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Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767.

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Das dritte Stük
Wascherze: 3. Zwischen den Flözzen legen sich öfters feste und schwarze Schälgen an,
die nur 1/2 Pfund Kupfer halten, und alsdann erst grün anlaufen, wann sie dem freien
Zugang der Luft ausgesezt werden, wobei man dann zu guten Anbrüchen Hofnung hat,
wann sie auf ein taub Mittel erfolgen, diese aber alsbald verliehret, wann sie sich bei
edlen Schiefern anlegen, indem sie dieselbe verunedlen, welche Bewandnis es dann
auch mit einer gewissen Art von Steinkohlen hat, die sich ie zuweiln mit untermischen:
4. Je blauer die Flözze sind, um desto eher hat man Hofnung zu guten Schiefern:
5. Die Schiefern liegen weit tiefer, als die godelsheimer, und bei 20 Lachter unter der
Erde.

Anmerkung.

Da die Mineralien und die Schiefern an diesem Ort nicht wesentlich von den godelsheimern
unterschieden sind: So halte ich es auch nicht vor nötig, daß ich deswegen eine besondere Ab-
handlung hierher sezze. Jch will also gleich zu dem Grubenbau schreiten.

Die zwote Abhandlung
von dem Grubenbau.
§. 11.

Jn den meisten Teufen in dieser Gegend findet man sehr festes Gebirg. Man ge-
braucht also sehr wenige Verzimmerung, und die Schächte sind nur in dem Ta-
gegebirg, und in dem Kalkgestein verzimmert. Die dabei gewöhnliche Verzimmerung
bestehet in einfachen Jöchern, die 1/2 Lachter von einander liegen. Die Streben und die
Oerter sind in den festen Horn- und Kalkflözzen getrieben, zwischen denen die Schiefern
liegen, und daher bedörfen sie gar keiner Verzimmerung. Die Stollen sind in der
Gegend des Mundloches mit Kalkflözzen ausgewölbet, und hier und da mit Thürstök-
ken verzimmert, meisten Teils aber stehen sie in dem Ganzen.

§. 12.

Die Schiefern werden, ie nachdem sie breit sind, ort- und strebweis herausgehauen,
mit Karren aber unter den Schacht, und von da zu Tage gefördert. Die Kalkflözze,
zwischen welchen die Schiefern liegen, werden aufgehoben, die daran hangende Schie-
fern aber mit Scheidehämmern abgeschieden, die an dem einem Ende eine Schärfe, an
dem andern aber einen Kopf haben. Man schrappet also dieselbe nicht ab, wie zu Go-
delsheim, und daher bleibet auf denen Flözzen noch stets viele Grünung hengen. Man
findet auch an diesem Ort eine Art Schiefern, die eine gelbliche Farbe hat, sie kan aber
in dem Winter unter der Erde nicht wol erkennt, und ausgeschieden werden. Sie
bleibt daher ohngeschieden bis in den Sommer liegen, da dann nicht nur diese, sondern
auch alle andere gewonnene Schiefern nochmals an dem Tag geschieden werden, damit
man sie besser erkennen, die guten aussondern, und dabei das Geleucht erspahren
möge.

§. 13.

Das dritte Stuͤk
Waſcherze: 3. Zwiſchen den Floͤzzen legen ſich oͤfters feſte und ſchwarze Schaͤlgen an,
die nur ½ Pfund Kupfer halten, und alsdann erſt gruͤn anlaufen, wann ſie dem freien
Zugang der Luft ausgeſezt werden, wobei man dann zu guten Anbruͤchen Hofnung hat,
wann ſie auf ein taub Mittel erfolgen, dieſe aber alsbald verliehret, wann ſie ſich bei
edlen Schiefern anlegen, indem ſie dieſelbe verunedlen, welche Bewandnis es dann
auch mit einer gewiſſen Art von Steinkohlen hat, die ſich ie zuweiln mit untermiſchen:
4. Je blauer die Floͤzze ſind, um deſto eher hat man Hofnung zu guten Schiefern:
5. Die Schiefern liegen weit tiefer, als die godelsheimer, und bei 20 Lachter unter der
Erde.

Anmerkung.

Da die Mineralien und die Schiefern an dieſem Ort nicht weſentlich von den godelsheimern
unterſchieden ſind: So halte ich es auch nicht vor noͤtig, daß ich deswegen eine beſondere Ab-
handlung hierher ſezze. Jch will alſo gleich zu dem Grubenbau ſchreiten.

Die zwote Abhandlung
von dem Grubenbau.
§. 11.

Jn den meiſten Teufen in dieſer Gegend findet man ſehr feſtes Gebirg. Man ge-
braucht alſo ſehr wenige Verzimmerung, und die Schaͤchte ſind nur in dem Ta-
gegebirg, und in dem Kalkgeſtein verzimmert. Die dabei gewoͤhnliche Verzimmerung
beſtehet in einfachen Joͤchern, die ½ Lachter von einander liegen. Die Streben und die
Oerter ſind in den feſten Horn- und Kalkfloͤzzen getrieben, zwiſchen denen die Schiefern
liegen, und daher bedoͤrfen ſie gar keiner Verzimmerung. Die Stollen ſind in der
Gegend des Mundloches mit Kalkfloͤzzen ausgewoͤlbet, und hier und da mit Thuͤrſtoͤk-
ken verzimmert, meiſten Teils aber ſtehen ſie in dem Ganzen.

§. 12.

Die Schiefern werden, ie nachdem ſie breit ſind, ort- und ſtrebweis herausgehauen,
mit Karren aber unter den Schacht, und von da zu Tage gefoͤrdert. Die Kalkfloͤzze,
zwiſchen welchen die Schiefern liegen, werden aufgehoben, die daran hangende Schie-
fern aber mit Scheidehaͤmmern abgeſchieden, die an dem einem Ende eine Schaͤrfe, an
dem andern aber einen Kopf haben. Man ſchrappet alſo dieſelbe nicht ab, wie zu Go-
delsheim, und daher bleibet auf denen Floͤzzen noch ſtets viele Gruͤnung hengen. Man
findet auch an dieſem Ort eine Art Schiefern, die eine gelbliche Farbe hat, ſie kan aber
in dem Winter unter der Erde nicht wol erkennt, und ausgeſchieden werden. Sie
bleibt daher ohngeſchieden bis in den Sommer liegen, da dann nicht nur dieſe, ſondern
auch alle andere gewonnene Schiefern nochmals an dem Tag geſchieden werden, damit
man ſie beſſer erkennen, die guten ausſondern, und dabei das Geleucht erſpahren
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§. 13.
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[38/0058] Das dritte Stuͤk Waſcherze: 3. Zwiſchen den Floͤzzen legen ſich oͤfters feſte und ſchwarze Schaͤlgen an, die nur ½ Pfund Kupfer halten, und alsdann erſt gruͤn anlaufen, wann ſie dem freien Zugang der Luft ausgeſezt werden, wobei man dann zu guten Anbruͤchen Hofnung hat, wann ſie auf ein taub Mittel erfolgen, dieſe aber alsbald verliehret, wann ſie ſich bei edlen Schiefern anlegen, indem ſie dieſelbe verunedlen, welche Bewandnis es dann auch mit einer gewiſſen Art von Steinkohlen hat, die ſich ie zuweiln mit untermiſchen: 4. Je blauer die Floͤzze ſind, um deſto eher hat man Hofnung zu guten Schiefern: 5. Die Schiefern liegen weit tiefer, als die godelsheimer, und bei 20 Lachter unter der Erde. Anmerkung. Da die Mineralien und die Schiefern an dieſem Ort nicht weſentlich von den godelsheimern unterſchieden ſind: So halte ich es auch nicht vor noͤtig, daß ich deswegen eine beſondere Ab- handlung hierher ſezze. Jch will alſo gleich zu dem Grubenbau ſchreiten. Die zwote Abhandlung von dem Grubenbau. §. 11. Jn den meiſten Teufen in dieſer Gegend findet man ſehr feſtes Gebirg. Man ge- braucht alſo ſehr wenige Verzimmerung, und die Schaͤchte ſind nur in dem Ta- gegebirg, und in dem Kalkgeſtein verzimmert. Die dabei gewoͤhnliche Verzimmerung beſtehet in einfachen Joͤchern, die ½ Lachter von einander liegen. Die Streben und die Oerter ſind in den feſten Horn- und Kalkfloͤzzen getrieben, zwiſchen denen die Schiefern liegen, und daher bedoͤrfen ſie gar keiner Verzimmerung. Die Stollen ſind in der Gegend des Mundloches mit Kalkfloͤzzen ausgewoͤlbet, und hier und da mit Thuͤrſtoͤk- ken verzimmert, meiſten Teils aber ſtehen ſie in dem Ganzen. §. 12. Die Schiefern werden, ie nachdem ſie breit ſind, ort- und ſtrebweis herausgehauen, mit Karren aber unter den Schacht, und von da zu Tage gefoͤrdert. Die Kalkfloͤzze, zwiſchen welchen die Schiefern liegen, werden aufgehoben, die daran hangende Schie- fern aber mit Scheidehaͤmmern abgeſchieden, die an dem einem Ende eine Schaͤrfe, an dem andern aber einen Kopf haben. Man ſchrappet alſo dieſelbe nicht ab, wie zu Go- delsheim, und daher bleibet auf denen Floͤzzen noch ſtets viele Gruͤnung hengen. Man findet auch an dieſem Ort eine Art Schiefern, die eine gelbliche Farbe hat, ſie kan aber in dem Winter unter der Erde nicht wol erkennt, und ausgeſchieden werden. Sie bleibt daher ohngeſchieden bis in den Sommer liegen, da dann nicht nur dieſe, ſondern auch alle andere gewonnene Schiefern nochmals an dem Tag geſchieden werden, damit man ſie beſſer erkennen, die guten ausſondern, und dabei das Geleucht erſpahren moͤge. §. 13.

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Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 38. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/58>, abgerufen am 20.10.2019.