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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wen
1854 nach der Krim u. 1861 zur Krö-
nung des Königs von Preußen nach
Königsberg ging. Außerdem war er
literarisch äußerst tätig und mehrere
Werke in englischer Sprache entstamm-
ten seiner Feder. Seine schwache Ge-
sundheit veranlaßte ihn schließlich,
ein wärmeres Klima aufzusuchen, u.
so übernahm er die Redaktion einer
Zeitung in Port of Spain auf der
Jnsel Trinidad. Hier wurde er am
4. Aug. 1869 vom gelben Fieber da-
hingerafft.

S:

Polenlieder, 1843. -
Gedichte, 1845.

*Wendebourg, Wilhelm,

geb.
am 21. Januar 1856 in Lewe-Lieben-
burg, einem an den nördlichen Vor-
bergen des Harzes schöngelegenen
Doppeldorfe der Provinz Hannover,
u. verlebte im elterlichen Hause eine
glückliche Kindheit. Sein Vater, Her-
mann W., (+ 1898) Pastor daselbst,
hat sich durch sein "Liederleben der
evangelischen Kirche, eine Auswahl
aus ihren Gesängen" (1852) seiner-
zeit in weiteren Kreisen bekannt ge-
macht. Er unterrichtete in der von
ihm geleiteten Privatschule in Ver-
bindung mit Hauslehrern seine Söhne
bis zu deren Konfirmation, und so
trat auch Wilhelm W. erst Ostern
1870 in die Sekunda des Gymna-
siums zu Wolfenbüttel ein, das da-
mals unter der Leitung des bekann-
ten Direktors F. v. Heinemann (s. d.!)
stand. Nachdem er hier Ostern 1874
die Reifeprüfung bestanden, nahm er
zunächst eine Lehrerstelle an der Pri-
vatschule in Fallersleben an, dem
Geburtsorte seiner Mutter, einer
Nichte des Dichters Hoffmann von
Fallersleben, und bezog Ostern 1876
die Universität Göttingen, an der er
drei Semester Theologie studierte, um
danach dieses Studium durch weitere
drei Semester in Tübingen u. Leipzig
fortzusetzen. Eine Unterbrechung er-
litt die Studienzeit durch einen halb-
jährigen Aufenthalt im nördlichen
Schleswig, wo W. während des Win-
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Wen
ters 1876-77 in Vertretung eines
Kandidaten eine Hauslehrerstelle be-
kleidete. Nach Ablegung des ersten
theolog. Examens (Mich. 1879) wurde
W. Rektor an der sechsklassigen Volks-
schule in Sulingen, mit der eine ge-
hobene Abteilung verbunden ist, be-
stand im Sommer 1882 die zweite
theolog. Prüfung und wurde gegen
Ende d. J. als Pastor in Varrel bei
Sulingen eingeführt, wo er bis zum
Oktbr. 1891 verblieb. Seitdem steht
er als Pfarrer in Klein-Mahner bei
Liebenburg im Amte u. gibt seit 1895
auch das "Hannoversche Missions-
blatt" heraus.

S:

Draußen und da-
heim (Ge.), 1908.

*Wendel(-Schratz), Adelheid v.,


geb. am 9. Novbr. 1843 in Ansbach
(Bayern) als Tochter des Reg.-Rats
Wilhelm Matthias Schratz, erhielt
ihre Erziehung durch ihre vorzüg-
lichen, feingebildeten Eltern und ihre
Schulbildung in Erlangen, wo der
Vater seit 1848 die Stelle eines Stadt-
kommissärs und Polizeidirektors über
Stadt u. Universität bekleidete. Sie
entwickelte sich zu einem außerordent-
lich begabten, lebhaft schaffenden Geist
auf dem Gebiete der Malerei u. der
einzig in ihrer Art dastehenden Kunst-
arbeiten. Jm J. 1870 vermählte sie
sich mit dem Sohne des damaligen
Regierungsdirektors von Wendel, der
aber bereits 1885 als königl. Rent-
amtmann in Öttingen am Ries starb.
Sie siedelte später nach Augsburg
über, wo ihre einzige Schwester Senna
Scheler (s. d.!) lebte, und als diese
1907 Witwe geworden war, nahmen
beide ihren Wohnsitz in dem bekann-
ten Badeorte Aibling (1909). Hier
starb Adelheid, die schon seit längerer
Zeit leidend war und aufs treueste
von ihrer Schwester gepflegt wurde,
am 18. Novbr. 1911.

S:

Trockene
Blumen (Ge.), 1893. - Aus Herz und
Welt (Ge.), 1896.

Wendelin, R.,

Pseud. für Eugen
Hermann von Dedenroth; s. d.!

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Wen
1854 nach der Krim u. 1861 zur Krö-
nung des Königs von Preußen nach
Königsberg ging. Außerdem war er
literariſch äußerſt tätig und mehrere
Werke in engliſcher Sprache entſtamm-
ten ſeiner Feder. Seine ſchwache Ge-
ſundheit veranlaßte ihn ſchließlich,
ein wärmeres Klima aufzuſuchen, u.
ſo übernahm er die Redaktion einer
Zeitung in Port of Spain auf der
Jnſel Trinidad. Hier wurde er am
4. Aug. 1869 vom gelben Fieber da-
hingerafft.

S:

Polenlieder, 1843. –
Gedichte, 1845.

*Wendebourg, Wilhelm,

geb.
am 21. Januar 1856 in Lewe-Lieben-
burg, einem an den nördlichen Vor-
bergen des Harzes ſchöngelegenen
Doppeldorfe der Provinz Hannover,
u. verlebte im elterlichen Hauſe eine
glückliche Kindheit. Sein Vater, Her-
mann W., († 1898) Paſtor daſelbſt,
hat ſich durch ſein „Liederleben der
evangeliſchen Kirche, eine Auswahl
aus ihren Geſängen“ (1852) ſeiner-
zeit in weiteren Kreiſen bekannt ge-
macht. Er unterrichtete in der von
ihm geleiteten Privatſchule in Ver-
bindung mit Hauslehrern ſeine Söhne
bis zu deren Konfirmation, und ſo
trat auch Wilhelm W. erſt Oſtern
1870 in die Sekunda des Gymna-
ſiums zu Wolfenbüttel ein, das da-
mals unter der Leitung des bekann-
ten Direktors F. v. Heinemann (ſ. d.!)
ſtand. Nachdem er hier Oſtern 1874
die Reifeprüfung beſtanden, nahm er
zunächſt eine Lehrerſtelle an der Pri-
vatſchule in Fallersleben an, dem
Geburtsorte ſeiner Mutter, einer
Nichte des Dichters Hoffmann von
Fallersleben, und bezog Oſtern 1876
die Univerſität Göttingen, an der er
drei Semeſter Theologie ſtudierte, um
danach dieſes Studium durch weitere
drei Semeſter in Tübingen u. Leipzig
fortzuſetzen. Eine Unterbrechung er-
litt die Studienzeit durch einen halb-
jährigen Aufenthalt im nördlichen
Schleswig, wo W. während des Win-
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Wen
ters 1876–77 in Vertretung eines
Kandidaten eine Hauslehrerſtelle be-
kleidete. Nach Ablegung des erſten
theolog. Examens (Mich. 1879) wurde
W. Rektor an der ſechsklaſſigen Volks-
ſchule in Sulingen, mit der eine ge-
hobene Abteilung verbunden iſt, be-
ſtand im Sommer 1882 die zweite
theolog. Prüfung und wurde gegen
Ende d. J. als Paſtor in Varrel bei
Sulingen eingeführt, wo er bis zum
Oktbr. 1891 verblieb. Seitdem ſteht
er als Pfarrer in Klein-Mahner bei
Liebenburg im Amte u. gibt ſeit 1895
auch das „Hannoverſche Miſſions-
blatt“ heraus.

S:

Draußen und da-
heim (Ge.), 1908.

*Wendel(-Schratz), Adelheid v.,


geb. am 9. Novbr. 1843 in Ansbach
(Bayern) als Tochter des Reg.-Rats
Wilhelm Matthias Schratz, erhielt
ihre Erziehung durch ihre vorzüg-
lichen, feingebildeten Eltern und ihre
Schulbildung in Erlangen, wo der
Vater ſeit 1848 die Stelle eines Stadt-
kommiſſärs und Polizeidirektors über
Stadt u. Univerſität bekleidete. Sie
entwickelte ſich zu einem außerordent-
lich begabten, lebhaft ſchaffenden Geiſt
auf dem Gebiete der Malerei u. der
einzig in ihrer Art daſtehenden Kunſt-
arbeiten. Jm J. 1870 vermählte ſie
ſich mit dem Sohne des damaligen
Regierungsdirektors von Wendel, der
aber bereits 1885 als königl. Rent-
amtmann in Öttingen am Ries ſtarb.
Sie ſiedelte ſpäter nach Augsburg
über, wo ihre einzige Schweſter Senna
Scheler (ſ. d.!) lebte, und als dieſe
1907 Witwe geworden war, nahmen
beide ihren Wohnſitz in dem bekann-
ten Badeorte Aibling (1909). Hier
ſtarb Adelheid, die ſchon ſeit längerer
Zeit leidend war und aufs treueſte
von ihrer Schweſter gepflegt wurde,
am 18. Novbr. 1911.

S:

Trockene
Blumen (Ge.), 1893. – Aus Herz und
Welt (Ge.), 1896.

Wendelin, R.,

Pſeud. für Eugen
Hermann von Dedenroth; ſ. d.!

*
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[392/0396] Wen Wen 1854 nach der Krim u. 1861 zur Krö- nung des Königs von Preußen nach Königsberg ging. Außerdem war er literariſch äußerſt tätig und mehrere Werke in engliſcher Sprache entſtamm- ten ſeiner Feder. Seine ſchwache Ge- ſundheit veranlaßte ihn ſchließlich, ein wärmeres Klima aufzuſuchen, u. ſo übernahm er die Redaktion einer Zeitung in Port of Spain auf der Jnſel Trinidad. Hier wurde er am 4. Aug. 1869 vom gelben Fieber da- hingerafft. S: Polenlieder, 1843. – Gedichte, 1845. *Wendebourg, Wilhelm, geb. am 21. Januar 1856 in Lewe-Lieben- burg, einem an den nördlichen Vor- bergen des Harzes ſchöngelegenen Doppeldorfe der Provinz Hannover, u. verlebte im elterlichen Hauſe eine glückliche Kindheit. Sein Vater, Her- mann W., († 1898) Paſtor daſelbſt, hat ſich durch ſein „Liederleben der evangeliſchen Kirche, eine Auswahl aus ihren Geſängen“ (1852) ſeiner- zeit in weiteren Kreiſen bekannt ge- macht. Er unterrichtete in der von ihm geleiteten Privatſchule in Ver- bindung mit Hauslehrern ſeine Söhne bis zu deren Konfirmation, und ſo trat auch Wilhelm W. erſt Oſtern 1870 in die Sekunda des Gymna- ſiums zu Wolfenbüttel ein, das da- mals unter der Leitung des bekann- ten Direktors F. v. Heinemann (ſ. d.!) ſtand. Nachdem er hier Oſtern 1874 die Reifeprüfung beſtanden, nahm er zunächſt eine Lehrerſtelle an der Pri- vatſchule in Fallersleben an, dem Geburtsorte ſeiner Mutter, einer Nichte des Dichters Hoffmann von Fallersleben, und bezog Oſtern 1876 die Univerſität Göttingen, an der er drei Semeſter Theologie ſtudierte, um danach dieſes Studium durch weitere drei Semeſter in Tübingen u. Leipzig fortzuſetzen. Eine Unterbrechung er- litt die Studienzeit durch einen halb- jährigen Aufenthalt im nördlichen Schleswig, wo W. während des Win- ters 1876–77 in Vertretung eines Kandidaten eine Hauslehrerſtelle be- kleidete. Nach Ablegung des erſten theolog. Examens (Mich. 1879) wurde W. Rektor an der ſechsklaſſigen Volks- ſchule in Sulingen, mit der eine ge- hobene Abteilung verbunden iſt, be- ſtand im Sommer 1882 die zweite theolog. Prüfung und wurde gegen Ende d. J. als Paſtor in Varrel bei Sulingen eingeführt, wo er bis zum Oktbr. 1891 verblieb. Seitdem ſteht er als Pfarrer in Klein-Mahner bei Liebenburg im Amte u. gibt ſeit 1895 auch das „Hannoverſche Miſſions- blatt“ heraus. S: Draußen und da- heim (Ge.), 1908. *Wendel(-Schratz), Adelheid v., geb. am 9. Novbr. 1843 in Ansbach (Bayern) als Tochter des Reg.-Rats Wilhelm Matthias Schratz, erhielt ihre Erziehung durch ihre vorzüg- lichen, feingebildeten Eltern und ihre Schulbildung in Erlangen, wo der Vater ſeit 1848 die Stelle eines Stadt- kommiſſärs und Polizeidirektors über Stadt u. Univerſität bekleidete. Sie entwickelte ſich zu einem außerordent- lich begabten, lebhaft ſchaffenden Geiſt auf dem Gebiete der Malerei u. der einzig in ihrer Art daſtehenden Kunſt- arbeiten. Jm J. 1870 vermählte ſie ſich mit dem Sohne des damaligen Regierungsdirektors von Wendel, der aber bereits 1885 als königl. Rent- amtmann in Öttingen am Ries ſtarb. Sie ſiedelte ſpäter nach Augsburg über, wo ihre einzige Schweſter Senna Scheler (ſ. d.!) lebte, und als dieſe 1907 Witwe geworden war, nahmen beide ihren Wohnſitz in dem bekann- ten Badeorte Aibling (1909). Hier ſtarb Adelheid, die ſchon ſeit längerer Zeit leidend war und aufs treueſte von ihrer Schweſter gepflegt wurde, am 18. Novbr. 1911. S: Trockene Blumen (Ge.), 1893. – Aus Herz und Welt (Ge.), 1896. Wendelin, R., Pſeud. für Eugen Hermann von Dedenroth; ſ. d.! *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 392. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/396>, abgerufen am 20.03.2019.