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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wel
Welzhofer, Heinrich,

geboren am
6. August 1851 in Donauwörth, Dr.
phil.,
Professor, Privatgelehrter, lebt
(1898) in Wiesbaden, (1900) in Ba-
den-Baden, seit 1905 in Rohrbach
bei Heidelberg.

S:

Kaiser Otto III.
(Dr.), 1902. - Semiramis (Dr.),
1905.

Wenck, Woldemar Bernhard,

geb.
am 9. April 1819 in Leipzig, besuchte
nach mehrjährigem Privatunterricht
das Thomasgymnasium seiner Vater-
stadt und widmete sich 1837-42 an
den Universitäten Leipzig, Berlin u.
Heidelberg dem Studium der Ge-
schichte. Jn den folgenden Jahren
war er vielfach durch Gesundheits-
störungen in seinen Arbeiten gehin-
dert: erst 1851 trat er mit dem Werke
"Das fränkische Reich nach dem Ver-
trage in Verdun" an die Öffentlich-
keit, und 1852 habilitierte er sich an
der Universität Leipzig für Geschichte.
Jm Jahre 1855 wurde er außer-
ordentl. und 1878 ordentl. Honorar-
professor daselbst. Sein Arbeitsge-
biet war in erster Linie das frühere
deutsche Mittelalter, dann auch die
Reformationszeit u. die Zeit Fried-
richs des Großen. Jm Jahre 1902
zog er sich in den Ruhestand zurück,
und am 8. Dezbr. 1905 starb er in
Klitzschen bei Torgau. Außer mehre-
ren historischen Werken veröffentlichte
er

S:

Lose Blätter und leichte Ware
(Ge.), 1877.

Wenckstern, Adolf

von, geb. am
3. Oktbr. 1862 zu Groß-Tippeln in
Ostpreußen, absolvierte das Gymna-
sium 1879 und widmete sich zunächst
dem Militärdienst. Er war 1880-85
aktiver Offizier im Jnfanterie-Reg.
Nr. 34, ging dann nach der Jnsel
Sumatra und lebte hier in Deli bis
1890 als Pflanzer. Heimgekehrt, be-
gann er seine Universitätsstudien in
München, brachte sie in Berlin durch
Promotion zum Dr. phil. zum Ab-
schluß (1893) u. ging dann als Pro-
fessor der Nationalökonomie und Fi-
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Wen
nanzwissenschaft an die Universität
zu Tokio in Japan, wo er bis 1895
blieb. Jm folgenden Jahre habili-
tierte er sich als Privatdozent in
Berlin, wurde 1901 Titular-Pro-
fessor, Ende 1904 außerordentl. Pro-
fessor in Greifswald u. 1906 ordentl.
Professor an der Universität Bres-
lau.

S:

Auf Scholle u. Welle, 1.-3.
A. 1900. - Jst er etwas? (Schsp.),
1902. - Heiligenblut (R.), 1909. -
Jmme (R.), 1910.

*Wenckstern, Otto v.,

entstammte
einer ostpreußischen Adelsfamilie u.
wurde am 25. April 1819 zu Rawitsch
geboren, wo sein Vater, ein Kämpfer
in den Freiheitskriegen, als Haupt-
mann in Garnison stand. Das Re-
giment wurde bald darauf nach
Schweidnitz versetzt, u. hier starb der
Vater bereits 1822, worauf die Witwe
in ihre Heimat an den Rhein zurück-
kehrte und sich 1825 zum zweitenmal,
mit dem Pastor Oelbermann, dem
Vater des Dichters Hugo Oelber-
mann, verheiratete. Otto v. W. war
von Kindheit auf schwächlich u. wurde
deshalb für die Landwirtschaft be-
stimmt, obwohl seine geistige Bega-
bung ihn mehr auf das Studium
hinwies. Er besuchte die landwirt-
schaftliche Lehranstalt in Wiesbaden
u. hatte hier durch den Verkehr mit
englischen Familien Gelegenheit, sich
mit der englischen Sprache und Lite-
ratur vertraut zu machen. Bald trat
auch sein literarischer Beruf in den
Vordergrund. Er studierte eine Zeit-
lang in Bonn, ging dann als Redak-
teur der "Bonner Zeitung" nach El-
berfeld, während er sich privatim
mit verschiedenen Übertragungen aus
dem Englischen und mit andern poe-
tischen Arbeiten befaßte. Durch seine
Verheiratung mit einer jungen rei-
chen Engländerin kam er nach Lon-
don, wo er in der Redaktion der
"Daily News" und später der "Ti-
mes" tätig war, auch im Auftrage
seines Blattes als Berichterstatter

*

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Wel
Welzhofer, Heinrich,

geboren am
6. Auguſt 1851 in Donauwörth, Dr.
phil.,
Profeſſor, Privatgelehrter, lebt
(1898) in Wiesbaden, (1900) in Ba-
den-Baden, ſeit 1905 in Rohrbach
bei Heidelberg.

S:

Kaiſer Otto III.
(Dr.), 1902. – Semiramis (Dr.),
1905.

Wenck, Woldemar Bernhard,

geb.
am 9. April 1819 in Leipzig, beſuchte
nach mehrjährigem Privatunterricht
das Thomasgymnaſium ſeiner Vater-
ſtadt und widmete ſich 1837–42 an
den Univerſitäten Leipzig, Berlin u.
Heidelberg dem Studium der Ge-
ſchichte. Jn den folgenden Jahren
war er vielfach durch Geſundheits-
ſtörungen in ſeinen Arbeiten gehin-
dert: erſt 1851 trat er mit dem Werke
„Das fränkiſche Reich nach dem Ver-
trage in Verdun“ an die Öffentlich-
keit, und 1852 habilitierte er ſich an
der Univerſität Leipzig für Geſchichte.
Jm Jahre 1855 wurde er außer-
ordentl. und 1878 ordentl. Honorar-
profeſſor daſelbſt. Sein Arbeitsge-
biet war in erſter Linie das frühere
deutſche Mittelalter, dann auch die
Reformationszeit u. die Zeit Fried-
richs des Großen. Jm Jahre 1902
zog er ſich in den Ruheſtand zurück,
und am 8. Dezbr. 1905 ſtarb er in
Klitzſchen bei Torgau. Außer mehre-
ren hiſtoriſchen Werken veröffentlichte
er

S:

Loſe Blätter und leichte Ware
(Ge.), 1877.

Wenckſtern, Adolf

von, geb. am
3. Oktbr. 1862 zu Groß-Tippeln in
Oſtpreußen, abſolvierte das Gymna-
ſium 1879 und widmete ſich zunächſt
dem Militärdienſt. Er war 1880–85
aktiver Offizier im Jnfanterie-Reg.
Nr. 34, ging dann nach der Jnſel
Sumatra und lebte hier in Deli bis
1890 als Pflanzer. Heimgekehrt, be-
gann er ſeine Univerſitätsſtudien in
München, brachte ſie in Berlin durch
Promotion zum Dr. phil. zum Ab-
ſchluß (1893) u. ging dann als Pro-
feſſor der Nationalökonomie und Fi-
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Wen
nanzwiſſenſchaft an die Univerſität
zu Tokio in Japan, wo er bis 1895
blieb. Jm folgenden Jahre habili-
tierte er ſich als Privatdozent in
Berlin, wurde 1901 Titular-Pro-
feſſor, Ende 1904 außerordentl. Pro-
feſſor in Greifswald u. 1906 ordentl.
Profeſſor an der Univerſität Bres-
lau.

S:

Auf Scholle u. Welle, 1.–3.
A. 1900. – Jſt er etwas? (Schſp.),
1902. – Heiligenblut (R.), 1909. –
Jmme (R.), 1910.

*Wenckſtern, Otto v.,

entſtammte
einer oſtpreußiſchen Adelsfamilie u.
wurde am 25. April 1819 zu Rawitſch
geboren, wo ſein Vater, ein Kämpfer
in den Freiheitskriegen, als Haupt-
mann in Garniſon ſtand. Das Re-
giment wurde bald darauf nach
Schweidnitz verſetzt, u. hier ſtarb der
Vater bereits 1822, worauf die Witwe
in ihre Heimat an den Rhein zurück-
kehrte und ſich 1825 zum zweitenmal,
mit dem Paſtor Oelbermann, dem
Vater des Dichters Hugo Oelber-
mann, verheiratete. Otto v. W. war
von Kindheit auf ſchwächlich u. wurde
deshalb für die Landwirtſchaft be-
ſtimmt, obwohl ſeine geiſtige Bega-
bung ihn mehr auf das Studium
hinwies. Er beſuchte die landwirt-
ſchaftliche Lehranſtalt in Wiesbaden
u. hatte hier durch den Verkehr mit
engliſchen Familien Gelegenheit, ſich
mit der engliſchen Sprache und Lite-
ratur vertraut zu machen. Bald trat
auch ſein literariſcher Beruf in den
Vordergrund. Er ſtudierte eine Zeit-
lang in Bonn, ging dann als Redak-
teur der „Bonner Zeitung“ nach El-
berfeld, während er ſich privatim
mit verſchiedenen Übertragungen aus
dem Engliſchen und mit andern poe-
tiſchen Arbeiten befaßte. Durch ſeine
Verheiratung mit einer jungen rei-
chen Engländerin kam er nach Lon-
don, wo er in der Redaktion der
„Daily News“ und ſpäter der „Ti-
mes“ tätig war, auch im Auftrage
ſeines Blattes als Berichterſtatter

*
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[391/0395] Wel Wen Welzhofer, Heinrich, geboren am 6. Auguſt 1851 in Donauwörth, Dr. phil., Profeſſor, Privatgelehrter, lebt (1898) in Wiesbaden, (1900) in Ba- den-Baden, ſeit 1905 in Rohrbach bei Heidelberg. S: Kaiſer Otto III. (Dr.), 1902. – Semiramis (Dr.), 1905. Wenck, Woldemar Bernhard, geb. am 9. April 1819 in Leipzig, beſuchte nach mehrjährigem Privatunterricht das Thomasgymnaſium ſeiner Vater- ſtadt und widmete ſich 1837–42 an den Univerſitäten Leipzig, Berlin u. Heidelberg dem Studium der Ge- ſchichte. Jn den folgenden Jahren war er vielfach durch Geſundheits- ſtörungen in ſeinen Arbeiten gehin- dert: erſt 1851 trat er mit dem Werke „Das fränkiſche Reich nach dem Ver- trage in Verdun“ an die Öffentlich- keit, und 1852 habilitierte er ſich an der Univerſität Leipzig für Geſchichte. Jm Jahre 1855 wurde er außer- ordentl. und 1878 ordentl. Honorar- profeſſor daſelbſt. Sein Arbeitsge- biet war in erſter Linie das frühere deutſche Mittelalter, dann auch die Reformationszeit u. die Zeit Fried- richs des Großen. Jm Jahre 1902 zog er ſich in den Ruheſtand zurück, und am 8. Dezbr. 1905 ſtarb er in Klitzſchen bei Torgau. Außer mehre- ren hiſtoriſchen Werken veröffentlichte er S: Loſe Blätter und leichte Ware (Ge.), 1877. Wenckſtern, Adolf von, geb. am 3. Oktbr. 1862 zu Groß-Tippeln in Oſtpreußen, abſolvierte das Gymna- ſium 1879 und widmete ſich zunächſt dem Militärdienſt. Er war 1880–85 aktiver Offizier im Jnfanterie-Reg. Nr. 34, ging dann nach der Jnſel Sumatra und lebte hier in Deli bis 1890 als Pflanzer. Heimgekehrt, be- gann er ſeine Univerſitätsſtudien in München, brachte ſie in Berlin durch Promotion zum Dr. phil. zum Ab- ſchluß (1893) u. ging dann als Pro- feſſor der Nationalökonomie und Fi- nanzwiſſenſchaft an die Univerſität zu Tokio in Japan, wo er bis 1895 blieb. Jm folgenden Jahre habili- tierte er ſich als Privatdozent in Berlin, wurde 1901 Titular-Pro- feſſor, Ende 1904 außerordentl. Pro- feſſor in Greifswald u. 1906 ordentl. Profeſſor an der Univerſität Bres- lau. S: Auf Scholle u. Welle, 1.–3. A. 1900. – Jſt er etwas? (Schſp.), 1902. – Heiligenblut (R.), 1909. – Jmme (R.), 1910. *Wenckſtern, Otto v., entſtammte einer oſtpreußiſchen Adelsfamilie u. wurde am 25. April 1819 zu Rawitſch geboren, wo ſein Vater, ein Kämpfer in den Freiheitskriegen, als Haupt- mann in Garniſon ſtand. Das Re- giment wurde bald darauf nach Schweidnitz verſetzt, u. hier ſtarb der Vater bereits 1822, worauf die Witwe in ihre Heimat an den Rhein zurück- kehrte und ſich 1825 zum zweitenmal, mit dem Paſtor Oelbermann, dem Vater des Dichters Hugo Oelber- mann, verheiratete. Otto v. W. war von Kindheit auf ſchwächlich u. wurde deshalb für die Landwirtſchaft be- ſtimmt, obwohl ſeine geiſtige Bega- bung ihn mehr auf das Studium hinwies. Er beſuchte die landwirt- ſchaftliche Lehranſtalt in Wiesbaden u. hatte hier durch den Verkehr mit engliſchen Familien Gelegenheit, ſich mit der engliſchen Sprache und Lite- ratur vertraut zu machen. Bald trat auch ſein literariſcher Beruf in den Vordergrund. Er ſtudierte eine Zeit- lang in Bonn, ging dann als Redak- teur der „Bonner Zeitung“ nach El- berfeld, während er ſich privatim mit verſchiedenen Übertragungen aus dem Engliſchen und mit andern poe- tiſchen Arbeiten befaßte. Durch ſeine Verheiratung mit einer jungen rei- chen Engländerin kam er nach Lon- don, wo er in der Redaktion der „Daily News“ und ſpäter der „Ti- mes“ tätig war, auch im Auftrage ſeines Blattes als Berichterſtatter *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 391. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/395>, abgerufen am 18.03.2019.