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[Bucer, Martin]: Ayn schoner Dialogus. [Breslau], [1521].

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man nitt fur gott mit leren henden soll kommen. Was seindt
aber die selbigen gabenn/ die got meynt/ der glaub/ hoffnung/
vnnd liebe/ darauß wolt ir gelt vnnd opffer machenn. Auch
weitter so kumpt dann etwan einn bettel Münch/ der macht
vnns eyn plamer vorr vonn seltzam heyltum/ vnnd grossem
applas/ Da helfft ir dann zu/ dann euch wirt euwer teyl auch
daruon/ da schindt man vnns vmb gelt/ keß/ vnnd flachs/
also muessen wir arm seinn. Volgent aber mir die pauren eyn
mal/ so wollen wir sie zum dorff auß iagen/ das in die seck em
pfalhenn/ das vnns keinner meer dareinn komptt. Dann sie
liegendt was sie vns vor sagendt/ sie sagendt offt/ wan es im
Zenntono felld stuend/ so wer es spötlich gnung Dar tzu wer
weyß was sie in vnsern heusern suchent wen wir bauren nit da
heym seind. Darumb ich aber sprich/ das meer ketzerisch seind/
dann Christenlicher werck voll. so sag ich auch/ das yr vnns
offtt vnnd der meerteyll vonn dingenn her sagtt/ vnnd das
selb an das Euangelium vnnd gots wort anhenckt/ das gar
nit darzu gehört/ vnnd widerwertig ist. Vnnd hör auch von
meim schuler sagenn/ das da stannd Mathei. am funfftenn
Capittell. wie vor gemelt ist/ nitt eynn spitzlin von eim büch-
staben sol von dem gesetz gots nit ab oder zu gehn Des glei
chenn sagt er das in Detronomi. am xxviij. Capittel. stanndt
Jt solt euch nit von dem gesetz gottes wenden/ weder zu der
gerechtenn oder zu der linckenn/ meer das auch stanndt Pau-
lus ad gallatas im erstenn Capittell/ ob ein eingel von hymell
kem der annders leret dann die leer Christi/ das soll verflucht
sein/ meer weytter. Ezechielis am. xviij. Capittel. welcher be-
huet mein gebot/ vnd bereüwet sein sund/ vnd helt dy werck
der barmhertzigkeyt/ der wird nit sterben des ewigen todts etc.
Des dings ist vill/ das sollichs als vonn meym schuler hörre
angezeygt wirdt/ vnnd auch so hör ich sagenn/ das da stand
Esaie. am xxjx. Capittel. Das gott der herr des menschen ge-
setz neben seinem gesetz nitt haben wil/ des geleichen auch Je-
remie. am. xviij. Da vermaledeyt gott alle die vonn seiner leerr
man nitt fur gott mit leren henden ſoll kommen. Was ſeindt
aber die ſelbigen gabenn/ die got meynt/ der glaub/ hoffnũg/
vnnd liebe/ darauß wolt ir gelt vnnd opffer machenn. Auch
weitter ſo kumpt dann etwan einn bettel Muͤnch/ der macht
vnns eyn plamer voꝛr vonn ſeltzam heyltum/ vnnd groſſem
applas/ Da helfft ir dann zu/ dann euch wirt euwer teyl auch
daruon/ da ſchindt man vnns vmb gelt/ keß/ vnnd flachs/
alſo mueſſen wir arm ſeinn. Volgent aber mir die pauren eyn
mal/ ſo wollen wir ſie zum doꝛff auß iagen/ das in die ſeck em
pfalhenn/ das vnns keinner meer dareinn komptt. Dann ſie
liegendt was ſie vns voꝛ ſagendt/ ſie ſagendt offt/ wan es im
Zenntono felld ſtuend/ ſo wer es ſpoͤtlich gnung Dar tzu wer
weyß was ſie in vnſern heuſern ſuchent wen wir baurẽ nit da
heym ſeind. Darumb ich aber ſpꝛich/ das meer ketzeriſch ſeind/
dann Chriſtenlicher werck voll. ſo ſag ich auch/ das yr vnns
offtt vnnd der meerteyll vonn dingenn her ſagtt/ vnnd das
ſelb an das Euangelium vnnd gots wort anhenckt/ das gar
nit darzu gehoͤꝛt/ vnnd widerwertig iſt. Vnnd hoͤꝛ auch von
meim ſchuler ſagenn/ das da ſtannd Mathei. am funfftenn
Capittell. wie voꝛ gemelt iſt/ nitt eynn ſpitzlin von eim buͤch-
ſtaben ſol von dem geſetz gots nit ab oder zu gehn Des glei
chenn ſagt er das in Detronomi. am xxviij. Capittel. ſtanndt
Jt ſolt euch nit von dem geſetz gottes wenden/ weder zu der
gerechtenn oder zu der linckenn/ meer das auch ſtanndt Pau-
lus ad gallatas im erſtenn Capittell/ ob ein eingel von hymell
kem der annders leret dann die leer Chꝛiſti/ das ſoll verflucht
ſein/ meer weytter. Ezechielis am. xviij. Capittel. welcher be-
huet mein gebot/ vnd bereuͤwet ſein ſund/ vnd helt dy werck
der barmhertzigkeyt/ der wird nit ſterben des ewigen todts ꝛc.
Des dings iſt vill/ das ſollichs als vonn meym ſchuler hoͤꝛre
angezeygt wirdt/ vnnd auch ſo hoͤꝛ ich ſagenn/ das da ſtand
Eſaie. am xxjx. Capittel. Das gott der herꝛ des menſchen ge-
ſetz neben ſeinem geſetz nitt haben wil/ des geleichen auch Je-
remie. am. xviij. Da vermaledeyt gott alle die vonn ſeiner leerr
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[0018] man nitt fur gott mit leren henden ſoll kommen. Was ſeindt aber die ſelbigen gabenn/ die got meynt/ der glaub/ hoffnũg/ vnnd liebe/ darauß wolt ir gelt vnnd opffer machenn. Auch weitter ſo kumpt dann etwan einn bettel Muͤnch/ der macht vnns eyn plamer voꝛr vonn ſeltzam heyltum/ vnnd groſſem applas/ Da helfft ir dann zu/ dann euch wirt euwer teyl auch daruon/ da ſchindt man vnns vmb gelt/ keß/ vnnd flachs/ alſo mueſſen wir arm ſeinn. Volgent aber mir die pauren eyn mal/ ſo wollen wir ſie zum doꝛff auß iagen/ das in die ſeck em pfalhenn/ das vnns keinner meer dareinn komptt. Dann ſie liegendt was ſie vns voꝛ ſagendt/ ſie ſagendt offt/ wan es im Zenntono felld ſtuend/ ſo wer es ſpoͤtlich gnung Dar tzu wer weyß was ſie in vnſern heuſern ſuchent wen wir baurẽ nit da heym ſeind. Darumb ich aber ſpꝛich/ das meer ketzeriſch ſeind/ dann Chriſtenlicher werck voll. ſo ſag ich auch/ das yr vnns offtt vnnd der meerteyll vonn dingenn her ſagtt/ vnnd das ſelb an das Euangelium vnnd gots wort anhenckt/ das gar nit darzu gehoͤꝛt/ vnnd widerwertig iſt. Vnnd hoͤꝛ auch von meim ſchuler ſagenn/ das da ſtannd Mathei. am funfftenn Capittell. wie voꝛ gemelt iſt/ nitt eynn ſpitzlin von eim buͤch- ſtaben ſol von dem geſetz gots nit ab oder zu gehn Des glei chenn ſagt er das in Detronomi. am xxviij. Capittel. ſtanndt Jt ſolt euch nit von dem geſetz gottes wenden/ weder zu der gerechtenn oder zu der linckenn/ meer das auch ſtanndt Pau- lus ad gallatas im erſtenn Capittell/ ob ein eingel von hymell kem der annders leret dann die leer Chꝛiſti/ das ſoll verflucht ſein/ meer weytter. Ezechielis am. xviij. Capittel. welcher be- huet mein gebot/ vnd bereuͤwet ſein ſund/ vnd helt dy werck der barmhertzigkeyt/ der wird nit ſterben des ewigen todts ꝛc. Des dings iſt vill/ das ſollichs als vonn meym ſchuler hoͤꝛre angezeygt wirdt/ vnnd auch ſo hoͤꝛ ich ſagenn/ das da ſtand Eſaie. am xxjx. Capittel. Das gott der herꝛ des menſchen ge- ſetz neben ſeinem geſetz nitt haben wil/ des geleichen auch Je- remie. am. xviij. Da vermaledeyt gott alle die vonn ſeiner leerr

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Zitationshilfe: [Bucer, Martin]: Ayn schoner Dialogus. [Breslau], [1521], S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bucer_dialogus_1521/18>, abgerufen am 23.09.2020.