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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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tert, für die "Hausblätter" Reisebil-
der und amerikanische Novelletten zu
schreiben. Jm Jahre 1869 siedelte
er endlich nach Mannheim über, wo
er viele Jahre als Sprachlehrer lebte.
Eine Broschüre über "Kaspar Hau-
ser", worin er seine Forschungen über
dieses immer noch unenthüllte Ge-
heimnis niederlegte, hatte seine Aus-
weisung aus Baden zur Folge, wor-
auf er, obgleich krank u. schwach, sich
nach Frankfurt a. M. begab. Hier
starb er 1881 in großer Dürftigkeit.

S:

Der falsche Erbe (R.); II, 1868. -
Amerikanische Novellen, 1878. Neue
Folge, 1879. - Des Dämons Ver-
mächtnis (Hist. R.); II, 1878. - Die
Gottesgeißel (Histor. R.); II, 1879.
- Reisebilder, 1878. - Eßbukett (Stim-
mungsbilder, mit E. M. Vacano),
1879. - Schattenbilder a. d. Geister-
welt (Nn.), 1881.

*Wickede, Julius von,

wurde am
11. Juli 1819 zu Schwerin in Meck-
lenburg als der Sohn eines Ober-
forstmeisters geboren, erhielt seinen
ersten Unterricht von Hauslehrern u.
auf dem Gymnasium in Schwerin,
besuchte von 1833-35 die berühmte
Blochmannsche Erziehungsanstalt in
Dresden und trat im Frühjahr 1836
als Regimentskadett in das österrei-
chische Dragonerregiment Erzherzog
Johann und kam mit demselben auf
Märschen viel umher. Von 1839-42
war er Fähnrich und Leutnant in
einem mecklenburgischen Dragoner-
regiment, nahm dann seinen Abschied
und hörte von 1844-46 in München
u. Heidelberg Collegia über Geschichte
u. Staatswissenschaften. Jm letztge-
nannten Jahre wurde er Mitarbei-
ter der "Allgemeinen Zeitung" in
Augsburg, des "Morgenblatts" in
Stuttgart, der "Deutschen Viertel-
jahrsschrift", des "Hamburger Kor-
respondenten" etc., ging 1848 als Be-
richterstatter über das deutsche Par-
lament nach Frankfurt a. M., nahm
1849-50 als Brigadeadjutant in der
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schleswig-holsteinschen Armee an den
Feldzügen gegen Dänemark teil und
diente 1851 als Volontäroffizier bei
den französischen Chasseurs d'Afrique
in Algier. Von 1853-55 weilte er
als Berichterstatter für englische
Blätter in der Krim und beim türki-
schen Heer an der Donau, unternahm
von 1855-59 weite militärische Rei-
sen in Spanien, Portugal, Jtalien,
Frankreich, den Orient etc. und trat
dann wieder in mecklenburg. Dienste,
in denen er als Rittmeister die Schwa-
dron der Feldgendarmerie befehligte.
Die politischen Ereignisse in Jtalien
ließen ihn aber nicht lange ruhen. Er
eilte 1860 dorthin, schloß sich hier zu-
erst im Kirchenstaate dem General
Lamoriciere und 1861 in Sizilien u.
Calabrien den italienischen Truppen
gegen Garibaldi an, eilte von hier
1862 nach Serbien, Bosnien und der
Herzegowina und stand 1864 bereits
wieder als Berichterstatter der "Köl-
nischen Zeitung" bei den preußischen
Truppen in Schleswig-Holstein. Als
solcher befand er sich auch im böhmi-
schen Feldzuge von 1866 im Haupt-
quartier des Generals Moltke und
1870-71 bei den deutschen Truppen
in Frankreich. Seit 1867 hatte er
seinen Wohnsitz in Gotha u. seit 1874
in Schwerin. Hier starb er am 22.
März 1896.

S:

Aus dem Leben eines
Touristen, 1852. - Bilder aus dem
Kriegsleben, 1853. - Preußische Hu-
sarengeschichten; III, 1853. - Aus dem
Süden, 1853. - Ein Soldatenleben
(Erinnerungen); III, 1854. - Die
Soldaten Friedrichs des Großen
(Preuß. Soldatengeschn.); IV, 1854. -
Erzählungen eines österr. Veteranen;
III, 1885. - Der Sohn des Regiments
(Österr. Soldatengesch.); IV, 1855
bis 1856. - Memoiren eines Legiti-
misten, 1858. - Ein deutsches Reiter-
leben; III, 1861. - Der lange Jsaak
(R.); III, 1863. - Ein deutscher Lands-
knecht der neuesten Zeit; III, 1864. -
Aus dem Tagebuche eines französ.

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Wick
tert, für die „Hausblätter“ Reiſebil-
der und amerikaniſche Novelletten zu
ſchreiben. Jm Jahre 1869 ſiedelte
er endlich nach Mannheim über, wo
er viele Jahre als Sprachlehrer lebte.
Eine Broſchüre über „Kaſpar Hau-
ſer“, worin er ſeine Forſchungen über
dieſes immer noch unenthüllte Ge-
heimnis niederlegte, hatte ſeine Aus-
weiſung aus Baden zur Folge, wor-
auf er, obgleich krank u. ſchwach, ſich
nach Frankfurt a. M. begab. Hier
ſtarb er 1881 in großer Dürftigkeit.

S:

Der falſche Erbe (R.); II, 1868. –
Amerikaniſche Novellen, 1878. Neue
Folge, 1879. – Des Dämons Ver-
mächtnis (Hiſt. R.); II, 1878. – Die
Gottesgeißel (Hiſtor. R.); II, 1879.
– Reiſebilder, 1878. – Eßbukett (Stim-
mungsbilder, mit E. M. Vacano),
1879. – Schattenbilder a. d. Geiſter-
welt (Nn.), 1881.

*Wickede, Julius von,

wurde am
11. Juli 1819 zu Schwerin in Meck-
lenburg als der Sohn eines Ober-
forſtmeiſters geboren, erhielt ſeinen
erſten Unterricht von Hauslehrern u.
auf dem Gymnaſium in Schwerin,
beſuchte von 1833–35 die berühmte
Blochmannſche Erziehungsanſtalt in
Dresden und trat im Frühjahr 1836
als Regimentskadett in das öſterrei-
chiſche Dragonerregiment Erzherzog
Johann und kam mit demſelben auf
Märſchen viel umher. Von 1839–42
war er Fähnrich und Leutnant in
einem mecklenburgiſchen Dragoner-
regiment, nahm dann ſeinen Abſchied
und hörte von 1844–46 in München
u. Heidelberg Collegia über Geſchichte
u. Staatswiſſenſchaften. Jm letztge-
nannten Jahre wurde er Mitarbei-
ter der „Allgemeinen Zeitung“ in
Augsburg, des „Morgenblatts“ in
Stuttgart, der „Deutſchen Viertel-
jahrsſchrift“, des „Hamburger Kor-
reſpondenten“ ꝛc., ging 1848 als Be-
richterſtatter über das deutſche Par-
lament nach Frankfurt a. M., nahm
1849–50 als Brigadeadjutant in der
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Wick
ſchleswig-holſteinſchen Armee an den
Feldzügen gegen Dänemark teil und
diente 1851 als Volontäroffizier bei
den franzöſiſchen Chaſſeurs d’Afrique
in Algier. Von 1853–55 weilte er
als Berichterſtatter für engliſche
Blätter in der Krim und beim türki-
ſchen Heer an der Donau, unternahm
von 1855–59 weite militäriſche Rei-
ſen in Spanien, Portugal, Jtalien,
Frankreich, den Orient ꝛc. und trat
dann wieder in mecklenburg. Dienſte,
in denen er als Rittmeiſter die Schwa-
dron der Feldgendarmerie befehligte.
Die politiſchen Ereigniſſe in Jtalien
ließen ihn aber nicht lange ruhen. Er
eilte 1860 dorthin, ſchloß ſich hier zu-
erſt im Kirchenſtaate dem General
Lamoricière und 1861 in Sizilien u.
Calabrien den italieniſchen Truppen
gegen Garibaldi an, eilte von hier
1862 nach Serbien, Bosnien und der
Herzegowina und ſtand 1864 bereits
wieder als Berichterſtatter der „Köl-
niſchen Zeitung“ bei den preußiſchen
Truppen in Schleswig-Holſtein. Als
ſolcher befand er ſich auch im böhmi-
ſchen Feldzuge von 1866 im Haupt-
quartier des Generals Moltke und
1870–71 bei den deutſchen Truppen
in Frankreich. Seit 1867 hatte er
ſeinen Wohnſitz in Gotha u. ſeit 1874
in Schwerin. Hier ſtarb er am 22.
März 1896.

S:

Aus dem Leben eines
Touriſten, 1852. – Bilder aus dem
Kriegsleben, 1853. – Preußiſche Hu-
ſarengeſchichten; III, 1853. – Aus dem
Süden, 1853. – Ein Soldatenleben
(Erinnerungen); III, 1854. – Die
Soldaten Friedrichs des Großen
(Preuß. Soldatengeſchn.); IV, 1854. –
Erzählungen eines öſterr. Veteranen;
III, 1885. – Der Sohn des Regiments
(Öſterr. Soldatengeſch.); IV, 1855
bis 1856. – Memoiren eines Legiti-
miſten, 1858. – Ein deutſches Reiter-
leben; III, 1861. – Der lange Jſaak
(R.); III, 1863. – Ein deutſcher Lands-
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Aus dem Tagebuche eines franzöſ.

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[425/0429] Wick Wick tert, für die „Hausblätter“ Reiſebil- der und amerikaniſche Novelletten zu ſchreiben. Jm Jahre 1869 ſiedelte er endlich nach Mannheim über, wo er viele Jahre als Sprachlehrer lebte. Eine Broſchüre über „Kaſpar Hau- ſer“, worin er ſeine Forſchungen über dieſes immer noch unenthüllte Ge- heimnis niederlegte, hatte ſeine Aus- weiſung aus Baden zur Folge, wor- auf er, obgleich krank u. ſchwach, ſich nach Frankfurt a. M. begab. Hier ſtarb er 1881 in großer Dürftigkeit. S: Der falſche Erbe (R.); II, 1868. – Amerikaniſche Novellen, 1878. Neue Folge, 1879. – Des Dämons Ver- mächtnis (Hiſt. R.); II, 1878. – Die Gottesgeißel (Hiſtor. R.); II, 1879. – Reiſebilder, 1878. – Eßbukett (Stim- mungsbilder, mit E. M. Vacano), 1879. – Schattenbilder a. d. Geiſter- welt (Nn.), 1881. *Wickede, Julius von, wurde am 11. Juli 1819 zu Schwerin in Meck- lenburg als der Sohn eines Ober- forſtmeiſters geboren, erhielt ſeinen erſten Unterricht von Hauslehrern u. auf dem Gymnaſium in Schwerin, beſuchte von 1833–35 die berühmte Blochmannſche Erziehungsanſtalt in Dresden und trat im Frühjahr 1836 als Regimentskadett in das öſterrei- chiſche Dragonerregiment Erzherzog Johann und kam mit demſelben auf Märſchen viel umher. Von 1839–42 war er Fähnrich und Leutnant in einem mecklenburgiſchen Dragoner- regiment, nahm dann ſeinen Abſchied und hörte von 1844–46 in München u. Heidelberg Collegia über Geſchichte u. Staatswiſſenſchaften. Jm letztge- nannten Jahre wurde er Mitarbei- ter der „Allgemeinen Zeitung“ in Augsburg, des „Morgenblatts“ in Stuttgart, der „Deutſchen Viertel- jahrsſchrift“, des „Hamburger Kor- reſpondenten“ ꝛc., ging 1848 als Be- richterſtatter über das deutſche Par- lament nach Frankfurt a. M., nahm 1849–50 als Brigadeadjutant in der ſchleswig-holſteinſchen Armee an den Feldzügen gegen Dänemark teil und diente 1851 als Volontäroffizier bei den franzöſiſchen Chaſſeurs d’Afrique in Algier. Von 1853–55 weilte er als Berichterſtatter für engliſche Blätter in der Krim und beim türki- ſchen Heer an der Donau, unternahm von 1855–59 weite militäriſche Rei- ſen in Spanien, Portugal, Jtalien, Frankreich, den Orient ꝛc. und trat dann wieder in mecklenburg. Dienſte, in denen er als Rittmeiſter die Schwa- dron der Feldgendarmerie befehligte. Die politiſchen Ereigniſſe in Jtalien ließen ihn aber nicht lange ruhen. Er eilte 1860 dorthin, ſchloß ſich hier zu- erſt im Kirchenſtaate dem General Lamoricière und 1861 in Sizilien u. Calabrien den italieniſchen Truppen gegen Garibaldi an, eilte von hier 1862 nach Serbien, Bosnien und der Herzegowina und ſtand 1864 bereits wieder als Berichterſtatter der „Köl- niſchen Zeitung“ bei den preußiſchen Truppen in Schleswig-Holſtein. Als ſolcher befand er ſich auch im böhmi- ſchen Feldzuge von 1866 im Haupt- quartier des Generals Moltke und 1870–71 bei den deutſchen Truppen in Frankreich. Seit 1867 hatte er ſeinen Wohnſitz in Gotha u. ſeit 1874 in Schwerin. Hier ſtarb er am 22. März 1896. S: Aus dem Leben eines Touriſten, 1852. – Bilder aus dem Kriegsleben, 1853. – Preußiſche Hu- ſarengeſchichten; III, 1853. – Aus dem Süden, 1853. – Ein Soldatenleben (Erinnerungen); III, 1854. – Die Soldaten Friedrichs des Großen (Preuß. Soldatengeſchn.); IV, 1854. – Erzählungen eines öſterr. Veteranen; III, 1885. – Der Sohn des Regiments (Öſterr. Soldatengeſch.); IV, 1855 bis 1856. – Memoiren eines Legiti- miſten, 1858. – Ein deutſches Reiter- leben; III, 1861. – Der lange Jſaak (R.); III, 1863. – Ein deutſcher Lands- knecht der neueſten Zeit; III, 1864. – Aus dem Tagebuche eines franzöſ. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 425. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/429>, abgerufen am 18.03.2019.