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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Freiwilliger mit, war dann seit 1871
ein Jahr lang als Jnspektor bei sei-
ner Mutter tätig, und als diese im
folgenden Jahre ihre Pachtung an
den Sohn abtrat, gründete dieser
dort seinen Hausstand und lebt noch
jetzt als Oberamtmann in Quasten-
barg. Seit dem 15. Jahre dichterisch
tätig, hat er neuerdings seine Poe-
sien herausgegeben u. d. T.:

S:

Fünf-
zig Jahre (Ge.), 1911.

Bergener, Oswald

(I, S. 191).

S:


Die Heidemühle (R.), 1910. - Die
Mondscheinsonate (R.), 1912.

Berger, Alfred Freiherr von

(I,
S. 192), behielt die Direktion des
neuen "Deutschen Schauspielhauses"
in Hamburg bis zum Schluß des J.
1909 bei und übernahm Ostern 1910
die Leitung des Burgtheaters in
Wien. Er starb bereits am 24. Aug.
1912 in Hietzing bei Wien.

S:

Buch
der Heimat; II, 1910. - Hofrat Eisen-
hardt (N.), 1911.

*Berger, Eugen,

wurde am 29.
April 1868 in Halle a. Saale gebo-
ren, wo sein Vater Gustav B. 38 Jahre
lang Assistent in der berühmten
Graefeschen Augenklinik gewesen war.
Durch den regen Verkehr in der Kli-
nik prägten sich von früher Kindheit
an die inhaltschwersten Eindrücke
dem Gemüt des Knaben ein, und es
lag fast in der Natur der Sache selbst,
daß er sich dem Beruf eines Spezial-
arztes für Augenkranke widmete. Er
machte seine Studien in Halle, Wien,
Zürich, Berlin, Leipzig und Kiel,
überall, von seinem Vater veranlaßt,
bei den berühmtesten Augenärzten der
Welt, seine Kenntnisse erweiternd. Jn
Leipzig wurde er zum Dr. med. pro-
moviert. Nach Erlangung der Appro-
bation war B. als Arzt in Halle, in
Baden-Baden, Blankenburg i. Thür.
tätig und ging dann als erster Assi-
stenzarzt zum Prof. Dr. Fröhlich nach
Berlin (1900), bei dem er drei Jahre
blieb. Dann ließ er sich in Rixdorf
bei Berlin als Augenarzt nieder und
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eröffnete hier 1905 auch eine eig[ene]
Augenklinik. Nebenher ist B. a[uch]
als schönwissenschaftlicher Schri[ft-]
steller tätig und hält jahraus, jahr[ein]
öffentliche Vorträge über "Hygi[ene]
des Auges", "Blindheit und i[hre]
Verhütung" und andere verwan[dte]
Themata.

S:

Lieder des Lebens u[nd]
der Liebe (Ge.), 1897. 2. verm. [A.]
1911. - Blinde Liebe (Dr.), 1910.

*Berger, Gisela Maria J[o-]
hanna Freiin von,

ist eine Enke[lin]
des (1870 +) berühmten Parlame[n-]
tariers und Ministers Dr. Joha[nn]
Nep. Berger und eine Tochter d[es]
Mitgliedes des österr. Herrenhaus[es]
Dr. Wilhelm B. und wurde am 1[2.]
Dezember 1878 in Wien gebor[en]
Schon als Kind verriet sie ein le[b-]
haftes Naturell und nicht gewöh[n-]
liche Anlagen. Die vor gesellscha[ft-]
licher Verflachung schützende geisti[ge]
Atmosphäre des elterlichen Haus[es]
begünstigte ebensosehr die ruh[ige]
Sammlung wie die stetige Ausbi[l-]
dung ihrer Fähigkeiten. Förder[nd]
traten hinzu die von ihrem Ohei[m]
dem Direktor des k. k. Hofburgthe[a-]
ters Dr. Alfred Freiherrn v. Berg[er]
(s. d.) ausgehenden starken Anregu[n-]
gen und eine immer mehr sich ve[r-]
tiefende Jnnerlichkeit, welche ba[ld]
zu dichterischem Ausdruck drängt[e.]
Der wiederholt lange Aufenthalt i[n]
der österr. Alpenwelt mit den ei[n-]
samen Wanderungen durch Wäld[er]
und Gebirge weckten und verstärkte[n]
ein tieferes Verstehen der Natur, da[s]
später, zumal in ihren lyrischen Ge[-]
dichten, so starken Ausklang finde[t.]
Wenngleich sie den Dichtern Lena[u,]
Eichendorff, Storm, Heine und Heb[-]
bel wohl einen Einfluß auf ihre dich[-]
terische Entwicklung zuschreiben dar[f,]
so wies ihr lebendig regsames Natu[-]
rell sie doch schon früh auf persönli[ch]
eigene Wege und alle starken un[d]
fruchtbaren Strömungen und Ent[-]
wicklungen der modernen Zeit wur[-]
den von ihr aufs lebhafteste ergriffe[n]

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Freiwilliger mit, war dann ſeit 1871
ein Jahr lang als Jnſpektor bei ſei-
ner Mutter tätig, und als dieſe im
folgenden Jahre ihre Pachtung an
den Sohn abtrat, gründete dieſer
dort ſeinen Hausſtand und lebt noch
jetzt als Oberamtmann in Quaſten-
barg. Seit dem 15. Jahre dichteriſch
tätig, hat er neuerdings ſeine Poe-
ſien herausgegeben u. d. T.:

S:

Fünf-
zig Jahre (Ge.), 1911.

Bergener, Oswald

(I, S. 191).

S:


Die Heidemühle (R.), 1910. – Die
Mondſcheinſonate (R.), 1912.

Berger, Alfred Freiherr von

(I,
S. 192), behielt die Direktion des
neuen „Deutſchen Schauſpielhauſes“
in Hamburg bis zum Schluß des J.
1909 bei und übernahm Oſtern 1910
die Leitung des Burgtheaters in
Wien. Er ſtarb bereits am 24. Aug.
1912 in Hietzing bei Wien.

S:

Buch
der Heimat; II, 1910. – Hofrat Eiſen-
hardt (N.), 1911.

*Berger, Eugen,

wurde am 29.
April 1868 in Halle a. Saale gebo-
ren, wo ſein Vater Guſtav B. 38 Jahre
lang Aſſiſtent in der berühmten
Graefeſchen Augenklinik geweſen war.
Durch den regen Verkehr in der Kli-
nik prägten ſich von früher Kindheit
an die inhaltſchwerſten Eindrücke
dem Gemüt des Knaben ein, und es
lag faſt in der Natur der Sache ſelbſt,
daß er ſich dem Beruf eines Spezial-
arztes für Augenkranke widmete. Er
machte ſeine Studien in Halle, Wien,
Zürich, Berlin, Leipzig und Kiel,
überall, von ſeinem Vater veranlaßt,
bei den berühmteſten Augenärzten der
Welt, ſeine Kenntniſſe erweiternd. Jn
Leipzig wurde er zum Dr. med. pro-
moviert. Nach Erlangung der Appro-
bation war B. als Arzt in Halle, in
Baden-Baden, Blankenburg i. Thür.
tätig und ging dann als erſter Aſſi-
ſtenzarzt zum Prof. Dr. Fröhlich nach
Berlin (1900), bei dem er drei Jahre
blieb. Dann ließ er ſich in Rixdorf
bei Berlin als Augenarzt nieder und
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Ber
eröffnete hier 1905 auch eine eig[ene]
Augenklinik. Nebenher iſt B. a[uch]
als ſchönwiſſenſchaftlicher Schri[ft-]
ſteller tätig und hält jahraus, jahr[ein]
öffentliche Vorträge über „Hygi[ene]
des Auges“, „Blindheit und i[hre]
Verhütung“ und andere verwan[dte]
Themata.

S:

Lieder des Lebens u[nd]
der Liebe (Ge.), 1897. 2. verm. [A.]
1911. – Blinde Liebe (Dr.), 1910.

*Berger, Giſela Maria J[o-]
hanna Freiin von,

iſt eine Enke[lin]
des (1870 †) berühmten Parlame[n-]
tariers und Miniſters Dr. Joha[nn]
Nep. Berger und eine Tochter d[es]
Mitgliedes des öſterr. Herrenhauſ[es]
Dr. Wilhelm B. und wurde am 1[2.]
Dezember 1878 in Wien gebor[en]
Schon als Kind verriet ſie ein le[b-]
haftes Naturell und nicht gewöh[n-]
liche Anlagen. Die vor geſellſcha[ft-]
licher Verflachung ſchützende geiſti[ge]
Atmoſphäre des elterlichen Hauſ[es]
begünſtigte ebenſoſehr die ruh[ige]
Sammlung wie die ſtetige Ausbi[l-]
dung ihrer Fähigkeiten. Förder[nd]
traten hinzu die von ihrem Ohei[m]
dem Direktor des k. k. Hofburgthe[a-]
ters Dr. Alfred Freiherrn v. Berg[er]
(ſ. d.) ausgehenden ſtarken Anregu[n-]
gen und eine immer mehr ſich ve[r-]
tiefende Jnnerlichkeit, welche ba[ld]
zu dichteriſchem Ausdruck drängt[e.]
Der wiederholt lange Aufenthalt i[n]
der öſterr. Alpenwelt mit den ei[n-]
ſamen Wanderungen durch Wäld[er]
und Gebirge weckten und verſtärkte[n]
ein tieferes Verſtehen der Natur, da[s]
ſpäter, zumal in ihren lyriſchen Ge[-]
dichten, ſo ſtarken Ausklang finde[t.]
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Eichendorff, Storm, Heine und Heb[-]
bel wohl einen Einfluß auf ihre dich[-]
teriſche Entwicklung zuſchreiben dar[f,]
ſo wies ihr lebendig regſames Natu[-]
rell ſie doch ſchon früh auf perſönli[ch]
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[140/0144] Ber Ber Freiwilliger mit, war dann ſeit 1871 ein Jahr lang als Jnſpektor bei ſei- ner Mutter tätig, und als dieſe im folgenden Jahre ihre Pachtung an den Sohn abtrat, gründete dieſer dort ſeinen Hausſtand und lebt noch jetzt als Oberamtmann in Quaſten- barg. Seit dem 15. Jahre dichteriſch tätig, hat er neuerdings ſeine Poe- ſien herausgegeben u. d. T.: S: Fünf- zig Jahre (Ge.), 1911. Bergener, Oswald (I, S. 191). S: Die Heidemühle (R.), 1910. – Die Mondſcheinſonate (R.), 1912. Berger, Alfred Freiherr von (I, S. 192), behielt die Direktion des neuen „Deutſchen Schauſpielhauſes“ in Hamburg bis zum Schluß des J. 1909 bei und übernahm Oſtern 1910 die Leitung des Burgtheaters in Wien. Er ſtarb bereits am 24. Aug. 1912 in Hietzing bei Wien. S: Buch der Heimat; II, 1910. – Hofrat Eiſen- hardt (N.), 1911. *Berger, Eugen, wurde am 29. April 1868 in Halle a. Saale gebo- ren, wo ſein Vater Guſtav B. 38 Jahre lang Aſſiſtent in der berühmten Graefeſchen Augenklinik geweſen war. Durch den regen Verkehr in der Kli- nik prägten ſich von früher Kindheit an die inhaltſchwerſten Eindrücke dem Gemüt des Knaben ein, und es lag faſt in der Natur der Sache ſelbſt, daß er ſich dem Beruf eines Spezial- arztes für Augenkranke widmete. Er machte ſeine Studien in Halle, Wien, Zürich, Berlin, Leipzig und Kiel, überall, von ſeinem Vater veranlaßt, bei den berühmteſten Augenärzten der Welt, ſeine Kenntniſſe erweiternd. Jn Leipzig wurde er zum Dr. med. pro- moviert. Nach Erlangung der Appro- bation war B. als Arzt in Halle, in Baden-Baden, Blankenburg i. Thür. tätig und ging dann als erſter Aſſi- ſtenzarzt zum Prof. Dr. Fröhlich nach Berlin (1900), bei dem er drei Jahre blieb. Dann ließ er ſich in Rixdorf bei Berlin als Augenarzt nieder und eröffnete hier 1905 auch eine eigene Augenklinik. Nebenher iſt B. auch als ſchönwiſſenſchaftlicher Schrift- ſteller tätig und hält jahraus, jahrein öffentliche Vorträge über „Hygiene des Auges“, „Blindheit und ihre Verhütung“ und andere verwandte Themata. S: Lieder des Lebens und der Liebe (Ge.), 1897. 2. verm. A. 1911. – Blinde Liebe (Dr.), 1910. *Berger, Giſela Maria Jo- hanna Freiin von, iſt eine Enkelin des (1870 †) berühmten Parlamen- tariers und Miniſters Dr. Johann Nep. Berger und eine Tochter des Mitgliedes des öſterr. Herrenhauſes Dr. Wilhelm B. und wurde am 12. Dezember 1878 in Wien geboren Schon als Kind verriet ſie ein leb- haftes Naturell und nicht gewöhn- liche Anlagen. Die vor geſellſchaft- licher Verflachung ſchützende geiſtige Atmoſphäre des elterlichen Hauſes begünſtigte ebenſoſehr die ruhige Sammlung wie die ſtetige Ausbil- dung ihrer Fähigkeiten. Fördernd traten hinzu die von ihrem Oheim dem Direktor des k. k. Hofburgthea- ters Dr. Alfred Freiherrn v. Berger (ſ. d.) ausgehenden ſtarken Anregun- gen und eine immer mehr ſich ver- tiefende Jnnerlichkeit, welche bald zu dichteriſchem Ausdruck drängte. Der wiederholt lange Aufenthalt in der öſterr. Alpenwelt mit den ein- ſamen Wanderungen durch Wälder und Gebirge weckten und verſtärkten ein tieferes Verſtehen der Natur, das ſpäter, zumal in ihren lyriſchen Ge- dichten, ſo ſtarken Ausklang findet. Wenngleich ſie den Dichtern Lenau, Eichendorff, Storm, Heine und Heb- bel wohl einen Einfluß auf ihre dich- teriſche Entwicklung zuſchreiben darf, ſo wies ihr lebendig regſames Natu- rell ſie doch ſchon früh auf perſönlich eigene Wege und alle ſtarken und fruchtbaren Strömungen und Ent- wicklungen der modernen Zeit wur- den von ihr aufs lebhafteſte ergriffen *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/144>, S. 140, abgerufen am 21.09.2017.