Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Web
schichtliche Studien zu betreiben. Nach
Vollendung seiner Fachstudien und
des praktischen Vorbereitungsdienstes
machte er 1870-71 den Feldzug gegen
Frankreich mit u. trat nach der Heim-
kehr in den Staatsdienst. Er war
an verschiedenen bayerischen Orten
in Tätigkeit und wirkte zuletzt als
Oberamtsrichter in München, bis er
1903 in den Ruhestand trat. Er lebt
noch jetzt als technischer Beirat der
akademischen Kommission für Erfor-
schung der Urgeschichte Bayerns in
München und wurde wegen seiner er-
sprießlichen Tätigkeit auf diesem Ge-
biet 1906 von der Universität Mün-
chen zum Ehrendoktor der Philosophie
ernannt.

S:

Minnesinger (Übertra-
gen), 1889. - Lieder und Bilder (Ge.),
1889. - Aus grauer Vorzeit (6 ep.
Ge), 1894. - Vom Webstuhl der Zeit
(Vier Prosadichtungen aus deutscher
Vergangenheit), 1898.

*Weber, Friedrich Percy,

Sohn
des Historikers Georg W., wurde am
20. Dez. 1844 zu Heidelberg geboren,
besuchte das dortige Gymnasium und
studierte dann in Heidelberg, Göt-
tingen u. Bonn Philologie, Geschichte
und Staatswissenschaften. Nachdem
er sein Examen als Oberlehrer absol-
viert und zum Dr. phil. promoviert,
ging er 1872 nach Berlin, wo er als
Redakteur und Schriftsteller lebte u.
am 19. Januar 1895 starb.

S:

Jm
Pfalzgrafenschloß (E.), 1886. - Fri-
dolin (E.), 1887. - Alte Geschichten
(Hist. Nn.), 1889. Neue Folge: Jm
Odenwald und Neckartal, 1892.

*Weber, Friedrich Wilhelm,

wurde
am 25. (u. a. am 26.) Dezbr. 1813
(nicht 1817) zu Alhausen in Westfalen
als der Sohn eines Försters geboren,
erhielt seinen ersten Unterrricht in
der Dorfschule seines Geburtsortes,
besuchte später das Gymnasium zu
Paderborn und konnte sich nur unter
vielen materiellen Entbehrungen eine
Bildung aneignen, die für die er-
strebte Zukunft nötig war. Jm Jahre
[Spaltenumbruch]

Web
1833 bezog W. die Universität Greifs-
wald, wo er zwei Jahre lang Philo-
logie, auch orientalische, studierte,
dann aber zur Medizin überging, der
er sich auch in Breslau u. dann noch-
mals in Greifswald widmete. Hier
promovierte er im Dezember 1838
und begab sich darauf, auf der Reise
längere Zeit in Halle und Prag ver-
weilend, zu weiteren praktischen Stu-
dien nach Wien. Die ganze Reise
machte er zu Fuße; auf gleiche Weise
besuchte er Triest, Venedig, Rom,
Neapel, u. ging dann über Marseille
und Lyon nach Paris. Nachdem W.
in Berlin sein Staatsexamen abge-
legt, ließ er sich 1842 als praktischer
Arzt in dem Kurorte Driburg bei
Paderborn nieder, wo er rasch eine
ausgedehnte Praxis gewann. Da-
neben versah er seit 1856 auch wäh-
rend der Badesaison die Funktionen
eines Badearztes in Lippspringe, doch
mußte er aus Gesundheitsrücksichten
wegen Überanstrengung nach neun
Jahren diesen Wirkungskreis auf-
geben. Er zog im Frühling 1867 nach
Thienhausen bei Steinheim, wo ihm
der Freiherr Guido v. Haxthausen
sein dortiges Schloß einräumte, das
W. 20 Jahre lang bewohnte. Dann
(1887) siedelte er nach Nieheim bei
Höxter über, und hier ist er, seit 1891
Geh. Sanitätsrat, am 5. April 1894
gestorben. Seit 1861 gehörte er 30
Jahre lang dem preußischen Landtage
als Abgeordneter an und hielt hier
zur Partei des Zentrums. Jm Jahre
1880 hatte ihm die Universität Mün-
ster das Ehrendiplom eines Dr. phil.
verliehen.

S:

Dreizehnlinden (Epi-
sches G.), 1878. 100. Aufl. 1901. -
Gedichte, 1881. 15. A. 1892. - Ma-
rienblumen (Ge.), 1892. 4. A. 1905.
- Goliath (D.), 1892. - Deklama-
tionen und Lieder zu der Dreizehn-
linden-Aufführung (Festsp. in 7 Bil-
dern, Musik von M. v. Arndts), 1893.
- Herbstblätter (Nachgelassene Ge.),
1895. - A. Tennysons Aylmers Field

* 22*


[Spaltenumbruch]

Web
ſchichtliche Studien zu betreiben. Nach
Vollendung ſeiner Fachſtudien und
des praktiſchen Vorbereitungsdienſtes
machte er 1870–71 den Feldzug gegen
Frankreich mit u. trat nach der Heim-
kehr in den Staatsdienſt. Er war
an verſchiedenen bayeriſchen Orten
in Tätigkeit und wirkte zuletzt als
Oberamtsrichter in München, bis er
1903 in den Ruheſtand trat. Er lebt
noch jetzt als techniſcher Beirat der
akademiſchen Kommiſſion für Erfor-
ſchung der Urgeſchichte Bayerns in
München und wurde wegen ſeiner er-
ſprießlichen Tätigkeit auf dieſem Ge-
biet 1906 von der Univerſität Mün-
chen zum Ehrendoktor der Philoſophie
ernannt.

S:

Minneſinger (Übertra-
gen), 1889. – Lieder und Bilder (Ge.),
1889. – Aus grauer Vorzeit (6 ep.
Ge), 1894. – Vom Webſtuhl der Zeit
(Vier Proſadichtungen aus deutſcher
Vergangenheit), 1898.

*Weber, Friedrich Percy,

Sohn
des Hiſtorikers Georg W., wurde am
20. Dez. 1844 zu Heidelberg geboren,
beſuchte das dortige Gymnaſium und
ſtudierte dann in Heidelberg, Göt-
tingen u. Bonn Philologie, Geſchichte
und Staatswiſſenſchaften. Nachdem
er ſein Examen als Oberlehrer abſol-
viert und zum Dr. phil. promoviert,
ging er 1872 nach Berlin, wo er als
Redakteur und Schriftſteller lebte u.
am 19. Januar 1895 ſtarb.

S:

Jm
Pfalzgrafenſchloß (E.), 1886. – Fri-
dolin (E.), 1887. – Alte Geſchichten
(Hiſt. Nn.), 1889. Neue Folge: Jm
Odenwald und Neckartal, 1892.

*Weber, Friedrich Wilhelm,

wurde
am 25. (u. a. am 26.) Dezbr. 1813
(nicht 1817) zu Alhauſen in Weſtfalen
als der Sohn eines Förſters geboren,
erhielt ſeinen erſten Unterrricht in
der Dorfſchule ſeines Geburtsortes,
beſuchte ſpäter das Gymnaſium zu
Paderborn und konnte ſich nur unter
vielen materiellen Entbehrungen eine
Bildung aneignen, die für die er-
ſtrebte Zukunft nötig war. Jm Jahre
[Spaltenumbruch]

Web
1833 bezog W. die Univerſität Greifs-
wald, wo er zwei Jahre lang Philo-
logie, auch orientaliſche, ſtudierte,
dann aber zur Medizin überging, der
er ſich auch in Breslau u. dann noch-
mals in Greifswald widmete. Hier
promovierte er im Dezember 1838
und begab ſich darauf, auf der Reiſe
längere Zeit in Halle und Prag ver-
weilend, zu weiteren praktiſchen Stu-
dien nach Wien. Die ganze Reiſe
machte er zu Fuße; auf gleiche Weiſe
beſuchte er Trieſt, Venedig, Rom,
Neapel, u. ging dann über Marſeille
und Lyon nach Paris. Nachdem W.
in Berlin ſein Staatsexamen abge-
legt, ließ er ſich 1842 als praktiſcher
Arzt in dem Kurorte Driburg bei
Paderborn nieder, wo er raſch eine
ausgedehnte Praxis gewann. Da-
neben verſah er ſeit 1856 auch wäh-
rend der Badeſaiſon die Funktionen
eines Badearztes in Lippſpringe, doch
mußte er aus Geſundheitsrückſichten
wegen Überanſtrengung nach neun
Jahren dieſen Wirkungskreis auf-
geben. Er zog im Frühling 1867 nach
Thienhauſen bei Steinheim, wo ihm
der Freiherr Guido v. Haxthauſen
ſein dortiges Schloß einräumte, das
W. 20 Jahre lang bewohnte. Dann
(1887) ſiedelte er nach Nieheim bei
Höxter über, und hier iſt er, ſeit 1891
Geh. Sanitätsrat, am 5. April 1894
geſtorben. Seit 1861 gehörte er 30
Jahre lang dem preußiſchen Landtage
als Abgeordneter an und hielt hier
zur Partei des Zentrums. Jm Jahre
1880 hatte ihm die Univerſität Mün-
ſter das Ehrendiplom eines Dr. phil.
verliehen.

S:

Dreizehnlinden (Epi-
ſches G.), 1878. 100. Aufl. 1901. –
Gedichte, 1881. 15. A. 1892. – Ma-
rienblumen (Ge.), 1892. 4. A. 1905.
– Goliath (D.), 1892. – Deklama-
tionen und Lieder zu der Dreizehn-
linden-Aufführung (Feſtſp. in 7 Bil-
dern, Muſik von M. v. Arndts), 1893.
– Herbſtblätter (Nachgelaſſene Ge.),
1895. – A. Tennyſons Aylmers Field

* 22*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0343" n="339"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Web</hi></fw><lb/>
&#x017F;chichtliche Studien zu betreiben. Nach<lb/>
Vollendung &#x017F;einer Fach&#x017F;tudien und<lb/>
des prakti&#x017F;chen Vorbereitungsdien&#x017F;tes<lb/>
machte er 1870&#x2013;71 den Feldzug gegen<lb/>
Frankreich mit u. trat nach der Heim-<lb/>
kehr in den Staatsdien&#x017F;t. Er war<lb/>
an ver&#x017F;chiedenen bayeri&#x017F;chen Orten<lb/>
in Tätigkeit und wirkte zuletzt als<lb/>
Oberamtsrichter in München, bis er<lb/>
1903 in den Ruhe&#x017F;tand trat. Er lebt<lb/>
noch jetzt als techni&#x017F;cher Beirat der<lb/>
akademi&#x017F;chen Kommi&#x017F;&#x017F;ion für Erfor-<lb/>
&#x017F;chung der Urge&#x017F;chichte Bayerns in<lb/>
München und wurde wegen &#x017F;einer er-<lb/>
&#x017F;prießlichen Tätigkeit auf die&#x017F;em Ge-<lb/>
biet 1906 von der Univer&#x017F;ität Mün-<lb/>
chen zum Ehrendoktor der Philo&#x017F;ophie<lb/>
ernannt. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Minne&#x017F;inger (Übertra-<lb/>
gen), 1889. &#x2013; Lieder und Bilder (Ge.),<lb/>
1889. &#x2013; Aus grauer Vorzeit (6 ep.<lb/>
Ge), 1894. &#x2013; Vom Web&#x017F;tuhl der Zeit<lb/>
(Vier Pro&#x017F;adichtungen aus deut&#x017F;cher<lb/>
Vergangenheit), 1898.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Weber,</hi> <hi rendition="#g">Friedrich</hi> Percy,</persName>
        </head>
        <p> Sohn<lb/>
des Hi&#x017F;torikers Georg W., wurde am<lb/>
20. Dez. 1844 zu Heidelberg geboren,<lb/>
be&#x017F;uchte das dortige Gymna&#x017F;ium und<lb/>
&#x017F;tudierte dann in Heidelberg, Göt-<lb/>
tingen u. Bonn Philologie, Ge&#x017F;chichte<lb/>
und Staatswi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaften. Nachdem<lb/>
er &#x017F;ein Examen als Oberlehrer ab&#x017F;ol-<lb/>
viert und zum <hi rendition="#aq">Dr. phil.</hi> promoviert,<lb/>
ging er 1872 nach Berlin, wo er als<lb/>
Redakteur und Schrift&#x017F;teller lebte u.<lb/>
am 19. Januar 1895 &#x017F;tarb. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Jm<lb/>
Pfalzgrafen&#x017F;chloß (E.), 1886. &#x2013; Fri-<lb/>
dolin (E.), 1887. &#x2013; Alte Ge&#x017F;chichten<lb/>
(Hi&#x017F;t. Nn.), 1889. Neue Folge: Jm<lb/>
Odenwald und Neckartal, 1892.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Weber,</hi> Friedrich Wilhelm,</persName>
        </head>
        <p> wurde<lb/>
am 25. (u. a. am 26.) Dezbr. 1813<lb/>
(nicht 1817) zu Alhau&#x017F;en in We&#x017F;tfalen<lb/>
als der Sohn eines För&#x017F;ters geboren,<lb/>
erhielt &#x017F;einen er&#x017F;ten Unterrricht in<lb/>
der Dorf&#x017F;chule &#x017F;eines Geburtsortes,<lb/>
be&#x017F;uchte &#x017F;päter das Gymna&#x017F;ium zu<lb/>
Paderborn und konnte &#x017F;ich nur unter<lb/>
vielen materiellen Entbehrungen eine<lb/>
Bildung aneignen, die für die er-<lb/>
&#x017F;trebte Zukunft nötig war. Jm Jahre<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Web</hi></fw><lb/>
1833 bezog W. die Univer&#x017F;ität Greifs-<lb/>
wald, wo er zwei Jahre lang Philo-<lb/>
logie, auch orientali&#x017F;che, &#x017F;tudierte,<lb/>
dann aber zur Medizin überging, der<lb/>
er &#x017F;ich auch in Breslau u. dann noch-<lb/>
mals in Greifswald widmete. Hier<lb/>
promovierte er im Dezember 1838<lb/>
und begab &#x017F;ich darauf, auf der Rei&#x017F;e<lb/>
längere Zeit in Halle und Prag ver-<lb/>
weilend, zu weiteren prakti&#x017F;chen Stu-<lb/>
dien nach Wien. Die ganze Rei&#x017F;e<lb/>
machte er zu Fuße; auf gleiche Wei&#x017F;e<lb/>
be&#x017F;uchte er Trie&#x017F;t, Venedig, Rom,<lb/>
Neapel, u. ging dann über Mar&#x017F;eille<lb/>
und Lyon nach Paris. Nachdem W.<lb/>
in Berlin &#x017F;ein Staatsexamen abge-<lb/>
legt, ließ er &#x017F;ich 1842 als prakti&#x017F;cher<lb/>
Arzt in dem Kurorte Driburg bei<lb/>
Paderborn nieder, wo er ra&#x017F;ch eine<lb/>
ausgedehnte Praxis gewann. Da-<lb/>
neben ver&#x017F;ah er &#x017F;eit 1856 auch wäh-<lb/>
rend der Bade&#x017F;ai&#x017F;on die Funktionen<lb/>
eines Badearztes in Lipp&#x017F;pringe, doch<lb/>
mußte er aus Ge&#x017F;undheitsrück&#x017F;ichten<lb/>
wegen Überan&#x017F;trengung nach neun<lb/>
Jahren die&#x017F;en Wirkungskreis auf-<lb/>
geben. Er zog im Frühling 1867 nach<lb/>
Thienhau&#x017F;en bei Steinheim, wo ihm<lb/>
der Freiherr Guido v. Haxthau&#x017F;en<lb/>
&#x017F;ein dortiges Schloß einräumte, das<lb/>
W. 20 Jahre lang bewohnte. Dann<lb/>
(1887) &#x017F;iedelte er nach Nieheim bei<lb/>
Höxter über, und hier i&#x017F;t er, &#x017F;eit 1891<lb/>
Geh. Sanitätsrat, am 5. April 1894<lb/>
ge&#x017F;torben. Seit 1861 gehörte er 30<lb/>
Jahre lang dem preußi&#x017F;chen Landtage<lb/>
als Abgeordneter an und hielt hier<lb/>
zur Partei des Zentrums. Jm Jahre<lb/>
1880 hatte ihm die Univer&#x017F;ität Mün-<lb/>
&#x017F;ter das Ehrendiplom eines <hi rendition="#aq">Dr. phil.</hi><lb/>
verliehen. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Dreizehnlinden (Epi-<lb/>
&#x017F;ches G.), 1878. 100. Aufl. 1901. &#x2013;<lb/>
Gedichte, 1881. 15. A. 1892. &#x2013; Ma-<lb/>
rienblumen (Ge.), 1892. 4. A. 1905.<lb/>
&#x2013; Goliath (D.), 1892. &#x2013; Deklama-<lb/>
tionen und Lieder zu der Dreizehn-<lb/>
linden-Aufführung (Fe&#x017F;t&#x017F;p. in 7 Bil-<lb/>
dern, Mu&#x017F;ik von M. v. Arndts), 1893.<lb/>
&#x2013; Herb&#x017F;tblätter (Nachgela&#x017F;&#x017F;ene Ge.),<lb/>
1895. &#x2013; A. Tenny&#x017F;ons Aylmers Field<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">* 22*</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[339/0343] Web Web ſchichtliche Studien zu betreiben. Nach Vollendung ſeiner Fachſtudien und des praktiſchen Vorbereitungsdienſtes machte er 1870–71 den Feldzug gegen Frankreich mit u. trat nach der Heim- kehr in den Staatsdienſt. Er war an verſchiedenen bayeriſchen Orten in Tätigkeit und wirkte zuletzt als Oberamtsrichter in München, bis er 1903 in den Ruheſtand trat. Er lebt noch jetzt als techniſcher Beirat der akademiſchen Kommiſſion für Erfor- ſchung der Urgeſchichte Bayerns in München und wurde wegen ſeiner er- ſprießlichen Tätigkeit auf dieſem Ge- biet 1906 von der Univerſität Mün- chen zum Ehrendoktor der Philoſophie ernannt. S: Minneſinger (Übertra- gen), 1889. – Lieder und Bilder (Ge.), 1889. – Aus grauer Vorzeit (6 ep. Ge), 1894. – Vom Webſtuhl der Zeit (Vier Proſadichtungen aus deutſcher Vergangenheit), 1898. *Weber, Friedrich Percy, Sohn des Hiſtorikers Georg W., wurde am 20. Dez. 1844 zu Heidelberg geboren, beſuchte das dortige Gymnaſium und ſtudierte dann in Heidelberg, Göt- tingen u. Bonn Philologie, Geſchichte und Staatswiſſenſchaften. Nachdem er ſein Examen als Oberlehrer abſol- viert und zum Dr. phil. promoviert, ging er 1872 nach Berlin, wo er als Redakteur und Schriftſteller lebte u. am 19. Januar 1895 ſtarb. S: Jm Pfalzgrafenſchloß (E.), 1886. – Fri- dolin (E.), 1887. – Alte Geſchichten (Hiſt. Nn.), 1889. Neue Folge: Jm Odenwald und Neckartal, 1892. *Weber, Friedrich Wilhelm, wurde am 25. (u. a. am 26.) Dezbr. 1813 (nicht 1817) zu Alhauſen in Weſtfalen als der Sohn eines Förſters geboren, erhielt ſeinen erſten Unterrricht in der Dorfſchule ſeines Geburtsortes, beſuchte ſpäter das Gymnaſium zu Paderborn und konnte ſich nur unter vielen materiellen Entbehrungen eine Bildung aneignen, die für die er- ſtrebte Zukunft nötig war. Jm Jahre 1833 bezog W. die Univerſität Greifs- wald, wo er zwei Jahre lang Philo- logie, auch orientaliſche, ſtudierte, dann aber zur Medizin überging, der er ſich auch in Breslau u. dann noch- mals in Greifswald widmete. Hier promovierte er im Dezember 1838 und begab ſich darauf, auf der Reiſe längere Zeit in Halle und Prag ver- weilend, zu weiteren praktiſchen Stu- dien nach Wien. Die ganze Reiſe machte er zu Fuße; auf gleiche Weiſe beſuchte er Trieſt, Venedig, Rom, Neapel, u. ging dann über Marſeille und Lyon nach Paris. Nachdem W. in Berlin ſein Staatsexamen abge- legt, ließ er ſich 1842 als praktiſcher Arzt in dem Kurorte Driburg bei Paderborn nieder, wo er raſch eine ausgedehnte Praxis gewann. Da- neben verſah er ſeit 1856 auch wäh- rend der Badeſaiſon die Funktionen eines Badearztes in Lippſpringe, doch mußte er aus Geſundheitsrückſichten wegen Überanſtrengung nach neun Jahren dieſen Wirkungskreis auf- geben. Er zog im Frühling 1867 nach Thienhauſen bei Steinheim, wo ihm der Freiherr Guido v. Haxthauſen ſein dortiges Schloß einräumte, das W. 20 Jahre lang bewohnte. Dann (1887) ſiedelte er nach Nieheim bei Höxter über, und hier iſt er, ſeit 1891 Geh. Sanitätsrat, am 5. April 1894 geſtorben. Seit 1861 gehörte er 30 Jahre lang dem preußiſchen Landtage als Abgeordneter an und hielt hier zur Partei des Zentrums. Jm Jahre 1880 hatte ihm die Univerſität Mün- ſter das Ehrendiplom eines Dr. phil. verliehen. S: Dreizehnlinden (Epi- ſches G.), 1878. 100. Aufl. 1901. – Gedichte, 1881. 15. A. 1892. – Ma- rienblumen (Ge.), 1892. 4. A. 1905. – Goliath (D.), 1892. – Deklama- tionen und Lieder zu der Dreizehn- linden-Aufführung (Feſtſp. in 7 Bil- dern, Muſik von M. v. Arndts), 1893. – Herbſtblätter (Nachgelaſſene Ge.), 1895. – A. Tennyſons Aylmers Field * 22*

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/343
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 339. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/343>, abgerufen am 23.03.2019.