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Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus-Milch. Bd. 6. Straßburg, 1657.

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Die Eilffte
selbst/ da will ich mich zuhalten/ nicht abtreiben lassen/ da soll mein Hertz
und Gewissen zugedecket seyn/ ein Gewölb und schönen Himmel drüber
schlagen/ der es decke/ schütze und verthädige/ das heist Gnade und Ver-
gebung der Sünden/
da soll mein Hertz und Gewissen hin kriechen
und sicher bleiben! So wird das Aschre haisch, das elogium folgen;
Matth. 5, 6.Wol denen/ selig sind die/ die nach der Gerechtigkeit hungerig
sind/ die sollen satt werden/
in geistlichen Durst gerathen/ wie der
Hirsch von Schlangen angesteckt/ also die Seel im Schwitz-Bad/ dem die
Flammen des Zorns Gottes unter die Augen geschlagen; da wird Chri-
sti Heiligkeit/ Gnade/ Weißheit/ Liecht/ Gerechtigkeit/ Krafft/ Erlösung
und Leben seyn; Gott erwecke unter deß Hirsch-Durst/ damit wir satt
Psal. 17, 15.werden/ satt in Gnaden/ wann wir erwachen nach seinem Bilde/
Amen.



Die Eilffte Predigt/

Vber den dritten Articul/
Vom Ablaß der Sünden/ das ist: Von dem ersten
Theil der gerechtmachenden Gnade Gottes/ die da heisset

privativa die wegnehmende oder Sünden-Straff-abwen-
dende Gnade/ dadurch dem armen Sünder Ablaß seiner
Sünden wiederfähret und geschen-
cket wird.

GEliebte in Christo: Appello Caesarem, Jch beruff
mich auff den Käyser!
so lautet die Apostolische ap-
pellation
St. Pauli vor dem Richter-Stul des Römi-
schen Landpflegers Festi zu Caesarea abgelegt; Es ward
Act, 25, 11.dieselbe eine rechtmässige appellation, dann nach
dem er von seinen abgesagten Feinden/ den Juden/ so von Jerusalem zu
solchem Werck geordnet/ und abgesand gewest/ schwer und hart verklagt/
aber die Beweisung nicht folgen wollen/ St. Paulus sich stattlich verant-
wortet/ und demnach ex actis & probatis, nach der regul und Lauff der

Rechten

Die Eilffte
ſelbſt/ da will ich mich zuhalten/ nicht abtreiben laſſen/ da ſoll mein Hertz
und Gewiſſen zugedecket ſeyn/ ein Gewoͤlb und ſchoͤnen Himmel druͤber
ſchlagen/ der es decke/ ſchuͤtze und verthaͤdige/ das heiſt Gnade und Ver-
gebung der Suͤnden/
da ſoll mein Hertz und Gewiſſen hin kriechen
und ſicher bleiben! So wird das Aſchre haiſch, das elogium folgen;
Matth. 5, 6.Wol denen/ ſelig ſind die/ die nach der Gerechtigkeit hungerig
ſind/ die ſollen ſatt werden/
in geiſtlichen Durſt gerathen/ wie der
Hirſch von Schlangen angeſteckt/ alſo die Seel im Schwitz-Bad/ dem die
Flammen des Zorns Gottes unter die Augen geſchlagen; da wird Chri-
ſti Heiligkeit/ Gnade/ Weißheit/ Liecht/ Gerechtigkeit/ Krafft/ Erloͤſung
und Leben ſeyn; Gott erwecke unter deß Hirſch-Durſt/ damit wir ſatt
Pſal. 17, 15.werden/ ſatt in Gnaden/ wann wir erwachen nach ſeinem Bilde/
Amen.



Die Eilffte Predigt/

Vber den dritten Articul/
Vom Ablaß der Suͤnden/ das iſt: Von dem erſten
Theil der gerechtmachenden Gnade Gottes/ die da heiſſet

privativa die wegnehmende oder Suͤnden-Straff-abwen-
dende Gnade/ dadurch dem armen Suͤnder Ablaß ſeiner
Suͤnden wiederfaͤhret und geſchen-
cket wird.

GEliebte in Chriſto: Appello Cæſarem, Jch beruff
mich auff den Kaͤyſer!
ſo lautet die Apoſtoliſche ap-
pellation
St. Pauli vor dem Richter-Stul des Roͤmi-
ſchen Landpflegers Feſti zu Cæſarea abgelegt; Es ward
Act, 25, 11.dieſelbe eine rechtmäſſige appellation, dann nach
dem er von ſeinen abgeſagten Feinden/ den Juden/ ſo von Jeruſalem zu
ſolchem Werck geordnet/ und abgeſand geweſt/ ſchwer und hart verklagt/
aber die Beweiſung nicht folgen wollen/ St. Paulus ſich ſtattlich verant-
wortet/ und demnach ex actis & probatis, nach der regul und Lauff der

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[132/0164] Die Eilffte ſelbſt/ da will ich mich zuhalten/ nicht abtreiben laſſen/ da ſoll mein Hertz und Gewiſſen zugedecket ſeyn/ ein Gewoͤlb und ſchoͤnen Himmel druͤber ſchlagen/ der es decke/ ſchuͤtze und verthaͤdige/ das heiſt Gnade und Ver- gebung der Suͤnden/ da ſoll mein Hertz und Gewiſſen hin kriechen und ſicher bleiben! So wird das Aſchre haiſch, das elogium folgen; Wol denen/ ſelig ſind die/ die nach der Gerechtigkeit hungerig ſind/ die ſollen ſatt werden/ in geiſtlichen Durſt gerathen/ wie der Hirſch von Schlangen angeſteckt/ alſo die Seel im Schwitz-Bad/ dem die Flammen des Zorns Gottes unter die Augen geſchlagen; da wird Chri- ſti Heiligkeit/ Gnade/ Weißheit/ Liecht/ Gerechtigkeit/ Krafft/ Erloͤſung und Leben ſeyn; Gott erwecke unter deß Hirſch-Durſt/ damit wir ſatt werden/ ſatt in Gnaden/ wann wir erwachen nach ſeinem Bilde/ Amen. Matth. 5, 6. Pſal. 17, 15. Die Eilffte Predigt/ Vber den dritten Articul/ Vom Ablaß der Suͤnden/ das iſt: Von dem erſten Theil der gerechtmachenden Gnade Gottes/ die da heiſſet privativa die wegnehmende oder Suͤnden-Straff-abwen- dende Gnade/ dadurch dem armen Suͤnder Ablaß ſeiner Suͤnden wiederfaͤhret und geſchen- cket wird. GEliebte in Chriſto: Appello Cæſarem, Jch beruff mich auff den Kaͤyſer! ſo lautet die Apoſtoliſche ap- pellation St. Pauli vor dem Richter-Stul des Roͤmi- ſchen Landpflegers Feſti zu Cæſarea abgelegt; Es ward dieſelbe eine rechtmäſſige appellation, dann nach dem er von ſeinen abgeſagten Feinden/ den Juden/ ſo von Jeruſalem zu ſolchem Werck geordnet/ und abgeſand geweſt/ ſchwer und hart verklagt/ aber die Beweiſung nicht folgen wollen/ St. Paulus ſich ſtattlich verant- wortet/ und demnach ex actis & probatis, nach der regul und Lauff der Rechten Act, 25, 11.

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Zitationshilfe: Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus-Milch. Bd. 6. Straßburg, 1657, S. 132. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/dannhauer_catechismus06_1657/164>, abgerufen am 18.10.2019.