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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Byk
das Wilhelms-Gymnasium und im
letzten Schuljahre das Friedrichs-
Gymnasium und studierte dann in
Berlin vorzugsweise Deutsch und
Geschichte, hörte aber auch philolo-
gische Vorlesungen auf dem Gebiete
der alten Sprachen. Mit einer guten
Beobachtungsgabe und einer lebhaf-
ten Phantasie ausgestattet, begann
er frühzeitig zu dichten, immer mit
der Neigung, alles humoristisch zu
gestalten. Große seelische Erschütte-
rungen, die ihn, verhältnismäßig
jung, vorzeitig reif machten und ihm
Einblicke in die Nachtseiten des Lebens
gewährten, hatten wohl ein Nerven-
leiden noch mehr gesteigert, so daß B.
seine Studien in Königsberg fort-
setzte, von wo aus er in den Ferien
das schöne Samland durchwanderte
und sich durch die Poesie des Meeres
begeistern ließ. Nachdem er im Juli
1883 sein Staatsexamen bestanden
und danach seiner Militärpflicht ge-
nügt hatte, legte er Ostern 1885-86
in Königsberg sein Probejahr zurück,
erwarb sich in dieser Zeit auch den
Grad eines Dr. phil. und war dann
bis zum Oktober 1887 wissenschaft-
licher Hilfslehrer am Gymnasium in
Lyck. Um seinen Angehörigen wieder
nahe zu sein, ging er nun nach Mag-
deburg, wo er seitdem, erst als Hilfs-
lehrer am Realgymnasium, seit 1891
als ordentlicher Lehrer an der Real-
schule und seit Ostern 1904 als Ober-
lehrer an der Oberrealschule gewirkt
hat. Jm Januar 1906 wurde er zum
Professor ernannt und Ostern 1911
trat er infolge eines nervösen Leidens
in den Ruhestand. Glücklicherweise
kräftigte sich bald seine Gesundheit
und widmet er sich nun literarischer
Tätigkeit.

S:

Jung Deutschland hul-
digt Kaiser Wilhelm dem Großen
(Festsp.), o. J. (Sv.) - Leben, Kunst,
Vaterland, Amt (Ge.), 1912.

*Byk, Edgar,

geb. am 14. August
1883 in Olmütz als Sohn des Regi-
mentsarztes Dr. Oswald B., hat sich
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Cap
seine Schulbildung teils infolge Ver-
setzung seines Vaters, teils aus Man-
gel an Ehrgeiz auf den verschiedensten
Anstalten erwerben müssen, auf dem
Gymnasium in Olmütz, auf dem Pri-
vatgymnasium des Franz Scholz in
Graz, auf dem Gymnasium in Brody
(Galizien), dem Staatsgymnasium in
Graz, dem Gymnasium zu Friedeck
(Schlesien), auf der deutschen Han-
delsakademie in Olmütz und endlich
seit 1904 wieder auf dem Gymnasium
daselbst, bis er endlich 1906 das Zeug-
nis der Reife erhielt und nun im
Herbst d. J. die Wiener Universität
bezog, um Germanistik zu studieren.
Nach dem ersten Semester wandte er
sich der Jurisprudenz zu, kehrte aber
nach zwei Semestern wieder zur Ger-
manistik zurück u. brachte 1911 seine
Studien durch Promotion zum Dr.
phil.
zum Abschluß. Außer zahlreichen
Gedichten, Skizzen etc., die er schon als
Student in verschiedenen Zeitschrif-
ten veröffentlichte, gab er heraus

S:

Das Jahr der Liebe (Ge.), 1910.

Cabanis, George

(I, S. 402).

S:


Des Meisters von Nazareth letzte
Tage (Passions-Festspiel), 1910. -
Bruder Wind (M-spiel), 1910. - Gol-
dene Fädchen (Ein Buch für Mutter
und Kind. Reime v. C., Bilder von
Klara Hensel), 1910.

Calebow, Friedrich

(I, S. 402),
lebt seit 1911 als Chefredakteur des
"Westfälischen Tageblatts" in Hagen
(Westfalen).

*Capelle, Erich,

geb. am 12. Juni
1871 in Calbe a. Saale (Provinz
Sachsen) als Sohn eines Fabrikbe-
sitzers, besuchte die dortige Bürger-
schule, sodann das Stadtgymnasium
in Halle bis zur Prima und trat, um
sich dem Militärdienst zu widmen,
im August 1890 als Avantageu[r]
beim Jnfant.-Reg. Nr. 70 in Saar-
brücken ein. Aus Gesundheitsrück-
sichten mußte er indessen den mili-
tärischen Beruf aufgeben, und so

*

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Byk
das Wilhelms-Gymnaſium und im
letzten Schuljahre das Friedrichs-
Gymnaſium und ſtudierte dann in
Berlin vorzugsweiſe Deutſch und
Geſchichte, hörte aber auch philolo-
giſche Vorleſungen auf dem Gebiete
der alten Sprachen. Mit einer guten
Beobachtungsgabe und einer lebhaf-
ten Phantaſie ausgeſtattet, begann
er frühzeitig zu dichten, immer mit
der Neigung, alles humoriſtiſch zu
geſtalten. Große ſeeliſche Erſchütte-
rungen, die ihn, verhältnismäßig
jung, vorzeitig reif machten und ihm
Einblicke in die Nachtſeiten des Lebens
gewährten, hatten wohl ein Nerven-
leiden noch mehr geſteigert, ſo daß B.
ſeine Studien in Königsberg fort-
ſetzte, von wo aus er in den Ferien
das ſchöne Samland durchwanderte
und ſich durch die Poeſie des Meeres
begeiſtern ließ. Nachdem er im Juli
1883 ſein Staatsexamen beſtanden
und danach ſeiner Militärpflicht ge-
nügt hatte, legte er Oſtern 1885–86
in Königsberg ſein Probejahr zurück,
erwarb ſich in dieſer Zeit auch den
Grad eines Dr. phil. und war dann
bis zum Oktober 1887 wiſſenſchaft-
licher Hilfslehrer am Gymnaſium in
Lyck. Um ſeinen Angehörigen wieder
nahe zu ſein, ging er nun nach Mag-
deburg, wo er ſeitdem, erſt als Hilfs-
lehrer am Realgymnaſium, ſeit 1891
als ordentlicher Lehrer an der Real-
ſchule und ſeit Oſtern 1904 als Ober-
lehrer an der Oberrealſchule gewirkt
hat. Jm Januar 1906 wurde er zum
Profeſſor ernannt und Oſtern 1911
trat er infolge eines nervöſen Leidens
in den Ruheſtand. Glücklicherweiſe
kräftigte ſich bald ſeine Geſundheit
und widmet er ſich nun literariſcher
Tätigkeit.

S:

Jung Deutſchland hul-
digt Kaiſer Wilhelm dem Großen
(Feſtſp.), o. J. (Sv.) – Leben, Kunſt,
Vaterland, Amt (Ge.), 1912.

*Byk, Edgar,

geb. am 14. Auguſt
1883 in Olmütz als Sohn des Regi-
mentsarztes Dr. Oswald B., hat ſich
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Cap
ſeine Schulbildung teils infolge Ver-
ſetzung ſeines Vaters, teils aus Man-
gel an Ehrgeiz auf den verſchiedenſten
Anſtalten erwerben müſſen, auf dem
Gymnaſium in Olmütz, auf dem Pri-
vatgymnaſium des Franz Scholz in
Graz, auf dem Gymnaſium in Brody
(Galizien), dem Staatsgymnaſium in
Graz, dem Gymnaſium zu Friedeck
(Schleſien), auf der deutſchen Han-
delsakademie in Olmütz und endlich
ſeit 1904 wieder auf dem Gymnaſium
daſelbſt, bis er endlich 1906 das Zeug-
nis der Reife erhielt und nun im
Herbſt d. J. die Wiener Univerſität
bezog, um Germaniſtik zu ſtudieren.
Nach dem erſten Semeſter wandte er
ſich der Jurisprudenz zu, kehrte aber
nach zwei Semeſtern wieder zur Ger-
maniſtik zurück u. brachte 1911 ſeine
Studien durch Promotion zum Dr.
phil.
zum Abſchluß. Außer zahlreichen
Gedichten, Skizzen ꝛc., die er ſchon als
Student in verſchiedenen Zeitſchrif-
ten veröffentlichte, gab er heraus

S:

Das Jahr der Liebe (Ge.), 1910.

Cabanis, George

(I, S. 402).

S:


Des Meiſters von Nazareth letzte
Tage (Paſſions-Feſtſpiel), 1910. –
Bruder Wind (M-ſpiel), 1910. – Gol-
dene Fädchen (Ein Buch für Mutter
und Kind. Reime v. C., Bilder von
Klara Henſel), 1910.

Calebow, Friedrich

(I, S. 402),
lebt ſeit 1911 als Chefredakteur des
„Weſtfäliſchen Tageblatts“ in Hagen
(Weſtfalen).

*Capelle, Erich,

geb. am 12. Juni
1871 in Calbe a. Saale (Provinz
Sachſen) als Sohn eines Fabrikbe-
ſitzers, beſuchte die dortige Bürger-
ſchule, ſodann das Stadtgymnaſium
in Halle bis zur Prima und trat, um
ſich dem Militärdienſt zu widmen,
im Auguſt 1890 als Avantageu[r]
beim Jnfant.-Reg. Nr. 70 in Saar-
brücken ein. Aus Geſundheitsrück-
ſichten mußte er indeſſen den mili-
täriſchen Beruf aufgeben, und ſo

*
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[164/0168] Byk Cap das Wilhelms-Gymnaſium und im letzten Schuljahre das Friedrichs- Gymnaſium und ſtudierte dann in Berlin vorzugsweiſe Deutſch und Geſchichte, hörte aber auch philolo- giſche Vorleſungen auf dem Gebiete der alten Sprachen. Mit einer guten Beobachtungsgabe und einer lebhaf- ten Phantaſie ausgeſtattet, begann er frühzeitig zu dichten, immer mit der Neigung, alles humoriſtiſch zu geſtalten. Große ſeeliſche Erſchütte- rungen, die ihn, verhältnismäßig jung, vorzeitig reif machten und ihm Einblicke in die Nachtſeiten des Lebens gewährten, hatten wohl ein Nerven- leiden noch mehr geſteigert, ſo daß B. ſeine Studien in Königsberg fort- ſetzte, von wo aus er in den Ferien das ſchöne Samland durchwanderte und ſich durch die Poeſie des Meeres begeiſtern ließ. Nachdem er im Juli 1883 ſein Staatsexamen beſtanden und danach ſeiner Militärpflicht ge- nügt hatte, legte er Oſtern 1885–86 in Königsberg ſein Probejahr zurück, erwarb ſich in dieſer Zeit auch den Grad eines Dr. phil. und war dann bis zum Oktober 1887 wiſſenſchaft- licher Hilfslehrer am Gymnaſium in Lyck. Um ſeinen Angehörigen wieder nahe zu ſein, ging er nun nach Mag- deburg, wo er ſeitdem, erſt als Hilfs- lehrer am Realgymnaſium, ſeit 1891 als ordentlicher Lehrer an der Real- ſchule und ſeit Oſtern 1904 als Ober- lehrer an der Oberrealſchule gewirkt hat. Jm Januar 1906 wurde er zum Profeſſor ernannt und Oſtern 1911 trat er infolge eines nervöſen Leidens in den Ruheſtand. Glücklicherweiſe kräftigte ſich bald ſeine Geſundheit und widmet er ſich nun literariſcher Tätigkeit. S: Jung Deutſchland hul- digt Kaiſer Wilhelm dem Großen (Feſtſp.), o. J. (Sv.) – Leben, Kunſt, Vaterland, Amt (Ge.), 1912. *Byk, Edgar, geb. am 14. Auguſt 1883 in Olmütz als Sohn des Regi- mentsarztes Dr. Oswald B., hat ſich ſeine Schulbildung teils infolge Ver- ſetzung ſeines Vaters, teils aus Man- gel an Ehrgeiz auf den verſchiedenſten Anſtalten erwerben müſſen, auf dem Gymnaſium in Olmütz, auf dem Pri- vatgymnaſium des Franz Scholz in Graz, auf dem Gymnaſium in Brody (Galizien), dem Staatsgymnaſium in Graz, dem Gymnaſium zu Friedeck (Schleſien), auf der deutſchen Han- delsakademie in Olmütz und endlich ſeit 1904 wieder auf dem Gymnaſium daſelbſt, bis er endlich 1906 das Zeug- nis der Reife erhielt und nun im Herbſt d. J. die Wiener Univerſität bezog, um Germaniſtik zu ſtudieren. Nach dem erſten Semeſter wandte er ſich der Jurisprudenz zu, kehrte aber nach zwei Semeſtern wieder zur Ger- maniſtik zurück u. brachte 1911 ſeine Studien durch Promotion zum Dr. phil. zum Abſchluß. Außer zahlreichen Gedichten, Skizzen ꝛc., die er ſchon als Student in verſchiedenen Zeitſchrif- ten veröffentlichte, gab er heraus S: Das Jahr der Liebe (Ge.), 1910. Cabanis, George (I, S. 402). S: Des Meiſters von Nazareth letzte Tage (Paſſions-Feſtſpiel), 1910. – Bruder Wind (M-ſpiel), 1910. – Gol- dene Fädchen (Ein Buch für Mutter und Kind. Reime v. C., Bilder von Klara Henſel), 1910. Calebow, Friedrich (I, S. 402), lebt ſeit 1911 als Chefredakteur des „Weſtfäliſchen Tageblatts“ in Hagen (Weſtfalen). *Capelle, Erich, geb. am 12. Juni 1871 in Calbe a. Saale (Provinz Sachſen) als Sohn eines Fabrikbe- ſitzers, beſuchte die dortige Bürger- ſchule, ſodann das Stadtgymnaſium in Halle bis zur Prima und trat, um ſich dem Militärdienſt zu widmen, im Auguſt 1890 als Avantageur beim Jnfant.-Reg. Nr. 70 in Saar- brücken ein. Aus Geſundheitsrück- ſichten mußte er indeſſen den mili- täriſchen Beruf aufgeben, und ſo *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 164. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/168>, abgerufen am 20.03.2019.