Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Buchner, Johann Siegmund: Theoria Et Praxis Artilleriæ. Bd. 2. Nürnberg, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite



tion versehenwäre/ was soll denn solchen defendiren und beschützen/ oder aber die
zum Schaden erbauete Festungen demoliren/ und die darinnen befindliche Wi-
derspenstige zwingen?

Niemand wird hoffentlich schliessen/ daß ausser der Artillerie (es gesch ehe
dann von untreuen Unterthanen/ durch schmälige Verrätherey) eine heutiges
Tages nach den Kriegs-Regeln erbauete Festung/ zu überwältigen: Hingegen
solche ohne selbige zu defendiren möglichen. Dannenhero aus angeführten
Worten unschwer enhellet/ daß/ obgleich die Fortification hochgestiegen/ so sind
doch die Attaquen noch höher gestiegen/ welche meist durch das Geschütze ver-
richtet werden.

Jetzt angeregte Ursachen haben mich ermuntert die Feder zuergreiffen/ und
den Andern Theil/ (worinnen ich den Kern und Marck der Artillerie, so weit sich
meine Erfahrung sonder Ruhm zugedencken/ erstrecket/ aufs deutlichste/ als in ei-
nem Spiegel vorzustellen; denjenigen/ welche sich im Krieg zu begeben/ willens/ o-
der allbereit darinne befinden: Damit solche Heroische Gemüther/ durch diesen
klaren Unterricht/ sich gleichsam/ als durch das fliegende Pferd Pegasum von ge-
ringer zu grösserer Würde schwingen; ja sonderlich/ dessen ein jeder billich dahin
zu trachten; seinem gnädigsten Chur-und Landes-Fürsten/ auch sämtlichen
Churhause Sachsen/ etc. ingleichen dem Vaterlande zum bästen/ mit Nutzen dienen
zu mögen/ hiemit dienlich seyn/ zugleich aber/ mit noch gar wengen berühren wol-
len: daß die Artillerie nicht eine von den gerinsten Kriegs Künsten/ sondern eben-
salls durch die Zeit/ welche eine Lehrmeisterin aller Dinge ist/ mit guten Aufmer-
cken erlernet werden muß) der klugen Welt gleichfalls an das Tagslicht zubringen.

Weß nun gnädigste Fürsten und Herren/ Dero höchstgepriesene Churfürstl.
Vor Eltern/ und sonderlich deroselben Groß Herr Vater/ der Durchleuchtigste
Churfürst zu Sachsen/ etc. und Burggraf zu Magdebur etc. etc. Herzog Johann
Georg der Ander/ Christmilden und Glorwürdigsten Andenckens/ so in dieser
Edlen Kriegs-Kunst vortrefflich excelliret/ bey der Löbl. Artillerie verrichtet/
und in aufnehmen gebracht/ auch wie von Dero höchst geehrtesten Herrn Vater/
jetzig regierenden Churfürstl. Durchl. zu weiterer Ausübung kein Mangel er-
scheinet/ ein solches ist höchst-rühmlich und Weltkündig.

Lebe also der unterthänigsten Zuversicht/ Jhro Churprinzl. und Jhro Hoch-
fürstl. Durchl. werden nicht minder/ gleich höchstangeregten grossen Potentaten/
gnädigste Beliebung zu der Artillerie tragen/ und solche förderlichst handha-
ben; Wie Sie dann allbereit gnädigst an und von sich spühren lassen.

Aus solchem unterthänigstem Vertrauen/ habe ich mich erkühnende unter-
wunden/ dieses gegenwertige Artillerie-Buch/ nemlich den Andern Theil/ nie-
mand anders/ als Ew. Ew. Churprinzl. und Hochfürstl. Durchl. Durchl. unter-
thänist zu dediciren/ und zu Dero gnädigstem Schutz uud Schirm/ nebst mir
selbst/ in tieffster Demuth zu Füssen zu legen; gantz unterthänigst bittende: Ew.
Ew. Churprinzl. und Hochfürstl. Durchl. Durchl. belieben diese geringe Arbeit
in hohen Fürstlichen Gnaden von mir auf und anzunehmen/ gnädigst zu geruhen/
auch mein und der armen meinigen gnädigste Fürsten und Herren zuverbleiben/
wofür (nechst Anwünschung von GOtt dem Allmächtigen/ alles selbst erweh-
lenden Hochfürstl. Wohlergehens ich Lebenslang verharre/ als:

Ew. Churprinzl. Durchl.

Ew. Hoch Fürstl. Durchl.

Dat: Festung Pleissenburg [von]
Leipzig den 1683
unterthänigster und Pflichtschuldigster
treuer Diener
Johann Sigmund Buchner/
Zeug-Lieutenant.



tion verſehenwaͤre/ was ſoll denn ſolchen defendiren und beſchuͤtzen/ oder aber die
zum Schaden erbauete Feſtungen demoliren/ und die darinnen befindliche Wi-
derſpenſtige zwingen?

Niemand wird hoffentlich ſchlieſſen/ daß auſſer der Artillerie (es geſch ehe
dann von untreuen Unterthanen/ durch ſchmaͤlige Verraͤtherey) eine heutiges
Tages nach den Kriegs-Regeln erbauete Feſtung/ zu uͤberwaͤltigen: Hingegen
ſolche ohne ſelbige zu defendiren moͤglichen. Dannenhero aus angefuͤhrten
Worten unſchwer enhellet/ daß/ obgleich die Fortification hochgeſtiegen/ ſo ſind
doch die Attaquen noch hoͤher geſtiegen/ welche meiſt durch das Geſchuͤtze ver-
richtet werden.

Jetzt angeregte Urſachen haben mich ermuntert die Feder zuergreiffen/ und
den Andern Theil/ (worinnen ich den Kern und Marck der Artillerie, ſo weit ſich
meine Erfahrung ſonder Ruhm zugedencken/ erſtrecket/ aufs deutlichſte/ als in ei-
nem Spiegel vorzuſtellen; denjenigẽ/ welche ſich im Krieg zu begeben/ willens/ o-
der allbereit darinne befinden: Damit ſolche Heroiſche Gemuͤther/ durch dieſen
klaren Unterricht/ ſich gleichſam/ als durch das fliegende Pferd Pegaſum von ge-
ringer zu groͤſſerer Wuͤrde ſchwingen; ja ſonderlich/ deſſen ein jeder billich dahin
zu trachten; ſeinem gnaͤdigſten Chur-und Landes-Fuͤrſten/ auch ſaͤmtlichen
Churhauſe Sachſen/ ꝛc. ingleichen dem Vaterlande zum baͤſtẽ/ mit Nutzen dienen
zu moͤgen/ hiemit dienlich ſeyn/ zugleich aber/ mit noch gar wengen beruͤhren wol-
len: daß die Artillerie nicht eine von den gerinſten Kriegs Kuͤnſten/ ſondern eben-
ſalls durch die Zeit/ welche eine Lehrmeiſterin aller Dinge iſt/ mit guten Aufmer-
cken erlernet weꝛden muß) der klugẽ Welt gleichfalls an das Tagslicht zubꝛingen.

Weß nun gnaͤdigſte Fuͤrſten und Herren/ Dero hoͤchſtgeprieſene Churfuͤrſtl.
Vor Eltern/ und ſonderlich deroſelben Groß Herꝛ Vater/ der Durchleuchtigſte
Churfuͤrſt zu Sachſen/ ꝛc. und Burggraf zu Magdebur ꝛc. ꝛc. Herzog Johann
Georg der Ander/ Chriſtmilden und Glorwuͤrdigſten Andenckens/ ſo in dieſer
Edlen Kriegs-Kunſt vortrefflich excelliret/ bey der Loͤbl. Artillerie verrichtet/
und in aufnehmen gebracht/ auch wie von Dero hoͤchſt geehrteſten Herꝛn Vater/
jetzig regierenden Churfuͤrſtl. Durchl. zu weiterer Ausuͤbung kein Mangel er-
ſcheinet/ ein ſolches iſt hoͤchſt-ruͤhmlich und Weltkuͤndig.

Lebe alſo der unterthaͤnigſten Zuverſicht/ Jhro Churprinzl. und Jhro Hoch-
fuͤrſtl. Durchl. werden nicht minder/ gleich hoͤchſtangeregten groſſen Potentaten/
gnaͤdigſte Beliebung zu der Artillerie tragen/ und ſolche foͤrderlichſt handha-
ben; Wie Sie dann allbereit gnaͤdigſt an und von ſich ſpuͤhren laſſen.

Aus ſolchem unterthaͤnigſtem Vertrauen/ habe ich mich erkuͤhnende unter-
wunden/ dieſes gegenwertige Artillerie-Buch/ nemlich den Andern Theil/ nie-
mand anders/ als Ew. Ew. Churprinzl. und Hochfuͤrſtl. Durchl. Durchl. unter-
thaͤniſt zu dediciren/ und zu Dero gnaͤdigſtem Schutz uud Schirm/ nebſt mir
ſelbſt/ in tieffſter Demuth zu Fuͤſſen zu legen; gantz unterthaͤnigſt bittende: Ew.
Ew. Churprinzl. und Hochfuͤrſtl. Durchl. Durchl. belieben dieſe geringe Arbeit
in hohen Fuͤrſtlichen Gnaden von mir auf und anzunehmen/ gnaͤdigſt zu geruhen/
auch mein und der armen meinigen gnaͤdigſte Fuͤrſten und Herren zuverbleiben/
wofuͤr (nechſt Anwuͤnſchung von GOtt dem Allmaͤchtigen/ alles ſelbſt erweh-
lenden Hochfuͤrſtl. Wohlergehens ich Lebenslang verharre/ als:

Ew. Churprinzl. Durchl.

Ew. Hoch Fuͤrſtl. Durchl.

Dat: Feſtung Pleiſſenburg [von]
Leipzig den 1683
unterthaͤnigſter und Pflichtſchuldigſter
treuer Diener
Johann Sigmund Buchner/
Zeug-Lieutenant.
<TEI>
  <text>
    <front>
      <div type="dedication">
        <p><pb facs="#f0010"/><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/><hi rendition="#aq">tion</hi> ver&#x017F;ehenwa&#x0364;re/ was &#x017F;oll denn &#x017F;olchen <hi rendition="#aq">defendi</hi>ren und be&#x017F;chu&#x0364;tzen/ oder aber die<lb/>
zum Schaden erbauete Fe&#x017F;tungen <hi rendition="#aq">demoli</hi>ren/ und die darinnen befindliche Wi-<lb/>
der&#x017F;pen&#x017F;tige zwingen?</p><lb/>
        <p>Niemand wird hoffentlich &#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;en/ daß au&#x017F;&#x017F;er der <hi rendition="#aq">Artillerie</hi> (es ge&#x017F;ch ehe<lb/>
dann von untreuen Unterthanen/ durch &#x017F;chma&#x0364;lige Verra&#x0364;therey) eine heutiges<lb/>
Tages nach den Kriegs-Regeln erbauete Fe&#x017F;tung/ zu u&#x0364;berwa&#x0364;ltigen: Hingegen<lb/>
&#x017F;olche ohne &#x017F;elbige zu <hi rendition="#aq">defendi</hi>ren mo&#x0364;glichen. Dannenhero aus angefu&#x0364;hrten<lb/>
Worten un&#x017F;chwer enhellet/ daß/ obgleich die <hi rendition="#aq">Fortification</hi> hochge&#x017F;tiegen/ &#x017F;o &#x017F;ind<lb/>
doch die <hi rendition="#aq">Attaquen</hi> noch ho&#x0364;her ge&#x017F;tiegen/ welche mei&#x017F;t durch das Ge&#x017F;chu&#x0364;tze ver-<lb/>
richtet werden.</p><lb/>
        <p>Jetzt angeregte Ur&#x017F;achen haben mich ermuntert die Feder zuergreiffen/ und<lb/>
den Andern Theil/ (worinnen ich den Kern und Marck der <hi rendition="#aq">Artillerie,</hi> &#x017F;o weit &#x017F;ich<lb/>
meine Erfahrung &#x017F;onder Ruhm zugedencken/ er&#x017F;trecket/ aufs deutlich&#x017F;te/ als in ei-<lb/>
nem Spiegel vorzu&#x017F;tellen; denjenig&#x1EBD;/ welche &#x017F;ich im Krieg zu begeben/ willens/ o-<lb/>
der allbereit darinne befinden: Damit &#x017F;olche Heroi&#x017F;che Gemu&#x0364;ther/ durch die&#x017F;en<lb/>
klaren Unterricht/ &#x017F;ich gleich&#x017F;am/ als durch das fliegende Pferd <hi rendition="#aq">Pega&#x017F;um</hi> von ge-<lb/>
ringer zu gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erer Wu&#x0364;rde &#x017F;chwingen; ja &#x017F;onderlich/ de&#x017F;&#x017F;en ein jeder billich dahin<lb/>
zu trachten; &#x017F;einem gna&#x0364;dig&#x017F;ten Chur-und Landes-Fu&#x0364;r&#x017F;ten/ auch &#x017F;a&#x0364;mtlichen<lb/>
Churhau&#x017F;e Sach&#x017F;en/ &#xA75B;c. ingleichen dem Vaterlande zum ba&#x0364;&#x017F;t&#x1EBD;/ mit Nutzen dienen<lb/>
zu mo&#x0364;gen/ hiemit dienlich &#x017F;eyn/ zugleich aber/ mit noch gar wengen beru&#x0364;hren wol-<lb/>
len: daß die <hi rendition="#aq">Artillerie</hi> nicht eine von den gerin&#x017F;ten Kriegs Ku&#x0364;n&#x017F;ten/ &#x017F;ondern eben-<lb/>
&#x017F;alls durch die Zeit/ welche eine Lehrmei&#x017F;terin aller Dinge i&#x017F;t/ mit guten Aufmer-<lb/>
cken erlernet we&#xA75B;den muß) der klug&#x1EBD; Welt gleichfalls an das Tagslicht zub&#xA75B;ingen.</p><lb/>
        <p>Weß nun gna&#x0364;dig&#x017F;te Fu&#x0364;r&#x017F;ten und Herren/ Dero ho&#x0364;ch&#x017F;tgeprie&#x017F;ene Churfu&#x0364;r&#x017F;tl.<lb/>
Vor Eltern/ und &#x017F;onderlich dero&#x017F;elben Groß Her&#xA75B; Vater/ der Durchleuchtig&#x017F;te<lb/>
Churfu&#x0364;r&#x017F;t zu Sach&#x017F;en/ &#xA75B;c. und Burggraf zu Magdebur &#xA75B;c. &#xA75B;c. Herzog Johann<lb/>
Georg der Ander/ Chri&#x017F;tmilden und Glorwu&#x0364;rdig&#x017F;ten Andenckens/ &#x017F;o in die&#x017F;er<lb/>
Edlen Kriegs-Kun&#x017F;t vortrefflich <hi rendition="#aq">excelli</hi>ret/ bey der Lo&#x0364;bl. <hi rendition="#aq">Artillerie</hi> verrichtet/<lb/>
und in aufnehmen gebracht/ auch wie von Dero ho&#x0364;ch&#x017F;t geehrte&#x017F;ten Her&#xA75B;n Vater/<lb/>
jetzig regierenden Churfu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchl. zu weiterer Ausu&#x0364;bung kein Mangel er-<lb/>
&#x017F;cheinet/ ein &#x017F;olches i&#x017F;t ho&#x0364;ch&#x017F;t-ru&#x0364;hmlich und Weltku&#x0364;ndig.</p><lb/>
        <p>Lebe al&#x017F;o der untertha&#x0364;nig&#x017F;ten Zuver&#x017F;icht/ Jhro Churprinzl. und Jhro Hoch-<lb/>
fu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchl. werden nicht minder/ gleich ho&#x0364;ch&#x017F;tangeregten gro&#x017F;&#x017F;en Potentaten/<lb/>
gna&#x0364;dig&#x017F;te Beliebung zu der <hi rendition="#aq">Artillerie</hi> tragen/ und &#x017F;olche fo&#x0364;rderlich&#x017F;t handha-<lb/>
ben; Wie Sie dann allbereit gna&#x0364;dig&#x017F;t an und von &#x017F;ich &#x017F;pu&#x0364;hren la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
        <p>Aus &#x017F;olchem untertha&#x0364;nig&#x017F;tem Vertrauen/ habe ich mich erku&#x0364;hnende unter-<lb/>
wunden/ die&#x017F;es gegenwertige <hi rendition="#aq">Artillerie-</hi>Buch/ nemlich den Andern Theil/ nie-<lb/>
mand anders/ als Ew. Ew. Churprinzl. und Hochfu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchl. Durchl. unter-<lb/>
tha&#x0364;ni&#x017F;t zu <hi rendition="#aq">dedici</hi>ren/ und zu Dero gna&#x0364;dig&#x017F;tem Schutz uud Schirm/ neb&#x017F;t mir<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t/ in tieff&#x017F;ter Demuth zu Fu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en zu legen; gantz untertha&#x0364;nig&#x017F;t bittende: Ew.<lb/>
Ew. Churprinzl. und Hochfu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchl. Durchl. belieben die&#x017F;e geringe Arbeit<lb/>
in hohen Fu&#x0364;r&#x017F;tlichen Gnaden von mir auf und anzunehmen/ gna&#x0364;dig&#x017F;t zu geruhen/<lb/>
auch mein und der armen meinigen gna&#x0364;dig&#x017F;te Fu&#x0364;r&#x017F;ten und Herren zuverbleiben/<lb/>
wofu&#x0364;r (nech&#x017F;t Anwu&#x0364;n&#x017F;chung von GOtt dem Allma&#x0364;chtigen/ alles &#x017F;elb&#x017F;t erweh-<lb/>
lenden Hochfu&#x0364;r&#x017F;tl. Wohlergehens ich Lebenslang verharre/ als:</p><lb/>
        <p> <hi rendition="#fr">Ew. Churprinzl. Durchl.</hi> </p><lb/>
        <p> <hi rendition="#fr">Ew. Hoch Fu&#x0364;r&#x017F;tl. Durchl.</hi> </p><lb/>
        <closer>
          <salute><hi rendition="#aq">Dat:</hi> Fe&#x017F;tung Plei&#x017F;&#x017F;enburg <supplied>von</supplied><lb/><hi rendition="#et">Leipzig den 1683<lb/>
untertha&#x0364;nig&#x017F;ter und Pflicht&#x017F;chuldig&#x017F;ter<lb/>
treuer Diener<lb/><hi rendition="#fr">Johann Sigmund Buchner/<lb/>
Zeug-Lieutenant.</hi></hi></salute>
        </closer>
      </div><lb/>
    </front>
  </text>
</TEI>
[0010] tion verſehenwaͤre/ was ſoll denn ſolchen defendiren und beſchuͤtzen/ oder aber die zum Schaden erbauete Feſtungen demoliren/ und die darinnen befindliche Wi- derſpenſtige zwingen? Niemand wird hoffentlich ſchlieſſen/ daß auſſer der Artillerie (es geſch ehe dann von untreuen Unterthanen/ durch ſchmaͤlige Verraͤtherey) eine heutiges Tages nach den Kriegs-Regeln erbauete Feſtung/ zu uͤberwaͤltigen: Hingegen ſolche ohne ſelbige zu defendiren moͤglichen. Dannenhero aus angefuͤhrten Worten unſchwer enhellet/ daß/ obgleich die Fortification hochgeſtiegen/ ſo ſind doch die Attaquen noch hoͤher geſtiegen/ welche meiſt durch das Geſchuͤtze ver- richtet werden. Jetzt angeregte Urſachen haben mich ermuntert die Feder zuergreiffen/ und den Andern Theil/ (worinnen ich den Kern und Marck der Artillerie, ſo weit ſich meine Erfahrung ſonder Ruhm zugedencken/ erſtrecket/ aufs deutlichſte/ als in ei- nem Spiegel vorzuſtellen; denjenigẽ/ welche ſich im Krieg zu begeben/ willens/ o- der allbereit darinne befinden: Damit ſolche Heroiſche Gemuͤther/ durch dieſen klaren Unterricht/ ſich gleichſam/ als durch das fliegende Pferd Pegaſum von ge- ringer zu groͤſſerer Wuͤrde ſchwingen; ja ſonderlich/ deſſen ein jeder billich dahin zu trachten; ſeinem gnaͤdigſten Chur-und Landes-Fuͤrſten/ auch ſaͤmtlichen Churhauſe Sachſen/ ꝛc. ingleichen dem Vaterlande zum baͤſtẽ/ mit Nutzen dienen zu moͤgen/ hiemit dienlich ſeyn/ zugleich aber/ mit noch gar wengen beruͤhren wol- len: daß die Artillerie nicht eine von den gerinſten Kriegs Kuͤnſten/ ſondern eben- ſalls durch die Zeit/ welche eine Lehrmeiſterin aller Dinge iſt/ mit guten Aufmer- cken erlernet weꝛden muß) der klugẽ Welt gleichfalls an das Tagslicht zubꝛingen. Weß nun gnaͤdigſte Fuͤrſten und Herren/ Dero hoͤchſtgeprieſene Churfuͤrſtl. Vor Eltern/ und ſonderlich deroſelben Groß Herꝛ Vater/ der Durchleuchtigſte Churfuͤrſt zu Sachſen/ ꝛc. und Burggraf zu Magdebur ꝛc. ꝛc. Herzog Johann Georg der Ander/ Chriſtmilden und Glorwuͤrdigſten Andenckens/ ſo in dieſer Edlen Kriegs-Kunſt vortrefflich excelliret/ bey der Loͤbl. Artillerie verrichtet/ und in aufnehmen gebracht/ auch wie von Dero hoͤchſt geehrteſten Herꝛn Vater/ jetzig regierenden Churfuͤrſtl. Durchl. zu weiterer Ausuͤbung kein Mangel er- ſcheinet/ ein ſolches iſt hoͤchſt-ruͤhmlich und Weltkuͤndig. Lebe alſo der unterthaͤnigſten Zuverſicht/ Jhro Churprinzl. und Jhro Hoch- fuͤrſtl. Durchl. werden nicht minder/ gleich hoͤchſtangeregten groſſen Potentaten/ gnaͤdigſte Beliebung zu der Artillerie tragen/ und ſolche foͤrderlichſt handha- ben; Wie Sie dann allbereit gnaͤdigſt an und von ſich ſpuͤhren laſſen. Aus ſolchem unterthaͤnigſtem Vertrauen/ habe ich mich erkuͤhnende unter- wunden/ dieſes gegenwertige Artillerie-Buch/ nemlich den Andern Theil/ nie- mand anders/ als Ew. Ew. Churprinzl. und Hochfuͤrſtl. Durchl. Durchl. unter- thaͤniſt zu dediciren/ und zu Dero gnaͤdigſtem Schutz uud Schirm/ nebſt mir ſelbſt/ in tieffſter Demuth zu Fuͤſſen zu legen; gantz unterthaͤnigſt bittende: Ew. Ew. Churprinzl. und Hochfuͤrſtl. Durchl. Durchl. belieben dieſe geringe Arbeit in hohen Fuͤrſtlichen Gnaden von mir auf und anzunehmen/ gnaͤdigſt zu geruhen/ auch mein und der armen meinigen gnaͤdigſte Fuͤrſten und Herren zuverbleiben/ wofuͤr (nechſt Anwuͤnſchung von GOtt dem Allmaͤchtigen/ alles ſelbſt erweh- lenden Hochfuͤrſtl. Wohlergehens ich Lebenslang verharre/ als: Ew. Churprinzl. Durchl. Ew. Hoch Fuͤrſtl. Durchl. Dat: Feſtung Pleiſſenburg von Leipzig den 1683 unterthaͤnigſter und Pflichtſchuldigſter treuer Diener Johann Sigmund Buchner/ Zeug-Lieutenant.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/buchner_theoria02_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/buchner_theoria02_1683/10
Zitationshilfe: Buchner, Johann Siegmund: Theoria Et Praxis Artilleriæ. Bd. 2. Nürnberg, 1683, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/buchner_theoria02_1683/10>, abgerufen am 19.05.2019.