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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wel
Athenäum in Luxemburg, wo er 1889
als Primus das Abiturium bestand.
Er dichtete schon damals recht fleißig.
Für seine selbstbewußte Sicherheit
zeugt der Umstand, daß er den im
Abiturium aufgegebenen Aufsatz "Ge-
fahren der Vergnügungssucht für den
studierenden Jüngling" in Distichen
niederschrieb. Er bezog 1890 als
Student der Philologie die Univer-
sität Löwen (Belgien), 1891 die Sor-
bonne in Paris, erwarb 1893 den
Doktorgrad und weilte 1893-94 als
Lehramtskandidat am Französischen
Gymnasium in Berlin und am Gym-
nasium in Bonn, worauf er als wis-
senschaftl. Hilfslehrer am Athenäum
in Luxemburg beschäftigt ward. Als
solcher 1895 an das Gymnasium in
Diekirch versetzt, wurde er hier 1897
zum Professor ernannt und 1906 in
gleicher Eigenschaft nach Luxemburg
zurückberufen, wo er am Gymnasium
besonders Deutsch u. Geschichte lehrt.
Sein Bestreben als Dichter geht da-
hin, den heimatlichen Sagen und Ge-
schichtstoffen einen, wenn auch nur
bescheidenen Heimatplatz in der deut-
schen Literatur zu erkämpfen, und er
kann in der Tat bis heute als der
erste Luxemburger bezeichnet werden,
der, in der Heimat lebend, es ver-
mocht hat, in Deutschland als Schrift-
steller vorzudringen.

S:

Frederi
Mistral, der Dichter der Provence
(Biogr.-kritische Würdigung), 1899.
- Siegfried und Melusine (Dramat.
Volkssage), 1900. - Jouse Rouma-
nille (Sein Leben und seine Werke),
1899. - Aus alten Tagen (Rz. u. Bn.),
1900. - Griselinde (Romantische D.),
1901. - Theodor Aubanel, ein pro-
vencalischer Sänger der Schönheit,
1902. - Frühlichter (Dn.), 1. u. 2. A.
1903. - Die Söhne des Öslings (Tr.
a. d. Zeit der franz. Revolut.), 1903.
2. A. 1904. - Der Abtrünnige (Tr.,
als Manuskr. gedr.), 1905. - Die
Dichter der luxemburgischen Mund-
art (Liter. Plaudereien), 1906. - Lene
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Wel
Frank (Lehrerinnen-Dr.), 1906. -
Professor Forster (Tr.), 1908. - Ge-
schichte der französischen Literatur,
1909. - Jn Staub und Gluten (Neue
Ge.), 1909. 2. A. 1910. - Segnungen
der Stunde. Aus meinem Wiener
Tagebuch (Ge.), 1910. - Krücken ...?
(Schausp., als Manuskript gedruckt),
1911. - Hohe Sonnentage (Ein Fe-
rienbuch aus Provence u. Tunesien),
1912.

*Weltner, Albert Joseph An-
ton,

geb. am 6. Novbr. 1855 zu Wien
als der Sohn eines Hauptzollamts-
Kontrolleurs, kam bald nach seiner
Geburt nach Salzburg, aber schon
1860 nach Wien zurück, erhielt hier
seinen Unterricht erst im elterlichen
Hause, dann im Piaristen-Gymna-
sium auf der Josephstadt u. trat 1874
als Rechnungspraktikant bei der Wie-
ner Finanz-Landesdirektion in den
Staatsdienst. Jm J. 1878 kam er
in gleicher Eigenschaft in das Reichs-
finanzministerium und wurde 1881
zum Offizial bei der Generalinten-
danz der k. k. Hoftheater ernannt.
Gegenwärtig bekleidet er bei derselben
die Stelle eines Archivars.

S:

Auf
den ersten Moment (Lsp.). 1880. -
Das Weihegeschenk des Genius (Fest-
spiel), 1882. - Gedichte, 1905.

*Weltzien, Otto,

geb. am 18. Nov.
1873 in Darze bei Parchim (Mecklen-
burg) war bis zum Jahre 1899 als
praktischer Landwirt tätig, wandte
sich dann der Schriftstellerei u. Jour-
nalistik zu und war als Redakteur in
Parchim, seit 1900 in Plau, seit 1903
in Warnemünde, seit 1904 in Rostock,
seit 1908 in Minden in Westfalen
und jetzt (1911) in Rudolstadt tätig.
Er ist vorwiegend mundartlicher
Dichter, gab auch "John Brinkmans
Dichtungen" (1903) und "Fritz Reu-
ters sämtliche Werke" (1905) heraus.

S:

Tosamsöcht Wor (Gereimtes und
Ungereimtes), 1902. - Kronika van
Rostock, 1908. - Kronika van Swerin
(vörklönt), 1909.

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Wel
Athenäum in Luxemburg, wo er 1889
als Primus das Abiturium beſtand.
Er dichtete ſchon damals recht fleißig.
Für ſeine ſelbſtbewußte Sicherheit
zeugt der Umſtand, daß er den im
Abiturium aufgegebenen Aufſatz „Ge-
fahren der Vergnügungsſucht für den
ſtudierenden Jüngling“ in Diſtichen
niederſchrieb. Er bezog 1890 als
Student der Philologie die Univer-
ſität Löwen (Belgien), 1891 die Sor-
bonne in Paris, erwarb 1893 den
Doktorgrad und weilte 1893–94 als
Lehramtskandidat am Franzöſiſchen
Gymnaſium in Berlin und am Gym-
naſium in Bonn, worauf er als wiſ-
ſenſchaftl. Hilfslehrer am Athenäum
in Luxemburg beſchäftigt ward. Als
ſolcher 1895 an das Gymnaſium in
Diekirch verſetzt, wurde er hier 1897
zum Profeſſor ernannt und 1906 in
gleicher Eigenſchaft nach Luxemburg
zurückberufen, wo er am Gymnaſium
beſonders Deutſch u. Geſchichte lehrt.
Sein Beſtreben als Dichter geht da-
hin, den heimatlichen Sagen und Ge-
ſchichtſtoffen einen, wenn auch nur
beſcheidenen Heimatplatz in der deut-
ſchen Literatur zu erkämpfen, und er
kann in der Tat bis heute als der
erſte Luxemburger bezeichnet werden,
der, in der Heimat lebend, es ver-
mocht hat, in Deutſchland als Schrift-
ſteller vorzudringen.

S:

Frederi
Miſtral, der Dichter der Provence
(Biogr.-kritiſche Würdigung), 1899.
– Siegfried und Meluſine (Dramat.
Volksſage), 1900. – Jouſé Rouma-
nille (Sein Leben und ſeine Werke),
1899. – Aus alten Tagen (Rz. u. Bn.),
1900. – Griſelinde (Romantiſche D.),
1901. – Theodor Aubanel, ein pro-
vençaliſcher Sänger der Schönheit,
1902. – Frühlichter (Dn.), 1. u. 2. A.
1903. – Die Söhne des Öslings (Tr.
a. d. Zeit der franz. Revolut.), 1903.
2. A. 1904. – Der Abtrünnige (Tr.,
als Manuſkr. gedr.), 1905. – Die
Dichter der luxemburgiſchen Mund-
art (Liter. Plaudereien), 1906. – Lene
[Spaltenumbruch]

Wel
Frank (Lehrerinnen-Dr.), 1906. –
Profeſſor Forſter (Tr.), 1908. – Ge-
ſchichte der franzöſiſchen Literatur,
1909. – Jn Staub und Gluten (Neue
Ge.), 1909. 2. A. 1910. – Segnungen
der Stunde. Aus meinem Wiener
Tagebuch (Ge.), 1910. – Krücken ...?
(Schauſp., als Manuſkript gedruckt),
1911. – Hohe Sonnentage (Ein Fe-
rienbuch aus Provence u. Tuneſien),
1912.

*Weltner, Albert Joſeph An-
ton,

geb. am 6. Novbr. 1855 zu Wien
als der Sohn eines Hauptzollamts-
Kontrolleurs, kam bald nach ſeiner
Geburt nach Salzburg, aber ſchon
1860 nach Wien zurück, erhielt hier
ſeinen Unterricht erſt im elterlichen
Hauſe, dann im Piariſten-Gymna-
ſium auf der Joſephſtadt u. trat 1874
als Rechnungspraktikant bei der Wie-
ner Finanz-Landesdirektion in den
Staatsdienſt. Jm J. 1878 kam er
in gleicher Eigenſchaft in das Reichs-
finanzminiſterium und wurde 1881
zum Offizial bei der Generalinten-
danz der k. k. Hoftheater ernannt.
Gegenwärtig bekleidet er bei derſelben
die Stelle eines Archivars.

S:

Auf
den erſten Moment (Lſp.). 1880. –
Das Weihegeſchenk des Genius (Feſt-
ſpiel), 1882. – Gedichte, 1905.

*Weltzien, Otto,

geb. am 18. Nov.
1873 in Darze bei Parchim (Mecklen-
burg) war bis zum Jahre 1899 als
praktiſcher Landwirt tätig, wandte
ſich dann der Schriftſtellerei u. Jour-
naliſtik zu und war als Redakteur in
Parchim, ſeit 1900 in Plau, ſeit 1903
in Warnemünde, ſeit 1904 in Roſtock,
ſeit 1908 in Minden in Weſtfalen
und jetzt (1911) in Rudolſtadt tätig.
Er iſt vorwiegend mundartlicher
Dichter, gab auch „John Brinkmans
Dichtungen“ (1903) und „Fritz Reu-
ters ſämtliche Werke“ (1905) heraus.

S:

Toſamſöcht Wor (Gereimtes und
Ungereimtes), 1902. – Kronika van
Roſtock, 1908. – Kronika van Swerin
(vörklönt), 1909.

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[390/0394] Wel Wel Athenäum in Luxemburg, wo er 1889 als Primus das Abiturium beſtand. Er dichtete ſchon damals recht fleißig. Für ſeine ſelbſtbewußte Sicherheit zeugt der Umſtand, daß er den im Abiturium aufgegebenen Aufſatz „Ge- fahren der Vergnügungsſucht für den ſtudierenden Jüngling“ in Diſtichen niederſchrieb. Er bezog 1890 als Student der Philologie die Univer- ſität Löwen (Belgien), 1891 die Sor- bonne in Paris, erwarb 1893 den Doktorgrad und weilte 1893–94 als Lehramtskandidat am Franzöſiſchen Gymnaſium in Berlin und am Gym- naſium in Bonn, worauf er als wiſ- ſenſchaftl. Hilfslehrer am Athenäum in Luxemburg beſchäftigt ward. Als ſolcher 1895 an das Gymnaſium in Diekirch verſetzt, wurde er hier 1897 zum Profeſſor ernannt und 1906 in gleicher Eigenſchaft nach Luxemburg zurückberufen, wo er am Gymnaſium beſonders Deutſch u. Geſchichte lehrt. Sein Beſtreben als Dichter geht da- hin, den heimatlichen Sagen und Ge- ſchichtſtoffen einen, wenn auch nur beſcheidenen Heimatplatz in der deut- ſchen Literatur zu erkämpfen, und er kann in der Tat bis heute als der erſte Luxemburger bezeichnet werden, der, in der Heimat lebend, es ver- mocht hat, in Deutſchland als Schrift- ſteller vorzudringen. S: Frederi Miſtral, der Dichter der Provence (Biogr.-kritiſche Würdigung), 1899. – Siegfried und Meluſine (Dramat. Volksſage), 1900. – Jouſé Rouma- nille (Sein Leben und ſeine Werke), 1899. – Aus alten Tagen (Rz. u. Bn.), 1900. – Griſelinde (Romantiſche D.), 1901. – Theodor Aubanel, ein pro- vençaliſcher Sänger der Schönheit, 1902. – Frühlichter (Dn.), 1. u. 2. A. 1903. – Die Söhne des Öslings (Tr. a. d. Zeit der franz. Revolut.), 1903. 2. A. 1904. – Der Abtrünnige (Tr., als Manuſkr. gedr.), 1905. – Die Dichter der luxemburgiſchen Mund- art (Liter. Plaudereien), 1906. – Lene Frank (Lehrerinnen-Dr.), 1906. – Profeſſor Forſter (Tr.), 1908. – Ge- ſchichte der franzöſiſchen Literatur, 1909. – Jn Staub und Gluten (Neue Ge.), 1909. 2. A. 1910. – Segnungen der Stunde. Aus meinem Wiener Tagebuch (Ge.), 1910. – Krücken ...? (Schauſp., als Manuſkript gedruckt), 1911. – Hohe Sonnentage (Ein Fe- rienbuch aus Provence u. Tuneſien), 1912. *Weltner, Albert Joſeph An- ton, geb. am 6. Novbr. 1855 zu Wien als der Sohn eines Hauptzollamts- Kontrolleurs, kam bald nach ſeiner Geburt nach Salzburg, aber ſchon 1860 nach Wien zurück, erhielt hier ſeinen Unterricht erſt im elterlichen Hauſe, dann im Piariſten-Gymna- ſium auf der Joſephſtadt u. trat 1874 als Rechnungspraktikant bei der Wie- ner Finanz-Landesdirektion in den Staatsdienſt. Jm J. 1878 kam er in gleicher Eigenſchaft in das Reichs- finanzminiſterium und wurde 1881 zum Offizial bei der Generalinten- danz der k. k. Hoftheater ernannt. Gegenwärtig bekleidet er bei derſelben die Stelle eines Archivars. S: Auf den erſten Moment (Lſp.). 1880. – Das Weihegeſchenk des Genius (Feſt- ſpiel), 1882. – Gedichte, 1905. *Weltzien, Otto, geb. am 18. Nov. 1873 in Darze bei Parchim (Mecklen- burg) war bis zum Jahre 1899 als praktiſcher Landwirt tätig, wandte ſich dann der Schriftſtellerei u. Jour- naliſtik zu und war als Redakteur in Parchim, ſeit 1900 in Plau, ſeit 1903 in Warnemünde, ſeit 1904 in Roſtock, ſeit 1908 in Minden in Weſtfalen und jetzt (1911) in Rudolſtadt tätig. Er iſt vorwiegend mundartlicher Dichter, gab auch „John Brinkmans Dichtungen“ (1903) und „Fritz Reu- ters ſämtliche Werke“ (1905) heraus. S: Toſamſöcht Wor (Gereimtes und Ungereimtes), 1902. – Kronika van Roſtock, 1908. – Kronika van Swerin (vörklönt), 1909. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 390. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/394>, abgerufen am 25.03.2019.