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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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vom Berg (E.), 1861. - Der alte Sol-
dat (E.), 1865.

Zündt, Ernst Anton Joseph,

ent-
stammte der im bayerischen Staats-
dienste seit langer Zeit verdienten
Familie Zündt Freiherrn von
Kentzingen
und wurde am 12. Jan.
1819 auf dem St. Georgenberge bei
Mindelheim im bayerischen Kreise
Schwaben geboren. Seinen Vater, der
die Feldzüge der bayerischen Armee
unter Napoleon mitgemacht hatte,
verlor er sehr frühe, und so kam er
denn nach München in das Seminar
des "Holländischen Jnstituts", wo er
eine vortreffliche Gymnasialbildung
u. Erziehung genoß. Danach machte
er seine Studien in Philosophie und
Jurisprudenz an der Münchener Uni-
versität, huldigte daneben wohl auch
der Muse, da er seit 1843 als Über-
setzer und Dichter hervortrat. Über
die folgenden Jahre seines Lebens
sind wir wenig unterrichtet; doch müs-
sen sich wohl für ihn die Verhältnisse
in Deutschland ungünstig gestaltet
haben, denn er ging 1857 mit seiner
1849 heimgeführten Gattin Johanna,
geb. Ammann, und zwei Knaben nach
Amerika und gründete in Greenbay,
Wiskonsin, die "Greenbay Post".
Nach zehn Monaten gab er jedoch die-
selbe wieder auf und siedelte nach
Milwaukee über, woselbst er Privat-
unterricht erteilte und während eines
Winters die Stelle als Regisseur beim
dortig. Stadttheater bekleidete. Spä-
terhin redigierte er nach Abgang des
Otto Ruppius neun Monate den
"Gradaus", arbeitete eine Zeitlang
am "Herold" u. "Banner" und nahm
dann eine Stelle als Lehrer an den
öffentlichen Schulen an, die er drei
Jahre lang bekleidete. Da es ihm
nicht gelingen wollte, eine feste Stel-
lung zu erlangen, begab er sich 1864
nach St. Louis, wo er wiederum drei
Jahre als Mitarbeiter an der "West-
lichen Post" tätig war. 1868 ging er
nach Jefferson City, der Staatshaupt-
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Zür
stadt von Missouri, wo er bis 1876
deutschen Unterricht an den öffent-
lichen Schulen erteilte. Nachdem er
diesen Erwerbszweig aufgegeben,
wandte er sich wieder nach St. Louis,
wo er infolge von Krankheiten und
anderen Unglücksfällen schwere Jahre
der Heimsuchung durchmachen mußte
und später eine kleine Stellung als
Beamter der kommunalen Steuer-
behörde bekleidete. Von 1886-88 war
er Redakteur der "Freien Presse" in
Minneapolis, u. seit 1890 verbrachte
er seinen Lebensabend in der Familie
seines Sohnes in Jefferson City. Er
starb daselbst am 2. Mai 1897.

S:

Ein-
same Stunden (Ge.), 1844. - Lukretia
(Tr. von Ponsard, übersetzt), 1843. -
Die Gambsenjaga (Alpenßene mit
Ges. und Tanz), 1855. - Lyrische und
dramatische Dichtungen, 1871 (Jn-
halt: Lyrisches. - Jugurtha, Trsp. -
Rienzi, der letzte Tribun. Trsp. n. d.
Engl. der Miß Mitford. - Galilei.
Schsp. v. Fr. Ponsard, metrisch über-
tragen). - Amerika (G.), 1876. - Jm
Olymp (Lsp.), 1874. - Dörnröschen
(Bühnenspiel), 1878. - Gesammelte
Gedichte, 1879 (Jnhalt: Lyrische Ge-
dichte. - Aschenbrödel [Dram. Feen-
märchen]. - Die Gambsenjaga. - Die
Eis-Fee, oder: Die gefrorene Hand
[Zauberposse]. - Dornröschen). -
Ebbe u. Flut (Lyr. Dn. u. "Jugurtha",
Trsp.), 1894.

Zurhellen-Pfleiderer, Else,

geb.
am 3. März 1877 in Berlin als Toch-
ter des (1908 +) Universitätsprofes-
sors Otto Pfleiderer, lebt als Gattin
des Pfarrers Lic. theol. Otto Zur-
hellen in Frankfurt a. M.

S:

Der
Kaiserpat (E. a. e. oberberg. Dorfe),
1912.

*Zürn, Dorrit,

pseudon. Olga
Holm,
wurde am 29. Januar 1882
in Graz (Steiermark) als die Tochter
des Universitätsprofessors Dr. jur.
E. Strohal geboren, genoß ihre
Ausbildung im sacre-coeur daselbst
u. später in verschiedenen Erziehungs-

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Zün
vom Berg (E.), 1861. – Der alte Sol-
dat (E.), 1865.

Zündt, Ernſt Anton Joſeph,

ent-
ſtammte der im bayeriſchen Staats-
dienſte ſeit langer Zeit verdienten
Familie Zündt Freiherrn von
Kentzingen
und wurde am 12. Jan.
1819 auf dem St. Georgenberge bei
Mindelheim im bayeriſchen Kreiſe
Schwaben geboren. Seinen Vater, der
die Feldzüge der bayeriſchen Armee
unter Napoleon mitgemacht hatte,
verlor er ſehr frühe, und ſo kam er
denn nach München in das Seminar
des „Holländiſchen Jnſtituts“, wo er
eine vortreffliche Gymnaſialbildung
u. Erziehung genoß. Danach machte
er ſeine Studien in Philoſophie und
Jurisprudenz an der Münchener Uni-
verſität, huldigte daneben wohl auch
der Muſe, da er ſeit 1843 als Über-
ſetzer und Dichter hervortrat. Über
die folgenden Jahre ſeines Lebens
ſind wir wenig unterrichtet; doch müſ-
ſen ſich wohl für ihn die Verhältniſſe
in Deutſchland ungünſtig geſtaltet
haben, denn er ging 1857 mit ſeiner
1849 heimgeführten Gattin Johanna,
geb. Ammann, und zwei Knaben nach
Amerika und gründete in Greenbay,
Wiskonſin, die „Greenbay Poſt“.
Nach zehn Monaten gab er jedoch die-
ſelbe wieder auf und ſiedelte nach
Milwaukee über, woſelbſt er Privat-
unterricht erteilte und während eines
Winters die Stelle als Regiſſeur beim
dortig. Stadttheater bekleidete. Spä-
terhin redigierte er nach Abgang des
Otto Ruppius neun Monate den
„Gradaus“, arbeitete eine Zeitlang
am „Herold“ u. „Banner“ und nahm
dann eine Stelle als Lehrer an den
öffentlichen Schulen an, die er drei
Jahre lang bekleidete. Da es ihm
nicht gelingen wollte, eine feſte Stel-
lung zu erlangen, begab er ſich 1864
nach St. Louis, wo er wiederum drei
Jahre als Mitarbeiter an der „Weſt-
lichen Poſt“ tätig war. 1868 ging er
nach Jefferſon City, der Staatshaupt-
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Zür
ſtadt von Miſſouri, wo er bis 1876
deutſchen Unterricht an den öffent-
lichen Schulen erteilte. Nachdem er
dieſen Erwerbszweig aufgegeben,
wandte er ſich wieder nach St. Louis,
wo er infolge von Krankheiten und
anderen Unglücksfällen ſchwere Jahre
der Heimſuchung durchmachen mußte
und ſpäter eine kleine Stellung als
Beamter der kommunalen Steuer-
behörde bekleidete. Von 1886–88 war
er Redakteur der „Freien Preſſe“ in
Minneapolis, u. ſeit 1890 verbrachte
er ſeinen Lebensabend in der Familie
ſeines Sohnes in Jefferſon City. Er
ſtarb daſelbſt am 2. Mai 1897.

S:

Ein-
ſame Stunden (Ge.), 1844. – Lukretia
(Tr. von Ponſard, überſetzt), 1843. –
Die Gambſenjaga (Alpenſzene mit
Geſ. und Tanz), 1855. – Lyriſche und
dramatiſche Dichtungen, 1871 (Jn-
halt: Lyriſches. – Jugurtha, Trſp. –
Rienzi, der letzte Tribun. Trſp. n. d.
Engl. der Miß Mitford. – Galilei.
Schſp. v. Fr. Ponſard, metriſch über-
tragen). – Amerika (G.), 1876. – Jm
Olymp (Lſp.), 1874. – Dörnröschen
(Bühnenſpiel), 1878. – Geſammelte
Gedichte, 1879 (Jnhalt: Lyriſche Ge-
dichte. – Aſchenbrödel [Dram. Feen-
märchen]. – Die Gambſenjaga. – Die
Eis-Fee, oder: Die gefrorene Hand
[Zauberpoſſe]. – Dornröschen). –
Ebbe u. Flut (Lyr. Dn. u. „Jugurtha“,
Trſp.), 1894.

Zurhellen-Pfleiderer, Elſe,

geb.
am 3. März 1877 in Berlin als Toch-
ter des (1908 †) Univerſitätsprofeſ-
ſors Otto Pfleiderer, lebt als Gattin
des Pfarrers Lic. theol. Otto Zur-
hellen in Frankfurt a. M.

S:

Der
Kaiſerpat (E. a. e. oberberg. Dorfe),
1912.

*Zürn, Dorrit,

pſeudon. Olga
Holm,
wurde am 29. Januar 1882
in Graz (Steiermark) als die Tochter
des Univerſitätsprofeſſors Dr. jur.
E. Strohal geboren, genoß ihre
Ausbildung im sacré–cœur daſelbſt
u. ſpäter in verſchiedenen Erziehungs-

*
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[117/0121] Zün Zür vom Berg (E.), 1861. – Der alte Sol- dat (E.), 1865. Zündt, Ernſt Anton Joſeph, ent- ſtammte der im bayeriſchen Staats- dienſte ſeit langer Zeit verdienten Familie Zündt Freiherrn von Kentzingen und wurde am 12. Jan. 1819 auf dem St. Georgenberge bei Mindelheim im bayeriſchen Kreiſe Schwaben geboren. Seinen Vater, der die Feldzüge der bayeriſchen Armee unter Napoleon mitgemacht hatte, verlor er ſehr frühe, und ſo kam er denn nach München in das Seminar des „Holländiſchen Jnſtituts“, wo er eine vortreffliche Gymnaſialbildung u. Erziehung genoß. Danach machte er ſeine Studien in Philoſophie und Jurisprudenz an der Münchener Uni- verſität, huldigte daneben wohl auch der Muſe, da er ſeit 1843 als Über- ſetzer und Dichter hervortrat. Über die folgenden Jahre ſeines Lebens ſind wir wenig unterrichtet; doch müſ- ſen ſich wohl für ihn die Verhältniſſe in Deutſchland ungünſtig geſtaltet haben, denn er ging 1857 mit ſeiner 1849 heimgeführten Gattin Johanna, geb. Ammann, und zwei Knaben nach Amerika und gründete in Greenbay, Wiskonſin, die „Greenbay Poſt“. Nach zehn Monaten gab er jedoch die- ſelbe wieder auf und ſiedelte nach Milwaukee über, woſelbſt er Privat- unterricht erteilte und während eines Winters die Stelle als Regiſſeur beim dortig. Stadttheater bekleidete. Spä- terhin redigierte er nach Abgang des Otto Ruppius neun Monate den „Gradaus“, arbeitete eine Zeitlang am „Herold“ u. „Banner“ und nahm dann eine Stelle als Lehrer an den öffentlichen Schulen an, die er drei Jahre lang bekleidete. Da es ihm nicht gelingen wollte, eine feſte Stel- lung zu erlangen, begab er ſich 1864 nach St. Louis, wo er wiederum drei Jahre als Mitarbeiter an der „Weſt- lichen Poſt“ tätig war. 1868 ging er nach Jefferſon City, der Staatshaupt- ſtadt von Miſſouri, wo er bis 1876 deutſchen Unterricht an den öffent- lichen Schulen erteilte. Nachdem er dieſen Erwerbszweig aufgegeben, wandte er ſich wieder nach St. Louis, wo er infolge von Krankheiten und anderen Unglücksfällen ſchwere Jahre der Heimſuchung durchmachen mußte und ſpäter eine kleine Stellung als Beamter der kommunalen Steuer- behörde bekleidete. Von 1886–88 war er Redakteur der „Freien Preſſe“ in Minneapolis, u. ſeit 1890 verbrachte er ſeinen Lebensabend in der Familie ſeines Sohnes in Jefferſon City. Er ſtarb daſelbſt am 2. Mai 1897. S: Ein- ſame Stunden (Ge.), 1844. – Lukretia (Tr. von Ponſard, überſetzt), 1843. – Die Gambſenjaga (Alpenſzene mit Geſ. und Tanz), 1855. – Lyriſche und dramatiſche Dichtungen, 1871 (Jn- halt: Lyriſches. – Jugurtha, Trſp. – Rienzi, der letzte Tribun. Trſp. n. d. Engl. der Miß Mitford. – Galilei. Schſp. v. Fr. Ponſard, metriſch über- tragen). – Amerika (G.), 1876. – Jm Olymp (Lſp.), 1874. – Dörnröschen (Bühnenſpiel), 1878. – Geſammelte Gedichte, 1879 (Jnhalt: Lyriſche Ge- dichte. – Aſchenbrödel [Dram. Feen- märchen]. – Die Gambſenjaga. – Die Eis-Fee, oder: Die gefrorene Hand [Zauberpoſſe]. – Dornröschen). – Ebbe u. Flut (Lyr. Dn. u. „Jugurtha“, Trſp.), 1894. Zurhellen-Pfleiderer, Elſe, geb. am 3. März 1877 in Berlin als Toch- ter des (1908 †) Univerſitätsprofeſ- ſors Otto Pfleiderer, lebt als Gattin des Pfarrers Lic. theol. Otto Zur- hellen in Frankfurt a. M. S: Der Kaiſerpat (E. a. e. oberberg. Dorfe), 1912. *Zürn, Dorrit, pſeudon. Olga Holm, wurde am 29. Januar 1882 in Graz (Steiermark) als die Tochter des Univerſitätsprofeſſors Dr. jur. E. Strohal geboren, genoß ihre Ausbildung im sacré–cœur daſelbſt u. ſpäter in verſchiedenen Erziehungs- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/121>, S. 117, abgerufen am 21.09.2017.