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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wei
*Weißer, Anna,

geb. am 5. Juli
1855 in Neuhaldensleben (Provinz
Sachsen) als die Tochter eines Por-
trätmalers, verwaiste frühe und
wurde auf einer Oberförsterei im
Braunschweigischen erzogen. Jm
Jahre 1877 wurde sie die Gattin
eines Redakteurs und Zeitungsver-
legers und war vielfach für dessen
Blätter schriftstellerisch tätig. Die
Gatten lebten zunächst in Tharandt
bei Dresden, wo der Gatte den "An-
zeiger für Tharandt" herausgab. Ge-
legentlich einer kurzen Übersiedlung
nach Dresden begann Anna 1883 ihre
erste journalistische Mitarbeit am
"Neustadt-Dresdener Tageblatt" u.
wurde zu solcher Tätigkeit besonders
durch die russische Hofschauspielerin
Pauline Schmidt-Graff angeregt.
Nachdem sie dann in Tharandt bis
1890 nach dieser Richtung gewirkt,
zogen die Gatten nach Deuben b. Dres-
den, wo Anna die "Deubener Zei-
tung" redigierte; auch hielt sie viel-
fach Vorlesungen in literarischen und
Frauenvereinen. Jm J. 1898 wurde
sie Witwe. Jn demselben Jahre sie-
delte sie nach Bad Pyrmont über,
wo sie bis 1908 als Besitzerin der
"Vereins-Buchdruckerei" lebte und
die "Pyrmonter Zeitung" selbständig
leitete. Seitdem wohnt sie wieder in
Tharandt, wo sie auch wieder die
Redaktion des "Anzeigers für Tha-
randt" führt.

S:

Rotkopfs Görge
(Lyr. Sagendichtung), 1896. - Skalde
Brun (Ein Sang aus dem Harzge-
birge), 1897. - Schleiermachers zehn
Gebote der Frau (Beitrag z. Frauen-
frage), 1898. - Altes und Neues vom
Hilligen-Born, 1907. - Altes und
Neues von Granaten, 1912. - Karo-
linens Lämmer (Die Gesch. e. Kind-
heit); u. d. Pr. - Jn der Hungerpen-
sion (Die Gesch. e. Jugend); u. d. Pr.
- Was Frauen können (Eine Lebens-
episode); u. d. Pr.

*Weißl, August,

wurde am 15.
März 1871 in Triest als der Sohn
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Wei
eines Privatiers geboren, der aber
bereits 1877 starb, besuchte hier die
evangelische Schule und zwei Gym-
nasialklassen und siedelte 1883 mit
der Familie nach Wien über, wo ein
älterer Bruder die Hochschule besuchen
sollte. Dieser aber entschloß sich plötz-
lich für den Militärdienst, und das
war auch für August W. entscheidend.
Auch er trat nach Absolvierung von
fünf Gymnasialklassen in die Kaval-
lerie-Kadettenschule in Mährisch
Weißkirchen ein, aus der er dann als
Kadett zum 1. Husarenregiment aus-
gemustert ward. Bald erfolgte seine
Ernennung zum Leutnant, und diente
er als solcher in kleinen ungarischen
Garnisonen, bis ihm der Soldaten-
rock zu eng wurde und er ihn an den
Nagel hing. Er wurde Schriftsteller,
ging nach Wien und gewann hier
bald die Zuneigung von J. J. David
(s. d.) und J. v. Ludassy (s. d.), die
ihm als Feuilletonisten und Theater-
kritiker die Wege ebneten.

S:

Jch -
Du: Wir (Ein Ausschnitt aus dem
Liebesleben), 1902. - Gräfin Julie
(Einige Kapitel Liebeswahnsinn),
1903. - Gute Gesellschaft (R.), 1905.
- Das grüne Anto (R.), 1912.

Weitbrecht, Gottlieb Fried-
rich,

geb. am 4. Juni 1840 in Calw
(Württembg.) als Sohn eines Buch-
händlers, besuchte die Lateinschule
seiner Vaterstadt, seit 1854 das nie-
dere theologische Seminar in Urach
und studierte 1858-62 in dem evang.-
theolog. Seminar in Tübingen, dem
sogenannten "Stift", Theologie. Er
unternahm darauf eine ausgedehnte
Studienreise, die ihn durch England
und Schottland führte und ihm auch
namentlich in sozialer Hinsicht wert-
volle Aufschlüsse vermittelte. Seit
1867 in Stuttgart als Vertreter be-
schäftigt, wurde er 1869 Pfarrer an
der dortigen Hospitalkirche, 1872 an
der Garnisonkirche und gleichzeitig
Religionslehrer am humanistischen
Gymnasium, welche beiden Stellun-

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Wei
*Weißer, Anna,

geb. am 5. Juli
1855 in Neuhaldensleben (Provinz
Sachſen) als die Tochter eines Por-
trätmalers, verwaiſte frühe und
wurde auf einer Oberförſterei im
Braunſchweigiſchen erzogen. Jm
Jahre 1877 wurde ſie die Gattin
eines Redakteurs und Zeitungsver-
legers und war vielfach für deſſen
Blätter ſchriftſtelleriſch tätig. Die
Gatten lebten zunächſt in Tharandt
bei Dresden, wo der Gatte den „An-
zeiger für Tharandt“ herausgab. Ge-
legentlich einer kurzen Überſiedlung
nach Dresden begann Anna 1883 ihre
erſte journaliſtiſche Mitarbeit am
„Neuſtadt-Dresdener Tageblatt“ u.
wurde zu ſolcher Tätigkeit beſonders
durch die ruſſiſche Hofſchauſpielerin
Pauline Schmidt-Graff angeregt.
Nachdem ſie dann in Tharandt bis
1890 nach dieſer Richtung gewirkt,
zogen die Gatten nach Deuben b. Dres-
den, wo Anna die „Deubener Zei-
tung“ redigierte; auch hielt ſie viel-
fach Vorleſungen in literariſchen und
Frauenvereinen. Jm J. 1898 wurde
ſie Witwe. Jn demſelben Jahre ſie-
delte ſie nach Bad Pyrmont über,
wo ſie bis 1908 als Beſitzerin der
„Vereins-Buchdruckerei“ lebte und
die „Pyrmonter Zeitung“ ſelbſtändig
leitete. Seitdem wohnt ſie wieder in
Tharandt, wo ſie auch wieder die
Redaktion des „Anzeigers für Tha-
randt“ führt.

S:

Rotkopfs Görge
(Lyr. Sagendichtung), 1896. – Skalde
Brun (Ein Sang aus dem Harzge-
birge), 1897. – Schleiermachers zehn
Gebote der Frau (Beitrag z. Frauen-
frage), 1898. – Altes und Neues vom
Hilligen-Born, 1907. – Altes und
Neues von Granaten, 1912. – Karo-
linens Lämmer (Die Geſch. e. Kind-
heit); u. d. Pr. – Jn der Hungerpen-
ſion (Die Geſch. e. Jugend); u. d. Pr.
– Was Frauen können (Eine Lebens-
epiſode); u. d. Pr.

*Weißl, Auguſt,

wurde am 15.
März 1871 in Trieſt als der Sohn
[Spaltenumbruch]

Wei
eines Privatiers geboren, der aber
bereits 1877 ſtarb, beſuchte hier die
evangeliſche Schule und zwei Gym-
naſialklaſſen und ſiedelte 1883 mit
der Familie nach Wien über, wo ein
älterer Bruder die Hochſchule beſuchen
ſollte. Dieſer aber entſchloß ſich plötz-
lich für den Militärdienſt, und das
war auch für Auguſt W. entſcheidend.
Auch er trat nach Abſolvierung von
fünf Gymnaſialklaſſen in die Kaval-
lerie-Kadettenſchule in Mähriſch
Weißkirchen ein, aus der er dann als
Kadett zum 1. Huſarenregiment aus-
gemuſtert ward. Bald erfolgte ſeine
Ernennung zum Leutnant, und diente
er als ſolcher in kleinen ungariſchen
Garniſonen, bis ihm der Soldaten-
rock zu eng wurde und er ihn an den
Nagel hing. Er wurde Schriftſteller,
ging nach Wien und gewann hier
bald die Zuneigung von J. J. David
(ſ. d.) und J. v. Ludaſſy (ſ. d.), die
ihm als Feuilletoniſten und Theater-
kritiker die Wege ebneten.

S:

Jch –
Du: Wir (Ein Ausſchnitt aus dem
Liebesleben), 1902. – Gräfin Julie
(Einige Kapitel Liebeswahnſinn),
1903. – Gute Geſellſchaft (R.), 1905.
– Das grüne Anto (R.), 1912.

Weitbrecht, Gottlieb Fried-
rich,

geb. am 4. Juni 1840 in Calw
(Württembg.) als Sohn eines Buch-
händlers, beſuchte die Lateinſchule
ſeiner Vaterſtadt, ſeit 1854 das nie-
dere theologiſche Seminar in Urach
und ſtudierte 1858–62 in dem evang.-
theolog. Seminar in Tübingen, dem
ſogenannten „Stift“, Theologie. Er
unternahm darauf eine ausgedehnte
Studienreiſe, die ihn durch England
und Schottland führte und ihm auch
namentlich in ſozialer Hinſicht wert-
volle Aufſchlüſſe vermittelte. Seit
1867 in Stuttgart als Vertreter be-
ſchäftigt, wurde er 1869 Pfarrer an
der dortigen Hoſpitalkirche, 1872 an
der Garniſonkirche und gleichzeitig
Religionslehrer am humaniſtiſchen
Gymnaſium, welche beiden Stellun-

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[382/0386] Wei Wei *Weißer, Anna, geb. am 5. Juli 1855 in Neuhaldensleben (Provinz Sachſen) als die Tochter eines Por- trätmalers, verwaiſte frühe und wurde auf einer Oberförſterei im Braunſchweigiſchen erzogen. Jm Jahre 1877 wurde ſie die Gattin eines Redakteurs und Zeitungsver- legers und war vielfach für deſſen Blätter ſchriftſtelleriſch tätig. Die Gatten lebten zunächſt in Tharandt bei Dresden, wo der Gatte den „An- zeiger für Tharandt“ herausgab. Ge- legentlich einer kurzen Überſiedlung nach Dresden begann Anna 1883 ihre erſte journaliſtiſche Mitarbeit am „Neuſtadt-Dresdener Tageblatt“ u. wurde zu ſolcher Tätigkeit beſonders durch die ruſſiſche Hofſchauſpielerin Pauline Schmidt-Graff angeregt. Nachdem ſie dann in Tharandt bis 1890 nach dieſer Richtung gewirkt, zogen die Gatten nach Deuben b. Dres- den, wo Anna die „Deubener Zei- tung“ redigierte; auch hielt ſie viel- fach Vorleſungen in literariſchen und Frauenvereinen. Jm J. 1898 wurde ſie Witwe. Jn demſelben Jahre ſie- delte ſie nach Bad Pyrmont über, wo ſie bis 1908 als Beſitzerin der „Vereins-Buchdruckerei“ lebte und die „Pyrmonter Zeitung“ ſelbſtändig leitete. Seitdem wohnt ſie wieder in Tharandt, wo ſie auch wieder die Redaktion des „Anzeigers für Tha- randt“ führt. S: Rotkopfs Görge (Lyr. Sagendichtung), 1896. – Skalde Brun (Ein Sang aus dem Harzge- birge), 1897. – Schleiermachers zehn Gebote der Frau (Beitrag z. Frauen- frage), 1898. – Altes und Neues vom Hilligen-Born, 1907. – Altes und Neues von Granaten, 1912. – Karo- linens Lämmer (Die Geſch. e. Kind- heit); u. d. Pr. – Jn der Hungerpen- ſion (Die Geſch. e. Jugend); u. d. Pr. – Was Frauen können (Eine Lebens- epiſode); u. d. Pr. *Weißl, Auguſt, wurde am 15. März 1871 in Trieſt als der Sohn eines Privatiers geboren, der aber bereits 1877 ſtarb, beſuchte hier die evangeliſche Schule und zwei Gym- naſialklaſſen und ſiedelte 1883 mit der Familie nach Wien über, wo ein älterer Bruder die Hochſchule beſuchen ſollte. Dieſer aber entſchloß ſich plötz- lich für den Militärdienſt, und das war auch für Auguſt W. entſcheidend. Auch er trat nach Abſolvierung von fünf Gymnaſialklaſſen in die Kaval- lerie-Kadettenſchule in Mähriſch Weißkirchen ein, aus der er dann als Kadett zum 1. Huſarenregiment aus- gemuſtert ward. Bald erfolgte ſeine Ernennung zum Leutnant, und diente er als ſolcher in kleinen ungariſchen Garniſonen, bis ihm der Soldaten- rock zu eng wurde und er ihn an den Nagel hing. Er wurde Schriftſteller, ging nach Wien und gewann hier bald die Zuneigung von J. J. David (ſ. d.) und J. v. Ludaſſy (ſ. d.), die ihm als Feuilletoniſten und Theater- kritiker die Wege ebneten. S: Jch – Du: Wir (Ein Ausſchnitt aus dem Liebesleben), 1902. – Gräfin Julie (Einige Kapitel Liebeswahnſinn), 1903. – Gute Geſellſchaft (R.), 1905. – Das grüne Anto (R.), 1912. Weitbrecht, Gottlieb Fried- rich, geb. am 4. Juni 1840 in Calw (Württembg.) als Sohn eines Buch- händlers, beſuchte die Lateinſchule ſeiner Vaterſtadt, ſeit 1854 das nie- dere theologiſche Seminar in Urach und ſtudierte 1858–62 in dem evang.- theolog. Seminar in Tübingen, dem ſogenannten „Stift“, Theologie. Er unternahm darauf eine ausgedehnte Studienreiſe, die ihn durch England und Schottland führte und ihm auch namentlich in ſozialer Hinſicht wert- volle Aufſchlüſſe vermittelte. Seit 1867 in Stuttgart als Vertreter be- ſchäftigt, wurde er 1869 Pfarrer an der dortigen Hoſpitalkirche, 1872 an der Garniſonkirche und gleichzeitig Religionslehrer am humaniſtiſchen Gymnaſium, welche beiden Stellun- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 382. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/386>, abgerufen am 26.03.2019.