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Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767.

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Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld.
Die vierte Abhandlung
von dem Scheiden und dem Waschen der Erze von den
Bergarten auser dem Feuer.
§. 21.

Es kommen an diesem Ort nur zwei Arten der Scheidungen vor: Das Scheiden
mit der Hand, und das nasse Pochen und Waschen. Jch habe bei andern
Bergwerken, und besonders in dem 9. St. von den Arten dieser Scheidungen schon
weitläuftig geschrieben: Jch will daher bei dem nassen Pochen und Waschen nur noch
dieses erinnern, daß man, wegen der zarten und leichten Grünung und Bläuung, das
Korn bei den Kupfererzen etwas grob pocht, und den Herden und den Graben einen mäsi-
gen und dazu schiklichen Fall gibt. Die Koboltspocherze, und die Ausschläge pocht und
waschet man hingegen, wegen ihrer lettigen Art, worinnen das mehreste Blau stekt,
welches in dem Wasser fortgehet, gar nicht, weil dabei nur die schwere Bergart stehen
bleiben würde.

Die fünfte Abhandlung
von dem Schmelzen und dem Zugutmachen der Mineralien.
Das erste Kapittel
von dem Schmelzen der Kupfererze.
§. 22.

Man röstet alle Erze, die schwefelicht oder koboltisch und arsenikalisch, und beson-
ders die, welche speisig sind, vor dem Schmelzen in den § 5. gedachten Rost-
städten erst einmal mit Holz, damit sie in dem Schmelzen um desto besser gehen mögen:
Dieienige Erze aber, die mit dergleichen schädlichen Mineralien bei dem Schmelzen
nicht behaftet sind, wozu die reine Kupfergrünung und Bläuung gehöret, die schmilzt
man roh und ohngeröstet.

§. 23.

Das Schmelzen dieser Erze geschiehet alsdann auf die nachfolgende Art.

1. Man legt die Form in einem kleinen Krumofen, ie nachdem die Erze flüssig und
hizzig, oder streng sind, 10 bis 12 und 15 Zoll hoch, und mehrenteils
waagrecht.
2. Die
Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld.
Die vierte Abhandlung
von dem Scheiden und dem Waſchen der Erze von den
Bergarten auſer dem Feuer.
§. 21.

Es kommen an dieſem Ort nur zwei Arten der Scheidungen vor: Das Scheiden
mit der Hand, und das naſſe Pochen und Waſchen. Jch habe bei andern
Bergwerken, und beſonders in dem 9. St. von den Arten dieſer Scheidungen ſchon
weitlaͤuftig geſchrieben: Jch will daher bei dem naſſen Pochen und Waſchen nur noch
dieſes erinnern, daß man, wegen der zarten und leichten Gruͤnung und Blaͤuung, das
Korn bei den Kupfererzen etwas grob pocht, und den Herden und den Graben einen maͤſi-
gen und dazu ſchiklichen Fall gibt. Die Koboltspocherze, und die Ausſchlaͤge pocht und
waſchet man hingegen, wegen ihrer lettigen Art, worinnen das mehreſte Blau ſtekt,
welches in dem Waſſer fortgehet, gar nicht, weil dabei nur die ſchwere Bergart ſtehen
bleiben wuͤrde.

Die fuͤnfte Abhandlung
von dem Schmelzen und dem Zugutmachen der Mineralien.
Das erſte Kapittel
von dem Schmelzen der Kupfererze.
§. 22.

Man roͤſtet alle Erze, die ſchwefelicht oder koboltiſch und arſenikaliſch, und beſon-
ders die, welche ſpeiſig ſind, vor dem Schmelzen in den § 5. gedachten Roſt-
ſtaͤdten erſt einmal mit Holz, damit ſie in dem Schmelzen um deſto beſſer gehen moͤgen:
Dieienige Erze aber, die mit dergleichen ſchaͤdlichen Mineralien bei dem Schmelzen
nicht behaftet ſind, wozu die reine Kupfergruͤnung und Blaͤuung gehoͤret, die ſchmilzt
man roh und ohngeroͤſtet.

§. 23.

Das Schmelzen dieſer Erze geſchiehet alsdann auf die nachfolgende Art.

1. Man legt die Form in einem kleinen Krumofen, ie nachdem die Erze fluͤſſig und
hizzig, oder ſtreng ſind, 10 bis 12 und 15 Zoll hoch, und mehrenteils
waagrecht.
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[399/0419] Alaun- und Vitriolwerken an und um die Stadt Saalfeld. Die vierte Abhandlung von dem Scheiden und dem Waſchen der Erze von den Bergarten auſer dem Feuer. §. 21. Es kommen an dieſem Ort nur zwei Arten der Scheidungen vor: Das Scheiden mit der Hand, und das naſſe Pochen und Waſchen. Jch habe bei andern Bergwerken, und beſonders in dem 9. St. von den Arten dieſer Scheidungen ſchon weitlaͤuftig geſchrieben: Jch will daher bei dem naſſen Pochen und Waſchen nur noch dieſes erinnern, daß man, wegen der zarten und leichten Gruͤnung und Blaͤuung, das Korn bei den Kupfererzen etwas grob pocht, und den Herden und den Graben einen maͤſi- gen und dazu ſchiklichen Fall gibt. Die Koboltspocherze, und die Ausſchlaͤge pocht und waſchet man hingegen, wegen ihrer lettigen Art, worinnen das mehreſte Blau ſtekt, welches in dem Waſſer fortgehet, gar nicht, weil dabei nur die ſchwere Bergart ſtehen bleiben wuͤrde. Die fuͤnfte Abhandlung von dem Schmelzen und dem Zugutmachen der Mineralien. Das erſte Kapittel von dem Schmelzen der Kupfererze. §. 22. Man roͤſtet alle Erze, die ſchwefelicht oder koboltiſch und arſenikaliſch, und beſon- ders die, welche ſpeiſig ſind, vor dem Schmelzen in den § 5. gedachten Roſt- ſtaͤdten erſt einmal mit Holz, damit ſie in dem Schmelzen um deſto beſſer gehen moͤgen: Dieienige Erze aber, die mit dergleichen ſchaͤdlichen Mineralien bei dem Schmelzen nicht behaftet ſind, wozu die reine Kupfergruͤnung und Blaͤuung gehoͤret, die ſchmilzt man roh und ohngeroͤſtet. §. 23. Das Schmelzen dieſer Erze geſchiehet alsdann auf die nachfolgende Art. 1. Man legt die Form in einem kleinen Krumofen, ie nachdem die Erze fluͤſſig und hizzig, oder ſtreng ſind, 10 bis 12 und 15 Zoll hoch, und mehrenteils waagrecht. 2. Die

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Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 399. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/419>, abgerufen am 14.10.2019.