Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Wil
seiner akademischen Studien gehin-
dert und trat deshalb als Gehilfe in
die Eger-Franzensbader Buchhand-
lung Gschihay ein, deren Besitzer zu-
gleich Eigentümer der "Egerer Zei-
tung" war. Mit Eifer ergriff W. die
Gelegenheit zu selbständiger Fort-
bildung, die ihm eine große Bücherei
gab, und machte dadurch seine Lehr-
jahre zu wirklichen Bildungsjahren.
Die Art, wie er seine Bildung unter
schwierigen Verhältnissen abschloß, ist
bewundernswert; nie hat man ihm
später den Autodidakten angemerkt,
seine reichen Kenntnisse waren durch-
aus verläßlich, sein Denken klar und
sein Stil zu heller Reinheit durchge-
bildet. Gleichzeitig bildete er sich auch
durch seine Mitarbeit an der Egerer
Zeitung zum Journalisten aus. Sein
Name wurde als solcher bald in wei-
teren Kreisen bekannt, und so berief
ihn schon 1869 der verdienstvolle
Redakteur der Prager "Bohemia",
Franz Klutschak, ein Freund seines
Vaters, zur Mitarbeit nach Prag u.
führte ihn nach strenger Methode,
aber mit gütiger Fürsorge in die
journalistische Arbeit eines größeren
Blattes ein. Seit 1889 war W. Chef-
redakteur der "Bohemia" und blieb
es bis zu seinem Tode, der am 3.
Oktbr. 1900 eintrat.

S:

Die Kritik
der reinen Vernunft (Lsp.), 1880. -
Heitere Träume (Scherzgeschichten),
1882. 2. A. 1903. - Gut Heil! (Fest-
spiel), 1887. - Ein österreichischer
Eskimo (Schilderung einer Nordpol-
fahrt) 1884. - Jns Blaue hinein!
(Heitere Geschn.), 1896. - Lauter
Unika (Scherzgeschn.), 1898. - Das
unheimliche Gebiß u. anderes (Scherz-
geschn.), 1899. - Allerneueste Köni-
ginhofer Handschrift (Parodie in V.),
1900. - Letzte Geschichten u. Gedichte,
1901. - Humoresken in Vers u. Prosa,
1908. - Das Geheimnis des Schutt-
haufens u. andere Humoresken, 1909.
- Eine Nacht im Mittelalter und an-
dere Geschichten, 1911.

[Spaltenumbruch]
Wil
Willram, Bruder,

Pseudon. für
Anton Müller; s. d.!

*Willrath, Klara,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Klara Schel-
per,
wurde am 30. Juni 1879 in
Frankfurt a. O. als die Tochter eines
Hauptsteueramtsassistenten geboren.
Der Vater starb schon 1882 und ließ
die Mutter und drei Kinder in dürf-
tigen Verhältnissen zurück. Klara kam
in ihrem sechsten Jahre zu Verwand-
ten nach Rostock, wo sie die Schule
besuchte und eine glückliche Kinderzeit
verlebte. Nach der Konfirmation
kehrte sie zu ihrer Mutter nach Frank-
furt a. O. zurück u. begann hier 1902
ihre schriftstellerische Tätigkeit als
Mitarbeiterin und Sekretärin der
"Frankfurter Oderzeitung". Jm J.
1903 vermählte sie sich mit Max W.
in Guben.

S:

Zwanzig Jahre und
rotes Blut (Ge.), 1906. 2. A. 1909.

*Wilm, Nikolai von,

geb. zu Riga
am 20. Febr. (3. März n. St.), 1834,
widmete sich dem Studium der Musik
und bezog 1851 das Konservatorium
zu Leipzig. Nach absolviertem Kur-
sus machte er Reisen durch Deutsch-
land und Frankreich, übernahm, nach
Riga zurückgekehrt, 1857 die zweite
Musikdirektorstelle am dortigen Stadt-
theater, wandte sich indessen schon im
folgenden Jahre nach Petersburg,
wo er 1860 am kaiserl. Nikolai-Jn-
stitut Lehrer für Theorie u. Klavier-
spiel wurde. 1875 siedelte er nach
Deutschland über, um hier für die
Veröffentlichung seiner musikalischen
Arbeiten tätig zu sein; seit 1878 lebte
er in Wiesbaden und ist hier am 19.
(20.) Febr. 1911 gestorben.

S:

Ein
Gruß aus der Ferne (Ge.), 1881.

*Wilpert, Richard von,

pseudon.
Emil Shomtade, wurde am 25.
November (7. Dezbr. n. St.) 1862 zu
Siuxt in Kurland geboren, bezog,
nachdem er bereits weitgehende und
vielumfassende Privatstudien gemacht
hatte, im August 1886 die Universi-
tät Dorpat, um daselbst deutsche und

*


[Spaltenumbruch]

Wil
ſeiner akademiſchen Studien gehin-
dert und trat deshalb als Gehilfe in
die Eger-Franzensbader Buchhand-
lung Gſchihay ein, deren Beſitzer zu-
gleich Eigentümer der „Egerer Zei-
tung“ war. Mit Eifer ergriff W. die
Gelegenheit zu ſelbſtändiger Fort-
bildung, die ihm eine große Bücherei
gab, und machte dadurch ſeine Lehr-
jahre zu wirklichen Bildungsjahren.
Die Art, wie er ſeine Bildung unter
ſchwierigen Verhältniſſen abſchloß, iſt
bewundernswert; nie hat man ihm
ſpäter den Autodidakten angemerkt,
ſeine reichen Kenntniſſe waren durch-
aus verläßlich, ſein Denken klar und
ſein Stil zu heller Reinheit durchge-
bildet. Gleichzeitig bildete er ſich auch
durch ſeine Mitarbeit an der Egerer
Zeitung zum Journaliſten aus. Sein
Name wurde als ſolcher bald in wei-
teren Kreiſen bekannt, und ſo berief
ihn ſchon 1869 der verdienſtvolle
Redakteur der Prager „Bohemia“,
Franz Klutſchak, ein Freund ſeines
Vaters, zur Mitarbeit nach Prag u.
führte ihn nach ſtrenger Methode,
aber mit gütiger Fürſorge in die
journaliſtiſche Arbeit eines größeren
Blattes ein. Seit 1889 war W. Chef-
redakteur der „Bohemia“ und blieb
es bis zu ſeinem Tode, der am 3.
Oktbr. 1900 eintrat.

S:

Die Kritik
der reinen Vernunft (Lſp.), 1880. –
Heitere Träume (Scherzgeſchichten),
1882. 2. A. 1903. – Gut Heil! (Feſt-
ſpiel), 1887. – Ein öſterreichiſcher
Eskimo (Schilderung einer Nordpol-
fahrt) 1884. – Jns Blaue hinein!
(Heitere Geſchn.), 1896. – Lauter
Unika (Scherzgeſchn.), 1898. – Das
unheimliche Gebiß u. anderes (Scherz-
geſchn.), 1899. – Allerneueſte Köni-
ginhofer Handſchrift (Parodie in V.),
1900. – Letzte Geſchichten u. Gedichte,
1901. – Humoresken in Vers u. Proſa,
1908. – Das Geheimnis des Schutt-
haufens u. andere Humoresken, 1909.
– Eine Nacht im Mittelalter und an-
dere Geſchichten, 1911.

[Spaltenumbruch]
Wil
Willram, Bruder,

Pſeudon. für
Anton Müller; ſ. d.!

*Willrath, Klara,

bekannt unter
ihrem Mädchennamen Klara Schel-
per,
wurde am 30. Juni 1879 in
Frankfurt a. O. als die Tochter eines
Hauptſteueramtsaſſiſtenten geboren.
Der Vater ſtarb ſchon 1882 und ließ
die Mutter und drei Kinder in dürf-
tigen Verhältniſſen zurück. Klara kam
in ihrem ſechſten Jahre zu Verwand-
ten nach Roſtock, wo ſie die Schule
beſuchte und eine glückliche Kinderzeit
verlebte. Nach der Konfirmation
kehrte ſie zu ihrer Mutter nach Frank-
furt a. O. zurück u. begann hier 1902
ihre ſchriftſtelleriſche Tätigkeit als
Mitarbeiterin und Sekretärin der
„Frankfurter Oderzeitung“. Jm J.
1903 vermählte ſie ſich mit Max W.
in Guben.

S:

Zwanzig Jahre und
rotes Blut (Ge.), 1906. 2. A. 1909.

*Wilm, Nikolai von,

geb. zu Riga
am 20. Febr. (3. März n. St.), 1834,
widmete ſich dem Studium der Muſik
und bezog 1851 das Konſervatorium
zu Leipzig. Nach abſolviertem Kur-
ſus machte er Reiſen durch Deutſch-
land und Frankreich, übernahm, nach
Riga zurückgekehrt, 1857 die zweite
Muſikdirektorſtelle am dortigen Stadt-
theater, wandte ſich indeſſen ſchon im
folgenden Jahre nach Petersburg,
wo er 1860 am kaiſerl. Nikolai-Jn-
ſtitut Lehrer für Theorie u. Klavier-
ſpiel wurde. 1875 ſiedelte er nach
Deutſchland über, um hier für die
Veröffentlichung ſeiner muſikaliſchen
Arbeiten tätig zu ſein; ſeit 1878 lebte
er in Wiesbaden und iſt hier am 19.
(20.) Febr. 1911 geſtorben.

S:

Ein
Gruß aus der Ferne (Ge.), 1881.

*Wilpert, Richard von,

pſeudon.
Emil Shomtade, wurde am 25.
November (7. Dezbr. n. St.) 1862 zu
Siuxt in Kurland geboren, bezog,
nachdem er bereits weitgehende und
vielumfaſſende Privatſtudien gemacht
hatte, im Auguſt 1886 die Univerſi-
tät Dorpat, um daſelbſt deutſche und

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0465" n="461"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Wil</hi></fw><lb/>
&#x017F;einer akademi&#x017F;chen Studien gehin-<lb/>
dert und trat deshalb als Gehilfe in<lb/>
die Eger-Franzensbader Buchhand-<lb/>
lung G&#x017F;chihay ein, deren Be&#x017F;itzer zu-<lb/>
gleich Eigentümer der &#x201E;Egerer Zei-<lb/>
tung&#x201C; war. Mit Eifer ergriff W. die<lb/>
Gelegenheit zu &#x017F;elb&#x017F;tändiger Fort-<lb/>
bildung, die ihm eine große Bücherei<lb/>
gab, und machte dadurch &#x017F;eine Lehr-<lb/>
jahre zu wirklichen Bildungsjahren.<lb/>
Die Art, wie er &#x017F;eine Bildung unter<lb/>
&#x017F;chwierigen Verhältni&#x017F;&#x017F;en ab&#x017F;chloß, i&#x017F;t<lb/>
bewundernswert; nie hat man ihm<lb/>
&#x017F;päter den Autodidakten angemerkt,<lb/>
&#x017F;eine reichen Kenntni&#x017F;&#x017F;e waren durch-<lb/>
aus verläßlich, &#x017F;ein Denken klar und<lb/>
&#x017F;ein Stil zu heller Reinheit durchge-<lb/>
bildet. Gleichzeitig bildete er &#x017F;ich auch<lb/>
durch &#x017F;eine Mitarbeit an der Egerer<lb/>
Zeitung zum Journali&#x017F;ten aus. Sein<lb/>
Name wurde als &#x017F;olcher bald in wei-<lb/>
teren Krei&#x017F;en bekannt, und &#x017F;o berief<lb/>
ihn &#x017F;chon 1869 der verdien&#x017F;tvolle<lb/>
Redakteur der Prager &#x201E;Bohemia&#x201C;,<lb/>
Franz Klut&#x017F;chak, ein Freund &#x017F;eines<lb/>
Vaters, zur Mitarbeit nach Prag u.<lb/>
führte ihn nach &#x017F;trenger Methode,<lb/>
aber mit gütiger Für&#x017F;orge in die<lb/>
journali&#x017F;ti&#x017F;che Arbeit eines größeren<lb/>
Blattes ein. Seit 1889 war W. Chef-<lb/>
redakteur der &#x201E;Bohemia&#x201C; und blieb<lb/>
es bis zu &#x017F;einem Tode, der am 3.<lb/>
Oktbr. 1900 eintrat. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Die Kritik<lb/>
der reinen Vernunft (L&#x017F;p.), 1880. &#x2013;<lb/>
Heitere Träume (Scherzge&#x017F;chichten),<lb/>
1882. 2. A. 1903. &#x2013; Gut Heil! (Fe&#x017F;t-<lb/>
&#x017F;piel), 1887. &#x2013; Ein ö&#x017F;terreichi&#x017F;cher<lb/>
Eskimo (Schilderung einer Nordpol-<lb/>
fahrt) 1884. &#x2013; Jns Blaue hinein!<lb/>
(Heitere Ge&#x017F;chn.), 1896. &#x2013; Lauter<lb/>
Unika (Scherzge&#x017F;chn.), 1898. &#x2013; Das<lb/>
unheimliche Gebiß u. anderes (Scherz-<lb/>
ge&#x017F;chn.), 1899. &#x2013; Allerneue&#x017F;te Köni-<lb/>
ginhofer Hand&#x017F;chrift (Parodie in V.),<lb/>
1900. &#x2013; Letzte Ge&#x017F;chichten u. Gedichte,<lb/>
1901. &#x2013; Humoresken in Vers u. Pro&#x017F;a,<lb/>
1908. &#x2013; Das Geheimnis des Schutt-<lb/>
haufens u. andere Humoresken, 1909.<lb/>
&#x2013; Eine Nacht im Mittelalter und an-<lb/>
dere Ge&#x017F;chichten, 1911.</p><lb/>
          <cb/><lb/>
          <fw type="header" place="top"> <hi rendition="#g">Wil</hi> </fw><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Willram,</hi> Bruder,</persName>
        </head>
        <p> P&#x017F;eudon. für<lb/><hi rendition="#g">Anton Müller;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Willrath,</hi> Klara,</persName>
        </head>
        <p> bekannt unter<lb/>
ihrem Mädchennamen <hi rendition="#g">Klara Schel-<lb/>
per,</hi> wurde am 30. Juni 1879 in<lb/>
Frankfurt a. O. als die Tochter eines<lb/>
Haupt&#x017F;teueramtsa&#x017F;&#x017F;i&#x017F;tenten geboren.<lb/>
Der Vater &#x017F;tarb &#x017F;chon 1882 und ließ<lb/>
die Mutter und drei Kinder in dürf-<lb/>
tigen Verhältni&#x017F;&#x017F;en zurück. Klara kam<lb/>
in ihrem &#x017F;ech&#x017F;ten Jahre zu Verwand-<lb/>
ten nach Ro&#x017F;tock, wo &#x017F;ie die Schule<lb/>
be&#x017F;uchte und eine glückliche Kinderzeit<lb/>
verlebte. Nach der Konfirmation<lb/>
kehrte &#x017F;ie zu ihrer Mutter nach Frank-<lb/>
furt a. O. zurück u. begann hier 1902<lb/>
ihre &#x017F;chrift&#x017F;telleri&#x017F;che Tätigkeit als<lb/>
Mitarbeiterin und Sekretärin der<lb/>
&#x201E;Frankfurter Oderzeitung&#x201C;. Jm J.<lb/>
1903 vermählte &#x017F;ie &#x017F;ich mit Max W.<lb/>
in Guben. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Zwanzig Jahre und<lb/>
rotes Blut (Ge.), 1906. 2. A. 1909.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Wilm,</hi> Nikolai von,</persName>
        </head>
        <p> geb. zu Riga<lb/>
am 20. Febr. (3. März n. St.), 1834,<lb/>
widmete &#x017F;ich dem Studium der Mu&#x017F;ik<lb/>
und bezog 1851 das Kon&#x017F;ervatorium<lb/>
zu Leipzig. Nach ab&#x017F;olviertem Kur-<lb/>
&#x017F;us machte er Rei&#x017F;en durch Deut&#x017F;ch-<lb/>
land und Frankreich, übernahm, nach<lb/>
Riga zurückgekehrt, 1857 die zweite<lb/>
Mu&#x017F;ikdirektor&#x017F;telle am dortigen Stadt-<lb/>
theater, wandte &#x017F;ich inde&#x017F;&#x017F;en &#x017F;chon im<lb/>
folgenden Jahre nach Petersburg,<lb/>
wo er 1860 am kai&#x017F;erl. Nikolai-Jn-<lb/>
&#x017F;titut Lehrer für Theorie u. Klavier-<lb/>
&#x017F;piel wurde. 1875 &#x017F;iedelte er nach<lb/>
Deut&#x017F;chland über, um hier für die<lb/>
Veröffentlichung &#x017F;einer mu&#x017F;ikali&#x017F;chen<lb/>
Arbeiten tätig zu &#x017F;ein; &#x017F;eit 1878 lebte<lb/>
er in Wiesbaden und i&#x017F;t hier am 19.<lb/>
(20.) Febr. 1911 ge&#x017F;torben. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Ein<lb/>
Gruß aus der Ferne (Ge.), 1881.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Wilpert,</hi> Richard von,</persName>
        </head>
        <p> p&#x017F;eudon.<lb/><hi rendition="#g">Emil Shomtade,</hi> wurde am 25.<lb/>
November (7. Dezbr. n. St.) 1862 zu<lb/>
Siuxt in Kurland geboren, bezog,<lb/>
nachdem er bereits weitgehende und<lb/>
vielumfa&#x017F;&#x017F;ende Privat&#x017F;tudien gemacht<lb/>
hatte, im Augu&#x017F;t 1886 die Univer&#x017F;i-<lb/>
tät Dorpat, um da&#x017F;elb&#x017F;t deut&#x017F;che und<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[461/0465] Wil Wil ſeiner akademiſchen Studien gehin- dert und trat deshalb als Gehilfe in die Eger-Franzensbader Buchhand- lung Gſchihay ein, deren Beſitzer zu- gleich Eigentümer der „Egerer Zei- tung“ war. Mit Eifer ergriff W. die Gelegenheit zu ſelbſtändiger Fort- bildung, die ihm eine große Bücherei gab, und machte dadurch ſeine Lehr- jahre zu wirklichen Bildungsjahren. Die Art, wie er ſeine Bildung unter ſchwierigen Verhältniſſen abſchloß, iſt bewundernswert; nie hat man ihm ſpäter den Autodidakten angemerkt, ſeine reichen Kenntniſſe waren durch- aus verläßlich, ſein Denken klar und ſein Stil zu heller Reinheit durchge- bildet. Gleichzeitig bildete er ſich auch durch ſeine Mitarbeit an der Egerer Zeitung zum Journaliſten aus. Sein Name wurde als ſolcher bald in wei- teren Kreiſen bekannt, und ſo berief ihn ſchon 1869 der verdienſtvolle Redakteur der Prager „Bohemia“, Franz Klutſchak, ein Freund ſeines Vaters, zur Mitarbeit nach Prag u. führte ihn nach ſtrenger Methode, aber mit gütiger Fürſorge in die journaliſtiſche Arbeit eines größeren Blattes ein. Seit 1889 war W. Chef- redakteur der „Bohemia“ und blieb es bis zu ſeinem Tode, der am 3. Oktbr. 1900 eintrat. S: Die Kritik der reinen Vernunft (Lſp.), 1880. – Heitere Träume (Scherzgeſchichten), 1882. 2. A. 1903. – Gut Heil! (Feſt- ſpiel), 1887. – Ein öſterreichiſcher Eskimo (Schilderung einer Nordpol- fahrt) 1884. – Jns Blaue hinein! (Heitere Geſchn.), 1896. – Lauter Unika (Scherzgeſchn.), 1898. – Das unheimliche Gebiß u. anderes (Scherz- geſchn.), 1899. – Allerneueſte Köni- ginhofer Handſchrift (Parodie in V.), 1900. – Letzte Geſchichten u. Gedichte, 1901. – Humoresken in Vers u. Proſa, 1908. – Das Geheimnis des Schutt- haufens u. andere Humoresken, 1909. – Eine Nacht im Mittelalter und an- dere Geſchichten, 1911. Willram, Bruder, Pſeudon. für Anton Müller; ſ. d.! *Willrath, Klara, bekannt unter ihrem Mädchennamen Klara Schel- per, wurde am 30. Juni 1879 in Frankfurt a. O. als die Tochter eines Hauptſteueramtsaſſiſtenten geboren. Der Vater ſtarb ſchon 1882 und ließ die Mutter und drei Kinder in dürf- tigen Verhältniſſen zurück. Klara kam in ihrem ſechſten Jahre zu Verwand- ten nach Roſtock, wo ſie die Schule beſuchte und eine glückliche Kinderzeit verlebte. Nach der Konfirmation kehrte ſie zu ihrer Mutter nach Frank- furt a. O. zurück u. begann hier 1902 ihre ſchriftſtelleriſche Tätigkeit als Mitarbeiterin und Sekretärin der „Frankfurter Oderzeitung“. Jm J. 1903 vermählte ſie ſich mit Max W. in Guben. S: Zwanzig Jahre und rotes Blut (Ge.), 1906. 2. A. 1909. *Wilm, Nikolai von, geb. zu Riga am 20. Febr. (3. März n. St.), 1834, widmete ſich dem Studium der Muſik und bezog 1851 das Konſervatorium zu Leipzig. Nach abſolviertem Kur- ſus machte er Reiſen durch Deutſch- land und Frankreich, übernahm, nach Riga zurückgekehrt, 1857 die zweite Muſikdirektorſtelle am dortigen Stadt- theater, wandte ſich indeſſen ſchon im folgenden Jahre nach Petersburg, wo er 1860 am kaiſerl. Nikolai-Jn- ſtitut Lehrer für Theorie u. Klavier- ſpiel wurde. 1875 ſiedelte er nach Deutſchland über, um hier für die Veröffentlichung ſeiner muſikaliſchen Arbeiten tätig zu ſein; ſeit 1878 lebte er in Wiesbaden und iſt hier am 19. (20.) Febr. 1911 geſtorben. S: Ein Gruß aus der Ferne (Ge.), 1881. *Wilpert, Richard von, pſeudon. Emil Shomtade, wurde am 25. November (7. Dezbr. n. St.) 1862 zu Siuxt in Kurland geboren, bezog, nachdem er bereits weitgehende und vielumfaſſende Privatſtudien gemacht hatte, im Auguſt 1886 die Univerſi- tät Dorpat, um daſelbſt deutſche und *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/465
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 461. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/465>, abgerufen am 22.03.2019.