähe von Em-
den in Oſtfriesland. Jm Herbſt 1878
trat er in den Ruheſtand und am 6.
Februar 1885 ſtarb er.

S:

Ermun-
terungstöne auf dem Wege zur Hei-
mat (Ge.), 1844. Neue Ausg. 1887.
– Kampf- und Siegeslieder, 1855.

Vogl, Johann Baptiſt,

* in Bam-
berg am 13. März 1818, kam 1838
nach München, um ſich hier erſt phi-
loſophiſchen und ſchönwiſſenſchaft-
lichen Studien und danach der Juris-
prudenz zu widmen. Nachdem er
1839–1842 ſeiner Militärpflicht in
Bamberg und Würzburg genügt,
kehrte er nach München zurück und
wurde hier Erzieher bei dem Grafen
Törring-Minucci. Nebenher wid-
mete er ſich ſeinen dichteriſchen und
literariſchen Neigungen und lieferte
namentlich zahlreiche Beiträge zu den
1844 gegründeten „Fliegenden Blät-
tern“. Als dann 1848 die bayeriſche
Regierung die „Neue Münchener Zei-
tung“ als politiſches Organ begrün-
dete, wurde V. neben Dr. Joſeph
Haller in die Redaktion berufen,
welche die beiden bis 1855 in achtens-
werter Weiſe führten. 1860 trat V.
dann an die Spitze der „Bayeriſchen
Zeitung“, die ſeit 1862 als offizielles
Organ galt, ſtarb aber ſchon am 12.
April 1866.

S:

Gedichte, 1866.

Vogl, Johann Nepomuk,

geb. zu
Wien am 7. Februar 1802, war der
Sohn eines wohlhabenden Kauf-
manns und verriet frühzeitig einen
regen Sinn für bildende Kunſt; doch
fand dieſe künſtleriſche Neigung bei
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Vogl
dem Vater wenig Förderung, der
ihn am liebſten auch für den Kauf-
mannsſtand beſtimmt hätte. Doch
gab er endlich nach, daß der Sohn
die Laufbahn eines Beamten ein-
ſchlagen dürfe. Durch Verwendung
des Landmarſchalls Grafen Cavriani
wurde dann V. nach zurückgelegten
Studien, kaum 17 Jahre zählend, als
Beamter bei den niederöſterreichi-
ſchen Landſtänden angeſtellt, in deren
Dienſte er bis 1859 verblieb. Noch
Jüngling, fand er in Duller, Stelz-
hamer, Vincenz Weber, Schumacher,
Bauernfeld, J. G. Seidl, Feuchtersle-
ben, Kuſſner, Deinhardſtein, E. Veith,
Schön u. andern gleichgeſtimmte Ge-
noſſen, und ein kürzeres oder länge-
res Zuſammenleben mit ihnen trug
bedeutend dazu bei, ihn in ſeinen
poetiſchen Beſtrebungen zu beſtär-
ken. Ein öfterer Aufenthalt in der
Heimat ſeiner Mutter u. in Ungarns
verſchiedenen Komitaten, vorzugs-
weiſe an den Ufern des Neuſiedler
Sees, ſowie häufige Fußreiſen durch
die Monarchie und die Nachbarländer,
wozu er jährlich ſeine Ferienzeit be-
nutzte, waren geeignet, ſeine Phan-
taſie zu kräftigen, ihn mit neuen An-
ſchauungen zu bereichern u. ihm ſeine
Lebensfriſche zu bewahren. Er gab
heraus: „Öſterreichiſches Wunder-
horn. Taſchenbuch der Balladen,
Romanzen, Sagen uſw.“ (1834) –
„Frauenlob“ Taſchenbuch (1835–38)
– „Minſtrel. Taſchenbuch erzählender
Dichtungen“ (1836) – „Thalia. Ta-
ſchenbuch“ (1843–52) – „Öſterreichi-
ſcher Volkskalender“ (1845–66) –
„Soldatenkalender“ (1850–53) – Po-
litiſch-humoriſtiſch-ſatiriſcher Jä-
gerkalender“ (1862–1863) – Ferdi-
nand Raimunds ſämtliche Werke (IV,
1837–38) und redigierte 1841 bis
1848 das „Öſterreichiſche Morgen-
blatt“. Für ſeine zahlreichen Dich-
tungen, von denen viele von nam-
haften Komponiſten vertont wurden,
verlieh ihm die Univerſität Jena

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[272/0276] Vogl Vogl beſuchte das Athenäum in Maſtricht und bezog dann die Univerſität Ley- den, von der aus er 1830–31 mit an- dern Studierenden als freiwilliger Jäger den Feldzug gegen das abge- fallene Belgien mitmachte. Jm Ok- tober 1836 wurde er Pfarrer in dem holländiſchen Dorfe Pains bei Fra- neker, von wo er 1838 nach Ooſtwald bei Gröningen kam, und ſeit dem 15. März 1846 war er Pfarrer zu Hinte u. Oſterhuſen in der Nähe von Em- den in Oſtfriesland. Jm Herbſt 1878 trat er in den Ruheſtand und am 6. Februar 1885 ſtarb er. S: Ermun- terungstöne auf dem Wege zur Hei- mat (Ge.), 1844. Neue Ausg. 1887. – Kampf- und Siegeslieder, 1855. Vogl, Johann Baptiſt, * in Bam- berg am 13. März 1818, kam 1838 nach München, um ſich hier erſt phi- loſophiſchen und ſchönwiſſenſchaft- lichen Studien und danach der Juris- prudenz zu widmen. Nachdem er 1839–1842 ſeiner Militärpflicht in Bamberg und Würzburg genügt, kehrte er nach München zurück und wurde hier Erzieher bei dem Grafen Törring-Minucci. Nebenher wid- mete er ſich ſeinen dichteriſchen und literariſchen Neigungen und lieferte namentlich zahlreiche Beiträge zu den 1844 gegründeten „Fliegenden Blät- tern“. Als dann 1848 die bayeriſche Regierung die „Neue Münchener Zei- tung“ als politiſches Organ begrün- dete, wurde V. neben Dr. Joſeph Haller in die Redaktion berufen, welche die beiden bis 1855 in achtens- werter Weiſe führten. 1860 trat V. dann an die Spitze der „Bayeriſchen Zeitung“, die ſeit 1862 als offizielles Organ galt, ſtarb aber ſchon am 12. April 1866. S: Gedichte, 1866. Vogl, Johann Nepomuk, geb. zu Wien am 7. Februar 1802, war der Sohn eines wohlhabenden Kauf- manns und verriet frühzeitig einen regen Sinn für bildende Kunſt; doch fand dieſe künſtleriſche Neigung bei dem Vater wenig Förderung, der ihn am liebſten auch für den Kauf- mannsſtand beſtimmt hätte. Doch gab er endlich nach, daß der Sohn die Laufbahn eines Beamten ein- ſchlagen dürfe. Durch Verwendung des Landmarſchalls Grafen Cavriani wurde dann V. nach zurückgelegten Studien, kaum 17 Jahre zählend, als Beamter bei den niederöſterreichi- ſchen Landſtänden angeſtellt, in deren Dienſte er bis 1859 verblieb. Noch Jüngling, fand er in Duller, Stelz- hamer, Vincenz Weber, Schumacher, Bauernfeld, J. G. Seidl, Feuchtersle- ben, Kuſſner, Deinhardſtein, E. Veith, Schön u. andern gleichgeſtimmte Ge- noſſen, und ein kürzeres oder länge- res Zuſammenleben mit ihnen trug bedeutend dazu bei, ihn in ſeinen poetiſchen Beſtrebungen zu beſtär- ken. Ein öfterer Aufenthalt in der Heimat ſeiner Mutter u. in Ungarns verſchiedenen Komitaten, vorzugs- weiſe an den Ufern des Neuſiedler Sees, ſowie häufige Fußreiſen durch die Monarchie und die Nachbarländer, wozu er jährlich ſeine Ferienzeit be- nutzte, waren geeignet, ſeine Phan- taſie zu kräftigen, ihn mit neuen An- ſchauungen zu bereichern u. ihm ſeine Lebensfriſche zu bewahren. Er gab heraus: „Öſterreichiſches Wunder- horn. Taſchenbuch der Balladen, Romanzen, Sagen uſw.“ (1834) – „Frauenlob“ Taſchenbuch (1835–38) – „Minſtrel. Taſchenbuch erzählender Dichtungen“ (1836) – „Thalia. Ta- ſchenbuch“ (1843–52) – „Öſterreichi- ſcher Volkskalender“ (1845–66) – „Soldatenkalender“ (1850–53) – Po- litiſch-humoriſtiſch-ſatiriſcher Jä- gerkalender“ (1862–1863) – Ferdi- nand Raimunds ſämtliche Werke (IV, 1837–38) und redigierte 1841 bis 1848 das „Öſterreichiſche Morgen- blatt“. Für ſeine zahlreichen Dich- tungen, von denen viele von nam- haften Komponiſten vertont wurden, verlieh ihm die Univerſität Jena *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 272. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/276>, abgerufen am 21.03.2019.