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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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kräften bedient wird. Seit 1892 ge-
hörte W. dem "Deutschen Freidenker-
bunde" als Vorstandsmitglied an u.
leitete dessen Bundesblatt "Der Frei-
denker". W. hat seit 1896 seinen
Wohnsitz in dem Berliner Vororte
Friedrichshagen und verwendet die
Wintermonate zu ausgedehnten Vor-
tragsreisen. Außer einer Reihe sozia-
ler und pädagogischer Schriften ver-
öffentlichte er

S:

Einsiedler und Ge-
nosse (Sozial. Ge. nebst e. Vorspiel),
1891. - Einsiedlerkunst aus der Kie-
fernheide (Ge.), 1897. - Offenbarun-
gen des Wacholderbaumes (R. eines
Allsehers); II, 1900-01. 2. A. 1903.
- Romantische Märchen, 1902. - Der
heilige Hain (Ausgew. Ge.), 1908. -
Die Abendburg (Preisgekr. R.), 1909.
- Unsere großen Dichter und Schätze
aus ihren Werken (Ein Hausbuch f.
d. deutsche Volk); IV, 1910 ff. - Die
Weltdichter fremder Zungen u. Schätze
aus ihren Werken in deutscher Nach-
dichtung; II, 1912.

*Wille, Eliza,

die Tochter eines
Engländers, des im Jahre 1867 ver-
storbenen Reeders R. M. Sloman,
u. einer deutschen Mutter, wurde am
9. März 1809 zu Jtzehoe in Holstein
geboren und erwuchs zu Hamburg in
den glücklichsten, ihren seltenen An-
lagen u. dem feurigen Streben ihres
Geistes volle Entwicklung gewähren-
den Verhältnissen. Unter den Reisen,
die ihre Bildung und Anschauung be-
reicherten, war wohl die nach Paris
die wichtigste; sie vermittelte dort die
Freundschaft mit Börne. Eliza ver-
mählte sich 1845 mit Dr. Francois
Wille, einem durch lebensvolle
Kühnheit u. geniale Unmittelbarkeit
des Seins hervorragenden Manne,
der, während der politischen Gä-
rungszeit von 1833-50 als geistvoller
Journalist ehrenvoll bekannt, in Ham-
burg u. Holstein eine politische Rolle
spielte. Jm Jahre 1851 verließ die
Familie Hamburg u. lebte seitdem auf
ihrem Gute Mariafeld am Züricher-
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Wil
see in angenehmen und beglückenden
Verhältnissen. Jhr Haus wurde der
Sammelplatz aller einheimischen und
deutschen Berühmtheiten, die sich dort
während der nächsten Jahrzehnte
längere oder kürzere Zeit aufhielten.
Herwegh, Lißt, Mommsen, Mole-
schott, Köchly, Rüstow, Gottfried Kel-
ler, Kinkel, Semper, die Gräfin Pla-
ter u. v. a. gaben sich in Elizas Hause
ein Stelldichein. Richard Wagner, der
die gastliche Stätte 1852 zuerst be-
trat, fand seit Beginn seiner Not
(1864) monatelang in Mariafeld die
aufopferndste Gastfreundschaft. Seine
"Briefe" an Eliza W. wurden 1894
von dem Gatten der letzteren ver-
öffentlicht. Auch Konrad Ferdinand
Meyer war von 1866 bis zu seiner
Verheiratung 1875 der häufigste Gast
daselbst. Eliza W. starb am 23. Dezbr.
1893.

S:

Der Sang des fremden
Sängers (Eine Phantasie), 1835. -
Dichtungen, 1836. - Felicitas (R.);
II, 1850. - Johannes Olaf (R.); III,
1871. - Stilleben in bewegter Zeit
(R.); III, 1878.

Wille, Hellmuth,

Pseud. für Paul
Blumenreich;
s. d.!

*Wille, Johannes,

geb. am 7. April
1855 in Axien bei Torgau, widmete
sich auf der Universität Halle dem
Studium der Literatur, Kunstge-
schichte und Philosophie und begann
hier schon 1876 seine schriftstellerische
Tätigkeit als Theaterrezensent. Von
1892 an wirkte er in gleicher Eigen-
schaft wie auch als Musikkritiker für
das fürstliche Hoftheater in Gera
(Reuß). Als Lehrer an der dortigen
Mittelschule wurde er mit der Ju-
gendliteratur vertraut u. veröffent-
lichte er mehrere Erzählungen für die
Jugend in Zeitschriften, denen sich
dann Arbeiten auf novellistischem Ge-
biet anreihten. Eine Erweiterung er-
fuhr seine Tätigkeit als ständiger
Rezensent der Kunstausstellungen bei
der fürstlich Reuß-Geraer Zeitung.

S:

Unser Heldenkaiser Wilhelm (Le-

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Wil
kräften bedient wird. Seit 1892 ge-
hörte W. dem „Deutſchen Freidenker-
bunde“ als Vorſtandsmitglied an u.
leitete deſſen Bundesblatt „Der Frei-
denker“. W. hat ſeit 1896 ſeinen
Wohnſitz in dem Berliner Vororte
Friedrichshagen und verwendet die
Wintermonate zu ausgedehnten Vor-
tragsreiſen. Außer einer Reihe ſozia-
ler und pädagogiſcher Schriften ver-
öffentlichte er

S:

Einſiedler und Ge-
noſſe (Sozial. Ge. nebſt e. Vorſpiel),
1891. – Einſiedlerkunſt aus der Kie-
fernheide (Ge.), 1897. – Offenbarun-
gen des Wacholderbaumes (R. eines
Allſehers); II, 1900–01. 2. A. 1903.
– Romantiſche Märchen, 1902. – Der
heilige Hain (Ausgew. Ge.), 1908. –
Die Abendburg (Preisgekr. R.), 1909.
– Unſere großen Dichter und Schätze
aus ihren Werken (Ein Hausbuch f.
d. deutſche Volk); IV, 1910 ff. – Die
Weltdichter fremder Zungen u. Schätze
aus ihren Werken in deutſcher Nach-
dichtung; II, 1912.

*Wille, Eliza,

die Tochter eines
Engländers, des im Jahre 1867 ver-
ſtorbenen Reeders R. M. Sloman,
u. einer deutſchen Mutter, wurde am
9. März 1809 zu Jtzehoe in Holſtein
geboren und erwuchs zu Hamburg in
den glücklichſten, ihren ſeltenen An-
lagen u. dem feurigen Streben ihres
Geiſtes volle Entwicklung gewähren-
den Verhältniſſen. Unter den Reiſen,
die ihre Bildung und Anſchauung be-
reicherten, war wohl die nach Paris
die wichtigſte; ſie vermittelte dort die
Freundſchaft mit Börne. Eliza ver-
mählte ſich 1845 mit Dr. François
Wille, einem durch lebensvolle
Kühnheit u. geniale Unmittelbarkeit
des Seins hervorragenden Manne,
der, während der politiſchen Gä-
rungszeit von 1833–50 als geiſtvoller
Journaliſt ehrenvoll bekannt, in Ham-
burg u. Holſtein eine politiſche Rolle
ſpielte. Jm Jahre 1851 verließ die
Familie Hamburg u. lebte ſeitdem auf
ihrem Gute Mariafeld am Züricher-
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Wil
ſee in angenehmen und beglückenden
Verhältniſſen. Jhr Haus wurde der
Sammelplatz aller einheimiſchen und
deutſchen Berühmtheiten, die ſich dort
während der nächſten Jahrzehnte
längere oder kürzere Zeit aufhielten.
Herwegh, Liſzt, Mommſen, Mole-
ſchott, Köchly, Rüſtow, Gottfried Kel-
ler, Kinkel, Semper, die Gräfin Pla-
ter u. v. a. gaben ſich in Elizas Hauſe
ein Stelldichein. Richard Wagner, der
die gaſtliche Stätte 1852 zuerſt be-
trat, fand ſeit Beginn ſeiner Not
(1864) monatelang in Mariafeld die
aufopferndſte Gaſtfreundſchaft. Seine
„Briefe“ an Eliza W. wurden 1894
von dem Gatten der letzteren ver-
öffentlicht. Auch Konrad Ferdinand
Meyer war von 1866 bis zu ſeiner
Verheiratung 1875 der häufigſte Gaſt
daſelbſt. Eliza W. ſtarb am 23. Dezbr.
1893.

S:

Der Sang des fremden
Sängers (Eine Phantaſie), 1835. –
Dichtungen, 1836. – Felicitas (R.);
II, 1850. – Johannes Olaf (R.); III,
1871. – Stilleben in bewegter Zeit
(R.); III, 1878.

Wille, Hellmuth,

Pſeud. für Paul
Blumenreich;
ſ. d.!

*Wille, Johannes,

geb. am 7. April
1855 in Axien bei Torgau, widmete
ſich auf der Univerſität Halle dem
Studium der Literatur, Kunſtge-
ſchichte und Philoſophie und begann
hier ſchon 1876 ſeine ſchriftſtelleriſche
Tätigkeit als Theaterrezenſent. Von
1892 an wirkte er in gleicher Eigen-
ſchaft wie auch als Muſikkritiker für
das fürſtliche Hoftheater in Gera
(Reuß). Als Lehrer an der dortigen
Mittelſchule wurde er mit der Ju-
gendliteratur vertraut u. veröffent-
lichte er mehrere Erzählungen für die
Jugend in Zeitſchriften, denen ſich
dann Arbeiten auf novelliſtiſchem Ge-
biet anreihten. Eine Erweiterung er-
fuhr ſeine Tätigkeit als ſtändiger
Rezenſent der Kunſtausſtellungen bei
der fürſtlich Reuß-Geraer Zeitung.

S:

Unſer Heldenkaiſer Wilhelm (Le-

*
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[455/0459] Wil Wil kräften bedient wird. Seit 1892 ge- hörte W. dem „Deutſchen Freidenker- bunde“ als Vorſtandsmitglied an u. leitete deſſen Bundesblatt „Der Frei- denker“. W. hat ſeit 1896 ſeinen Wohnſitz in dem Berliner Vororte Friedrichshagen und verwendet die Wintermonate zu ausgedehnten Vor- tragsreiſen. Außer einer Reihe ſozia- ler und pädagogiſcher Schriften ver- öffentlichte er S: Einſiedler und Ge- noſſe (Sozial. Ge. nebſt e. Vorſpiel), 1891. – Einſiedlerkunſt aus der Kie- fernheide (Ge.), 1897. – Offenbarun- gen des Wacholderbaumes (R. eines Allſehers); II, 1900–01. 2. A. 1903. – Romantiſche Märchen, 1902. – Der heilige Hain (Ausgew. Ge.), 1908. – Die Abendburg (Preisgekr. R.), 1909. – Unſere großen Dichter und Schätze aus ihren Werken (Ein Hausbuch f. d. deutſche Volk); IV, 1910 ff. – Die Weltdichter fremder Zungen u. Schätze aus ihren Werken in deutſcher Nach- dichtung; II, 1912. *Wille, Eliza, die Tochter eines Engländers, des im Jahre 1867 ver- ſtorbenen Reeders R. M. Sloman, u. einer deutſchen Mutter, wurde am 9. März 1809 zu Jtzehoe in Holſtein geboren und erwuchs zu Hamburg in den glücklichſten, ihren ſeltenen An- lagen u. dem feurigen Streben ihres Geiſtes volle Entwicklung gewähren- den Verhältniſſen. Unter den Reiſen, die ihre Bildung und Anſchauung be- reicherten, war wohl die nach Paris die wichtigſte; ſie vermittelte dort die Freundſchaft mit Börne. Eliza ver- mählte ſich 1845 mit Dr. François Wille, einem durch lebensvolle Kühnheit u. geniale Unmittelbarkeit des Seins hervorragenden Manne, der, während der politiſchen Gä- rungszeit von 1833–50 als geiſtvoller Journaliſt ehrenvoll bekannt, in Ham- burg u. Holſtein eine politiſche Rolle ſpielte. Jm Jahre 1851 verließ die Familie Hamburg u. lebte ſeitdem auf ihrem Gute Mariafeld am Züricher- ſee in angenehmen und beglückenden Verhältniſſen. Jhr Haus wurde der Sammelplatz aller einheimiſchen und deutſchen Berühmtheiten, die ſich dort während der nächſten Jahrzehnte längere oder kürzere Zeit aufhielten. Herwegh, Liſzt, Mommſen, Mole- ſchott, Köchly, Rüſtow, Gottfried Kel- ler, Kinkel, Semper, die Gräfin Pla- ter u. v. a. gaben ſich in Elizas Hauſe ein Stelldichein. Richard Wagner, der die gaſtliche Stätte 1852 zuerſt be- trat, fand ſeit Beginn ſeiner Not (1864) monatelang in Mariafeld die aufopferndſte Gaſtfreundſchaft. Seine „Briefe“ an Eliza W. wurden 1894 von dem Gatten der letzteren ver- öffentlicht. Auch Konrad Ferdinand Meyer war von 1866 bis zu ſeiner Verheiratung 1875 der häufigſte Gaſt daſelbſt. Eliza W. ſtarb am 23. Dezbr. 1893. S: Der Sang des fremden Sängers (Eine Phantaſie), 1835. – Dichtungen, 1836. – Felicitas (R.); II, 1850. – Johannes Olaf (R.); III, 1871. – Stilleben in bewegter Zeit (R.); III, 1878. Wille, Hellmuth, Pſeud. für Paul Blumenreich; ſ. d.! *Wille, Johannes, geb. am 7. April 1855 in Axien bei Torgau, widmete ſich auf der Univerſität Halle dem Studium der Literatur, Kunſtge- ſchichte und Philoſophie und begann hier ſchon 1876 ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit als Theaterrezenſent. Von 1892 an wirkte er in gleicher Eigen- ſchaft wie auch als Muſikkritiker für das fürſtliche Hoftheater in Gera (Reuß). Als Lehrer an der dortigen Mittelſchule wurde er mit der Ju- gendliteratur vertraut u. veröffent- lichte er mehrere Erzählungen für die Jugend in Zeitſchriften, denen ſich dann Arbeiten auf novelliſtiſchem Ge- biet anreihten. Eine Erweiterung er- fuhr ſeine Tätigkeit als ſtändiger Rezenſent der Kunſtausſtellungen bei der fürſtlich Reuß-Geraer Zeitung. S: Unſer Heldenkaiſer Wilhelm (Le- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 455. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/459>, abgerufen am 20.03.2019.