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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Walters Leben (Ge.), 1888. - Lie-
derspende zugunsten Notleidender im
Eisacktale; hrsg. 1888.

Zingerle, Pius

(eigentl.: Jakob),
Oheim des Vorigen, wurde am 17.
März 1801 zu Meran als der Sohn
eines Kaufmanns u. Ratsherrn ge-
boren u. wuchs unter den gewaltigen
Eindrücken auf, welche die Erhebung
des Tiroler Volkes gegen die Fran-
zosen in seinem Herzen wachriefen.
Er besuchte seit 1810 das Gymnasium
in Meran, absolvierte den philosophi-
schen Kursus in Jnnsbruck und trat
1819 als Novize in das Benediktiner-
kloster Marienberg, bei welcher Ge-
legenheit er den Namen Pius er-
hielt. Nach Ablauf des Noviziat-
jahres bezog er zum Studium der
Theologie das Generalseminar in
Jnnsbruck, erhielt am 7. April 1824
die Priesterweihe und wirkte nun
fünf Jahre lang als Seelsorger der
hochgelegenen Gemeinde Platt im
Passeiertale. Neben seinen Berufs-
geschäften lag der junge Kooperator
mit glühendem Eifer dem Studium
der orientalischen Sprachen ob und
hatte bereits 1827 wertvolle Publi-
kationen in Bereitschaft. Jm Jahre
1830 kam er als Religionslehrer an
das Gymnasium zu Meran, 1837 wie-
der als Kooperator nach St. Martin
in Passeier und kehrte von hier 1840
als Humanitätsprofessor nach Meran
zurück, wo er nun bis 1862 blieb und
seit 1852 auch die Direktion des Gym-
nasiums führte. Während dieser Zeit
hatte Z. mehrere wertvolle theolo-
gische u. sprachwissenschaftliche Werke
ediert, war von der Gesellschaft für
orientalische Wissenschaften in Leipzig
und Paris zum Ehrenmitgliede und
von der Universität Freiburg zum
Ehrendoktor ernannt worden. 1862
berief ihn der Papst als Professor der
arabischen und syrischen Sprache an
die Sapienza nach Rom; später wurde
er Konsultor für orientalische Ange-
legenheiten u. Skriptor der Vatika-
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nischen Bibliothek, in welcher Eigen[-]
schaft er wertvolle Funde von bis[-]
her unbekannten morgenländische[n]
Schriftstellern machte, und kehrte i[m]
Juli 1865 nach Tirol zurück. Hie[r]
versah er bis 1871 wieder eine Leh[-]
rerstelle am Gymnasium in Meran [u.]
kehrte dann in sein Stift Marien[-]
berg zurück, als dessen Prior er a[m]
10. Januar 1881 starb.

S:

Harfen[-]
klänge vom Libanon (Übersetzgn.[),]
1840. - Festkränze aus Libanon[s]
Gärten (Übersetzg.), 1846. - Ge[-]
dichte, 1843. - Die Marienrosen au[s]
Damaskus, übersetzt, 1853. - Sech[s]
Homilien des heiligen Jakob vo[n]
Sarug, übersetzt, 1867.

*Zink(-Maishof), Jenny,

ps[d.]
P. F. Jezma, geb. am 22. Oktb[r.]
1849 (n. and. 1847) in Dresde[n,]
zeigte von früher Jugend an Ne[i-]
gung und Talent für die Bühne un[d]
wußte es trotz des Widerstreben[s]
ihrer Familie durchzusetzen, daß si[e,]
nachdem sie ihre dramatische Aus[-]
bildung durch keinen Geringeren a[ls]
Karl Gutzkow erhalten hatte, d[ie]
Bretter betrat, welche die Welt b[e-]
deuten. Aber nachdem sie in Pes[t,]
Prag und Wien (Carl-Theater) d[ie]
Bühnenwelt mit ihren Dornen grün[d-]
lich kennen gelernt hatte, zog sie si[ch]
1871 aus derselben auf das Landg[ut]
Maishof bei Altlengbach in Niede[r-]
österreich zurück, das ihr Vater e[r-]
worben hatte. Hier faßte sie ein ga[nz]
besonderes Jnteresse für die Land[-]
wirtschaft und gab sich dem Studiu[m]
derselben nach der theoretischen un[d]
praktischen Seite mit Erfolg hi[n.]
Einige Artikel von ihr, in der "Neue[n]
freien Presse" u. der "Wiener land[-]
wirtschaftlichen Zeitung" abgedruck[t,]
bildeten schließlich den Übergang z[ur]
Schriftstellerei auf schönwissenschaf[t-]
lichem Gebiete, welche sie seit 188[4]
pflegte. Während sie den Somm[er]
über auf ihrem Gute weilte, lebte s[ie]
im Winter in Wien u. beteiligte si[ch]
hier durch Vorträge an den gemei[n-]

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Zin
Walters Leben (Ge.), 1888. – Lie-
derſpende zugunſten Notleidender im
Eiſacktale; hrsg. 1888.

Zingerle, Pius

(eigentl.: Jakob),
Oheim des Vorigen, wurde am 17.
März 1801 zu Meran als der Sohn
eines Kaufmanns u. Ratsherrn ge-
boren u. wuchs unter den gewaltigen
Eindrücken auf, welche die Erhebung
des Tiroler Volkes gegen die Fran-
zoſen in ſeinem Herzen wachriefen.
Er beſuchte ſeit 1810 das Gymnaſium
in Meran, abſolvierte den philoſophi-
ſchen Kurſus in Jnnsbruck und trat
1819 als Novize in das Benediktiner-
kloſter Marienberg, bei welcher Ge-
legenheit er den Namen Pius er-
hielt. Nach Ablauf des Noviziat-
jahres bezog er zum Studium der
Theologie das Generalſeminar in
Jnnsbruck, erhielt am 7. April 1824
die Prieſterweihe und wirkte nun
fünf Jahre lang als Seelſorger der
hochgelegenen Gemeinde Platt im
Paſſeiertale. Neben ſeinen Berufs-
geſchäften lag der junge Kooperator
mit glühendem Eifer dem Studium
der orientaliſchen Sprachen ob und
hatte bereits 1827 wertvolle Publi-
kationen in Bereitſchaft. Jm Jahre
1830 kam er als Religionslehrer an
das Gymnaſium zu Meran, 1837 wie-
der als Kooperator nach St. Martin
in Paſſeier und kehrte von hier 1840
als Humanitätsprofeſſor nach Meran
zurück, wo er nun bis 1862 blieb und
ſeit 1852 auch die Direktion des Gym-
naſiums führte. Während dieſer Zeit
hatte Z. mehrere wertvolle theolo-
giſche u. ſprachwiſſenſchaftliche Werke
ediert, war von der Geſellſchaft für
orientaliſche Wiſſenſchaften in Leipzig
und Paris zum Ehrenmitgliede und
von der Univerſität Freiburg zum
Ehrendoktor ernannt worden. 1862
berief ihn der Papſt als Profeſſor der
arabiſchen und ſyriſchen Sprache an
die Sapienza nach Rom; ſpäter wurde
er Konſultor für orientaliſche Ange-
legenheiten u. Skriptor der Vatika-
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Zin
niſchen Bibliothek, in welcher Eigen[-]
ſchaft er wertvolle Funde von bis[-]
her unbekannten morgenländiſche[n]
Schriftſtellern machte, und kehrte i[m]
Juli 1865 nach Tirol zurück. Hie[r]
verſah er bis 1871 wieder eine Leh[-]
rerſtelle am Gymnaſium in Meran [u.]
kehrte dann in ſein Stift Marien[-]
berg zurück, als deſſen Prior er a[m]
10. Januar 1881 ſtarb.

S:

Harfen[-]
klänge vom Libanon (Überſetzgn.[),]
1840. – Feſtkränze aus Libanon[s]
Gärten (Überſetzg.), 1846. – Ge[-]
dichte, 1843. – Die Marienroſen au[s]
Damaskus, überſetzt, 1853. – Sech[s]
Homilien des heiligen Jakob vo[n]
Sarug, überſetzt, 1867.

*Zink(-Maishof), Jenny,

pſ[d.]
P. F. Jezma, geb. am 22. Oktb[r.]
1849 (n. and. 1847) in Dresde[n,]
zeigte von früher Jugend an Ne[i-]
gung und Talent für die Bühne un[d]
wußte es trotz des Widerſtreben[s]
ihrer Familie durchzuſetzen, daß ſi[e,]
nachdem ſie ihre dramatiſche Aus[-]
bildung durch keinen Geringeren a[ls]
Karl Gutzkow erhalten hatte, d[ie]
Bretter betrat, welche die Welt b[e-]
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Prag und Wien (Carl-Theater) d[ie]
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lich kennen gelernt hatte, zog ſie ſi[ch]
1871 aus derſelben auf das Landg[ut]
Maishof bei Altlengbach in Niede[r-]
öſterreich zurück, das ihr Vater e[r-]
worben hatte. Hier faßte ſie ein ga[nz]
beſonderes Jntereſſe für die Land[-]
wirtſchaft und gab ſich dem Studiu[m]
derſelben nach der theoretiſchen un[d]
praktiſchen Seite mit Erfolg hi[n.]
Einige Artikel von ihr, in der „Neue[n]
freien Preſſe“ u. der „Wiener land[-]
wirtſchaftlichen Zeitung“ abgedruck[t,]
bildeten ſchließlich den Übergang z[ur]
Schriftſtellerei auf ſchönwiſſenſchaf[t-]
lichem Gebiete, welche ſie ſeit 188[4]
pflegte. Während ſie den Somm[er]
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im Winter in Wien u. beteiligte ſi[ch]
hier durch Vorträge an den gemei[n-]

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[102/0106] Zin Zin Walters Leben (Ge.), 1888. – Lie- derſpende zugunſten Notleidender im Eiſacktale; hrsg. 1888. Zingerle, Pius (eigentl.: Jakob), Oheim des Vorigen, wurde am 17. März 1801 zu Meran als der Sohn eines Kaufmanns u. Ratsherrn ge- boren u. wuchs unter den gewaltigen Eindrücken auf, welche die Erhebung des Tiroler Volkes gegen die Fran- zoſen in ſeinem Herzen wachriefen. Er beſuchte ſeit 1810 das Gymnaſium in Meran, abſolvierte den philoſophi- ſchen Kurſus in Jnnsbruck und trat 1819 als Novize in das Benediktiner- kloſter Marienberg, bei welcher Ge- legenheit er den Namen Pius er- hielt. Nach Ablauf des Noviziat- jahres bezog er zum Studium der Theologie das Generalſeminar in Jnnsbruck, erhielt am 7. April 1824 die Prieſterweihe und wirkte nun fünf Jahre lang als Seelſorger der hochgelegenen Gemeinde Platt im Paſſeiertale. Neben ſeinen Berufs- geſchäften lag der junge Kooperator mit glühendem Eifer dem Studium der orientaliſchen Sprachen ob und hatte bereits 1827 wertvolle Publi- kationen in Bereitſchaft. Jm Jahre 1830 kam er als Religionslehrer an das Gymnaſium zu Meran, 1837 wie- der als Kooperator nach St. Martin in Paſſeier und kehrte von hier 1840 als Humanitätsprofeſſor nach Meran zurück, wo er nun bis 1862 blieb und ſeit 1852 auch die Direktion des Gym- naſiums führte. Während dieſer Zeit hatte Z. mehrere wertvolle theolo- giſche u. ſprachwiſſenſchaftliche Werke ediert, war von der Geſellſchaft für orientaliſche Wiſſenſchaften in Leipzig und Paris zum Ehrenmitgliede und von der Univerſität Freiburg zum Ehrendoktor ernannt worden. 1862 berief ihn der Papſt als Profeſſor der arabiſchen und ſyriſchen Sprache an die Sapienza nach Rom; ſpäter wurde er Konſultor für orientaliſche Ange- legenheiten u. Skriptor der Vatika- niſchen Bibliothek, in welcher Eigen- ſchaft er wertvolle Funde von bis- her unbekannten morgenländiſchen Schriftſtellern machte, und kehrte im Juli 1865 nach Tirol zurück. Hier verſah er bis 1871 wieder eine Leh- rerſtelle am Gymnaſium in Meran u. kehrte dann in ſein Stift Marien- berg zurück, als deſſen Prior er am 10. Januar 1881 ſtarb. S: Harfen- klänge vom Libanon (Überſetzgn.), 1840. – Feſtkränze aus Libanons Gärten (Überſetzg.), 1846. – Ge- dichte, 1843. – Die Marienroſen aus Damaskus, überſetzt, 1853. – Sechs Homilien des heiligen Jakob von Sarug, überſetzt, 1867. *Zink(-Maishof), Jenny, pſd. P. F. Jezma, geb. am 22. Oktbr. 1849 (n. and. 1847) in Dresden, zeigte von früher Jugend an Nei- gung und Talent für die Bühne und wußte es trotz des Widerſtrebens ihrer Familie durchzuſetzen, daß ſie, nachdem ſie ihre dramatiſche Aus- bildung durch keinen Geringeren als Karl Gutzkow erhalten hatte, die Bretter betrat, welche die Welt be- deuten. Aber nachdem ſie in Peſt, Prag und Wien (Carl-Theater) die Bühnenwelt mit ihren Dornen gründ- lich kennen gelernt hatte, zog ſie ſich 1871 aus derſelben auf das Landgut Maishof bei Altlengbach in Nieder- öſterreich zurück, das ihr Vater er- worben hatte. Hier faßte ſie ein ganz beſonderes Jntereſſe für die Land- wirtſchaft und gab ſich dem Studium derſelben nach der theoretiſchen und praktiſchen Seite mit Erfolg hin. Einige Artikel von ihr, in der „Neuen freien Preſſe“ u. der „Wiener land- wirtſchaftlichen Zeitung“ abgedruckt, bildeten ſchließlich den Übergang zur Schriftſtellerei auf ſchönwiſſenſchaft- lichem Gebiete, welche ſie ſeit 1884 pflegte. Während ſie den Sommer über auf ihrem Gute weilte, lebte ſie im Winter in Wien u. beteiligte ſich hier durch Vorträge an den gemein- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/106>, S. 102, abgerufen am 23.09.2017.