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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Zet
Jn diesem Jahre wurde er Studien-
lehrer an derselben Anstalt, 1870 in
der gleichen Eigenschaft an das kgl.
Ludwigs-Gymnasium in München
versetzt und 1871 zum Professor am
kgl. Realgymnasium in Regensburg
ernannt. Nach Auflösung dieser An-
stalt, 1880, kam er als Professor an
das neue humanistische Gymnasium
dieser Stadt. Jm Jahre 1881 ver-
lieh ihm die Universität Tübingen
die Würde eines Dr. phil. Drei Jahre
später trat er wegen eines chronischen
Kopfleidens in den Ruhestand, und
lebte er seitdem in München bis zu
seinem Tode am 30. März 1904.

S:


Edelweiß (Anthologie lyrischer Dn.),
1863. - Erste Klänge (Dn.), 1869.
2. verm. Aufl. u. d. T.: Dichtungen,
1875. - Münchener lachende Bilder
(Lyr. Humorsk.), 1871. - Gela (Ep.
G.), 1877. - Wittelsbacher-Album,
1880. - Jch denke dein! (Lyr. Aus-
lese aus allen Zeitepochen), 1883. -
Heidenröslein (Anthol.), 1886. - Jn
zarte Frauenhand (Anthol.), 1887. -
Frühlingsgrüße (Anthol.), 1886. -
Monacensia (Zeit- u. Stimmungs-
bilder aus München), 1894. 2. Folge
1897. 3. Folge 1904. - Bayern unser
Panier! (Ein vaterl. Buch), 1895. -
Deklamationsstücke (Ein poet. Haus-
schatz); II, 1887-97. - Huldigungs-
Dialog (G.), 1901. - Hellas u. Rom im
Spiegel deutscher Dichtung (Anthol.,
hrsg. von Aug. Brunner); II, 1908.

Zetter, Johann Georg Fried-
rich,

psd. Friedrich Otte, wurde
am 4. März 1819 zu Mülhausen im
Elsaß geboren, wo sein Vater Kauf-
mann war. Nachdem er, durch Privat-
lehrer vorgebildet, einige Klassen des
Kollegiums seiner Vaterstadt durch-
laufen hatte, besuchte er von 1830
bis 1836 mehrere Erziehungsanstal-
ten der deutschen und französischen
Schweiz. Die schönsten Jahre seines
Lebens verbrachte er in der Anstalt
des tüchtigen Pestalozzianers Lippe
auf dem Schlosse Lenzburg im Aar-
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Zet
gau, wo er eine durchaus deutsche
Bildung erhielt u. Gelegenheit fand,
sich mit verschiedenen Meisterwerken
deutscher Dichter bekannt zu machen.
Jn die Heimat zurückgekehrt, ent-
sagte er seinem sehnlichsten Wunsche,
sich den Studien widmen zu dürfen,
u. entsprach dem Willen des Vaters,
der ihn für die damals in Mülhau-
sen mächtig aufblühende Jndustrie
zu gewinnen suchte. Mehr als 30
Jahre ist dann Z. Beamter des Groß-
industriehauses Gebrüder Köchlin ge-
wesen; seine edle, milde Gesinnung
konnte er auch in dieser Stellung
betätigen, indem er alten, kranken,
unglücklichen Arbeitern durch seine
Fürsprache, gelegentlich auch mit eige-
nen Mitteln half. Kürzere oder län-
gere Ausflüge gaben ihm ebensowohl
Erfrischung als Gelegenheit, lite-
rarische Freunde aufzusuchen. Die
Schweiz besuchte er wiederholt; 1840
machte er auf einer Reise durch Würt-
temberg die Bekanntschaft der meisten
Dichter der schwäbischen Schule und
fand bei Uhland und Schwab freund-
liche Aufnahme, J. Kerner lernte er
1847 kennen. Nach Paris kam er erst
1867. Bei aller geschäftlicher Tätig-
keit blieb er seinem Studium der
deutschen Sprache u. Literatur treu.
Mit August Stöber gab er von 1843
bis 1848 die "Elsässischen Neujahrs-
blätter" heraus und von 1856-66
redigierte er das "Elsässische Sams-
tagsblatt", vor dem letzten Kriege das
einzige deutsche Organ im Elsaß, in
welchem für Aufrechterhaltung deut-
scher Sprache u. Gesinnung u. gegen
das Vordringen des Franzosentums
beharrlich angekämpft wurde. Z.
starb infolge eines Schlaganfalls in
der Nacht vom 21. auf den 22. Oktbr.
1872.

S:

Schweizersagen in Balla-
den, Romanzen und Legenden, 1840.
Neue Sammlung, 1842. - Baden-
weiler (Liederkranz), 2. A., 1843. -
Gedichte, 1845. - Aus dem Elsaß
(Ge. Neue Auswahl), 1862.

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Zet
Jn dieſem Jahre wurde er Studien-
lehrer an derſelben Anſtalt, 1870 in
der gleichen Eigenſchaft an das kgl.
Ludwigs-Gymnaſium in München
verſetzt und 1871 zum Profeſſor am
kgl. Realgymnaſium in Regensburg
ernannt. Nach Auflöſung dieſer An-
ſtalt, 1880, kam er als Profeſſor an
das neue humaniſtiſche Gymnaſium
dieſer Stadt. Jm Jahre 1881 ver-
lieh ihm die Univerſität Tübingen
die Würde eines Dr. phil. Drei Jahre
ſpäter trat er wegen eines chroniſchen
Kopfleidens in den Ruheſtand, und
lebte er ſeitdem in München bis zu
ſeinem Tode am 30. März 1904.

S:


Edelweiß (Anthologie lyriſcher Dn.),
1863. – Erſte Klänge (Dn.), 1869.
2. verm. Aufl. u. d. T.: Dichtungen,
1875. – Münchener lachende Bilder
(Lyr. Humorsk.), 1871. – Gela (Ep.
G.), 1877. – Wittelsbacher-Album,
1880. – Jch denke dein! (Lyr. Aus-
leſe aus allen Zeitepochen), 1883. –
Heidenröslein (Anthol.), 1886. – Jn
zarte Frauenhand (Anthol.), 1887. –
Frühlingsgrüße (Anthol.), 1886. –
Monacensia (Zeit- u. Stimmungs-
bilder aus München), 1894. 2. Folge
1897. 3. Folge 1904. – Bayern unſer
Panier! (Ein vaterl. Buch), 1895. –
Deklamationsſtücke (Ein poet. Haus-
ſchatz); II, 1887–97. – Huldigungs-
Dialog (G.), 1901. – Hellas u. Rom im
Spiegel deutſcher Dichtung (Anthol.,
hrsg. von Aug. Brunner); II, 1908.

Zetter, Johann Georg Fried-
rich,

pſd. Friedrich Otte, wurde
am 4. März 1819 zu Mülhauſen im
Elſaß geboren, wo ſein Vater Kauf-
mann war. Nachdem er, durch Privat-
lehrer vorgebildet, einige Klaſſen des
Kollegiums ſeiner Vaterſtadt durch-
laufen hatte, beſuchte er von 1830
bis 1836 mehrere Erziehungsanſtal-
ten der deutſchen und franzöſiſchen
Schweiz. Die ſchönſten Jahre ſeines
Lebens verbrachte er in der Anſtalt
des tüchtigen Peſtalozzianers Lippe
auf dem Schloſſe Lenzburg im Aar-
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Zet
gau, wo er eine durchaus deutſche
Bildung erhielt u. Gelegenheit fand,
ſich mit verſchiedenen Meiſterwerken
deutſcher Dichter bekannt zu machen.
Jn die Heimat zurückgekehrt, ent-
ſagte er ſeinem ſehnlichſten Wunſche,
ſich den Studien widmen zu dürfen,
u. entſprach dem Willen des Vaters,
der ihn für die damals in Mülhau-
ſen mächtig aufblühende Jnduſtrie
zu gewinnen ſuchte. Mehr als 30
Jahre iſt dann Z. Beamter des Groß-
induſtriehauſes Gebrüder Köchlin ge-
weſen; ſeine edle, milde Geſinnung
konnte er auch in dieſer Stellung
betätigen, indem er alten, kranken,
unglücklichen Arbeitern durch ſeine
Fürſprache, gelegentlich auch mit eige-
nen Mitteln half. Kürzere oder län-
gere Ausflüge gaben ihm ebenſowohl
Erfriſchung als Gelegenheit, lite-
rariſche Freunde aufzuſuchen. Die
Schweiz beſuchte er wiederholt; 1840
machte er auf einer Reiſe durch Würt-
temberg die Bekanntſchaft der meiſten
Dichter der ſchwäbiſchen Schule und
fand bei Uhland und Schwab freund-
liche Aufnahme, J. Kerner lernte er
1847 kennen. Nach Paris kam er erſt
1867. Bei aller geſchäftlicher Tätig-
keit blieb er ſeinem Studium der
deutſchen Sprache u. Literatur treu.
Mit Auguſt Stöber gab er von 1843
bis 1848 die „Elſäſſiſchen Neujahrs-
blätter“ heraus und von 1856–66
redigierte er das „Elſäſſiſche Sams-
tagsblatt“, vor dem letzten Kriege das
einzige deutſche Organ im Elſaß, in
welchem für Aufrechterhaltung deut-
ſcher Sprache u. Geſinnung u. gegen
das Vordringen des Franzoſentums
beharrlich angekämpft wurde. Z.
ſtarb infolge eines Schlaganfalls in
der Nacht vom 21. auf den 22. Oktbr.
1872.

S:

Schweizerſagen in Balla-
den, Romanzen und Legenden, 1840.
Neue Sammlung, 1842. – Baden-
weiler (Liederkranz), 2. A., 1843. –
Gedichte, 1845. – Aus dem Elſaß
(Ge. Neue Auswahl), 1862.

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[85/0089] Zet Zet Jn dieſem Jahre wurde er Studien- lehrer an derſelben Anſtalt, 1870 in der gleichen Eigenſchaft an das kgl. Ludwigs-Gymnaſium in München verſetzt und 1871 zum Profeſſor am kgl. Realgymnaſium in Regensburg ernannt. Nach Auflöſung dieſer An- ſtalt, 1880, kam er als Profeſſor an das neue humaniſtiſche Gymnaſium dieſer Stadt. Jm Jahre 1881 ver- lieh ihm die Univerſität Tübingen die Würde eines Dr. phil. Drei Jahre ſpäter trat er wegen eines chroniſchen Kopfleidens in den Ruheſtand, und lebte er ſeitdem in München bis zu ſeinem Tode am 30. März 1904. S: Edelweiß (Anthologie lyriſcher Dn.), 1863. – Erſte Klänge (Dn.), 1869. 2. verm. Aufl. u. d. T.: Dichtungen, 1875. – Münchener lachende Bilder (Lyr. Humorsk.), 1871. – Gela (Ep. G.), 1877. – Wittelsbacher-Album, 1880. – Jch denke dein! (Lyr. Aus- leſe aus allen Zeitepochen), 1883. – Heidenröslein (Anthol.), 1886. – Jn zarte Frauenhand (Anthol.), 1887. – Frühlingsgrüße (Anthol.), 1886. – Monacensia (Zeit- u. Stimmungs- bilder aus München), 1894. 2. Folge 1897. 3. Folge 1904. – Bayern unſer Panier! (Ein vaterl. Buch), 1895. – Deklamationsſtücke (Ein poet. Haus- ſchatz); II, 1887–97. – Huldigungs- Dialog (G.), 1901. – Hellas u. Rom im Spiegel deutſcher Dichtung (Anthol., hrsg. von Aug. Brunner); II, 1908. Zetter, Johann Georg Fried- rich, pſd. Friedrich Otte, wurde am 4. März 1819 zu Mülhauſen im Elſaß geboren, wo ſein Vater Kauf- mann war. Nachdem er, durch Privat- lehrer vorgebildet, einige Klaſſen des Kollegiums ſeiner Vaterſtadt durch- laufen hatte, beſuchte er von 1830 bis 1836 mehrere Erziehungsanſtal- ten der deutſchen und franzöſiſchen Schweiz. Die ſchönſten Jahre ſeines Lebens verbrachte er in der Anſtalt des tüchtigen Peſtalozzianers Lippe auf dem Schloſſe Lenzburg im Aar- gau, wo er eine durchaus deutſche Bildung erhielt u. Gelegenheit fand, ſich mit verſchiedenen Meiſterwerken deutſcher Dichter bekannt zu machen. Jn die Heimat zurückgekehrt, ent- ſagte er ſeinem ſehnlichſten Wunſche, ſich den Studien widmen zu dürfen, u. entſprach dem Willen des Vaters, der ihn für die damals in Mülhau- ſen mächtig aufblühende Jnduſtrie zu gewinnen ſuchte. Mehr als 30 Jahre iſt dann Z. Beamter des Groß- induſtriehauſes Gebrüder Köchlin ge- weſen; ſeine edle, milde Geſinnung konnte er auch in dieſer Stellung betätigen, indem er alten, kranken, unglücklichen Arbeitern durch ſeine Fürſprache, gelegentlich auch mit eige- nen Mitteln half. Kürzere oder län- gere Ausflüge gaben ihm ebenſowohl Erfriſchung als Gelegenheit, lite- rariſche Freunde aufzuſuchen. Die Schweiz beſuchte er wiederholt; 1840 machte er auf einer Reiſe durch Würt- temberg die Bekanntſchaft der meiſten Dichter der ſchwäbiſchen Schule und fand bei Uhland und Schwab freund- liche Aufnahme, J. Kerner lernte er 1847 kennen. Nach Paris kam er erſt 1867. Bei aller geſchäftlicher Tätig- keit blieb er ſeinem Studium der deutſchen Sprache u. Literatur treu. Mit Auguſt Stöber gab er von 1843 bis 1848 die „Elſäſſiſchen Neujahrs- blätter“ heraus und von 1856–66 redigierte er das „Elſäſſiſche Sams- tagsblatt“, vor dem letzten Kriege das einzige deutſche Organ im Elſaß, in welchem für Aufrechterhaltung deut- ſcher Sprache u. Geſinnung u. gegen das Vordringen des Franzoſentums beharrlich angekämpft wurde. Z. ſtarb infolge eines Schlaganfalls in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktbr. 1872. S: Schweizerſagen in Balla- den, Romanzen und Legenden, 1840. Neue Sammlung, 1842. – Baden- weiler (Liederkranz), 2. A., 1843. – Gedichte, 1845. – Aus dem Elſaß (Ge. Neue Auswahl), 1862. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/89>, S. 85, abgerufen am 21.09.2017.