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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wol
in Berlin als Augenarzt nieder und
übernahm Ende 1887 in Breslau die
1865 von Dr. Lang gegründete Augen-
heilanstalt, deren Jnhaber er noch
heute ist. Jm Jahre 1898 wurde er
Begründer und Herausgeber der
"Wochenschrift für Therapie und
Hygiene des Auges", die unter seiner
Leitung noch heute erscheint. Seit
seinem 15. Lebensjahre gehört er dem
Verein der "Breslauer Dichterschule"
als Mitglied an.

S:

Lust, Liebe,
Leben (Ge.), 1878.

*Wolfhagen, Friederike,

pseud.
Marie Norden, wurde am 13.
November 1813 in der Stadt Tön-
ning (Schleswig) geboren, wo ihr
Vater Bürgermeister und Polizei-
meister war, u. hat schon von früher
Jugend an alle die Leiden mit durch-
machen müssen, welche dem Lande
nach den Napoleonischen Kriegen er-
wuchsen, und die sich überall durch
das Zurückgehen des Wohlstandes u.
in der Gestaltung der staatsrechtlichen
und politischen Lage sehr fühlbar
machten. Dabei war ihr schon vom
achten Lebensjahre an infolge eines
ungemein heftigen Keuchhustens das
Leiden unheilbarer, sich mehr oder
weniger fast täglich einstellender Kopf-
schmerzen zuteil geworden. Trotzdem
begann sie schon frühe bei bedeuten-
der geistiger Begabung sich mit schrift-
stellerischen Arbeiten zu beschäftigen.
Außer verschiedene Bäder, hat sie
später England besucht und sich einige
Zeit in London bei Verwandten auf-
gehalten, darauf wiederholt Süd-
deutschland, die Schweiz, Österreich,
wie auch Oberitalien bereist. Jm J.
1848 siedelte sie von Wandsbeck, wo
sie zuletzt mit ihren Eltern gelebt,
nach Dresden über u. war dort Augen-
zeugin des Maiaufstandes, welchen
auch eins ihrer Werke behandelt. Hier
trat sie auch in regen Verkehr mit ver-
schiedenen hervorragenden Größen
der Literatur und Kunst und gehörte
zu den genaueren Freunden der be-
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Wöl
kannten Familie des Majors Serre.
Ein plötzlich und sehr heftig auftre-
tender Gelenkrheumatismus machte
ihrem Leben am 3. Juli 1878 ein
schnelles Ende.

S:

Der Brand von
Pera und die Empörung zu Kairo,
1836. - Hofkabalen (E.), 1836. - Pat-
kuls Tod (Hist. E.), 1836. - Die Be-
lagerung von Antwerpen u. die Ver-
geltung, 1837. - Der Matador (R.);
II, 1840. - Die Brüder u. der Mönch
(R.); II, 1842. - Erzählungen; II,
1843 (Jnhalt: Die Stiefschwester. -
Paul Scalig in Preußen. - Das
Zusammentreffen auf Helgoland). -
Astolfo Vardonnas (R.); III, 1844.
- Jlmhorst (R.); III, 1846. - Feld-
blumen (Nn.); II, 1847. - Paris und
Berlin, 1848. - Dresdens Maitage
(Zeitbild); III, 1850. - Deutsche Le-
bensbilder; II, 1851. - Rudolf, oder:
Das Abenteuer im Riesengebirge (R.);
III, 1853. - Ottokar, oder: Die Reise
nach Sebastopol (R.); III, 1855. -
Dunkle Wege (R.); II, 1856. - König
Wilhelm der Dritte und seine Zeit
(R.); III, 1859. - Die vieljährige
Schuld (E.), 1859. - Agnes u. Marie
(R. a. d. engl. Leben); III, 1860. -
Kolumbus und seine Zeit (Hist. R.);
IV, 1861. - See- u. Landgeschichten
aus Schleswig-Holstein; II, 1865. -
Die Dänen hinter dem Danewerk
(Hist. R.), 1867.

Wölfle, Johann Gebhard,

geb.
am 24. April 1848 in Bizau im in-
nern Bregenzerwalde als einziges
Kind einfacher Bauersleute, besuchte
nur die Volksschule seines Heimat-
ortes und erlernte dann die Tisch-
lerei, die er neben der Landwirtschaft
betrieb. Wohlwollende Gönner in
seinem Orte und dessen Nachbarschaft
befriedigten den nicht zu stillenden
Trieb des Jünglings nach Lektüre,
und als 1866 zwei Bizauer auf einem
improvisierten Volkstheater ihre Vor-
stellungen gaben, trat auch W. bald
an die Spitze dieses Unternehmens,
lieferte für dasselbe einige Dialekt-

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Wol
in Berlin als Augenarzt nieder und
übernahm Ende 1887 in Breslau die
1865 von Dr. Lang gegründete Augen-
heilanſtalt, deren Jnhaber er noch
heute iſt. Jm Jahre 1898 wurde er
Begründer und Herausgeber der
„Wochenſchrift für Therapie und
Hygiene des Auges“, die unter ſeiner
Leitung noch heute erſcheint. Seit
ſeinem 15. Lebensjahre gehört er dem
Verein der „Breslauer Dichterſchule“
als Mitglied an.

S:

Luſt, Liebe,
Leben (Ge.), 1878.

*Wolfhagen, Friederike,

pſeud.
Marie Norden, wurde am 13.
November 1813 in der Stadt Tön-
ning (Schleswig) geboren, wo ihr
Vater Bürgermeiſter und Polizei-
meiſter war, u. hat ſchon von früher
Jugend an alle die Leiden mit durch-
machen müſſen, welche dem Lande
nach den Napoleoniſchen Kriegen er-
wuchſen, und die ſich überall durch
das Zurückgehen des Wohlſtandes u.
in der Geſtaltung der ſtaatsrechtlichen
und politiſchen Lage ſehr fühlbar
machten. Dabei war ihr ſchon vom
achten Lebensjahre an infolge eines
ungemein heftigen Keuchhuſtens das
Leiden unheilbarer, ſich mehr oder
weniger faſt täglich einſtellender Kopf-
ſchmerzen zuteil geworden. Trotzdem
begann ſie ſchon frühe bei bedeuten-
der geiſtiger Begabung ſich mit ſchrift-
ſtelleriſchen Arbeiten zu beſchäftigen.
Außer verſchiedene Bäder, hat ſie
ſpäter England beſucht und ſich einige
Zeit in London bei Verwandten auf-
gehalten, darauf wiederholt Süd-
deutſchland, die Schweiz, Öſterreich,
wie auch Oberitalien bereiſt. Jm J.
1848 ſiedelte ſie von Wandsbeck, wo
ſie zuletzt mit ihren Eltern gelebt,
nach Dresden über u. war dort Augen-
zeugin des Maiaufſtandes, welchen
auch eins ihrer Werke behandelt. Hier
trat ſie auch in regen Verkehr mit ver-
ſchiedenen hervorragenden Größen
der Literatur und Kunſt und gehörte
zu den genaueren Freunden der be-
[Spaltenumbruch]

Wöl
kannten Familie des Majors Serre.
Ein plötzlich und ſehr heftig auftre-
tender Gelenkrheumatismus machte
ihrem Leben am 3. Juli 1878 ein
ſchnelles Ende.

S:

Der Brand von
Pera und die Empörung zu Kairo,
1836. – Hofkabalen (E.), 1836. – Pat-
kuls Tod (Hiſt. E.), 1836. – Die Be-
lagerung von Antwerpen u. die Ver-
geltung, 1837. – Der Matador (R.);
II, 1840. – Die Brüder u. der Mönch
(R.); II, 1842. – Erzählungen; II,
1843 (Jnhalt: Die Stiefſchweſter. –
Paul Scalig in Preußen. – Das
Zuſammentreffen auf Helgoland). –
Aſtolfo Vardonnas (R.); III, 1844.
– Jlmhorſt (R.); III, 1846. – Feld-
blumen (Nn.); II, 1847. – Paris und
Berlin, 1848. – Dresdens Maitage
(Zeitbild); III, 1850. – Deutſche Le-
bensbilder; II, 1851. – Rudolf, oder:
Das Abenteuer im Rieſengebirge (R.);
III, 1853. – Ottokar, oder: Die Reiſe
nach Sebaſtopol (R.); III, 1855. –
Dunkle Wege (R.); II, 1856. – König
Wilhelm der Dritte und ſeine Zeit
(R.); III, 1859. – Die vieljährige
Schuld (E.), 1859. – Agnes u. Marie
(R. a. d. engl. Leben); III, 1860. –
Kolumbus und ſeine Zeit (Hiſt. R.);
IV, 1861. – See- u. Landgeſchichten
aus Schleswig-Holſtein; II, 1865. –
Die Dänen hinter dem Danewerk
(Hiſt. R.), 1867.

Wölfle, Johann Gebhard,

geb.
am 24. April 1848 in Bizau im in-
nern Bregenzerwalde als einziges
Kind einfacher Bauersleute, beſuchte
nur die Volksſchule ſeines Heimat-
ortes und erlernte dann die Tiſch-
lerei, die er neben der Landwirtſchaft
betrieb. Wohlwollende Gönner in
ſeinem Orte und deſſen Nachbarſchaft
befriedigten den nicht zu ſtillenden
Trieb des Jünglings nach Lektüre,
und als 1866 zwei Bizauer auf einem
improviſierten Volkstheater ihre Vor-
ſtellungen gaben, trat auch W. bald
an die Spitze dieſes Unternehmens,
lieferte für dasſelbe einige Dialekt-

*
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[26/0030] Wol Wöl in Berlin als Augenarzt nieder und übernahm Ende 1887 in Breslau die 1865 von Dr. Lang gegründete Augen- heilanſtalt, deren Jnhaber er noch heute iſt. Jm Jahre 1898 wurde er Begründer und Herausgeber der „Wochenſchrift für Therapie und Hygiene des Auges“, die unter ſeiner Leitung noch heute erſcheint. Seit ſeinem 15. Lebensjahre gehört er dem Verein der „Breslauer Dichterſchule“ als Mitglied an. S: Luſt, Liebe, Leben (Ge.), 1878. *Wolfhagen, Friederike, pſeud. Marie Norden, wurde am 13. November 1813 in der Stadt Tön- ning (Schleswig) geboren, wo ihr Vater Bürgermeiſter und Polizei- meiſter war, u. hat ſchon von früher Jugend an alle die Leiden mit durch- machen müſſen, welche dem Lande nach den Napoleoniſchen Kriegen er- wuchſen, und die ſich überall durch das Zurückgehen des Wohlſtandes u. in der Geſtaltung der ſtaatsrechtlichen und politiſchen Lage ſehr fühlbar machten. Dabei war ihr ſchon vom achten Lebensjahre an infolge eines ungemein heftigen Keuchhuſtens das Leiden unheilbarer, ſich mehr oder weniger faſt täglich einſtellender Kopf- ſchmerzen zuteil geworden. Trotzdem begann ſie ſchon frühe bei bedeuten- der geiſtiger Begabung ſich mit ſchrift- ſtelleriſchen Arbeiten zu beſchäftigen. Außer verſchiedene Bäder, hat ſie ſpäter England beſucht und ſich einige Zeit in London bei Verwandten auf- gehalten, darauf wiederholt Süd- deutſchland, die Schweiz, Öſterreich, wie auch Oberitalien bereiſt. Jm J. 1848 ſiedelte ſie von Wandsbeck, wo ſie zuletzt mit ihren Eltern gelebt, nach Dresden über u. war dort Augen- zeugin des Maiaufſtandes, welchen auch eins ihrer Werke behandelt. Hier trat ſie auch in regen Verkehr mit ver- ſchiedenen hervorragenden Größen der Literatur und Kunſt und gehörte zu den genaueren Freunden der be- kannten Familie des Majors Serre. Ein plötzlich und ſehr heftig auftre- tender Gelenkrheumatismus machte ihrem Leben am 3. Juli 1878 ein ſchnelles Ende. S: Der Brand von Pera und die Empörung zu Kairo, 1836. – Hofkabalen (E.), 1836. – Pat- kuls Tod (Hiſt. E.), 1836. – Die Be- lagerung von Antwerpen u. die Ver- geltung, 1837. – Der Matador (R.); II, 1840. – Die Brüder u. der Mönch (R.); II, 1842. – Erzählungen; II, 1843 (Jnhalt: Die Stiefſchweſter. – Paul Scalig in Preußen. – Das Zuſammentreffen auf Helgoland). – Aſtolfo Vardonnas (R.); III, 1844. – Jlmhorſt (R.); III, 1846. – Feld- blumen (Nn.); II, 1847. – Paris und Berlin, 1848. – Dresdens Maitage (Zeitbild); III, 1850. – Deutſche Le- bensbilder; II, 1851. – Rudolf, oder: Das Abenteuer im Rieſengebirge (R.); III, 1853. – Ottokar, oder: Die Reiſe nach Sebaſtopol (R.); III, 1855. – Dunkle Wege (R.); II, 1856. – König Wilhelm der Dritte und ſeine Zeit (R.); III, 1859. – Die vieljährige Schuld (E.), 1859. – Agnes u. Marie (R. a. d. engl. Leben); III, 1860. – Kolumbus und ſeine Zeit (Hiſt. R.); IV, 1861. – See- u. Landgeſchichten aus Schleswig-Holſtein; II, 1865. – Die Dänen hinter dem Danewerk (Hiſt. R.), 1867. Wölfle, Johann Gebhard, geb. am 24. April 1848 in Bizau im in- nern Bregenzerwalde als einziges Kind einfacher Bauersleute, beſuchte nur die Volksſchule ſeines Heimat- ortes und erlernte dann die Tiſch- lerei, die er neben der Landwirtſchaft betrieb. Wohlwollende Gönner in ſeinem Orte und deſſen Nachbarſchaft befriedigten den nicht zu ſtillenden Trieb des Jünglings nach Lektüre, und als 1866 zwei Bizauer auf einem improviſierten Volkstheater ihre Vor- ſtellungen gaben, trat auch W. bald an die Spitze dieſes Unternehmens, lieferte für dasſelbe einige Dialekt- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/30>, S. 26, abgerufen am 21.09.2017.