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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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auch auf einer Akademie auszubilden
wünschte. Als dann aber der Vater
nach langer Weigerung seine Ein-
willigung gab, fehlte der Tochter der
Mut; Zweifel stiegen in ihr auf, und
sie blieb daheim, um hinfort im Haus-
halt und Geschäft des Vaters tätig zu
sein. Doch stellte sich jetzt eine andere
Muse, die Poesie, ein, aber erst spät,
u. nachdem Otto Sutermeister in Bern
die Kinder dieser Muse freundlich be-
grüßt hatte, entschloß sich Sophie W.,
dieselben zu veröffentlichen. Die Dich-
terin lebt noch jetzt in Stein und ist in
ihrem Geschäft (einer Drogerie) der-
maßen in Anspruch genommen, daß
sie ihrer poetischen Beschäftigung nur
wenig Zeit widmen kann.

S:

Hag-
rosen (Ge. in Dialekt und Schrift-
sprache), 1900.

*Wipfli, Joseph,

geboren am 14.
Novbr. 1844 zu Wassen, einem Berg-
dorfe des Kantons Uri, machte seine
ersten Studien am Gymnasium zu
Altdorf und begab sich dann in das
Seminarium Boromaeum zu Mai-
land, wo die Lektüre des Tasso und
Petrarka die Liebe zur Poesie in ihm
weckte. Seine theologischen und philo-
sophischen Studien setzte er in Mainz
fort und vollendete sie im Seminar
zu Chur, wo er 1870 zum Priester ge-
weiht wurde. Er wurde danach Pfarr-
helfer zu Erstfeld, Kt. Uri, 1885 Mis-
sionspfarrer zu Davos (Kt. Grau-
bünden), 1890 Pfarrer in Balzers
(Fürstentum Lichtenstein), seit 1892
Professor am Gymnasium in Altdorf
(Kt. Uri) und kam später nach Lungern
bei Obwalden.

S:

Der poetische
Kinderfreund (Dialekt), 1880. - Der
Gang ins Kloster (G.), 1885. - Aller-
seelen (Jmmortellenkranz), 1886.

Wirth, Bettina,

geb. am 7. Febr.
1849 in München als die Tochter des
bekannten Mechanikers Greniers,
erhielt ihre Erziehung in England u.
Jtalien, wodurch sie der Sprache die-
ser Länder in Wort und Schrift eben-
so mächtig wurde wie ihrer Mutter-
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Wir
sprache. Jn der Schweiz vermählte
sie sich 1870 mit dem bekannten
Nationalökonomen Max Wirth der
1865-73 Direktor des statistischen
Bureaus der Schweiz war, und lebt
seit 1873 mit ihrem Gatten in Wien.

S:

Künstler und Fürstenkind (N.),
1876. - Die Stiefgeschwister (R.),
1877. - Hohe Lose (Rom.); III,
1883.

*Wirth, Leo,

geboren am 15. März
1871 in Hägglingen (Kant. Aarau,
Schweiz) als der Sohn eines Zim-
mermanns und Landwirts, besuchte
die heimatlichen Gemeindeschulen und
widmete sich nach der Konfirmation
ausschließlich der Landwirtschaft, die
er auch nach des Vaters Tode (1890)
mit alleiniger Hilfe seiner alten Mut-
ter weiter betrieb. Daneben befaßte
er sich in den Wintermonaten mit der
Strohflechterei und erlangte darin
solche Fertigkeit, daß er während die-
ser Arbeit auch der Lektüre huldigen
konnte. Bald entstanden denn auch
Gedichte, die zuerst in heimatlichen
Lokalblättern zum Abdruck gelangten.
Als sie dann 1894 gesammelt er-
schienen, erweckten sie in einigen edel
denkenden Herren den Entschluß, den
Dichter auf ihre Kosten studieren zu
lassen. So bezog W. im Herbst 1894,
nach Verkauf seines bäuerlichen Be-
sitzes, als Hospitant das Gymnasium
in Aarau, setzte dann seine sprach-
lichen, geschichtlichen, naturwissen-
schaftlichen und philosophischen Stu-
dien an der Universität Bern fort
und vollendete sie 1898 in München.
Er trat nun in die Redaktion des
"Aargauer Tagblatts" ein, übernahm
1903 die Redaktion der illustrierten
Zeitschrift "Alte und neue Welt" in
Einsiedeln, die er bis Mitte Juli 1906
innehatte und siedelte dann als freier
Schriftsteller nach Berlin-Charlotten-
burg über.

S:

Kornblumen (Ge.),
1894.

Wirth, M.,

Pseudon. für Meta
Wellmer;
s. d.!

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Wip
auch auf einer Akademie auszubilden
wünſchte. Als dann aber der Vater
nach langer Weigerung ſeine Ein-
willigung gab, fehlte der Tochter der
Mut; Zweifel ſtiegen in ihr auf, und
ſie blieb daheim, um hinfort im Haus-
halt und Geſchäft des Vaters tätig zu
ſein. Doch ſtellte ſich jetzt eine andere
Muſe, die Poeſie, ein, aber erſt ſpät,
u. nachdem Otto Sutermeiſter in Bern
die Kinder dieſer Muſe freundlich be-
grüßt hatte, entſchloß ſich Sophie W.,
dieſelben zu veröffentlichen. Die Dich-
terin lebt noch jetzt in Stein und iſt in
ihrem Geſchäft (einer Drogerie) der-
maßen in Anſpruch genommen, daß
ſie ihrer poetiſchen Beſchäftigung nur
wenig Zeit widmen kann.

S:

Hag-
roſen (Ge. in Dialekt und Schrift-
ſprache), 1900.

*Wipfli, Joſeph,

geboren am 14.
Novbr. 1844 zu Waſſen, einem Berg-
dorfe des Kantons Uri, machte ſeine
erſten Studien am Gymnaſium zu
Altdorf und begab ſich dann in das
Seminarium Boromaeum zu Mai-
land, wo die Lektüre des Taſſo und
Petrarka die Liebe zur Poeſie in ihm
weckte. Seine theologiſchen und philo-
ſophiſchen Studien ſetzte er in Mainz
fort und vollendete ſie im Seminar
zu Chur, wo er 1870 zum Prieſter ge-
weiht wurde. Er wurde danach Pfarr-
helfer zu Erſtfeld, Kt. Uri, 1885 Miſ-
ſionspfarrer zu Davos (Kt. Grau-
bünden), 1890 Pfarrer in Balzers
(Fürſtentum Lichtenſtein), ſeit 1892
Profeſſor am Gymnaſium in Altdorf
(Kt. Uri) und kam ſpäter nach Lungern
bei Obwalden.

S:

Der poetiſche
Kinderfreund (Dialekt), 1880. – Der
Gang ins Kloſter (G.), 1885. – Aller-
ſeelen (Jmmortellenkranz), 1886.

Wirth, Bettina,

geb. am 7. Febr.
1849 in München als die Tochter des
bekannten Mechanikers Greniers,
erhielt ihre Erziehung in England u.
Jtalien, wodurch ſie der Sprache die-
ſer Länder in Wort und Schrift eben-
ſo mächtig wurde wie ihrer Mutter-
[Spaltenumbruch]

Wir
ſprache. Jn der Schweiz vermählte
ſie ſich 1870 mit dem bekannten
Nationalökonomen Max Wirth der
1865–73 Direktor des ſtatiſtiſchen
Bureaus der Schweiz war, und lebt
ſeit 1873 mit ihrem Gatten in Wien.

S:

Künſtler und Fürſtenkind (N.),
1876. – Die Stiefgeſchwiſter (R.),
1877. – Hohe Loſe (Rom.); III,
1883.

*Wirth, Leo,

geboren am 15. März
1871 in Hägglingen (Kant. Aarau,
Schweiz) als der Sohn eines Zim-
mermanns und Landwirts, beſuchte
die heimatlichen Gemeindeſchulen und
widmete ſich nach der Konfirmation
ausſchließlich der Landwirtſchaft, die
er auch nach des Vaters Tode (1890)
mit alleiniger Hilfe ſeiner alten Mut-
ter weiter betrieb. Daneben befaßte
er ſich in den Wintermonaten mit der
Strohflechterei und erlangte darin
ſolche Fertigkeit, daß er während die-
ſer Arbeit auch der Lektüre huldigen
konnte. Bald entſtanden denn auch
Gedichte, die zuerſt in heimatlichen
Lokalblättern zum Abdruck gelangten.
Als ſie dann 1894 geſammelt er-
ſchienen, erweckten ſie in einigen edel
denkenden Herren den Entſchluß, den
Dichter auf ihre Koſten ſtudieren zu
laſſen. So bezog W. im Herbſt 1894,
nach Verkauf ſeines bäuerlichen Be-
ſitzes, als Hoſpitant das Gymnaſium
in Aarau, ſetzte dann ſeine ſprach-
lichen, geſchichtlichen, naturwiſſen-
ſchaftlichen und philoſophiſchen Stu-
dien an der Univerſität Bern fort
und vollendete ſie 1898 in München.
Er trat nun in die Redaktion des
„Aargauer Tagblatts“ ein, übernahm
1903 die Redaktion der illuſtrierten
Zeitſchrift „Alte und neue Welt“ in
Einſiedeln, die er bis Mitte Juli 1906
innehatte und ſiedelte dann als freier
Schriftſteller nach Berlin-Charlotten-
burg über.

S:

Kornblumen (Ge.),
1894.

Wirth, M.,

Pſeudon. für Meta
Wellmer;
ſ. d.!

*
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[478/0482] Wip Wir auch auf einer Akademie auszubilden wünſchte. Als dann aber der Vater nach langer Weigerung ſeine Ein- willigung gab, fehlte der Tochter der Mut; Zweifel ſtiegen in ihr auf, und ſie blieb daheim, um hinfort im Haus- halt und Geſchäft des Vaters tätig zu ſein. Doch ſtellte ſich jetzt eine andere Muſe, die Poeſie, ein, aber erſt ſpät, u. nachdem Otto Sutermeiſter in Bern die Kinder dieſer Muſe freundlich be- grüßt hatte, entſchloß ſich Sophie W., dieſelben zu veröffentlichen. Die Dich- terin lebt noch jetzt in Stein und iſt in ihrem Geſchäft (einer Drogerie) der- maßen in Anſpruch genommen, daß ſie ihrer poetiſchen Beſchäftigung nur wenig Zeit widmen kann. S: Hag- roſen (Ge. in Dialekt und Schrift- ſprache), 1900. *Wipfli, Joſeph, geboren am 14. Novbr. 1844 zu Waſſen, einem Berg- dorfe des Kantons Uri, machte ſeine erſten Studien am Gymnaſium zu Altdorf und begab ſich dann in das Seminarium Boromaeum zu Mai- land, wo die Lektüre des Taſſo und Petrarka die Liebe zur Poeſie in ihm weckte. Seine theologiſchen und philo- ſophiſchen Studien ſetzte er in Mainz fort und vollendete ſie im Seminar zu Chur, wo er 1870 zum Prieſter ge- weiht wurde. Er wurde danach Pfarr- helfer zu Erſtfeld, Kt. Uri, 1885 Miſ- ſionspfarrer zu Davos (Kt. Grau- bünden), 1890 Pfarrer in Balzers (Fürſtentum Lichtenſtein), ſeit 1892 Profeſſor am Gymnaſium in Altdorf (Kt. Uri) und kam ſpäter nach Lungern bei Obwalden. S: Der poetiſche Kinderfreund (Dialekt), 1880. – Der Gang ins Kloſter (G.), 1885. – Aller- ſeelen (Jmmortellenkranz), 1886. Wirth, Bettina, geb. am 7. Febr. 1849 in München als die Tochter des bekannten Mechanikers Greniers, erhielt ihre Erziehung in England u. Jtalien, wodurch ſie der Sprache die- ſer Länder in Wort und Schrift eben- ſo mächtig wurde wie ihrer Mutter- ſprache. Jn der Schweiz vermählte ſie ſich 1870 mit dem bekannten Nationalökonomen Max Wirth der 1865–73 Direktor des ſtatiſtiſchen Bureaus der Schweiz war, und lebt ſeit 1873 mit ihrem Gatten in Wien. S: Künſtler und Fürſtenkind (N.), 1876. – Die Stiefgeſchwiſter (R.), 1877. – Hohe Loſe (Rom.); III, 1883. *Wirth, Leo, geboren am 15. März 1871 in Hägglingen (Kant. Aarau, Schweiz) als der Sohn eines Zim- mermanns und Landwirts, beſuchte die heimatlichen Gemeindeſchulen und widmete ſich nach der Konfirmation ausſchließlich der Landwirtſchaft, die er auch nach des Vaters Tode (1890) mit alleiniger Hilfe ſeiner alten Mut- ter weiter betrieb. Daneben befaßte er ſich in den Wintermonaten mit der Strohflechterei und erlangte darin ſolche Fertigkeit, daß er während die- ſer Arbeit auch der Lektüre huldigen konnte. Bald entſtanden denn auch Gedichte, die zuerſt in heimatlichen Lokalblättern zum Abdruck gelangten. Als ſie dann 1894 geſammelt er- ſchienen, erweckten ſie in einigen edel denkenden Herren den Entſchluß, den Dichter auf ihre Koſten ſtudieren zu laſſen. So bezog W. im Herbſt 1894, nach Verkauf ſeines bäuerlichen Be- ſitzes, als Hoſpitant das Gymnaſium in Aarau, ſetzte dann ſeine ſprach- lichen, geſchichtlichen, naturwiſſen- ſchaftlichen und philoſophiſchen Stu- dien an der Univerſität Bern fort und vollendete ſie 1898 in München. Er trat nun in die Redaktion des „Aargauer Tagblatts“ ein, übernahm 1903 die Redaktion der illuſtrierten Zeitſchrift „Alte und neue Welt“ in Einſiedeln, die er bis Mitte Juli 1906 innehatte und ſiedelte dann als freier Schriftſteller nach Berlin-Charlotten- burg über. S: Kornblumen (Ge.), 1894. Wirth, M., Pſeudon. für Meta Wellmer; ſ. d.! *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 478. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/482>, abgerufen am 24.03.2019.