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Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.

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Was kümmert mich die Nachtigal,
Im aufgeblühten Hain?
Mein Liebchen trillert hundertmal
So füs und silberrein.
Ihr Athem ist, wie Frühlingsluft,
Erfült mit Hyazinthenduft.
Vol für den Mund, und würzereich,
Und alerfrischend ist,
Der aufgeschwolnen Erdbeer gleich,
Der Kus, den sie mir küst. --
O Mai, was frag' ich viel nach dir?
Der Frühling lebt und webt in ihr.



Leno-
Was kuͤmmert mich die Nachtigal,
Im aufgebluͤhten Hain?
Mein Liebchen trillert hundertmal
So fuͤs und ſilberrein.
Ihr Athem iſt, wie Fruͤhlingsluft,
Erfuͤlt mit Hyazinthenduft.
Vol fuͤr den Mund, und wuͤrzereich,
Und alerfriſchend iſt,
Der aufgeſchwolnen Erdbeer gleich,
Der Kus, den ſie mir kuͤſt. —
O Mai, was frag’ ich viel nach dir?
Der Fruͤhling lebt und webt in ihr.



Leno-
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[80/0147] Was kuͤmmert mich die Nachtigal, Im aufgebluͤhten Hain? Mein Liebchen trillert hundertmal So fuͤs und ſilberrein. Ihr Athem iſt, wie Fruͤhlingsluft, Erfuͤlt mit Hyazinthenduft. Vol fuͤr den Mund, und wuͤrzereich, Und alerfriſchend iſt, Der aufgeſchwolnen Erdbeer gleich, Der Kus, den ſie mir kuͤſt. — O Mai, was frag’ ich viel nach dir? Der Fruͤhling lebt und webt in ihr. Leno-

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Zitationshilfe: Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778, S. 80. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/buerger_gedichte_1778/147>, abgerufen am 12.12.2019.