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Buchner, Johann Siegmund: Theoria Et Praxis Artilleriæ. Bd. 1. Nürnberg, 1682.

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Etliche gute und offtprobirte Brandsätze in die Grana-
ten/ Granat-Hagel/ sausende und Wall-Kugeln
zu gebrauchen.
1.
14. Loth Mehlpulver/
5. Loth Salpeter/
3. Loth Kohlen/
1/2 Loth Grünspan. Dieser Satz wird in die eiserne und höltzerne Brand-
Röhren eingefüllet.
2.
6. Loth Mehlpulver/
2. Loth Salpeter/
1. Loth Schwefel/
1/2 Loth Kohlen. Jn 2. lötige Hülsen geschlagen/ zu denen Granaten
gebraucht worden.
3.
8. Loth Salpeter/
4. Loth Mehlpulver/
2. Loth Schwefel/
1. Loth Kohlen. Auch in 2. löthige Hülsen/ hernach in eiserne Brand-
Röhre eingeküttet.
4.
6. Loth Mehlpulver/
1. Loth Kohlen/
1/2 Loth Colophonium. Jn höltzerne oder eiserne Brände einzufüllen.
NOTA.

Vorhero einen Brand zu probiren/ da dann bald zu sehen/ ob er zu lang-
sam oder zu geschwind brennet/ und ist besser/ sich dabey des perpendiculs/ als
des Zehlens/ zu bedienen.

Wie eigentlich ein Brand auf ein tempo einzurichten/ soll/ nebst andern
Artillerie-Sachen/ in einem sonderlichen Compendio hernach folgen. Weme
es aber zu wissen beliebet/ demjenigen soll/ auf Begehren/ von mir Bericht ge-
schehen.

Das Gewichte eines jeden Stücks auf gantz gut zu
erkundigen/ und auszurechnen.

Dieses kan (wenn der gantze Jnhalt gesuchet/ und cubice procediret wird/
wiewohl man einen Cylindrischen Centner Metall/ so netto das Gewicht hält/
oder dessen Höhe und Breite bekandt haben muß) gar genau ausgerechnet wer-
den. Weil aber dieselbige Ausrechnung wenig Feuerwerckern und Büchsen-
meistern bekandt/ als will ich eine andere gar leichte Manier/ so beyläuffig/ und
doch ziemlich nahe eintrifft/ anzeigen. Es muß bey dieser Rechnung sich ein je-
der bekandt machen/ daß bey dem 12. pfündigen Stücke oder Schlange/ deren
Länge/ wie auch die halbe Carthaunen-Länge/ mit = = = 11
Die dreyviertel Carthaune mit = = = = 10
Die gantze Carthaunen Länge mit = = = 9
multipliciret/ was heraus kömmt/ dann wiederum mit der Kugel-Schwere
multipliciret. Ferner mit 110 zu Centner dividiret werden/ zum Exempel:

Die 12.
K iij


Etliche gute und offtprobirte Brandſaͤtze in die Grana-
ten/ Granat-Hagel/ ſauſende und Wall-Kugeln
zu gebrauchen.
1.
14. Loth Mehlpulver/
5. Loth Salpeter/
3. Loth Kohlen/
½ Loth Gruͤnſpan. Dieſer Satz wird in die eiſerne und hoͤltzerne Brand-
Roͤhren eingefuͤllet.
2.
6. Loth Mehlpulver/
2. Loth Salpeter/
1. Loth Schwefel/
½ Loth Kohlen. Jn 2. loͤtige Huͤlſen geſchlagen/ zu denen Granaten
gebraucht worden.
3.
8. Loth Salpeter/
4. Loth Mehlpulver/
2. Loth Schwefel/
1. Loth Kohlen. Auch in 2. loͤthige Huͤlſen/ hernach in eiſerne Brand-
Roͤhre eingekuͤttet.
4.
6. Loth Mehlpulver/
1. Loth Kohlen/
½ Loth Colophonium. Jn hoͤltzerne oder eiſerne Braͤnde einzufuͤllen.
NOTA.

Vorhero einen Brand zu probiren/ da dann bald zu ſehen/ ob er zu lang-
ſam oder zu geſchwind brennet/ und iſt beſſer/ ſich dabey des perpendiculs/ als
des Zehlens/ zu bedienen.

Wie eigentlich ein Brand auf ein tempo einzurichten/ ſoll/ nebſt andern
Artillerie-Sachen/ in einem ſonderlichen Compendio hernach folgen. Weme
es aber zu wiſſen beliebet/ demjenigen ſoll/ auf Begehren/ von mir Bericht ge-
ſchehen.

Das Gewichte eines jeden Stuͤcks auf gantz gut zu
erkundigen/ und auszurechnen.

Dieſes kan (wenn der gantze Jnhalt geſuchet/ und cubicè procediret wird/
wiewohl man einen Cylindriſchen Centner Metall/ ſo netto das Gewicht haͤlt/
oder deſſen Hoͤhe und Breite bekandt haben muß) gar genau ausgerechnet wer-
den. Weil aber dieſelbige Ausrechnung wenig Feuerwerckern und Buͤchſen-
meiſtern bekandt/ als will ich eine andere gar leichte Manier/ ſo beylaͤuffig/ und
doch ziemlich nahe eintrifft/ anzeigen. Es muß bey dieſer Rechnung ſich ein je-
der bekandt machen/ daß bey dem 12. pfuͤndigen Stuͤcke oder Schlange/ deren
Laͤnge/ wie auch die halbe Carthaunen-Laͤnge/ mit = = = 11
Die dreyviertel Carthaune mit = = = = 10
Die gantze Carthaunen Laͤnge mit = = = 9
multipliciret/ was heraus koͤmmt/ dann wiederum mit der Kugel-Schwere
multipliciret. Ferner mit 110 zu Centner dividiret werden/ zum Exempel:

Die 12.
K iij
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[73/0089] Etliche gute und offtprobirte Brandſaͤtze in die Grana- ten/ Granat-Hagel/ ſauſende und Wall-Kugeln zu gebrauchen. 1. 14. Loth Mehlpulver/ 5. Loth Salpeter/ 3. Loth Kohlen/ ½ Loth Gruͤnſpan. Dieſer Satz wird in die eiſerne und hoͤltzerne Brand- Roͤhren eingefuͤllet. 2. 6. Loth Mehlpulver/ 2. Loth Salpeter/ 1. Loth Schwefel/ ½ Loth Kohlen. Jn 2. loͤtige Huͤlſen geſchlagen/ zu denen Granaten gebraucht worden. 3. 8. Loth Salpeter/ 4. Loth Mehlpulver/ 2. Loth Schwefel/ 1. Loth Kohlen. Auch in 2. loͤthige Huͤlſen/ hernach in eiſerne Brand- Roͤhre eingekuͤttet. 4. 6. Loth Mehlpulver/ 1. Loth Kohlen/ ½ Loth Colophonium. Jn hoͤltzerne oder eiſerne Braͤnde einzufuͤllen. NOTA. Vorhero einen Brand zu probiren/ da dann bald zu ſehen/ ob er zu lang- ſam oder zu geſchwind brennet/ und iſt beſſer/ ſich dabey des perpendiculs/ als des Zehlens/ zu bedienen. Wie eigentlich ein Brand auf ein tempo einzurichten/ ſoll/ nebſt andern Artillerie-Sachen/ in einem ſonderlichen Compendio hernach folgen. Weme es aber zu wiſſen beliebet/ demjenigen ſoll/ auf Begehren/ von mir Bericht ge- ſchehen. Das Gewichte eines jeden Stuͤcks auf gantz gut zu erkundigen/ und auszurechnen. Dieſes kan (wenn der gantze Jnhalt geſuchet/ und cubicè procediret wird/ wiewohl man einen Cylindriſchen Centner Metall/ ſo netto das Gewicht haͤlt/ oder deſſen Hoͤhe und Breite bekandt haben muß) gar genau ausgerechnet wer- den. Weil aber dieſelbige Ausrechnung wenig Feuerwerckern und Buͤchſen- meiſtern bekandt/ als will ich eine andere gar leichte Manier/ ſo beylaͤuffig/ und doch ziemlich nahe eintrifft/ anzeigen. Es muß bey dieſer Rechnung ſich ein je- der bekandt machen/ daß bey dem 12. pfuͤndigen Stuͤcke oder Schlange/ deren Laͤnge/ wie auch die halbe Carthaunen-Laͤnge/ mit = = = 11 Die dreyviertel Carthaune mit = = = = 10 Die gantze Carthaunen Laͤnge mit = = = 9 multipliciret/ was heraus koͤmmt/ dann wiederum mit der Kugel-Schwere multipliciret. Ferner mit 110 zu Centner dividiret werden/ zum Exempel: Die 12. K iij

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Zitationshilfe: Buchner, Johann Siegmund: Theoria Et Praxis Artilleriæ. Bd. 1. Nürnberg, 1682, S. 73. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/buchner_theoria01_1682/89>, abgerufen am 21.09.2020.