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Crüger, Peter: Cupediæ Astrosophicæ. Breslau, 1631.

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tergang im Osten gesehen wird haben. Vnd von Mercurio bekennet er selbs:
Mercurii lumen nunquam vidimus, nemlich weil derselbe sich mehrentheils
vnter den Sonnenstralen verhelt. Von dergleichen disputationibus Patricii
vnd anderer gelarter Leute contra Observationes Astronomicas. ist in mei-
nem Uranodromo Cometico am 25. Cap. mehr zu finden.

IX.
Das in allen
Prognosticis das notwendigste Stück sey/
die erklärung der Finsternisse: Jtem was von etlicher

Pseudocabala numerorum & figurarum zu halten sey?

DAs beste vnd wirdigste in einem jeglichen Prognostico ist vnd sol sein/ die
erklärung der Finsternisse. Darumb hab ich mich anfenglich gewundert/
das M. Paulus Nagelius in seinem Prognostico auffs 1619. Jahr/ diß noht-
wendige Stück gar außgelassen/ da er doch im ersten Cap. auff die analogiam
vnd allegoriam der finsterniß/ so zur zeit deß leidens Christi geschehen/ so fleißig
gehet. Aber hernacher hab ich gesehen/ das es jhme principaliter nicht vmb
die Astronomiam vnd praedictionis Astrologicas zu thun/ sondern das er/
laut seinen eignen worten in der dedication, vnter dem schein eines Calenders/
etwas höhers anzumelden gesonnen. Vnd was dasselbe höhere sey/ nemlich ei-
ne heimliche fortpflantzung seiner newen Religion in diesen Landen/ ist im gan-
tzen Prognostico durch vnd durch zu sehen. Er thut aber darann gar vbel.
Denn ist dieselbe seine Religion richtig vnd in Gottes wort gegründet/ (davon
ich die Theologos vrtheilen lasse) quid opus est nobili vino suspensa haede-
ra:
Was darff sie der Sternkünstigen hülsen? Jst sie aber hinder den ohren reu-
dig (wie sichs gewißlich ansehen lesset) was hat er jhren schorff mit dem hüt-
lein dieser Kunst zu bedecken? Jch bin zwar nicht willens gewesen/ meine mei-
nung von diesem Prognostico Nagelii an tag zu geben (wie ich dann das gantze
Examen aller Capittel/ so ich schrifftlich stellen müssen/ auch noch nicht zu publi-
ciren
gedencke) sondern habe den gantzen principalhandel den Hn. Theolo-
gis
befohlen: Weil aber die rechnungen vnd figuren darinnen enthalten/ vielen
auch nicht gemeinen leuten noch ein hinderdencken machen/ hab ich auff vieler
leute anhalten davon meine meinung/ nur mit wenig worten hieher setzen wollen.

Der rechte Kern desselben Prognostici ist dieser/ das numehr ein new Se-
culum, Seculum Spiritus Sancti,
vnd eine zeit der vollkommenheit allhie auff
erden sich anfahen werde/ doch also/ das gleich wie zur zeit deß Leidens Christi die
Sonn auff 3. stunden verfinstert gewesen/ also werd vmb das Jahr Christi

1619

tergang im Oſten geſehen wird haben. Vnd von Mercurio bekennet er ſelbs:
Mercurii lumen nunquam vidimus, nemlich weil derſelbe ſich mehrentheils
vnter den Sonnenſtralen verhelt. Von dergleichen diſputationibus Patricii
vnd anderer gelarter Leute contra Obſervationes Aſtronomicas. iſt in mei-
nem Uranodromo Cometico am 25. Cap. mehr zu finden.

IX.
Das in allen
Prognoſticis das notwendigſte Stuͤck ſey/
die erklaͤrung der Finſterniſſe: Jtem was von etlicher

Pſeudocabalâ numerorum & figurarum zu halten ſey?

DAs beſte vnd wirdigſte in einem jeglichen Prognoſtico iſt vnd ſol ſein/ die
erklaͤrung der Finſterniſſe. Darumb hab ich mich anfenglich gewundert/
das M. Paulus Nagelius in ſeinem Prognoſtico auffs 1619. Jahr/ diß noht-
wendige Stuͤck gar außgelaſſen/ da er doch im erſten Cap. auff die analogiam
vnd allegoriam der finſterniß/ ſo zur zeit deß leidens Chriſti geſchehen/ ſo fleißig
gehet. Aber hernacher hab ich geſehen/ das es jhme principaliter nicht vmb
die Aſtronomiam vnd prædictionis Aſtrologicas zu thun/ ſondern das er/
laut ſeinen eignen worten in der dedication, vnter dem ſchein eines Calenders/
etwas hoͤhers anzumelden geſonnen. Vnd was daſſelbe hoͤhere ſey/ nemlich ei-
ne heimliche fortpflantzung ſeiner newen Religion in dieſen Landen/ iſt im gan-
tzen Prognoſtico durch vnd durch zu ſehen. Er thut aber darann gar vbel.
Denn iſt dieſelbe ſeine Religion richtig vnd in Gottes wort gegruͤndet/ (davon
ich die Theologos vrtheilen laſſe) quid opus eſt nobili vino ſuſpenſâ hæde-
râ:
Was darff ſie der Sternkuͤnſtigen huͤlſen? Jſt ſie aber hinder den ohren reu-
dig (wie ſichs gewißlich anſehen leſſet) was hat er jhren ſchorff mit dem huͤt-
lein dieſer Kunſt zu bedecken? Jch bin zwar nicht willens geweſen/ meine mei-
nung von dieſem Prognoſtico Nagelii an tag zu geben (wie ich dann das gantze
Examen aller Capittel/ ſo ich ſchrifftlich ſtellẽ muͤſſen/ auch noch nicht zu publi-
ciren
gedencke) ſondern habe den gantzen principalhandel den Hn. Theolo-
gis
befohlen: Weil aber die rechnungen vnd figuren darinnen enthalten/ vielen
auch nicht gemeinen leuten noch ein hinderdencken machen/ hab ich auff vieler
leute anhalten davon meine meinung/ nur mit wenig worten hieher ſetzen wollẽ.

Der rechte Kern deſſelben Prognoſtici iſt dieſer/ das numehr ein new Se-
culum, Seculum Spiritus Sancti,
vnd eine zeit der vollkommenheit allhie auff
erden ſich anfahen werde/ doch alſo/ das gleich wie zur zeit deß Leidens Chriſti die
Sonn auff 3. ſtunden verfinſtert geweſen/ alſo werd vmb das Jahr Chriſti

1619
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[0113] tergang im Oſten geſehen wird haben. Vnd von Mercurio bekennet er ſelbs: Mercurii lumen nunquam vidimus, nemlich weil derſelbe ſich mehrentheils vnter den Sonnenſtralen verhelt. Von dergleichen diſputationibus Patricii vnd anderer gelarter Leute contra Obſervationes Aſtronomicas. iſt in mei- nem Uranodromo Cometico am 25. Cap. mehr zu finden. IX. Das in allen Prognoſticis das notwendigſte Stuͤck ſey/ die erklaͤrung der Finſterniſſe: Jtem was von etlicher Pſeudocabalâ numerorum & figurarum zu halten ſey? DAs beſte vnd wirdigſte in einem jeglichen Prognoſtico iſt vnd ſol ſein/ die erklaͤrung der Finſterniſſe. Darumb hab ich mich anfenglich gewundert/ das M. Paulus Nagelius in ſeinem Prognoſtico auffs 1619. Jahr/ diß noht- wendige Stuͤck gar außgelaſſen/ da er doch im erſten Cap. auff die analogiam vnd allegoriam der finſterniß/ ſo zur zeit deß leidens Chriſti geſchehen/ ſo fleißig gehet. Aber hernacher hab ich geſehen/ das es jhme principaliter nicht vmb die Aſtronomiam vnd prædictionis Aſtrologicas zu thun/ ſondern das er/ laut ſeinen eignen worten in der dedication, vnter dem ſchein eines Calenders/ etwas hoͤhers anzumelden geſonnen. Vnd was daſſelbe hoͤhere ſey/ nemlich ei- ne heimliche fortpflantzung ſeiner newen Religion in dieſen Landen/ iſt im gan- tzen Prognoſtico durch vnd durch zu ſehen. Er thut aber darann gar vbel. Denn iſt dieſelbe ſeine Religion richtig vnd in Gottes wort gegruͤndet/ (davon ich die Theologos vrtheilen laſſe) quid opus eſt nobili vino ſuſpenſâ hæde- râ: Was darff ſie der Sternkuͤnſtigen huͤlſen? Jſt ſie aber hinder den ohren reu- dig (wie ſichs gewißlich anſehen leſſet) was hat er jhren ſchorff mit dem huͤt- lein dieſer Kunſt zu bedecken? Jch bin zwar nicht willens geweſen/ meine mei- nung von dieſem Prognoſtico Nagelii an tag zu geben (wie ich dann das gantze Examen aller Capittel/ ſo ich ſchrifftlich ſtellẽ muͤſſen/ auch noch nicht zu publi- ciren gedencke) ſondern habe den gantzen principalhandel den Hn. Theolo- gis befohlen: Weil aber die rechnungen vnd figuren darinnen enthalten/ vielen auch nicht gemeinen leuten noch ein hinderdencken machen/ hab ich auff vieler leute anhalten davon meine meinung/ nur mit wenig worten hieher ſetzen wollẽ. Der rechte Kern deſſelben Prognoſtici iſt dieſer/ das numehr ein new Se- culum, Seculum Spiritus Sancti, vnd eine zeit der vollkommenheit allhie auff erden ſich anfahen werde/ doch alſo/ das gleich wie zur zeit deß Leidens Chriſti die Sonn auff 3. ſtunden verfinſtert geweſen/ alſo werd vmb das Jahr Chriſti 1619

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Zitationshilfe: Crüger, Peter: Cupediæ Astrosophicæ. Breslau, 1631, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/crueger_cupediae_1631/113>, abgerufen am 09.08.2020.