Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767.

Bild:
<< vorherige Seite

Das zehnte Stük von denen communion, churhannöv. und herzogl.
terberg zugutgemacht (§. 96. 97. 98. 99. und 106. im 9. St.): Man schmilzt dieselbe
aber nicht auf Brillöfen, sondern auf den Krumöfen: d. Man ist endlich gewohnt die
Kupfer, welche von dem Abstrich fallen, auf einem kleinen Gaarherd gaarzumachen, in
welchem die Form in die halbe Tiefe des Herds bläset.

§. 29.

Die Vermünzung der Silber geschiehet zwar zu Zellerfeld, wie zu Klausthal, und
nach dem leipziger Fus: Man gebrauchet aber bei dieser Münze keine Druk- oder Stos-,
sondern nur Hämmerwerke.

Die sechste Abhandlung
von der Wirthschaft bei diesem Werk.
§. 30.

Jn der Bergstadt Zellerfeld hat das Bergamt seinen Siz, welches alle Berasachen
verhandelt, und den ganzen Bergbau veranstaltet. Es teilet sich in die Bedien-
ten von der Feder, und in die von dem Leder. Zu ienen gehören der Berg- und der Vi-
ceberghauptmann von der königlichen und der herzogbraunschweigischen Seite, der Zehnd-
ner, der Bergsecretarius, der Hüttenreuter und der Bergschreiber: Zu diesen aber der
Viceoberbergmeister, fünf Bergmeister und der Bergvogt, vier Obergeschwohrne und
sechs Stufgeschwohrne.

§. 31.

Jn dem Forstamt sizzen die zuvorgedachte Berghauptleute, die unterhaarzische oder
goslarische Bergbedienten von der Feder, und die Forstbedienten, die in dem Oberforst-
meister, dem Oberförster, und drei Forstschreibern bestehen.

§. 32.

Auser den schon gedachten Bedienten zählet man bei diesem Werk noch folgende,
die nicht zu dem Bergamt gehören: Den Münzmeister und den Münzwardein, als
Bergprobierer, den Revifor, drei Factor, den Vicepochschreiber, zwei Hütten-, einen
Stollen- und Knapschaftsschreiber, den Markscheider, drei Hüttenmeister, drei Hütten-
wächter, und den Silberbrenner: Der Bergmedicus, der Apothekker, und die Berg-
chirurgi sind die Vorgesezte der Kranken.

§. 33.

Es arbeiten bei alle diesen Gruben, die Steiger mit gerechnet, ohngefähr 350 bis
400 Mann. Jhren Lohn habe ich §. 13. schon angezeigt: Wegen denen Förderungs-

kosten,

Das zehnte Stuͤk von denen communion, churhannoͤv. und herzogl.
terberg zugutgemacht (§. 96. 97. 98. 99. und 106. im 9. St.): Man ſchmilzt dieſelbe
aber nicht auf Brilloͤfen, ſondern auf den Krumoͤfen: d. Man iſt endlich gewohnt die
Kupfer, welche von dem Abſtrich fallen, auf einem kleinen Gaarherd gaarzumachen, in
welchem die Form in die halbe Tiefe des Herds blaͤſet.

§. 29.

Die Vermuͤnzung der Silber geſchiehet zwar zu Zellerfeld, wie zu Klausthal, und
nach dem leipziger Fus: Man gebrauchet aber bei dieſer Muͤnze keine Druk- oder Stos-,
ſondern nur Haͤmmerwerke.

Die ſechſte Abhandlung
von der Wirthſchaft bei dieſem Werk.
§. 30.

Jn der Bergſtadt Zellerfeld hat das Bergamt ſeinen Siz, welches alle Beraſachen
verhandelt, und den ganzen Bergbau veranſtaltet. Es teilet ſich in die Bedien-
ten von der Feder, und in die von dem Leder. Zu ienen gehoͤren der Berg- und der Vi-
ceberghauptmann von der koͤniglichen und der herzogbraunſchweigiſchen Seite, der Zehnd-
ner, der Bergſecretarius, der Huͤttenreuter und der Bergſchreiber: Zu dieſen aber der
Viceoberbergmeiſter, fuͤnf Bergmeiſter und der Bergvogt, vier Obergeſchwohrne und
ſechs Stufgeſchwohrne.

§. 31.

Jn dem Forſtamt ſizzen die zuvorgedachte Berghauptleute, die unterhaarziſche oder
goslariſche Bergbedienten von der Feder, und die Forſtbedienten, die in dem Oberforſt-
meiſter, dem Oberfoͤrſter, und drei Forſtſchreibern beſtehen.

§. 32.

Auſer den ſchon gedachten Bedienten zaͤhlet man bei dieſem Werk noch folgende,
die nicht zu dem Bergamt gehoͤren: Den Muͤnzmeiſter und den Muͤnzwardein, als
Bergprobierer, den Revifor, drei Factor, den Vicepochſchreiber, zwei Huͤtten-, einen
Stollen- und Knapſchaftsſchreiber, den Markſcheider, drei Huͤttenmeiſter, drei Huͤtten-
waͤchter, und den Silberbrenner: Der Bergmedicus, der Apothekker, und die Berg-
chirurgi ſind die Vorgeſezte der Kranken.

§. 33.

Es arbeiten bei alle dieſen Gruben, die Steiger mit gerechnet, ohngefaͤhr 350 bis
400 Mann. Jhren Lohn habe ich §. 13. ſchon angezeigt: Wegen denen Foͤrderungs-

koſten,
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0252" n="232"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Das zehnte Stu&#x0364;k von denen communion, churhanno&#x0364;v. und herzogl.</hi></fw><lb/>
terberg zugutgemacht (§. 96. 97. 98. 99. und 106. im 9. St.): Man &#x017F;chmilzt die&#x017F;elbe<lb/>
aber nicht auf Brillo&#x0364;fen, &#x017F;ondern auf den Krumo&#x0364;fen: <hi rendition="#aq">d.</hi> Man i&#x017F;t endlich gewohnt die<lb/>
Kupfer, welche von dem Ab&#x017F;trich fallen, auf einem kleinen Gaarherd gaarzumachen, in<lb/>
welchem die Form in die halbe Tiefe des Herds bla&#x0364;&#x017F;et.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 29.</head><lb/>
            <p>Die Vermu&#x0364;nzung der Silber ge&#x017F;chiehet zwar zu Zellerfeld, wie zu Klausthal, und<lb/>
nach dem leipziger Fus: Man gebrauchet aber bei die&#x017F;er Mu&#x0364;nze keine Druk- oder Stos-,<lb/>
&#x017F;ondern nur Ha&#x0364;mmerwerke.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Die &#x017F;ech&#x017F;te Abhandlung<lb/>
von der Wirth&#x017F;chaft bei die&#x017F;em Werk.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 30.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">J</hi>n der Berg&#x017F;tadt Zellerfeld hat das Bergamt &#x017F;einen Siz, welches alle Bera&#x017F;achen<lb/>
verhandelt, und den ganzen Bergbau veran&#x017F;taltet. Es teilet &#x017F;ich in die Bedien-<lb/>
ten von der Feder, und in die von dem Leder. Zu ienen geho&#x0364;ren der Berg- und der Vi-<lb/>
ceberghauptmann von der ko&#x0364;niglichen und der herzogbraun&#x017F;chweigi&#x017F;chen Seite, der Zehnd-<lb/>
ner, der Berg&#x017F;ecretarius, der Hu&#x0364;ttenreuter und der Berg&#x017F;chreiber: Zu die&#x017F;en aber der<lb/>
Viceoberbergmei&#x017F;ter, fu&#x0364;nf Bergmei&#x017F;ter und der Bergvogt, vier Oberge&#x017F;chwohrne und<lb/>
&#x017F;echs Stufge&#x017F;chwohrne.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 31.</head><lb/>
            <p>Jn dem For&#x017F;tamt &#x017F;izzen die zuvorgedachte Berghauptleute, die unterhaarzi&#x017F;che oder<lb/>
goslari&#x017F;che Bergbedienten von der Feder, und die For&#x017F;tbedienten, die in dem Oberfor&#x017F;t-<lb/>
mei&#x017F;ter, dem Oberfo&#x0364;r&#x017F;ter, und drei For&#x017F;t&#x017F;chreibern be&#x017F;tehen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 32.</head><lb/>
            <p>Au&#x017F;er den &#x017F;chon gedachten Bedienten za&#x0364;hlet man bei die&#x017F;em Werk noch folgende,<lb/>
die nicht zu dem Bergamt geho&#x0364;ren: Den Mu&#x0364;nzmei&#x017F;ter und den Mu&#x0364;nzwardein, als<lb/>
Bergprobierer, den Revifor, drei Factor, den Vicepoch&#x017F;chreiber, zwei Hu&#x0364;tten-, einen<lb/>
Stollen- und Knap&#x017F;chafts&#x017F;chreiber, den Mark&#x017F;cheider, drei Hu&#x0364;ttenmei&#x017F;ter, drei Hu&#x0364;tten-<lb/>
wa&#x0364;chter, und den Silberbrenner: Der Bergmedicus, der Apothekker, und die Berg-<lb/>
chirurgi &#x017F;ind die Vorge&#x017F;ezte der Kranken.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 33.</head><lb/>
            <p>Es arbeiten bei alle die&#x017F;en Gruben, die Steiger mit gerechnet, ohngefa&#x0364;hr 350 bis<lb/>
400 Mann. Jhren Lohn habe ich §. 13. &#x017F;chon angezeigt: Wegen denen Fo&#x0364;rderungs-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ko&#x017F;ten,</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[232/0252] Das zehnte Stuͤk von denen communion, churhannoͤv. und herzogl. terberg zugutgemacht (§. 96. 97. 98. 99. und 106. im 9. St.): Man ſchmilzt dieſelbe aber nicht auf Brilloͤfen, ſondern auf den Krumoͤfen: d. Man iſt endlich gewohnt die Kupfer, welche von dem Abſtrich fallen, auf einem kleinen Gaarherd gaarzumachen, in welchem die Form in die halbe Tiefe des Herds blaͤſet. §. 29. Die Vermuͤnzung der Silber geſchiehet zwar zu Zellerfeld, wie zu Klausthal, und nach dem leipziger Fus: Man gebrauchet aber bei dieſer Muͤnze keine Druk- oder Stos-, ſondern nur Haͤmmerwerke. Die ſechſte Abhandlung von der Wirthſchaft bei dieſem Werk. §. 30. Jn der Bergſtadt Zellerfeld hat das Bergamt ſeinen Siz, welches alle Beraſachen verhandelt, und den ganzen Bergbau veranſtaltet. Es teilet ſich in die Bedien- ten von der Feder, und in die von dem Leder. Zu ienen gehoͤren der Berg- und der Vi- ceberghauptmann von der koͤniglichen und der herzogbraunſchweigiſchen Seite, der Zehnd- ner, der Bergſecretarius, der Huͤttenreuter und der Bergſchreiber: Zu dieſen aber der Viceoberbergmeiſter, fuͤnf Bergmeiſter und der Bergvogt, vier Obergeſchwohrne und ſechs Stufgeſchwohrne. §. 31. Jn dem Forſtamt ſizzen die zuvorgedachte Berghauptleute, die unterhaarziſche oder goslariſche Bergbedienten von der Feder, und die Forſtbedienten, die in dem Oberforſt- meiſter, dem Oberfoͤrſter, und drei Forſtſchreibern beſtehen. §. 32. Auſer den ſchon gedachten Bedienten zaͤhlet man bei dieſem Werk noch folgende, die nicht zu dem Bergamt gehoͤren: Den Muͤnzmeiſter und den Muͤnzwardein, als Bergprobierer, den Revifor, drei Factor, den Vicepochſchreiber, zwei Huͤtten-, einen Stollen- und Knapſchaftsſchreiber, den Markſcheider, drei Huͤttenmeiſter, drei Huͤtten- waͤchter, und den Silberbrenner: Der Bergmedicus, der Apothekker, und die Berg- chirurgi ſind die Vorgeſezte der Kranken. §. 33. Es arbeiten bei alle dieſen Gruben, die Steiger mit gerechnet, ohngefaͤhr 350 bis 400 Mann. Jhren Lohn habe ich §. 13. ſchon angezeigt: Wegen denen Foͤrderungs- koſten,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/252
Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 232. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/252>, abgerufen am 15.10.2019.