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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wei
in Westfalen als Sohn des dortigen
Predigers geboren und absolvierte
das Gymnasium in Herford, auf dem
er schon mannigfache Proben seines
poetischen Talents lieferte. Er stu-
stierte Medizin und ließ sich dann als
Arzt in Köslin (Pommern) nieder,
wo er 1893 gestorben ist.

S:

Heide-
blumen (Ge.), 2. A. 1868.

Weil, Ritter von Weilen, Jo-
seph,

siehe Weilen!

*Weil, Julius,

geb. am 28. April
1847 in Krossen a. d. Oder, studierte
in Heidelberg u. Berlin Philosophie
u. Jurisprudenz, arbeitete, zum Dok-
tor der Rechte promoviert, von 1869
bis 1874 am Stadt- und Kammer-
gericht in Berlin und lebte seit 1874
in richterlicher Tätigkeit und mit
poetischen u. kunstkritischen Arbeiten
beschäftigt, in Breslau. Jm Jahre
1888 wurde er an das dortige Land-
gericht versetzt und Ende d. J. zum
Landgerichtsrat ernannt. Jm Jahre
1909 erhielt er den Charakter als
Geheimer Justizrat, und 1911 trat
er in den Ruhestand.

S:

Waldtrauer
(Ein Liebessang), 1872. - Feuille-
tonistenfahrten, 1877. - Zur Weih-
nachtszeit (M.), 1880. - Amor in
der Volksküche (Lustsp.), 1879. - Die
Schwester (Schausp.), 1879. - Unser
Rudolf (Eine heitere Familienchro-
nik), 1890. - Die goldene Villa (R.),
1896. - Nachfolger (R.), 1897. -
Töchter (Jdyllen), 1898. - Die Sub-
alternen (R.), 1899. - Die klugen
Frauen! (N.), 1899. - Das Recht zu
lieben und andere Novellen, 1902.

Weil, Karl,

geb. 1846 zu Speier
in der Rheinpfalz, ging nach beende-
ten theologischen Studien 1868 nach
Amerika u. war hier Pastor an ver-
schiedenen Gemeinden in u. um Pitts-
burg. Er endete 1892 sein Leben durch
Selbstmord.

S:

Gedichte (aus seinem
Nachlaß), 1892.

*Weil, Robert,

geb. am 4. August
1881 in dem ehemaligen Wiener
Vororte Sechshaus als Sohn eines
[Spaltenumbruch]

Wei
Kaufmanns, welcher, obwohl er sein
Lebenlang mit materiellen Sorgen zu
kämpfen hatte, dem Sohne doch eine
sorgfältige Bildung zuteil werden
ließ. Dieser machte die Volksschule
und das Gymnasium durch und wid-
mete sich dann, wenn auch ohne jeg-
liche Neigung, dem Studium der
Rechte. Nach Erlangung der Doktor-
würde trat er beim Wiener Straf-
gericht als Rechtspraktikant ein, in
der Absicht, sich dem advokatischen
Beruf zu widmen. Jndessen schon
nach anderthalb Jahren wandte er
sich von der Themis gänzlich ab und
der Muse der Dichtkunst zu, von der
er seitdem sein tägliches Brot bezieht.
Er ist Mitarbeiter an fast allen be-
kannten österreich. u. reichsdeutschen
Witzblättern.

S:

Dem Leben abge-
rungen (Nn.), 1902. - Jrdische Rich-
ter (Dr.), 1905. - Wiener Schnitzel
(Hum. Vorträge), 1910. Neue Folge,
1912. - Aus meiner Werkstatt (Ge.),
1910. 5. A. 1911. 2. Bdchn., 1912.

*Weiland, Karl,

geb. am 15. No-
vember 1875 in Fellbach (Oberamt
Kannstatt, Württemberg), verwaiste
frühe und kam durch Vermittlung
einer wohltätigen Dame in eine gute
Familie in Eßlingen, wo er 1882-89
die Volksschule besuchte und dann
eine dreijährige Lehrzeit bei einem
Flaschnermeister zubrachte. 1892 wan-
derte er zu Verwandten nach Bremen,
kehrte aber schon im folgenden Jahre
nach Eßlingen zurück und arbeitete
hier bis 1906 in einer Metallwaren-
fabrik. Jnzwischen hatte er seine
"Lieder eines Arbeiters" veröffent-
licht, deren Widmung der König
von Württemberg huldvoll entgegen-
nahm. Angesehene Bürger Eßlingens
ermunterten W., 1906 auf ein halbes
Jahr die Handelsschule zu besuchen,
worauf er ein Jahr lang als Volon-
tär im Kontor einer Fabrik tätig
war und dann kurze Zeit die Stelle
eines Kassendieners bei der städtischen
Verwaltung versah. 1908 machte er

*


[Spaltenumbruch]

Wei
in Weſtfalen als Sohn des dortigen
Predigers geboren und abſolvierte
das Gymnaſium in Herford, auf dem
er ſchon mannigfache Proben ſeines
poetiſchen Talents lieferte. Er ſtu-
ſtierte Medizin und ließ ſich dann als
Arzt in Köslin (Pommern) nieder,
wo er 1893 geſtorben iſt.

S:

Heide-
blumen (Ge.), 2. A. 1868.

Weil, Ritter von Weilen, Jo-
ſeph,

ſiehe Weilen!

*Weil, Julius,

geb. am 28. April
1847 in Kroſſen a. d. Oder, ſtudierte
in Heidelberg u. Berlin Philoſophie
u. Jurisprudenz, arbeitete, zum Dok-
tor der Rechte promoviert, von 1869
bis 1874 am Stadt- und Kammer-
gericht in Berlin und lebte ſeit 1874
in richterlicher Tätigkeit und mit
poetiſchen u. kunſtkritiſchen Arbeiten
beſchäftigt, in Breslau. Jm Jahre
1888 wurde er an das dortige Land-
gericht verſetzt und Ende d. J. zum
Landgerichtsrat ernannt. Jm Jahre
1909 erhielt er den Charakter als
Geheimer Juſtizrat, und 1911 trat
er in den Ruheſtand.

S:

Waldtrauer
(Ein Liebesſang), 1872. – Feuille-
toniſtenfahrten, 1877. – Zur Weih-
nachtszeit (M.), 1880. – Amor in
der Volksküche (Luſtſp.), 1879. – Die
Schweſter (Schauſp.), 1879. – Unſer
Rudolf (Eine heitere Familienchro-
nik), 1890. – Die goldene Villa (R.),
1896. – Nachfolger (R.), 1897. –
Töchter (Jdyllen), 1898. – Die Sub-
alternen (R.), 1899. – Die klugen
Frauen! (N.), 1899. – Das Recht zu
lieben und andere Novellen, 1902.

Weil, Karl,

geb. 1846 zu Speier
in der Rheinpfalz, ging nach beende-
ten theologiſchen Studien 1868 nach
Amerika u. war hier Paſtor an ver-
ſchiedenen Gemeinden in u. um Pitts-
burg. Er endete 1892 ſein Leben durch
Selbſtmord.

S:

Gedichte (aus ſeinem
Nachlaß), 1892.

*Weil, Robert,

geb. am 4. Auguſt
1881 in dem ehemaligen Wiener
Vororte Sechshaus als Sohn eines
[Spaltenumbruch]

Wei
Kaufmanns, welcher, obwohl er ſein
Lebenlang mit materiellen Sorgen zu
kämpfen hatte, dem Sohne doch eine
ſorgfältige Bildung zuteil werden
ließ. Dieſer machte die Volksſchule
und das Gymnaſium durch und wid-
mete ſich dann, wenn auch ohne jeg-
liche Neigung, dem Studium der
Rechte. Nach Erlangung der Doktor-
würde trat er beim Wiener Straf-
gericht als Rechtspraktikant ein, in
der Abſicht, ſich dem advokatiſchen
Beruf zu widmen. Jndeſſen ſchon
nach anderthalb Jahren wandte er
ſich von der Themis gänzlich ab und
der Muſe der Dichtkunſt zu, von der
er ſeitdem ſein tägliches Brot bezieht.
Er iſt Mitarbeiter an faſt allen be-
kannten öſterreich. u. reichsdeutſchen
Witzblättern.

S:

Dem Leben abge-
rungen (Nn.), 1902. – Jrdiſche Rich-
ter (Dr.), 1905. – Wiener Schnitzel
(Hum. Vorträge), 1910. Neue Folge,
1912. – Aus meiner Werkſtatt (Ge.),
1910. 5. A. 1911. 2. Bdchn., 1912.

*Weiland, Karl,

geb. am 15. No-
vember 1875 in Fellbach (Oberamt
Kannſtatt, Württemberg), verwaiſte
frühe und kam durch Vermittlung
einer wohltätigen Dame in eine gute
Familie in Eßlingen, wo er 1882–89
die Volksſchule beſuchte und dann
eine dreijährige Lehrzeit bei einem
Flaſchnermeiſter zubrachte. 1892 wan-
derte er zu Verwandten nach Bremen,
kehrte aber ſchon im folgenden Jahre
nach Eßlingen zurück und arbeitete
hier bis 1906 in einer Metallwaren-
fabrik. Jnzwiſchen hatte er ſeine
„Lieder eines Arbeiters“ veröffent-
licht, deren Widmung der König
von Württemberg huldvoll entgegen-
nahm. Angeſehene Bürger Eßlingens
ermunterten W., 1906 auf ein halbes
Jahr die Handelsſchule zu beſuchen,
worauf er ein Jahr lang als Volon-
tär im Kontor einer Fabrik tätig
war und dann kurze Zeit die Stelle
eines Kaſſendieners bei der ſtädtiſchen
Verwaltung verſah. 1908 machte er

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[360/0364] Wei Wei in Weſtfalen als Sohn des dortigen Predigers geboren und abſolvierte das Gymnaſium in Herford, auf dem er ſchon mannigfache Proben ſeines poetiſchen Talents lieferte. Er ſtu- ſtierte Medizin und ließ ſich dann als Arzt in Köslin (Pommern) nieder, wo er 1893 geſtorben iſt. S: Heide- blumen (Ge.), 2. A. 1868. Weil, Ritter von Weilen, Jo- ſeph, ſiehe Weilen! *Weil, Julius, geb. am 28. April 1847 in Kroſſen a. d. Oder, ſtudierte in Heidelberg u. Berlin Philoſophie u. Jurisprudenz, arbeitete, zum Dok- tor der Rechte promoviert, von 1869 bis 1874 am Stadt- und Kammer- gericht in Berlin und lebte ſeit 1874 in richterlicher Tätigkeit und mit poetiſchen u. kunſtkritiſchen Arbeiten beſchäftigt, in Breslau. Jm Jahre 1888 wurde er an das dortige Land- gericht verſetzt und Ende d. J. zum Landgerichtsrat ernannt. Jm Jahre 1909 erhielt er den Charakter als Geheimer Juſtizrat, und 1911 trat er in den Ruheſtand. S: Waldtrauer (Ein Liebesſang), 1872. – Feuille- toniſtenfahrten, 1877. – Zur Weih- nachtszeit (M.), 1880. – Amor in der Volksküche (Luſtſp.), 1879. – Die Schweſter (Schauſp.), 1879. – Unſer Rudolf (Eine heitere Familienchro- nik), 1890. – Die goldene Villa (R.), 1896. – Nachfolger (R.), 1897. – Töchter (Jdyllen), 1898. – Die Sub- alternen (R.), 1899. – Die klugen Frauen! (N.), 1899. – Das Recht zu lieben und andere Novellen, 1902. Weil, Karl, geb. 1846 zu Speier in der Rheinpfalz, ging nach beende- ten theologiſchen Studien 1868 nach Amerika u. war hier Paſtor an ver- ſchiedenen Gemeinden in u. um Pitts- burg. Er endete 1892 ſein Leben durch Selbſtmord. S: Gedichte (aus ſeinem Nachlaß), 1892. *Weil, Robert, geb. am 4. Auguſt 1881 in dem ehemaligen Wiener Vororte Sechshaus als Sohn eines Kaufmanns, welcher, obwohl er ſein Lebenlang mit materiellen Sorgen zu kämpfen hatte, dem Sohne doch eine ſorgfältige Bildung zuteil werden ließ. Dieſer machte die Volksſchule und das Gymnaſium durch und wid- mete ſich dann, wenn auch ohne jeg- liche Neigung, dem Studium der Rechte. Nach Erlangung der Doktor- würde trat er beim Wiener Straf- gericht als Rechtspraktikant ein, in der Abſicht, ſich dem advokatiſchen Beruf zu widmen. Jndeſſen ſchon nach anderthalb Jahren wandte er ſich von der Themis gänzlich ab und der Muſe der Dichtkunſt zu, von der er ſeitdem ſein tägliches Brot bezieht. Er iſt Mitarbeiter an faſt allen be- kannten öſterreich. u. reichsdeutſchen Witzblättern. S: Dem Leben abge- rungen (Nn.), 1902. – Jrdiſche Rich- ter (Dr.), 1905. – Wiener Schnitzel (Hum. Vorträge), 1910. Neue Folge, 1912. – Aus meiner Werkſtatt (Ge.), 1910. 5. A. 1911. 2. Bdchn., 1912. *Weiland, Karl, geb. am 15. No- vember 1875 in Fellbach (Oberamt Kannſtatt, Württemberg), verwaiſte frühe und kam durch Vermittlung einer wohltätigen Dame in eine gute Familie in Eßlingen, wo er 1882–89 die Volksſchule beſuchte und dann eine dreijährige Lehrzeit bei einem Flaſchnermeiſter zubrachte. 1892 wan- derte er zu Verwandten nach Bremen, kehrte aber ſchon im folgenden Jahre nach Eßlingen zurück und arbeitete hier bis 1906 in einer Metallwaren- fabrik. Jnzwiſchen hatte er ſeine „Lieder eines Arbeiters“ veröffent- licht, deren Widmung der König von Württemberg huldvoll entgegen- nahm. Angeſehene Bürger Eßlingens ermunterten W., 1906 auf ein halbes Jahr die Handelsſchule zu beſuchen, worauf er ein Jahr lang als Volon- tär im Kontor einer Fabrik tätig war und dann kurze Zeit die Stelle eines Kaſſendieners bei der ſtädtiſchen Verwaltung verſah. 1908 machte er *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 360. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/364>, abgerufen am 13.11.2018.