Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800.

Bild:
<< vorherige Seite

Zweyter Theil.
dung überhaupt, und gewisse Klassen derselben insbesondere
gehoben werden können, und von welchen die Heilung der
einzelnen Gattungen ausgehn muß.

§ 382.

Da diese Schwierigkeiten nicht nur in der physischen,
sondern auch in der thierischen und geistigen Natur der Ge-
bährenden enthalten sind, und überall auch die Würkung
mechanischer und chemischer Mittel, durch die Anwendung
derer, die auf die thierische und geistige Natur würken, un-
terstützt werden muß, so befestigt die allgemeine Entbin-
dungskunst ihre aus der Erfahrung an Gebährenden gezoge-
nen Grundsätze, nicht nur durch die Theile der pathologi-
schen Anatomie und Instrumentenlehre, welche sich auf die
Geburt beziehen, sondern auch ans der Pathogenie, Noso-
logie, und der gesammten Heilmittellehre, nebst den diese
Wissenschaften begründenden Kenntnissen.



Zweyte Abtheilung.
Nähere Hauptwissenschaften
.


§ 383.

Die nähern Hauptwissenschaften tragen die Grundsätze
vor, welchen zufolge man bey Heilung der einzelnen Krank-
heitsarten verfahren müsse, und werden deshalb unter dem
Namen der besondern Heilkunst begriffen.

§ 384.

Die besondere Heilkunst stellt die Resultate der Erfah-
rung über die Heilmethode der besondern Krankheitsarten
auf. Sie untersucht also das Gemeinsame der Heilung,

was

Zweyter Theil.
dung uͤberhaupt, und gewiſſe Klaſſen derſelben insbeſondere
gehoben werden koͤnnen, und von welchen die Heilung der
einzelnen Gattungen ausgehn muß.

§ 382.

Da dieſe Schwierigkeiten nicht nur in der phyſiſchen,
ſondern auch in der thieriſchen und geiſtigen Natur der Ge-
baͤhrenden enthalten ſind, und uͤberall auch die Wuͤrkung
mechaniſcher und chemiſcher Mittel, durch die Anwendung
derer, die auf die thieriſche und geiſtige Natur wuͤrken, un-
terſtuͤtzt werden muß, ſo befeſtigt die allgemeine Entbin-
dungskunſt ihre aus der Erfahrung an Gebaͤhrenden gezoge-
nen Grundſaͤtze, nicht nur durch die Theile der pathologi-
ſchen Anatomie und Inſtrumentenlehre, welche ſich auf die
Geburt beziehen, ſondern auch ans der Pathogenie, Noſo-
logie, und der geſammten Heilmittellehre, nebſt den dieſe
Wiſſenſchaften begruͤndenden Kenntniſſen.



Zweyte Abtheilung.
Naͤhere Hauptwiſſenſchaften
.


§ 383.

Die naͤhern Hauptwiſſenſchaften tragen die Grundſaͤtze
vor, welchen zufolge man bey Heilung der einzelnen Krank-
heitsarten verfahren muͤſſe, und werden deshalb unter dem
Namen der beſondern Heilkunſt begriffen.

§ 384.

Die beſondere Heilkunſt ſtellt die Reſultate der Erfah-
rung uͤber die Heilmethode der beſondern Krankheitsarten
auf. Sie unterſucht alſo das Gemeinſame der Heilung,

was
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="2">
        <div n="3">
          <div n="6">
            <div n="7">
              <div n="8">
                <div n="9">
                  <p><pb facs="#f0132" n="114"/><fw place="top" type="header">Zweyter Theil.</fw><lb/>
dung u&#x0364;berhaupt, und gewi&#x017F;&#x017F;e Kla&#x017F;&#x017F;en der&#x017F;elben insbe&#x017F;ondere<lb/>
gehoben werden ko&#x0364;nnen, und von welchen die Heilung der<lb/>
einzelnen Gattungen ausgehn muß.</p>
                </div><lb/>
                <div n="9">
                  <head>§ 382.</head><lb/>
                  <p>Da die&#x017F;e Schwierigkeiten nicht nur in der phy&#x017F;i&#x017F;chen,<lb/>
&#x017F;ondern auch in der thieri&#x017F;chen und gei&#x017F;tigen Natur der Ge-<lb/>
ba&#x0364;hrenden enthalten &#x017F;ind, und u&#x0364;berall <choice><sic>anch</sic><corr>auch</corr></choice> die Wu&#x0364;rkung<lb/>
mechani&#x017F;cher und chemi&#x017F;cher Mittel, durch die Anwendung<lb/>
derer, die auf die thieri&#x017F;che und gei&#x017F;tige Natur wu&#x0364;rken, un-<lb/>
ter&#x017F;tu&#x0364;tzt werden muß, &#x017F;o befe&#x017F;tigt die allgemeine Entbin-<lb/>
dungskun&#x017F;t ihre aus der Erfahrung an Geba&#x0364;hrenden gezoge-<lb/>
nen Grund&#x017F;a&#x0364;tze, nicht nur durch die Theile der pathologi-<lb/>
&#x017F;chen Anatomie und In&#x017F;trumentenlehre, welche &#x017F;ich auf die<lb/>
Geburt beziehen, &#x017F;ondern auch ans der Pathogenie, No&#x017F;o-<lb/>
logie, und der ge&#x017F;ammten Heilmittellehre, neb&#x017F;t den die&#x017F;e<lb/>
Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaften begru&#x0364;ndenden Kenntni&#x017F;&#x017F;en.</p>
                </div>
              </div>
            </div><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <div n="7">
              <head><hi rendition="#g">Zweyte Abtheilung.<lb/>
Na&#x0364;here Hauptwi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaften</hi>.</head><lb/>
              <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
              <div n="8">
                <head>§ 383.</head><lb/>
                <p>Die na&#x0364;hern Hauptwi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaften tragen die Grund&#x017F;a&#x0364;tze<lb/>
vor, welchen zufolge man bey Heilung der einzelnen Krank-<lb/>
heitsarten verfahren mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e, und werden deshalb unter dem<lb/>
Namen der be&#x017F;ondern Heilkun&#x017F;t begriffen.</p>
              </div><lb/>
              <div n="8">
                <head>§ 384.</head><lb/>
                <p>Die be&#x017F;ondere Heilkun&#x017F;t &#x017F;tellt die Re&#x017F;ultate der Erfah-<lb/>
rung u&#x0364;ber die Heilmethode der be&#x017F;ondern Krankheitsarten<lb/>
auf. Sie unter&#x017F;ucht al&#x017F;o das Gemein&#x017F;ame der Heilung,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">was</fw><lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[114/0132] Zweyter Theil. dung uͤberhaupt, und gewiſſe Klaſſen derſelben insbeſondere gehoben werden koͤnnen, und von welchen die Heilung der einzelnen Gattungen ausgehn muß. § 382. Da dieſe Schwierigkeiten nicht nur in der phyſiſchen, ſondern auch in der thieriſchen und geiſtigen Natur der Ge- baͤhrenden enthalten ſind, und uͤberall auch die Wuͤrkung mechaniſcher und chemiſcher Mittel, durch die Anwendung derer, die auf die thieriſche und geiſtige Natur wuͤrken, un- terſtuͤtzt werden muß, ſo befeſtigt die allgemeine Entbin- dungskunſt ihre aus der Erfahrung an Gebaͤhrenden gezoge- nen Grundſaͤtze, nicht nur durch die Theile der pathologi- ſchen Anatomie und Inſtrumentenlehre, welche ſich auf die Geburt beziehen, ſondern auch ans der Pathogenie, Noſo- logie, und der geſammten Heilmittellehre, nebſt den dieſe Wiſſenſchaften begruͤndenden Kenntniſſen. Zweyte Abtheilung. Naͤhere Hauptwiſſenſchaften. § 383. Die naͤhern Hauptwiſſenſchaften tragen die Grundſaͤtze vor, welchen zufolge man bey Heilung der einzelnen Krank- heitsarten verfahren muͤſſe, und werden deshalb unter dem Namen der beſondern Heilkunſt begriffen. § 384. Die beſondere Heilkunſt ſtellt die Reſultate der Erfah- rung uͤber die Heilmethode der beſondern Krankheitsarten auf. Sie unterſucht alſo das Gemeinſame der Heilung, was

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800/132
Zitationshilfe: Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800, S. 114. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800/132>, abgerufen am 25.03.2019.