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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wal
u. a. O. einrichtete. Jn Berlin be-
teiligte er sich auch an der Gründung
des Vereins "Urheberschutz", dessen
Vorsitzender er ward. W. ist beson-
ders hervorragend in wirtschaftlichen
und finanziellen Fragen u. gilt hier
als Autorität. Er ist Mitglied fast
aller journalistischen und schriftstelle-
rischen größeren Vereinigungen und
als volkswirtschaftlicher Schriftsteller
Mitarbeiter an größeren Journalen
in allen Ländern Europas.

S:

Vater
und Sohn (Schsp.), 1876. - Das
Testament (P.), 1878. - Ein Freund-
schaftsdienst (Schsp.), 1879. - Fremde
Sünden (Lsp.), 1880. - Ein höflicher
Ehemann (Lsp.), 1882. - Der Ehe-
stifter (Schsp.), 1885. - Eine schreck-
liche Fahrt u. andere Novellen, 1892.
2. A. u. d. T.: Humoristische Novellen,
1894.

Waldberg, Walther von,

Pseu-
don. für Johannes Mayrhofer;
s. d.!

Waldbrühl, Wilhelm von,

Pseud.
für Florentin von Zuccal-
maglio
; s. d.!

Waldburg, S.,

Pseudon. für
Waldburg-Syrgenstein, So-
phie Gräfin von, wurde am 4. Juni
1857 in Reichenburg in Steiermark
als die älteste Tochter des Fürsten
Eberhard II. von Waldburg-Zeil-
Wurzach geboren und erhielt ihre Er-
ziehung teils in Österreich, teils in
Oberschwaben. Als Mädchen machte
sie mit ihrem Oheim Moritz v. Ebner-
Eschenbach (s. d.!) große Reisen, die
sie nach Griechenland, Jtalien, Eng-
land, Schottland und Jsland führ-
ten. Jm Jahre 1882 vermählte sie
sich mit ihrem Vetter, dem württem-
bergischen Major a. D., Grafen Karl
von Waldburg-Zeil-Trauchberg, und
erwarb noch in demselben Jahre das
Schloßgut Syrgenstein im bayrischen
Allgäu, nach welchem sich nunmehr
die Familie nannte. Sophie W. wurde
schon 1890 Witwe und lebt seitdem
in der Einsamkeit auf Schloß Syr-
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Wal
genstein. Jhre Tante, die bekannte
Schriftstellerin Marie von Ebner-
Eschenbach, hatte auf die Entwicklung
des poetischen Talents großen Ein-
fluß. Bekannt u. fast populär wurde
Sophie W. durch ihr vaterländisches
Gedicht "Wir sind bereit!", das durch
Bismarcks denkwürdige Reichstags-
rede im Jahre 1888 veranlaßt ward

S:

Daheim und unterwegs (Ge.)
1888. - Erschautes und Erdachtes
(Ge.), 1904.

Waldburg-Zeil-Trauchberg,
Georg Ferdinand Graf von,

wurde
am 8. Jan. 1823 auf dem Schlosse
Zeil in Württemberg geboren und,
als Sohn streng katholischer Eltern,
schon frühzeitig zur Erziehung und
weiteren Ausbildung den Jesuiten zu
Freiburg in der Schweiz übergeben.
Als 17jähriger Jüngling trat er zu
Brigg ins Noviziat und wurde dann
zur Fortsetzung seiner Studien nach
Rom geschickt. Schon im Jahre 1848
wurde er hier zum Priester geweiht,
mußte dann infolge der Revolution
aus Rom flüchten und kam in ärm-
licher Kleidung auf Schloß Zeil an,
wo er seine erste Messe las. Mit dem
Jahre 1851 begann sein öffentliches
Auftreten u. seine apostolische Wirk-
samkeit, die er mit großem Eifer be-
sonders im Schwabenlande entfal-
tete. Er starb zu Regensburg am 14.
August 1866.

S:

Gedichte, 1857.

Waldburg-Zeil, Ludwine Grä-
fin,

pseud. L. von Neidegg, wurde
am 10. Novbr. 1837 als die Tochter
eines Freiherrn von Hruby und
Geleny
in Prag geboren und ver-
mählte sich am 30. Septbr. 1863 mit
Sr. Erlaucht dem Grafen Konstantin
von W. Jhr Dasein bewegte sich
zwischen Arbeit, Gottesdienst und
Werken der Barmherzigkeit; immer
war es getragen von treuer, uner-
müdlicher Erfüllung ihrer Berufs-
oder vielmehr Standespflichten. Ne-
ben der genauen Führung ihres Haus-
wesens, neben einer ausgedehnten

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Wal
u. a. O. einrichtete. Jn Berlin be-
teiligte er ſich auch an der Gründung
des Vereins „Urheberſchutz“, deſſen
Vorſitzender er ward. W. iſt beſon-
ders hervorragend in wirtſchaftlichen
und finanziellen Fragen u. gilt hier
als Autorität. Er iſt Mitglied faſt
aller journaliſtiſchen und ſchriftſtelle-
riſchen größeren Vereinigungen und
als volkswirtſchaftlicher Schriftſteller
Mitarbeiter an größeren Journalen
in allen Ländern Europas.

S:

Vater
und Sohn (Schſp.), 1876. – Das
Teſtament (P.), 1878. – Ein Freund-
ſchaftsdienſt (Schſp.), 1879. – Fremde
Sünden (Lſp.), 1880. – Ein höflicher
Ehemann (Lſp.), 1882. – Der Ehe-
ſtifter (Schſp.), 1885. – Eine ſchreck-
liche Fahrt u. andere Novellen, 1892.
2. A. u. d. T.: Humoriſtiſche Novellen,
1894.

Waldberg, Walther von,

Pſeu-
don. für Johannes Mayrhofer;
ſ. d.!

Waldbrühl, Wilhelm von,

Pſeud.
für Florentin von Zuccal-
maglio
; ſ. d.!

Waldburg, S.,

Pſeudon. für
Waldburg-Syrgenſtein, So-
phie Gräfin von, wurde am 4. Juni
1857 in Reichenburg in Steiermark
als die älteſte Tochter des Fürſten
Eberhard II. von Waldburg-Zeil-
Wurzach geboren und erhielt ihre Er-
ziehung teils in Öſterreich, teils in
Oberſchwaben. Als Mädchen machte
ſie mit ihrem Oheim Moritz v. Ebner-
Eſchenbach (ſ. d.!) große Reiſen, die
ſie nach Griechenland, Jtalien, Eng-
land, Schottland und Jsland führ-
ten. Jm Jahre 1882 vermählte ſie
ſich mit ihrem Vetter, dem württem-
bergiſchen Major a. D., Grafen Karl
von Waldburg-Zeil-Trauchberg, und
erwarb noch in demſelben Jahre das
Schloßgut Syrgenſtein im bayriſchen
Allgäu, nach welchem ſich nunmehr
die Familie nannte. Sophie W. wurde
ſchon 1890 Witwe und lebt ſeitdem
in der Einſamkeit auf Schloß Syr-
[Spaltenumbruch]

Wal
genſtein. Jhre Tante, die bekannte
Schriftſtellerin Marie von Ebner-
Eſchenbach, hatte auf die Entwicklung
des poetiſchen Talents großen Ein-
fluß. Bekannt u. faſt populär wurde
Sophie W. durch ihr vaterländiſches
Gedicht „Wir ſind bereit!“, das durch
Bismarcks denkwürdige Reichstags-
rede im Jahre 1888 veranlaßt ward

S:

Daheim und unterwegs (Ge.)
1888. – Erſchautes und Erdachtes
(Ge.), 1904.

Waldburg-Zeil-Trauchberg,
Georg Ferdinand Graf von,

wurde
am 8. Jan. 1823 auf dem Schloſſe
Zeil in Württemberg geboren und,
als Sohn ſtreng katholiſcher Eltern,
ſchon frühzeitig zur Erziehung und
weiteren Ausbildung den Jeſuiten zu
Freiburg in der Schweiz übergeben.
Als 17jähriger Jüngling trat er zu
Brigg ins Noviziat und wurde dann
zur Fortſetzung ſeiner Studien nach
Rom geſchickt. Schon im Jahre 1848
wurde er hier zum Prieſter geweiht,
mußte dann infolge der Revolution
aus Rom flüchten und kam in ärm-
licher Kleidung auf Schloß Zeil an,
wo er ſeine erſte Meſſe las. Mit dem
Jahre 1851 begann ſein öffentliches
Auftreten u. ſeine apoſtoliſche Wirk-
ſamkeit, die er mit großem Eifer be-
ſonders im Schwabenlande entfal-
tete. Er ſtarb zu Regensburg am 14.
Auguſt 1866.

S:

Gedichte, 1857.

Waldburg-Zeil, Ludwine Grä-
fin,

pſeud. L. von Neidegg, wurde
am 10. Novbr. 1837 als die Tochter
eines Freiherrn von Hruby und
Gelény
in Prag geboren und ver-
mählte ſich am 30. Septbr. 1863 mit
Sr. Erlaucht dem Grafen Konſtantin
von W. Jhr Daſein bewegte ſich
zwiſchen Arbeit, Gottesdienſt und
Werken der Barmherzigkeit; immer
war es getragen von treuer, uner-
müdlicher Erfüllung ihrer Berufs-
oder vielmehr Standespflichten. Ne-
ben der genauen Führung ihres Haus-
weſens, neben einer ausgedehnten

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[310/0314] Wal Wal u. a. O. einrichtete. Jn Berlin be- teiligte er ſich auch an der Gründung des Vereins „Urheberſchutz“, deſſen Vorſitzender er ward. W. iſt beſon- ders hervorragend in wirtſchaftlichen und finanziellen Fragen u. gilt hier als Autorität. Er iſt Mitglied faſt aller journaliſtiſchen und ſchriftſtelle- riſchen größeren Vereinigungen und als volkswirtſchaftlicher Schriftſteller Mitarbeiter an größeren Journalen in allen Ländern Europas. S: Vater und Sohn (Schſp.), 1876. – Das Teſtament (P.), 1878. – Ein Freund- ſchaftsdienſt (Schſp.), 1879. – Fremde Sünden (Lſp.), 1880. – Ein höflicher Ehemann (Lſp.), 1882. – Der Ehe- ſtifter (Schſp.), 1885. – Eine ſchreck- liche Fahrt u. andere Novellen, 1892. 2. A. u. d. T.: Humoriſtiſche Novellen, 1894. Waldberg, Walther von, Pſeu- don. für Johannes Mayrhofer; ſ. d.! Waldbrühl, Wilhelm von, Pſeud. für Florentin von Zuccal- maglio; ſ. d.! Waldburg, S., Pſeudon. für Waldburg-Syrgenſtein, So- phie Gräfin von, wurde am 4. Juni 1857 in Reichenburg in Steiermark als die älteſte Tochter des Fürſten Eberhard II. von Waldburg-Zeil- Wurzach geboren und erhielt ihre Er- ziehung teils in Öſterreich, teils in Oberſchwaben. Als Mädchen machte ſie mit ihrem Oheim Moritz v. Ebner- Eſchenbach (ſ. d.!) große Reiſen, die ſie nach Griechenland, Jtalien, Eng- land, Schottland und Jsland führ- ten. Jm Jahre 1882 vermählte ſie ſich mit ihrem Vetter, dem württem- bergiſchen Major a. D., Grafen Karl von Waldburg-Zeil-Trauchberg, und erwarb noch in demſelben Jahre das Schloßgut Syrgenſtein im bayriſchen Allgäu, nach welchem ſich nunmehr die Familie nannte. Sophie W. wurde ſchon 1890 Witwe und lebt ſeitdem in der Einſamkeit auf Schloß Syr- genſtein. Jhre Tante, die bekannte Schriftſtellerin Marie von Ebner- Eſchenbach, hatte auf die Entwicklung des poetiſchen Talents großen Ein- fluß. Bekannt u. faſt populär wurde Sophie W. durch ihr vaterländiſches Gedicht „Wir ſind bereit!“, das durch Bismarcks denkwürdige Reichstags- rede im Jahre 1888 veranlaßt ward S: Daheim und unterwegs (Ge.) 1888. – Erſchautes und Erdachtes (Ge.), 1904. Waldburg-Zeil-Trauchberg, Georg Ferdinand Graf von, wurde am 8. Jan. 1823 auf dem Schloſſe Zeil in Württemberg geboren und, als Sohn ſtreng katholiſcher Eltern, ſchon frühzeitig zur Erziehung und weiteren Ausbildung den Jeſuiten zu Freiburg in der Schweiz übergeben. Als 17jähriger Jüngling trat er zu Brigg ins Noviziat und wurde dann zur Fortſetzung ſeiner Studien nach Rom geſchickt. Schon im Jahre 1848 wurde er hier zum Prieſter geweiht, mußte dann infolge der Revolution aus Rom flüchten und kam in ärm- licher Kleidung auf Schloß Zeil an, wo er ſeine erſte Meſſe las. Mit dem Jahre 1851 begann ſein öffentliches Auftreten u. ſeine apoſtoliſche Wirk- ſamkeit, die er mit großem Eifer be- ſonders im Schwabenlande entfal- tete. Er ſtarb zu Regensburg am 14. Auguſt 1866. S: Gedichte, 1857. Waldburg-Zeil, Ludwine Grä- fin, pſeud. L. von Neidegg, wurde am 10. Novbr. 1837 als die Tochter eines Freiherrn von Hruby und Gelény in Prag geboren und ver- mählte ſich am 30. Septbr. 1863 mit Sr. Erlaucht dem Grafen Konſtantin von W. Jhr Daſein bewegte ſich zwiſchen Arbeit, Gottesdienſt und Werken der Barmherzigkeit; immer war es getragen von treuer, uner- müdlicher Erfüllung ihrer Berufs- oder vielmehr Standespflichten. Ne- ben der genauen Führung ihres Haus- weſens, neben einer ausgedehnten *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 310. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/314>, abgerufen am 20.03.2019.