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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Zan
*Zander, Karl,

geb. am 16. Febr.
[18]70 in Greifswald, studierte da-
[sel]bst, wie auch in München und Ber-
[li]n Medizin und lebt seitdem als Dr.
[m]ed.
und Arzt in Berlin, wo er
[g]leichzeitig Direktor der Körperkul-
[tu]r-Gesellschaft im Berliner Eispalast
[ist]. Als früherer amtlicher Reichs-
[t]agsstenograph war er einer unserer
[g]esuchtesten Stenographen und Be-
[g]ründer u. Herausgeber der "Reichs-
[t]agsstenogramme" und leitet auch
[j]etzt noch das "Jnternationale Ste-
[n]ographen-Bureau". Als Schrift-
[s]teller hat er auf diesem Gebiet an
[4]0 Werke veröffentlicht. Seine gro-
[ß]en Seereisen in alle Erdteile boten
[i]hm den Stoff zu seiner

S:

Jn die
Neue Welt (R. aus unserer Zeit),
[1]904.

*Zangerle, Joseph M.,

geb. zu
Steeg im Lechtale in Tirol am 19.
März 1867, erhielt seine Gymnasial-
[b]ildung im Vincentinum zu Brixen
[u]nd ein halbes Jahr hindurch in
Bozen, worauf er 1884 in den Orden
[d]er Benediktiner des Stiftes Gries
eintrat und im folgenden Jahre dort
Profeß machte. Nach Beendigung
seiner theologischen Studien und er-
langter Priesterweihe (1890) wirkte
er in der Seelsorge in Afing, einem
ganz einsamen, aus zerstreuten Ge-
höften bestehenden Bergorte ober-
halb Bozen, worauf er 1894 von sei-
nen Obern als Lehrer an das Gym-
nasium der Benediktiner in Sarnen
(Schweiz) gesandt wurde. Hier wirkte
er, bis Kränklichkeit ihn zwang, sein
Lehramt aufzugeben und ins Bene-
diktinerstift Gries zurückzukehren, wo
er am 17. April 1902 starb.

S:

Wel-
lenrauschen (Lr., Bn. u. Rz.), 1899.

*Zapf, Georg,

pseud. Siegfried
Reinhold,
wurde am 30. Aug. 1867
zu Eger in Böhmen geboren, absol-
vierte das Untergymnasium seiner
Vaterstadt u. bezog dann das Ober-
gymnasium auf der Kleinseite zu
Prag. Jn diese Zeit fallen seine er-
[Spaltenumbruch]

Zap
sten literarischen Arbeiten und Ver-
öffentlichungen. Eine langwierige
Krankheit zwang ihn 1887, die Stu-
dienlaufbahn aufzugeben u. ins El-
ternhaus zurückzukehren. Nach sei-
ner Genesung beabsichtigte er, sich
der Schriftstellerei zuzuwenden, war
auch 1888 als Musikreferent in Bai-
reuth (vgl. seine Schrift "Jm Fluge
durch das deutsche Mekka", 1888),
als Kritiker in Franzensbad u. Eger
tätig, trat aber 1889 in den Dienst
der k. k. österreich. Staatsbahnen u.
wurde zunächst der Betriebsdirektion
in Jnnsbruck zugewiesen, später nach
Hohenems in Vorarlberg, 1891 nach
Lautrach, 1891 als Zolldeklarant
nach Bregenz, 1892 zum Betriebs-
dienst nach Golling bei Salzburg
versetzt und am 1. Jan. 1895 zum
Archivar und Bibliothekar bei der
Betriebsdirektion in Jnnsbruck er-
nannt. 1899 kam er als Vorsteher
des Bahnstationsamtes nach Hard-
Fussach bei Bregenz, 1903 als Maga-
zinsvorsteher des Bahnbetriebsamtes
nach Bodenbach an d. Elbe u. ist seit
1907 Stationsvorstand in Gablonz
(Böhmen).

S:

Betulius, ein alter
Dichter a. d. Egerlande, 1887. - Harte
Lose (N.), 1888. - Fausts Jugend und
Ahasvers Tod (Ge.), 1888. - Lite-
raturgeschichte des Egerlandes, 1890.

*Zapf, Johann Jakob Ludwig,


wurde am 16. Dezbr. 1829 zu Münch-
berg in Oberfranken geboren, wo
sein Vater, Karl Zapf, Bürgermeister
war. Er absolvierte die lateinische
Schule daselbst, mußte aber infolge
des frühen Todes des Vaters (1845)
und weil bereits zwei ältere Brüder
die akademische Laufbahn betreten,
auf das Studium verzichten und als
Stütze seiner Mutter Stellung in einer
Kanzlei nehmen und das von seinem
Vater begründete "Münchberger Wo-
chenblatt" fortführen. Er hat das-
selbe viele Jahre redigiert, war auch
schließlich Eigentümer desselben ge-
worden. Gleichzeitig verwaltete er

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Zan
*Zander, Karl,

geb. am 16. Febr.
[18]70 in Greifswald, ſtudierte da-
[ſel]bſt, wie auch in München und Ber-
[li]n Medizin und lebt ſeitdem als Dr.
[m]ed.
und Arzt in Berlin, wo er
[g]leichzeitig Direktor der Körperkul-
[tu]r-Geſellſchaft im Berliner Eispalaſt
[iſt]. Als früherer amtlicher Reichs-
[t]agsſtenograph war er einer unſerer
[g]eſuchteſten Stenographen und Be-
[g]ründer u. Herausgeber der „Reichs-
[t]agsſtenogramme“ und leitet auch
[j]etzt noch das „Jnternationale Ste-
[n]ographen-Bureau“. Als Schrift-
[ſ]teller hat er auf dieſem Gebiet an
[4]0 Werke veröffentlicht. Seine gro-
[ß]en Seereiſen in alle Erdteile boten
[i]hm den Stoff zu ſeiner

S:

Jn die
Neue Welt (R. aus unſerer Zeit),
[1]904.

*Zangerle, Joſeph M.,

geb. zu
Steeg im Lechtale in Tirol am 19.
März 1867, erhielt ſeine Gymnaſial-
[b]ildung im Vincentinum zu Brixen
[u]nd ein halbes Jahr hindurch in
Bozen, worauf er 1884 in den Orden
[d]er Benediktiner des Stiftes Gries
eintrat und im folgenden Jahre dort
Profeß machte. Nach Beendigung
ſeiner theologiſchen Studien und er-
langter Prieſterweihe (1890) wirkte
er in der Seelſorge in Afing, einem
ganz einſamen, aus zerſtreuten Ge-
höften beſtehenden Bergorte ober-
halb Bozen, worauf er 1894 von ſei-
nen Obern als Lehrer an das Gym-
naſium der Benediktiner in Sarnen
(Schweiz) geſandt wurde. Hier wirkte
er, bis Kränklichkeit ihn zwang, ſein
Lehramt aufzugeben und ins Bene-
diktinerſtift Gries zurückzukehren, wo
er am 17. April 1902 ſtarb.

S:

Wel-
lenrauſchen (Lr., Bn. u. Rz.), 1899.

*Zapf, Georg,

pſeud. Siegfried
Reinhold,
wurde am 30. Aug. 1867
zu Eger in Böhmen geboren, abſol-
vierte das Untergymnaſium ſeiner
Vaterſtadt u. bezog dann das Ober-
gymnaſium auf der Kleinſeite zu
Prag. Jn dieſe Zeit fallen ſeine er-
[Spaltenumbruch]

Zap
ſten literariſchen Arbeiten und Ver-
öffentlichungen. Eine langwierige
Krankheit zwang ihn 1887, die Stu-
dienlaufbahn aufzugeben u. ins El-
ternhaus zurückzukehren. Nach ſei-
ner Geneſung beabſichtigte er, ſich
der Schriftſtellerei zuzuwenden, war
auch 1888 als Muſikreferent in Bai-
reuth (vgl. ſeine Schrift „Jm Fluge
durch das deutſche Mekka“, 1888),
als Kritiker in Franzensbad u. Eger
tätig, trat aber 1889 in den Dienſt
der k. k. öſterreich. Staatsbahnen u.
wurde zunächſt der Betriebsdirektion
in Jnnsbruck zugewieſen, ſpäter nach
Hohenems in Vorarlberg, 1891 nach
Lautrach, 1891 als Zolldeklarant
nach Bregenz, 1892 zum Betriebs-
dienſt nach Golling bei Salzburg
verſetzt und am 1. Jan. 1895 zum
Archivar und Bibliothekar bei der
Betriebsdirektion in Jnnsbruck er-
nannt. 1899 kam er als Vorſteher
des Bahnſtationsamtes nach Hard-
Fuſſach bei Bregenz, 1903 als Maga-
zinsvorſteher des Bahnbetriebsamtes
nach Bodenbach an d. Elbe u. iſt ſeit
1907 Stationsvorſtand in Gablonz
(Böhmen).

S:

Betulius, ein alter
Dichter a. d. Egerlande, 1887. – Harte
Loſe (N.), 1888. – Fauſts Jugend und
Ahasvers Tod (Ge.), 1888. – Lite-
raturgeſchichte des Egerlandes, 1890.

*Zapf, Johann Jakob Ludwig,


wurde am 16. Dezbr. 1829 zu Münch-
berg in Oberfranken geboren, wo
ſein Vater, Karl Zapf, Bürgermeiſter
war. Er abſolvierte die lateiniſche
Schule daſelbſt, mußte aber infolge
des frühen Todes des Vaters (1845)
und weil bereits zwei ältere Brüder
die akademiſche Laufbahn betreten,
auf das Studium verzichten und als
Stütze ſeiner Mutter Stellung in einer
Kanzlei nehmen und das von ſeinem
Vater begründete „Münchberger Wo-
chenblatt“ fortführen. Er hat das-
ſelbe viele Jahre redigiert, war auch
ſchließlich Eigentümer desſelben ge-
worden. Gleichzeitig verwaltete er

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[65/0069] Zan Zap *Zander, Karl, geb. am 16. Febr. 1870 in Greifswald, ſtudierte da- ſelbſt, wie auch in München und Ber- lin Medizin und lebt ſeitdem als Dr. med. und Arzt in Berlin, wo er gleichzeitig Direktor der Körperkul- tur-Geſellſchaft im Berliner Eispalaſt iſt. Als früherer amtlicher Reichs- tagsſtenograph war er einer unſerer geſuchteſten Stenographen und Be- gründer u. Herausgeber der „Reichs- tagsſtenogramme“ und leitet auch jetzt noch das „Jnternationale Ste- nographen-Bureau“. Als Schrift- ſteller hat er auf dieſem Gebiet an 40 Werke veröffentlicht. Seine gro- ßen Seereiſen in alle Erdteile boten ihm den Stoff zu ſeiner S: Jn die Neue Welt (R. aus unſerer Zeit), 1904. *Zangerle, Joſeph M., geb. zu Steeg im Lechtale in Tirol am 19. März 1867, erhielt ſeine Gymnaſial- bildung im Vincentinum zu Brixen und ein halbes Jahr hindurch in Bozen, worauf er 1884 in den Orden der Benediktiner des Stiftes Gries eintrat und im folgenden Jahre dort Profeß machte. Nach Beendigung ſeiner theologiſchen Studien und er- langter Prieſterweihe (1890) wirkte er in der Seelſorge in Afing, einem ganz einſamen, aus zerſtreuten Ge- höften beſtehenden Bergorte ober- halb Bozen, worauf er 1894 von ſei- nen Obern als Lehrer an das Gym- naſium der Benediktiner in Sarnen (Schweiz) geſandt wurde. Hier wirkte er, bis Kränklichkeit ihn zwang, ſein Lehramt aufzugeben und ins Bene- diktinerſtift Gries zurückzukehren, wo er am 17. April 1902 ſtarb. S: Wel- lenrauſchen (Lr., Bn. u. Rz.), 1899. *Zapf, Georg, pſeud. Siegfried Reinhold, wurde am 30. Aug. 1867 zu Eger in Böhmen geboren, abſol- vierte das Untergymnaſium ſeiner Vaterſtadt u. bezog dann das Ober- gymnaſium auf der Kleinſeite zu Prag. Jn dieſe Zeit fallen ſeine er- ſten literariſchen Arbeiten und Ver- öffentlichungen. Eine langwierige Krankheit zwang ihn 1887, die Stu- dienlaufbahn aufzugeben u. ins El- ternhaus zurückzukehren. Nach ſei- ner Geneſung beabſichtigte er, ſich der Schriftſtellerei zuzuwenden, war auch 1888 als Muſikreferent in Bai- reuth (vgl. ſeine Schrift „Jm Fluge durch das deutſche Mekka“, 1888), als Kritiker in Franzensbad u. Eger tätig, trat aber 1889 in den Dienſt der k. k. öſterreich. Staatsbahnen u. wurde zunächſt der Betriebsdirektion in Jnnsbruck zugewieſen, ſpäter nach Hohenems in Vorarlberg, 1891 nach Lautrach, 1891 als Zolldeklarant nach Bregenz, 1892 zum Betriebs- dienſt nach Golling bei Salzburg verſetzt und am 1. Jan. 1895 zum Archivar und Bibliothekar bei der Betriebsdirektion in Jnnsbruck er- nannt. 1899 kam er als Vorſteher des Bahnſtationsamtes nach Hard- Fuſſach bei Bregenz, 1903 als Maga- zinsvorſteher des Bahnbetriebsamtes nach Bodenbach an d. Elbe u. iſt ſeit 1907 Stationsvorſtand in Gablonz (Böhmen). S: Betulius, ein alter Dichter a. d. Egerlande, 1887. – Harte Loſe (N.), 1888. – Fauſts Jugend und Ahasvers Tod (Ge.), 1888. – Lite- raturgeſchichte des Egerlandes, 1890. *Zapf, Johann Jakob Ludwig, wurde am 16. Dezbr. 1829 zu Münch- berg in Oberfranken geboren, wo ſein Vater, Karl Zapf, Bürgermeiſter war. Er abſolvierte die lateiniſche Schule daſelbſt, mußte aber infolge des frühen Todes des Vaters (1845) und weil bereits zwei ältere Brüder die akademiſche Laufbahn betreten, auf das Studium verzichten und als Stütze ſeiner Mutter Stellung in einer Kanzlei nehmen und das von ſeinem Vater begründete „Münchberger Wo- chenblatt“ fortführen. Er hat das- ſelbe viele Jahre redigiert, war auch ſchließlich Eigentümer desſelben ge- worden. Gleichzeitig verwaltete er * 5

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/69>, S. 65, abgerufen am 21.09.2017.