Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Zet
Zetter, Karl Johann,

wurde am
4. Mai 1842 zu Trebesing bei Gmünd
in Oberkärnten geboren, wo sein
Vater damals protestantischer Geist-
licher war. Dieser trat 1846 zur ka-
tholischen Kirche über u. erhielt eine
Lehrstelle in Salzburg. Hier besuchte
der Sohn das Staatsgymnasium u.
bezog dann die Universität zu Graz,
wo er Theologie studierte und 1864
zum Priester geweiht wurde. Nach
vierjähriger Tätigkeit als Lehrer
am fürstbischöflichen Diözesan-Kna-
benseminar wurde er 1869 am neu
begründeten II. Staatsgymnasium
in Graz als Religionsprofessor an-
gestellt, in welchem Amt er noch jetzt
wirkt. Auch ist ihm der Titel eines
fürstbischöfl. geistlichen Rats verlie-
hen worden.

S:

Verbrechen u. Sühne
(N.), 1868. - Familienrache, od.: Das
Erdbeben in Calabrien im J. 1783
(N.), 1869. - Die letzten Grafen Kery,
oder: Christ u. Mohammedaner (N.),
1869. - Die Tataren in Ungarn
(Hist. N.), 1869. - Aus dem Bauern-
kriege Oberösterreichs (Histor. N.),
1870. - Wahrheit und Traum (E.),
1870. - Gesammelte Novellen, 1872.

Zetter(-Collin), Franz Anton
Johann,

pseud. Ernst Wolfram,
wurde am 9. Febr. 1851 in Solothurn
geb., widmete sich dem Berufe eines
Kaufmanns und lebt als solcher in
seiner Vaterstadt, wo er seit 1877
auch als Bürgerrat fungiert und die
Stelle eines Kustos des Solothurner
Kunstvereins bekleidet. Er ist Mit-
glied verschiedener historischen und
Kunstvereine.

S:

Der Landvogt von
Speier (Schsp.), 1879. - Bürgerzopf
(Schsp.), 1896.

Zianitzka, K.

Th., Pseud. für Ka-
thinka Zitz;
s. d.!

*Zieger, Marie,

geb. am 1. Okt.
1835 in Quedlinburg am Harz, wuchs
in beschränkten Verhältnissen auf,
trat aber später, als sich dieselben
wesentlich besserten, leichten Schritts
in die Welt hinein. Wiederholt weilte
[Spaltenumbruch]

Zie
sie in Berlin, und mehrmals unter-
nahm sie unter Führung des bekann-
ten Karl Stangenschen Reisebureaus
weite Fahrten ins Ausland. Seit
1901 lebte sie dauernd wieder in
Quedlinburg und ist hier am 21. Ja-
nuar 1910 gestorben.

S:

Hundert
Gedichte, 1905.

*Ziegler, Ernst,

geb. am 22. Nov.
1847 in Stettin als ältester Sohn des
dortigen Stadtsekretärs, besuchte die
Friedrich-Wilhelms-(Real-) Schule
daselbst und widmete sich darauf in
Stettin dem Buchhandel. Nach vier-
jähriger Lehrzeit ging er nach Ber-
lin, arbeitete hier zwei Jahre lang
in einem bekannten Antiquariat und
trat dann in die Photographische
Gesellschaft ein, für welches Welt-
haus er große Reisen in Österreich-
Ungarn, in der Türkei, in Rußland,
Schweden, Norwegen und Dänemark
unternahm. Jm Jahre 1872 siedelte
er nach Paris über und etablierte
dort eine Kunsthandlung. Hier wurde
er mit Zola befreundet, dessen "Ger-
minal"
und "L'oeuvre" er später ins
Deutsche übersetzte (1885 resp. 1886).
Eine Verteidigungsschrift für den
französischen Autor gab auch den An-
stoß, daß Z. sich der Schriftstellerei
widmete, 1882 seine Kunsthandlung
verkaufte und nach Wien übersiedelte.
Zunächst veröffentlichte er eine Reihe
von Essays über französische Lite-
ratur in deutschen u. österreichischen
Zeitungen und trat dann 1885 mit
dem ersten Roman an die Öffentlich-
keit. Jm Jahre 1888 gründete er mit
C. Colbert die "Wiener Mode", eine
Zeitschrift, die nach und nach in acht
Sprachen erschien, und die er bis
zum Herbst 1893 leitete. Seitdem
lebte er als unabhängiger Schrift-
steller in Wien, wo er am 24. Dezbr.
1902 starb.

S:

Mein Debüt (R. ein-
geleitet von E. Zola), 1886. - Monte
Carlo (Ein Spielroman), 1887;
franz. Ausgabe, 1893. - Ehegeschich-
ten, 1891. - Spinngewebe (R.), 1894.

*
[Spaltenumbruch]
Zet
Zetter, Karl Johann,

wurde am
4. Mai 1842 zu Trebeſing bei Gmünd
in Oberkärnten geboren, wo ſein
Vater damals proteſtantiſcher Geiſt-
licher war. Dieſer trat 1846 zur ka-
tholiſchen Kirche über u. erhielt eine
Lehrſtelle in Salzburg. Hier beſuchte
der Sohn das Staatsgymnaſium u.
bezog dann die Univerſität zu Graz,
wo er Theologie ſtudierte und 1864
zum Prieſter geweiht wurde. Nach
vierjähriger Tätigkeit als Lehrer
am fürſtbiſchöflichen Diözeſan-Kna-
benſeminar wurde er 1869 am neu
begründeten II. Staatsgymnaſium
in Graz als Religionsprofeſſor an-
geſtellt, in welchem Amt er noch jetzt
wirkt. Auch iſt ihm der Titel eines
fürſtbiſchöfl. geiſtlichen Rats verlie-
hen worden.

S:

Verbrechen u. Sühne
(N.), 1868. – Familienrache, od.: Das
Erdbeben in Calabrien im J. 1783
(N.), 1869. – Die letzten Grafen Kéry,
oder: Chriſt u. Mohammedaner (N.),
1869. – Die Tataren in Ungarn
(Hiſt. N.), 1869. – Aus dem Bauern-
kriege Oberöſterreichs (Hiſtor. N.),
1870. – Wahrheit und Traum (E.),
1870. – Geſammelte Novellen, 1872.

Zetter(-Collin), Franz Anton
Johann,

pſeud. Ernſt Wolfram,
wurde am 9. Febr. 1851 in Solothurn
geb., widmete ſich dem Berufe eines
Kaufmanns und lebt als ſolcher in
ſeiner Vaterſtadt, wo er ſeit 1877
auch als Bürgerrat fungiert und die
Stelle eines Kuſtos des Solothurner
Kunſtvereins bekleidet. Er iſt Mit-
glied verſchiedener hiſtoriſchen und
Kunſtvereine.

S:

Der Landvogt von
Speier (Schſp.), 1879. – Bürgerzopf
(Schſp.), 1896.

Zianitzka, K.

Th., Pſeud. für Ka-
thinka Zitz;
ſ. d.!

*Zieger, Marie,

geb. am 1. Okt.
1835 in Quedlinburg am Harz, wuchs
in beſchränkten Verhältniſſen auf,
trat aber ſpäter, als ſich dieſelben
weſentlich beſſerten, leichten Schritts
in die Welt hinein. Wiederholt weilte
[Spaltenumbruch]

Zie
ſie in Berlin, und mehrmals unter-
nahm ſie unter Führung des bekann-
ten Karl Stangenſchen Reiſebureaus
weite Fahrten ins Ausland. Seit
1901 lebte ſie dauernd wieder in
Quedlinburg und iſt hier am 21. Ja-
nuar 1910 geſtorben.

S:

Hundert
Gedichte, 1905.

*Ziegler, Ernſt,

geb. am 22. Nov.
1847 in Stettin als älteſter Sohn des
dortigen Stadtſekretärs, beſuchte die
Friedrich-Wilhelms-(Real-) Schule
daſelbſt und widmete ſich darauf in
Stettin dem Buchhandel. Nach vier-
jähriger Lehrzeit ging er nach Ber-
lin, arbeitete hier zwei Jahre lang
in einem bekannten Antiquariat und
trat dann in die Photographiſche
Geſellſchaft ein, für welches Welt-
haus er große Reiſen in Öſterreich-
Ungarn, in der Türkei, in Rußland,
Schweden, Norwegen und Dänemark
unternahm. Jm Jahre 1872 ſiedelte
er nach Paris über und etablierte
dort eine Kunſthandlung. Hier wurde
er mit Zola befreundet, deſſen „Ger-
minal“
und „L’oeuvre“ er ſpäter ins
Deutſche überſetzte (1885 reſp. 1886).
Eine Verteidigungsſchrift für den
franzöſiſchen Autor gab auch den An-
ſtoß, daß Z. ſich der Schriftſtellerei
widmete, 1882 ſeine Kunſthandlung
verkaufte und nach Wien überſiedelte.
Zunächſt veröffentlichte er eine Reihe
von Eſſays über franzöſiſche Lite-
ratur in deutſchen u. öſterreichiſchen
Zeitungen und trat dann 1885 mit
dem erſten Roman an die Öffentlich-
keit. Jm Jahre 1888 gründete er mit
C. Colbert die „Wiener Mode“, eine
Zeitſchrift, die nach und nach in acht
Sprachen erſchien, und die er bis
zum Herbſt 1893 leitete. Seitdem
lebte er als unabhängiger Schrift-
ſteller in Wien, wo er am 24. Dezbr.
1902 ſtarb.

S:

Mein Debüt (R. ein-
geleitet von E. Zola), 1886. – Monte
Carlo (Ein Spielroman), 1887;
franz. Ausgabe, 1893. – Ehegeſchich-
ten, 1891. – Spinngewebe (R.), 1894.

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <div type="bibliography" n="2">
          <pb facs="#f0090" n="86"/>
          <cb/>
        </div>
      </div>
      <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#g">Zet</hi> </fw><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Zetter,</hi><hi rendition="#g">Karl</hi> Johann,</persName>
        </head>
        <p> wurde am<lb/>
4. Mai 1842 zu Trebe&#x017F;ing bei Gmünd<lb/>
in Oberkärnten geboren, wo &#x017F;ein<lb/>
Vater damals prote&#x017F;tanti&#x017F;cher Gei&#x017F;t-<lb/>
licher war. Die&#x017F;er trat 1846 zur ka-<lb/>
tholi&#x017F;chen Kirche über u. erhielt eine<lb/>
Lehr&#x017F;telle in Salzburg. Hier be&#x017F;uchte<lb/>
der Sohn das Staatsgymna&#x017F;ium u.<lb/>
bezog dann die Univer&#x017F;ität zu Graz,<lb/>
wo er Theologie &#x017F;tudierte und 1864<lb/>
zum Prie&#x017F;ter geweiht wurde. Nach<lb/>
vierjähriger Tätigkeit als Lehrer<lb/>
am für&#x017F;tbi&#x017F;chöflichen Diöze&#x017F;an-Kna-<lb/>
ben&#x017F;eminar wurde er 1869 am neu<lb/>
begründeten <hi rendition="#aq">II.</hi> Staatsgymna&#x017F;ium<lb/>
in Graz als Religionsprofe&#x017F;&#x017F;or an-<lb/>
ge&#x017F;tellt, in welchem Amt er noch jetzt<lb/>
wirkt. Auch i&#x017F;t ihm der Titel eines<lb/>
für&#x017F;tbi&#x017F;chöfl. gei&#x017F;tlichen Rats verlie-<lb/>
hen worden. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Verbrechen u. Sühne<lb/>
(N.), 1868. &#x2013; Familienrache, od.: Das<lb/>
Erdbeben in Calabrien im J. 1783<lb/>
(N.), 1869. &#x2013; Die letzten Grafen Kéry,<lb/>
oder: Chri&#x017F;t u. Mohammedaner (N.),<lb/>
1869. &#x2013; Die Tataren in Ungarn<lb/>
(Hi&#x017F;t. N.), 1869. &#x2013; Aus dem Bauern-<lb/>
kriege Oberö&#x017F;terreichs (Hi&#x017F;tor. N.),<lb/>
1870. &#x2013; Wahrheit und Traum (E.),<lb/>
1870. &#x2013; Ge&#x017F;ammelte Novellen, 1872.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Zetter(-Collin),</hi> Franz Anton<lb/>
Johann,</persName>
        </head>
        <p> p&#x017F;eud. <hi rendition="#g">Ern&#x017F;t Wolfram,</hi><lb/>
wurde am 9. Febr. 1851 in Solothurn<lb/>
geb., widmete &#x017F;ich dem Berufe eines<lb/>
Kaufmanns und lebt als &#x017F;olcher in<lb/>
&#x017F;einer Vater&#x017F;tadt, wo er &#x017F;eit 1877<lb/>
auch als Bürgerrat fungiert und die<lb/>
Stelle eines Ku&#x017F;tos des Solothurner<lb/>
Kun&#x017F;tvereins bekleidet. Er i&#x017F;t Mit-<lb/>
glied ver&#x017F;chiedener hi&#x017F;tori&#x017F;chen und<lb/>
Kun&#x017F;tvereine. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Der Landvogt von<lb/>
Speier (Sch&#x017F;p.), 1879. &#x2013; Bürgerzopf<lb/>
(Sch&#x017F;p.), 1896.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName><hi rendition="#b">Zianitzka,</hi> K.</persName>
        </head>
        <p> Th., P&#x017F;eud. für <hi rendition="#g">Ka-<lb/>
thinka Zitz;</hi> &#x017F;. d.!</p>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Zieger,</hi> Marie,</persName>
        </head>
        <p> geb. am 1. Okt.<lb/>
1835 in Quedlinburg am Harz, wuchs<lb/>
in be&#x017F;chränkten Verhältni&#x017F;&#x017F;en auf,<lb/>
trat aber &#x017F;päter, als &#x017F;ich die&#x017F;elben<lb/>
we&#x017F;entlich be&#x017F;&#x017F;erten, leichten Schritts<lb/>
in die Welt hinein. Wiederholt weilte<lb/><cb/>
<fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Zie</hi></fw><lb/>
&#x017F;ie in Berlin, und mehrmals unter-<lb/>
nahm &#x017F;ie unter Führung des bekann-<lb/>
ten Karl Stangen&#x017F;chen Rei&#x017F;ebureaus<lb/>
weite Fahrten ins Ausland. Seit<lb/>
1901 lebte &#x017F;ie dauernd wieder in<lb/>
Quedlinburg und i&#x017F;t hier am 21. Ja-<lb/>
nuar 1910 ge&#x017F;torben. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Hundert<lb/>
Gedichte, 1905.</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>
          <persName>*<hi rendition="#b">Ziegler,</hi> Ern&#x017F;t,</persName>
        </head>
        <p> geb. am 22. Nov.<lb/>
1847 in Stettin als älte&#x017F;ter Sohn des<lb/>
dortigen Stadt&#x017F;ekretärs, be&#x017F;uchte die<lb/>
Friedrich-Wilhelms-(Real-) Schule<lb/>
da&#x017F;elb&#x017F;t und widmete &#x017F;ich darauf in<lb/>
Stettin dem Buchhandel. Nach vier-<lb/>
jähriger Lehrzeit ging er nach Ber-<lb/>
lin, arbeitete hier zwei Jahre lang<lb/>
in einem bekannten Antiquariat und<lb/>
trat dann in die Photographi&#x017F;che<lb/>
Ge&#x017F;ell&#x017F;chaft ein, für welches Welt-<lb/>
haus er große Rei&#x017F;en in Ö&#x017F;terreich-<lb/>
Ungarn, in der Türkei, in Rußland,<lb/>
Schweden, Norwegen und Dänemark<lb/>
unternahm. Jm Jahre 1872 &#x017F;iedelte<lb/>
er nach Paris über und etablierte<lb/>
dort eine Kun&#x017F;thandlung. Hier wurde<lb/>
er mit Zola befreundet, de&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#aq">&#x201E;Ger-<lb/>
minal&#x201C;</hi> und <hi rendition="#aq">&#x201E;L&#x2019;oeuvre&#x201C;</hi> er &#x017F;päter ins<lb/>
Deut&#x017F;che über&#x017F;etzte (1885 re&#x017F;p. 1886).<lb/>
Eine Verteidigungs&#x017F;chrift für den<lb/>
franzö&#x017F;i&#x017F;chen Autor gab auch den An-<lb/>
&#x017F;toß, daß Z. &#x017F;ich der Schrift&#x017F;tellerei<lb/>
widmete, 1882 &#x017F;eine Kun&#x017F;thandlung<lb/>
verkaufte und nach Wien über&#x017F;iedelte.<lb/>
Zunäch&#x017F;t veröffentlichte er eine Reihe<lb/>
von E&#x017F;&#x017F;ays über franzö&#x017F;i&#x017F;che Lite-<lb/>
ratur in deut&#x017F;chen u. ö&#x017F;terreichi&#x017F;chen<lb/>
Zeitungen und trat dann 1885 mit<lb/>
dem er&#x017F;ten Roman an die Öffentlich-<lb/>
keit. Jm Jahre 1888 gründete er mit<lb/>
C. Colbert die &#x201E;Wiener Mode&#x201C;, eine<lb/>
Zeit&#x017F;chrift, die nach und nach in acht<lb/>
Sprachen er&#x017F;chien, und die er bis<lb/>
zum Herb&#x017F;t 1893 leitete. Seitdem<lb/>
lebte er als unabhängiger Schrift-<lb/>
&#x017F;teller in Wien, wo er am 24. Dezbr.<lb/>
1902 &#x017F;tarb. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Mein Debüt (R. ein-<lb/>
geleitet von E. Zola), 1886. &#x2013; Monte<lb/>
Carlo (Ein Spielroman), 1887;<lb/>
franz. Ausgabe, 1893. &#x2013; Ehege&#x017F;chich-<lb/>
ten, 1891. &#x2013; Spinngewebe (R.), 1894.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">*</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[86/0090] Zet Zie Zetter, Karl Johann, wurde am 4. Mai 1842 zu Trebeſing bei Gmünd in Oberkärnten geboren, wo ſein Vater damals proteſtantiſcher Geiſt- licher war. Dieſer trat 1846 zur ka- tholiſchen Kirche über u. erhielt eine Lehrſtelle in Salzburg. Hier beſuchte der Sohn das Staatsgymnaſium u. bezog dann die Univerſität zu Graz, wo er Theologie ſtudierte und 1864 zum Prieſter geweiht wurde. Nach vierjähriger Tätigkeit als Lehrer am fürſtbiſchöflichen Diözeſan-Kna- benſeminar wurde er 1869 am neu begründeten II. Staatsgymnaſium in Graz als Religionsprofeſſor an- geſtellt, in welchem Amt er noch jetzt wirkt. Auch iſt ihm der Titel eines fürſtbiſchöfl. geiſtlichen Rats verlie- hen worden. S: Verbrechen u. Sühne (N.), 1868. – Familienrache, od.: Das Erdbeben in Calabrien im J. 1783 (N.), 1869. – Die letzten Grafen Kéry, oder: Chriſt u. Mohammedaner (N.), 1869. – Die Tataren in Ungarn (Hiſt. N.), 1869. – Aus dem Bauern- kriege Oberöſterreichs (Hiſtor. N.), 1870. – Wahrheit und Traum (E.), 1870. – Geſammelte Novellen, 1872. Zetter(-Collin), Franz Anton Johann, pſeud. Ernſt Wolfram, wurde am 9. Febr. 1851 in Solothurn geb., widmete ſich dem Berufe eines Kaufmanns und lebt als ſolcher in ſeiner Vaterſtadt, wo er ſeit 1877 auch als Bürgerrat fungiert und die Stelle eines Kuſtos des Solothurner Kunſtvereins bekleidet. Er iſt Mit- glied verſchiedener hiſtoriſchen und Kunſtvereine. S: Der Landvogt von Speier (Schſp.), 1879. – Bürgerzopf (Schſp.), 1896. Zianitzka, K. Th., Pſeud. für Ka- thinka Zitz; ſ. d.! *Zieger, Marie, geb. am 1. Okt. 1835 in Quedlinburg am Harz, wuchs in beſchränkten Verhältniſſen auf, trat aber ſpäter, als ſich dieſelben weſentlich beſſerten, leichten Schritts in die Welt hinein. Wiederholt weilte ſie in Berlin, und mehrmals unter- nahm ſie unter Führung des bekann- ten Karl Stangenſchen Reiſebureaus weite Fahrten ins Ausland. Seit 1901 lebte ſie dauernd wieder in Quedlinburg und iſt hier am 21. Ja- nuar 1910 geſtorben. S: Hundert Gedichte, 1905. *Ziegler, Ernſt, geb. am 22. Nov. 1847 in Stettin als älteſter Sohn des dortigen Stadtſekretärs, beſuchte die Friedrich-Wilhelms-(Real-) Schule daſelbſt und widmete ſich darauf in Stettin dem Buchhandel. Nach vier- jähriger Lehrzeit ging er nach Ber- lin, arbeitete hier zwei Jahre lang in einem bekannten Antiquariat und trat dann in die Photographiſche Geſellſchaft ein, für welches Welt- haus er große Reiſen in Öſterreich- Ungarn, in der Türkei, in Rußland, Schweden, Norwegen und Dänemark unternahm. Jm Jahre 1872 ſiedelte er nach Paris über und etablierte dort eine Kunſthandlung. Hier wurde er mit Zola befreundet, deſſen „Ger- minal“ und „L’oeuvre“ er ſpäter ins Deutſche überſetzte (1885 reſp. 1886). Eine Verteidigungsſchrift für den franzöſiſchen Autor gab auch den An- ſtoß, daß Z. ſich der Schriftſtellerei widmete, 1882 ſeine Kunſthandlung verkaufte und nach Wien überſiedelte. Zunächſt veröffentlichte er eine Reihe von Eſſays über franzöſiſche Lite- ratur in deutſchen u. öſterreichiſchen Zeitungen und trat dann 1885 mit dem erſten Roman an die Öffentlich- keit. Jm Jahre 1888 gründete er mit C. Colbert die „Wiener Mode“, eine Zeitſchrift, die nach und nach in acht Sprachen erſchien, und die er bis zum Herbſt 1893 leitete. Seitdem lebte er als unabhängiger Schrift- ſteller in Wien, wo er am 24. Dezbr. 1902 ſtarb. S: Mein Debüt (R. ein- geleitet von E. Zola), 1886. – Monte Carlo (Ein Spielroman), 1887; franz. Ausgabe, 1893. – Ehegeſchich- ten, 1891. – Spinngewebe (R.), 1894. *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/90
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/90>, S. 86, abgerufen am 21.09.2017.