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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Zu
instituten in Weimar, Leipzig und
Kassel. Jm Jahre 1900 vermählte sie
sich mit dem Oberleutnant d. Reserve
Ralph Zürn u. ging nach einjährigem
Aufenthalt in Berlin mit ihrem Gat-
ten nach der deutschen Kolonie in
Südwestafrika, wo sie zwei Jahre,
teils in Windhoek, teils in Okahandja
verweilte; an letzterem Orte war ihr
Gatte Distriktschef. Mit ihm unter-
nahm sie monatelange Reisen in das
Jnnere des Landes und lernte die
Bevölkerung und das Gebiet gründ-
lich kennen. Nach mehrmonatigem
Aufenthalt in Deutschland, welchen
sie dazu benutzte, um als pflegende
Schwester in der Universitätsklinik
des Prof. von Bergmann in Berlin
zu arbeiten, kehrte sie zu Beginn des
Hereroaufstandes wieder nach Süd-
westafrika zurück und betätigte sich im
Lazarett von Swakopmund an der
Pflege der Kranken u. Verwundeten.
Abermals nach Deutschland zurück-
gekehrt, verlebte sie die folgenden
Jahre teils in ihrem Heim im Grune-
wald bei Berlin, teils auf Reisen, die
sie nach Spanien, Nordafrika, Klein-
asien, Mexiko und Zentralamerika
führten.

S:

Aus dem Tagebuche einer
deutschen Frau, 1905. - Pioniere
(Kolonialroman aus Südwestafrika),
1906. - Zessa Strassens Liebe (R.),
1910.

Zu Rhein, Friedrich August Frei-
herr von,

Sohn des Ministers Max
J. Fr., wurde am 7. August 1802 in
Würzburg geboren, vollendete daselbst
seine Gymnasial- und Universitäts-
studien u. trat 1823 bei dem dortigen
Landgericht in die juristische Praxis
ein. Nachdem er 1825 seine Prüfung
für den Staatsdienst absolviert, be-
gann er 1826 den Akzeß beim Appel-
lationsgericht in Würzburg, wurde
1828 zum Stadtgerichtsassessor da-
selbst u. 1830 zum Rat bei demselben
Gericht ernannt. Jm Februar 1832
wurde er Oberstudienrat u. als sol-
cher dem Ministerium des Jnnern
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Zus
zugeteilt. Aus dieser Stellung ri[ef]
ihn ganz unerwartet 1838 seine Ve[r-]
setzung als Oberappellationsrat zu[m]
obersten Gerichtshofe des Köni[g-]
reichs; am 13. Oktober 1840 erfolg[te]
seine Ernennung zum Regierung[s-]
direktor in Augsburg u. am 5. M[ai]
1841 seine Beförderung zum Regi[e-]
rungspräsidenten in Regensbur[g.]
Gegen Ende 1842 ernannte ihn Kön[ig]
Ludwig zum lebenslänglichen Reichs[-]
rate der Krone Bayern, die Kamm[er]
der Reichsräte selbst aber wählte ih[n]
in den folgenden Landtagen zu eine[m]
ihrer Sekretäre. Am 1. März 1847 tr[at]
er als Verweser des Ministeriums d[er]
Kirchen- u. Schulangelegenheiten u[nd]
der Finanzen an die Spitze der neu[en]
Verwaltung, aber schon am 30. N[o-]
vember 1847 legte er sein Portefeuil[le]
nieder und trat auf seinen früher[en]
Posten als Regierungspräsident [in]
Regensburg zurück. Seit 1848 in gle[i-]
cher Eigenschaft in Würzburg wi[r-]
kend, trat er 1868 in den Ruhesta[nd]
und starb daselbst am 10. Septemb[er]
1870.

S:

Lyrische Kränze, 1824.
Das Vaterhaus (Lyrisches Festspie[l),]
1825.

Zusner, Vincenz,

wurde am 1[8.]
Jan. 1803 im Städtchen Bischofla[ak]
in Krain geboren und von seine[m]
Vater für das Studium bestimm[t;]
allein er hatte die deutschen No[r-]
malklassen noch nicht absolviert, a[ls]
sich die Vermögensverhältnisse sein[er]
Eltern so verschlimmerten, daß er a[ls]
Lehrling in eine Handlung eintret[en]
mußte. Während seiner Lehrzeit w[ar]
es ihm gelungen, einige chemisc[he]
Handelsartikel durch unausgesetz[te]
Versuche wesentlich zu verbessern. D[a]
er indes nicht das geringste Vermöge[n]
besaß, diese Verbesserung auszunutze[n,]
so übernahm er zunächst die Stel[le]
eines Amtsschreibers in der Herrscha[ft]
Großsöding nächst Graz und benutz[te]
nun die wenigen freien Stunden, u[m]
mit Hilfe von einigen dazu abgeric[h-]
teten Bauersöhnen die erwähnt[en]

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Zu
inſtituten in Weimar, Leipzig und
Kaſſel. Jm Jahre 1900 vermählte ſie
ſich mit dem Oberleutnant d. Reſerve
Ralph Zürn u. ging nach einjährigem
Aufenthalt in Berlin mit ihrem Gat-
ten nach der deutſchen Kolonie in
Südweſtafrika, wo ſie zwei Jahre,
teils in Windhoek, teils in Okahandja
verweilte; an letzterem Orte war ihr
Gatte Diſtriktschef. Mit ihm unter-
nahm ſie monatelange Reiſen in das
Jnnere des Landes und lernte die
Bevölkerung und das Gebiet gründ-
lich kennen. Nach mehrmonatigem
Aufenthalt in Deutſchland, welchen
ſie dazu benutzte, um als pflegende
Schweſter in der Univerſitätsklinik
des Prof. von Bergmann in Berlin
zu arbeiten, kehrte ſie zu Beginn des
Hereroaufſtandes wieder nach Süd-
weſtafrika zurück und betätigte ſich im
Lazarett von Swakopmund an der
Pflege der Kranken u. Verwundeten.
Abermals nach Deutſchland zurück-
gekehrt, verlebte ſie die folgenden
Jahre teils in ihrem Heim im Grune-
wald bei Berlin, teils auf Reiſen, die
ſie nach Spanien, Nordafrika, Klein-
aſien, Mexiko und Zentralamerika
führten.

S:

Aus dem Tagebuche einer
deutſchen Frau, 1905. – Pioniere
(Kolonialroman aus Südweſtafrika),
1906. – Zeſſa Straſſens Liebe (R.),
1910.

Zu Rhein, Friedrich Auguſt Frei-
herr von,

Sohn des Miniſters Max
J. Fr., wurde am 7. Auguſt 1802 in
Würzburg geboren, vollendete daſelbſt
ſeine Gymnaſial- und Univerſitäts-
ſtudien u. trat 1823 bei dem dortigen
Landgericht in die juriſtiſche Praxis
ein. Nachdem er 1825 ſeine Prüfung
für den Staatsdienſt abſolviert, be-
gann er 1826 den Akzeß beim Appel-
lationsgericht in Würzburg, wurde
1828 zum Stadtgerichtsaſſeſſor da-
ſelbſt u. 1830 zum Rat bei demſelben
Gericht ernannt. Jm Februar 1832
wurde er Oberſtudienrat u. als ſol-
cher dem Miniſterium des Jnnern
[Spaltenumbruch]

Zus
zugeteilt. Aus dieſer Stellung ri[ef]
ihn ganz unerwartet 1838 ſeine Ve[r-]
ſetzung als Oberappellationsrat zu[m]
oberſten Gerichtshofe des Köni[g-]
reichs; am 13. Oktober 1840 erfolg[te]
ſeine Ernennung zum Regierung[ſ-]
direktor in Augsburg u. am 5. M[ai]
1841 ſeine Beförderung zum Regi[e-]
rungspräſidenten in Regensbur[g.]
Gegen Ende 1842 ernannte ihn Kön[ig]
Ludwig zum lebenslänglichen Reichs[-]
rate der Krone Bayern, die Kamm[er]
der Reichsräte ſelbſt aber wählte ih[n]
in den folgenden Landtagen zu eine[m]
ihrer Sekretäre. Am 1. März 1847 tr[at]
er als Verweſer des Miniſteriums d[er]
Kirchen- u. Schulangelegenheiten u[nd]
der Finanzen an die Spitze der neu[en]
Verwaltung, aber ſchon am 30. N[o-]
vember 1847 legte er ſein Portefeuil[le]
nieder und trat auf ſeinen früher[en]
Poſten als Regierungspräſident [in]
Regensburg zurück. Seit 1848 in gle[i-]
cher Eigenſchaft in Würzburg wi[r-]
kend, trat er 1868 in den Ruheſta[nd]
und ſtarb daſelbſt am 10. Septemb[er]
1870.

S:

Lyriſche Kränze, 1824.
Das Vaterhaus (Lyriſches Feſtſpie[l),]
1825.

Zusner, Vincenz,

wurde am 1[8.]
Jan. 1803 im Städtchen Biſchofla[ak]
in Krain geboren und von ſeine[m]
Vater für das Studium beſtimm[t;]
allein er hatte die deutſchen No[r-]
malklaſſen noch nicht abſolviert, a[ls]
ſich die Vermögensverhältniſſe ſein[er]
Eltern ſo verſchlimmerten, daß er a[ls]
Lehrling in eine Handlung eintret[en]
mußte. Während ſeiner Lehrzeit w[ar]
es ihm gelungen, einige chemiſc[he]
Handelsartikel durch unausgeſetz[te]
Verſuche weſentlich zu verbeſſern. D[a]
er indes nicht das geringſte Vermöge[n]
beſaß, dieſe Verbeſſerung auszunutze[n,]
ſo übernahm er zunächſt die Stel[le]
eines Amtsſchreibers in der Herrſcha[ft]
Großſöding nächſt Graz und benutz[te]
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mit Hilfe von einigen dazu abgeric[h-]
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[118/0122] Zu Zus inſtituten in Weimar, Leipzig und Kaſſel. Jm Jahre 1900 vermählte ſie ſich mit dem Oberleutnant d. Reſerve Ralph Zürn u. ging nach einjährigem Aufenthalt in Berlin mit ihrem Gat- ten nach der deutſchen Kolonie in Südweſtafrika, wo ſie zwei Jahre, teils in Windhoek, teils in Okahandja verweilte; an letzterem Orte war ihr Gatte Diſtriktschef. Mit ihm unter- nahm ſie monatelange Reiſen in das Jnnere des Landes und lernte die Bevölkerung und das Gebiet gründ- lich kennen. Nach mehrmonatigem Aufenthalt in Deutſchland, welchen ſie dazu benutzte, um als pflegende Schweſter in der Univerſitätsklinik des Prof. von Bergmann in Berlin zu arbeiten, kehrte ſie zu Beginn des Hereroaufſtandes wieder nach Süd- weſtafrika zurück und betätigte ſich im Lazarett von Swakopmund an der Pflege der Kranken u. Verwundeten. Abermals nach Deutſchland zurück- gekehrt, verlebte ſie die folgenden Jahre teils in ihrem Heim im Grune- wald bei Berlin, teils auf Reiſen, die ſie nach Spanien, Nordafrika, Klein- aſien, Mexiko und Zentralamerika führten. S: Aus dem Tagebuche einer deutſchen Frau, 1905. – Pioniere (Kolonialroman aus Südweſtafrika), 1906. – Zeſſa Straſſens Liebe (R.), 1910. Zu Rhein, Friedrich Auguſt Frei- herr von, Sohn des Miniſters Max J. Fr., wurde am 7. Auguſt 1802 in Würzburg geboren, vollendete daſelbſt ſeine Gymnaſial- und Univerſitäts- ſtudien u. trat 1823 bei dem dortigen Landgericht in die juriſtiſche Praxis ein. Nachdem er 1825 ſeine Prüfung für den Staatsdienſt abſolviert, be- gann er 1826 den Akzeß beim Appel- lationsgericht in Würzburg, wurde 1828 zum Stadtgerichtsaſſeſſor da- ſelbſt u. 1830 zum Rat bei demſelben Gericht ernannt. Jm Februar 1832 wurde er Oberſtudienrat u. als ſol- cher dem Miniſterium des Jnnern zugeteilt. Aus dieſer Stellung rief ihn ganz unerwartet 1838 ſeine Ver- ſetzung als Oberappellationsrat zum oberſten Gerichtshofe des König- reichs; am 13. Oktober 1840 erfolgte ſeine Ernennung zum Regierungſ- direktor in Augsburg u. am 5. Mai 1841 ſeine Beförderung zum Regie- rungspräſidenten in Regensburg. Gegen Ende 1842 ernannte ihn König Ludwig zum lebenslänglichen Reichs- rate der Krone Bayern, die Kammer der Reichsräte ſelbſt aber wählte ihn in den folgenden Landtagen zu einem ihrer Sekretäre. Am 1. März 1847 trat er als Verweſer des Miniſteriums der Kirchen- u. Schulangelegenheiten und der Finanzen an die Spitze der neuen Verwaltung, aber ſchon am 30. No- vember 1847 legte er ſein Portefeuille nieder und trat auf ſeinen früheren Poſten als Regierungspräſident in Regensburg zurück. Seit 1848 in glei- cher Eigenſchaft in Würzburg wir- kend, trat er 1868 in den Ruheſtand und ſtarb daſelbſt am 10. September 1870. S: Lyriſche Kränze, 1824. Das Vaterhaus (Lyriſches Feſtſpiel), 1825. Zusner, Vincenz, wurde am 18. Jan. 1803 im Städtchen Biſchoflaak in Krain geboren und von ſeinem Vater für das Studium beſtimmt; allein er hatte die deutſchen Nor- malklaſſen noch nicht abſolviert, als ſich die Vermögensverhältniſſe ſeiner Eltern ſo verſchlimmerten, daß er als Lehrling in eine Handlung eintreten mußte. Während ſeiner Lehrzeit war es ihm gelungen, einige chemiſche Handelsartikel durch unausgeſetzte Verſuche weſentlich zu verbeſſern. Da er indes nicht das geringſte Vermögen beſaß, dieſe Verbeſſerung auszunutzen, ſo übernahm er zunächſt die Stelle eines Amtsſchreibers in der Herrſchaft Großſöding nächſt Graz und benutzte nun die wenigen freien Stunden, um mit Hilfe von einigen dazu abgerich- teten Bauerſöhnen die erwähnten *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/122>, S. 118, abgerufen am 23.09.2017.