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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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u. er kehrte wieder zu seinem kauf-
männischen Berufe zurück. Er be-
kleidete lange den Posten eines Kom-
mis u. danach den eines Prokuristen
in einem angesehenen Handelshause
zu Elberfeld und gab diese Stellung
erst zu Anfang des Jahres 1883 auf,
wo er nach Wiesbaden übersiedelte.
Dort lebt er noch jetzt als Privat-
mann.

S:

Gedichte. 1857. 3. A.
1880. - Kompaß auf dem Meere des
Lebens (Weisheitsblüten), 5. A. 1891.
- Aus Geschichte u. Sage (Ge.), 1866.
2. A. 1882. - Die Braut der Kirche
(Lyr.-ep. D.), 1858. - Gedichte, 2. Bd.,
1869. - Hohenzollernstrauß (Ge.),
1871. - Novellen, 1882. - Neue Gedichte,
1887. - Nach sieben Jahrzehnten (7. Ge-
dichtsamml.), 1893. - Erlebnisse eines
Achtzigjährigen, 1903. - Wiesbadener
Gedenkblätter und Verwandtes, 1908.

Stelzhamer, Peter Andreas Xaver
Franz,

eines Bauern Sohn aus
Großpiesenham, unfern dem Städt-
chen Ried (Ober-Österr.), wurde da-
selbst am 29. November 1802 geboren,
erhielt zunächst in einer ländlichen
Schule Elementarunterricht und be-
suchte dann von seinem 14. bis zu
seinem 22. Jahre mit großem Fleiß
u. gutem Erfolge die Gymnasial- u.
Lyzealklassen in Salzburg, Graz u.
abermals in Salzburg. Nach dem
Willen seines Vaters sollte er sich
nun dem geistlichen Stande widmen;
er aber wandte sich nach Graz, stu-
dierte dort 1825-29 die Rechte und
ging nach absolviertem Studium auf
ein Jahr als Erzieher nach Reindorf
u. 1830 nach Bielitz. Hier faßte er
den Entschluß, Maler zu werden,
reiste 1831 nach Wien und besuchte
daselbst auch wirklich die Maler-Aka-
demie, mußte aber doch aus Mangel
an den nötigen Mitteln von seinem
Plane abstehen. Er ging nun nach
Linz, um endlich des zürnenden Va-
ters Willen zu erfüllen, und ließ sich
daselbst als Externist der Theologie
aufnehmen. Nebenbei entstanden
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seine ersten u. herrlichsten Lieder in
obderennsischer Mundart, welche im
Jnnkreise bald handschriftlich von
Hand zu Hand gingen u. überall in
den heimatlichen Dörfern gesungen
wurden. Nachdem S. zwei theolo-
gische Kurse durchgemacht, hing er
auch die Theologie an den Nagel,
wanderte nach Passau u. schloß sich
hier der Schauspielertruppe seines
Studienfreundes Bechtold an. Die
berühmte Tragödin Sophie Schrö-
der, die gerade auf einem Gastspiel
anwesend war, erteilte S. Unter-
weisung im Spiel. Aber nach drei
Vierteljahren war es auch mit der
Schauspielerlaufbahn zu Ende, und
S. begann nun ein poetisches Wan-
derleben, auf dem er Subskribenten
für seine mundartlichen Gedichte
sammelte, die er dann in der Heimat
sichtete u. für den Druck vorbereitete.
Die Drucklegung derselben führte
ihn nach Wien, wo er mehrere Jahre
weilte. Seit dem Septbr. 1842 hielt
er in vielen Städten Österreichs u.
Bayerns poetische Vorträge, die ihm
überall reichen Beifall u. klingende
Erfolge eintrugen. Nach seiner Ver-
heiratung (1845) nahm er seinen
bleibenden Aufenthalt in Ried und
beschäftigte sich daselbst mit schrist-
stellerischen Arbeiten. Jm Jahre
1852 unternahm er, diesmal in Be-
gleitung seiner Frau, eine zweite
Reise nach München, die er dann bis
Stuttgart ausdehnte, und auf der er
wieder vielbesuchte Vorträge hielt.
Jn Salzburg, wo er sich die nächsten
Jahre aufhielt, verlor er 1856 seine
Gattin. Dieser Schicksalsschlag traf
den Dichter um so härter, als Bar-
bara eine äußerst sorgliche u. wirt-
schaftliche Hausfrau gewesen, welche
seine oft knappen Einkünfte gut zu-
sammengehalten hatte. S. wanderte
nun nach alter Studentenweise wie-
der unstet umher, indem ihm Linz,
Vöcklabruck, Braunau und Salzburg
als Hauptstationen dienten. Jm

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u. er kehrte wieder zu ſeinem kauf-
männiſchen Berufe zurück. Er be-
kleidete lange den Poſten eines Kom-
mis u. danach den eines Prokuriſten
in einem angeſehenen Handelshauſe
zu Elberfeld und gab dieſe Stellung
erſt zu Anfang des Jahres 1883 auf,
wo er nach Wiesbaden überſiedelte.
Dort lebt er noch jetzt als Privat-
mann.

S:

Gedichte. 1857. 3. A.
1880. – Kompaß auf dem Meere des
Lebens (Weisheitsblüten), 5. A. 1891.
– Aus Geſchichte u. Sage (Ge.), 1866.
2. A. 1882. – Die Braut der Kirche
(Lyr.-ep. D.), 1858. – Gedichte, 2. Bd.,
1869. – Hohenzollernſtrauß (Ge.),
1871. – Novellen, 1882. – Neue Gedichte,
1887. – Nach ſieben Jahrzehnten (7. Ge-
dichtſamml.), 1893. – Erlebniſſe eines
Achtzigjährigen, 1903. – Wiesbadener
Gedenkblätter und Verwandtes, 1908.

Stelzhamer, Peter Andreas Xaver
Franz,

eines Bauern Sohn aus
Großpieſenham, unfern dem Städt-
chen Ried (Ober-Öſterr.), wurde da-
ſelbſt am 29. November 1802 geboren,
erhielt zunächſt in einer ländlichen
Schule Elementarunterricht und be-
ſuchte dann von ſeinem 14. bis zu
ſeinem 22. Jahre mit großem Fleiß
u. gutem Erfolge die Gymnaſial- u.
Lyzealklaſſen in Salzburg, Graz u.
abermals in Salzburg. Nach dem
Willen ſeines Vaters ſollte er ſich
nun dem geiſtlichen Stande widmen;
er aber wandte ſich nach Graz, ſtu-
dierte dort 1825–29 die Rechte und
ging nach abſolviertem Studium auf
ein Jahr als Erzieher nach Reindorf
u. 1830 nach Bielitz. Hier faßte er
den Entſchluß, Maler zu werden,
reiſte 1831 nach Wien und beſuchte
daſelbſt auch wirklich die Maler-Aka-
demie, mußte aber doch aus Mangel
an den nötigen Mitteln von ſeinem
Plane abſtehen. Er ging nun nach
Linz, um endlich des zürnenden Va-
ters Willen zu erfüllen, und ließ ſich
daſelbſt als Externiſt der Theologie
aufnehmen. Nebenbei entſtanden
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ſeine erſten u. herrlichſten Lieder in
obderennſiſcher Mundart, welche im
Jnnkreiſe bald handſchriftlich von
Hand zu Hand gingen u. überall in
den heimatlichen Dörfern geſungen
wurden. Nachdem S. zwei theolo-
giſche Kurſe durchgemacht, hing er
auch die Theologie an den Nagel,
wanderte nach Paſſau u. ſchloß ſich
hier der Schauſpielertruppe ſeines
Studienfreundes Bechtold an. Die
berühmte Tragödin Sophie Schrö-
der, die gerade auf einem Gaſtſpiel
anweſend war, erteilte S. Unter-
weiſung im Spiel. Aber nach drei
Vierteljahren war es auch mit der
Schauſpielerlaufbahn zu Ende, und
S. begann nun ein poetiſches Wan-
derleben, auf dem er Subſkribenten
für ſeine mundartlichen Gedichte
ſammelte, die er dann in der Heimat
ſichtete u. für den Druck vorbereitete.
Die Drucklegung derſelben führte
ihn nach Wien, wo er mehrere Jahre
weilte. Seit dem Septbr. 1842 hielt
er in vielen Städten Öſterreichs u.
Bayerns poetiſche Vorträge, die ihm
überall reichen Beifall u. klingende
Erfolge eintrugen. Nach ſeiner Ver-
heiratung (1845) nahm er ſeinen
bleibenden Aufenthalt in Ried und
beſchäftigte ſich daſelbſt mit ſchriſt-
ſtelleriſchen Arbeiten. Jm Jahre
1852 unternahm er, diesmal in Be-
gleitung ſeiner Frau, eine zweite
Reiſe nach München, die er dann bis
Stuttgart ausdehnte, und auf der er
wieder vielbeſuchte Vorträge hielt.
Jn Salzburg, wo er ſich die nächſten
Jahre aufhielt, verlor er 1856 ſeine
Gattin. Dieſer Schickſalsſchlag traf
den Dichter um ſo härter, als Bar-
bara eine äußerſt ſorgliche u. wirt-
ſchaftliche Hausfrau geweſen, welche
ſeine oft knappen Einkünfte gut zu-
ſammengehalten hatte. S. wanderte
nun nach alter Studentenweiſe wie-
der unſtet umher, indem ihm Linz,
Vöcklabruck, Braunau und Salzburg
als Hauptſtationen dienten. Jm

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[56/0060] Ste Ste u. er kehrte wieder zu ſeinem kauf- männiſchen Berufe zurück. Er be- kleidete lange den Poſten eines Kom- mis u. danach den eines Prokuriſten in einem angeſehenen Handelshauſe zu Elberfeld und gab dieſe Stellung erſt zu Anfang des Jahres 1883 auf, wo er nach Wiesbaden überſiedelte. Dort lebt er noch jetzt als Privat- mann. S: Gedichte. 1857. 3. A. 1880. – Kompaß auf dem Meere des Lebens (Weisheitsblüten), 5. A. 1891. – Aus Geſchichte u. Sage (Ge.), 1866. 2. A. 1882. – Die Braut der Kirche (Lyr.-ep. D.), 1858. – Gedichte, 2. Bd., 1869. – Hohenzollernſtrauß (Ge.), 1871. – Novellen, 1882. – Neue Gedichte, 1887. – Nach ſieben Jahrzehnten (7. Ge- dichtſamml.), 1893. – Erlebniſſe eines Achtzigjährigen, 1903. – Wiesbadener Gedenkblätter und Verwandtes, 1908. Stelzhamer, Peter Andreas Xaver Franz, eines Bauern Sohn aus Großpieſenham, unfern dem Städt- chen Ried (Ober-Öſterr.), wurde da- ſelbſt am 29. November 1802 geboren, erhielt zunächſt in einer ländlichen Schule Elementarunterricht und be- ſuchte dann von ſeinem 14. bis zu ſeinem 22. Jahre mit großem Fleiß u. gutem Erfolge die Gymnaſial- u. Lyzealklaſſen in Salzburg, Graz u. abermals in Salzburg. Nach dem Willen ſeines Vaters ſollte er ſich nun dem geiſtlichen Stande widmen; er aber wandte ſich nach Graz, ſtu- dierte dort 1825–29 die Rechte und ging nach abſolviertem Studium auf ein Jahr als Erzieher nach Reindorf u. 1830 nach Bielitz. Hier faßte er den Entſchluß, Maler zu werden, reiſte 1831 nach Wien und beſuchte daſelbſt auch wirklich die Maler-Aka- demie, mußte aber doch aus Mangel an den nötigen Mitteln von ſeinem Plane abſtehen. Er ging nun nach Linz, um endlich des zürnenden Va- ters Willen zu erfüllen, und ließ ſich daſelbſt als Externiſt der Theologie aufnehmen. Nebenbei entſtanden ſeine erſten u. herrlichſten Lieder in obderennſiſcher Mundart, welche im Jnnkreiſe bald handſchriftlich von Hand zu Hand gingen u. überall in den heimatlichen Dörfern geſungen wurden. Nachdem S. zwei theolo- giſche Kurſe durchgemacht, hing er auch die Theologie an den Nagel, wanderte nach Paſſau u. ſchloß ſich hier der Schauſpielertruppe ſeines Studienfreundes Bechtold an. Die berühmte Tragödin Sophie Schrö- der, die gerade auf einem Gaſtſpiel anweſend war, erteilte S. Unter- weiſung im Spiel. Aber nach drei Vierteljahren war es auch mit der Schauſpielerlaufbahn zu Ende, und S. begann nun ein poetiſches Wan- derleben, auf dem er Subſkribenten für ſeine mundartlichen Gedichte ſammelte, die er dann in der Heimat ſichtete u. für den Druck vorbereitete. Die Drucklegung derſelben führte ihn nach Wien, wo er mehrere Jahre weilte. Seit dem Septbr. 1842 hielt er in vielen Städten Öſterreichs u. Bayerns poetiſche Vorträge, die ihm überall reichen Beifall u. klingende Erfolge eintrugen. Nach ſeiner Ver- heiratung (1845) nahm er ſeinen bleibenden Aufenthalt in Ried und beſchäftigte ſich daſelbſt mit ſchriſt- ſtelleriſchen Arbeiten. Jm Jahre 1852 unternahm er, diesmal in Be- gleitung ſeiner Frau, eine zweite Reiſe nach München, die er dann bis Stuttgart ausdehnte, und auf der er wieder vielbeſuchte Vorträge hielt. Jn Salzburg, wo er ſich die nächſten Jahre aufhielt, verlor er 1856 ſeine Gattin. Dieſer Schickſalsſchlag traf den Dichter um ſo härter, als Bar- bara eine äußerſt ſorgliche u. wirt- ſchaftliche Hausfrau geweſen, welche ſeine oft knappen Einkünfte gut zu- ſammengehalten hatte. S. wanderte nun nach alter Studentenweiſe wie- der unſtet umher, indem ihm Linz, Vöcklabruck, Braunau und Salzburg als Hauptſtationen dienten. Jm *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 56. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/60>, abgerufen am 21.03.2019.