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Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800.

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Zweyter Theil.
§ 212.

Unter den Nebenwissenschaften muß besonders die ge-
richtliche Arzneykunde die Anatomie benutzen, um an leben-
den Menschen, so wie an Leichnamen das Ursprüngliche von
dem Krankhaften zu unterscheiden, und dadurch auf die vor-
hergegangenen Ursachen, oder die daraus entspringenden
Würkungen zu schließen.



Zweytes Kapitel.
Naturgeschichte des Menschen
.


§ 213.

Die Naturgeschichte des Menschen erzählt die Verhält-
nisse seiner äußern Form gegen die der übrigen Körper über-
haupt, der Thiere insonderheit, und seiner verschiedenen Ra-
cen gegeneinander, nebst der damit verbundenen Abänderung
der Erscheinungen. Sie ist also das Resultat der Beobach-
tung (§ 58).

§ 214.

Dieses Studiums bedarf die Heilkunst, als einer Ein-
leitung zur Kenntniß des Menschen, um einzusehen, welche
Stelle derselbe in der großen Stufenfolge der Natur ein-
nimmt.




Zweyter
Zweyter Theil.
§ 212.

Unter den Nebenwiſſenſchaften muß beſonders die ge-
richtliche Arzneykunde die Anatomie benutzen, um an leben-
den Menſchen, ſo wie an Leichnamen das Urſpruͤngliche von
dem Krankhaften zu unterſcheiden, und dadurch auf die vor-
hergegangenen Urſachen, oder die daraus entſpringenden
Wuͤrkungen zu ſchließen.



Zweytes Kapitel.
Naturgeſchichte des Menſchen
.


§ 213.

Die Naturgeſchichte des Menſchen erzaͤhlt die Verhaͤlt-
niſſe ſeiner aͤußern Form gegen die der uͤbrigen Koͤrper uͤber-
haupt, der Thiere inſonderheit, und ſeiner verſchiedenen Ra-
cen gegeneinander, nebſt der damit verbundenen Abaͤnderung
der Erſcheinungen. Sie iſt alſo das Reſultat der Beobach-
tung (§ 58).

§ 214.

Dieſes Studiums bedarf die Heilkunſt, als einer Ein-
leitung zur Kenntniß des Menſchen, um einzuſehen, welche
Stelle derſelbe in der großen Stufenfolge der Natur ein-
nimmt.




Zweyter
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[66/0084] Zweyter Theil. § 212. Unter den Nebenwiſſenſchaften muß beſonders die ge- richtliche Arzneykunde die Anatomie benutzen, um an leben- den Menſchen, ſo wie an Leichnamen das Urſpruͤngliche von dem Krankhaften zu unterſcheiden, und dadurch auf die vor- hergegangenen Urſachen, oder die daraus entſpringenden Wuͤrkungen zu ſchließen. Zweytes Kapitel. Naturgeſchichte des Menſchen. § 213. Die Naturgeſchichte des Menſchen erzaͤhlt die Verhaͤlt- niſſe ſeiner aͤußern Form gegen die der uͤbrigen Koͤrper uͤber- haupt, der Thiere inſonderheit, und ſeiner verſchiedenen Ra- cen gegeneinander, nebſt der damit verbundenen Abaͤnderung der Erſcheinungen. Sie iſt alſo das Reſultat der Beobach- tung (§ 58). § 214. Dieſes Studiums bedarf die Heilkunſt, als einer Ein- leitung zur Kenntniß des Menſchen, um einzuſehen, welche Stelle derſelbe in der großen Stufenfolge der Natur ein- nimmt. Zweyter

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Zitationshilfe: Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800, S. 66. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800/84>, abgerufen am 21.03.2019.