Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Land-Wirthschaft 3 Abschnitt
hungen benehmen die Lust zu fressen. Daher ist
dieß ein wichtiger Punkt, auf welchen ein Wirth
bey der Mastung sehen muß.
§. 292.
Vorschlag
zur Berech-
nung der
Maslung.

Jch will bey dieser Gelegenheit einen Vorschlag
machen, wie es ein Wirth bestimmen könne, wie vieles
Vieh von einer gewissen Art, von dem vorräthigen
Futter, könne gemästet werden. Dieß wird uns zu-
gleich eine Vorschrift geben, nach welcher bey der
Mastung die Rechnung von dem Futter zu führen.

Die erste
Regel.

Die erste Regel: Die Größe des vorräthigen
und zur Mastung gewibneten Futters ist
nach dem Gewichte zu bestimmen.

Anmerk. Der Vorrath dieses Futters ist ent-
weder auf einmal bey einander, oder es wird nach
und nach erhalten, wie z. B. die Abgänge von den
Gewerken. Jst jenes, so lasse man es wägen, ehe
es in die Vorraths-Kammer geschüttet wird. Jst
dieses, so bestimme man das Gewicht, von einem
gewissen Theile dieses Futters. Man berechne es,
wie viele Theile von dieser Art in einer gewissen
Zeit erhalten werden. So wird man auch leicht
das Gewichte, von diesem Vorrathe, bestimmen
können.

§. 293.
Die andere
Regel.

Die andere Regel: Die Zeit, in welcher das
Vieh auf der Mast stehet, ist in drey Theile
zu vertheilen. Jn dem ersten Theile wird
es zur Mastung gewöhnet. Jn dem an-
dern Theile stehet es in vollem Futter. Jn
dem dritten Theile kan es das völlige
Futter nicht mehr bezwingen, sondern es
muß nach und nach abgebrochen werden.

Dieß
Der Land-Wirthſchaft 3 Abſchnitt
hungen benehmen die Luſt zu freſſen. Daher iſt
dieß ein wichtiger Punkt, auf welchen ein Wirth
bey der Maſtung ſehen muß.
§. 292.
Vorſchlag
zur Berech-
nung der
Maſlung.

Jch will bey dieſer Gelegenheit einen Vorſchlag
machen, wie es ein Wirth beſtimmen koͤnne, wie vieles
Vieh von einer gewiſſen Art, von dem vorraͤthigen
Futter, koͤnne gemaͤſtet werden. Dieß wird uns zu-
gleich eine Vorſchrift geben, nach welcher bey der
Maſtung die Rechnung von dem Futter zu fuͤhren.

Die erſte
Regel.

Die erſte Regel: Die Groͤße des vorraͤthigen
und zur Maſtung gewibneten Futters iſt
nach dem Gewichte zu beſtimmen.

Anmerk. Der Vorrath dieſes Futters iſt ent-
weder auf einmal bey einander, oder es wird nach
und nach erhalten, wie z. B. die Abgaͤnge von den
Gewerken. Jſt jenes, ſo laſſe man es waͤgen, ehe
es in die Vorraths-Kammer geſchuͤttet wird. Jſt
dieſes, ſo beſtimme man das Gewicht, von einem
gewiſſen Theile dieſes Futters. Man berechne es,
wie viele Theile von dieſer Art in einer gewiſſen
Zeit erhalten werden. So wird man auch leicht
das Gewichte, von dieſem Vorrathe, beſtimmen
koͤnnen.

§. 293.
Die andere
Regel.

Die andere Regel: Die Zeit, in welcher das
Vieh auf der Maſt ſtehet, iſt in drey Theile
zu vertheilen. Jn dem erſten Theile wird
es zur Maſtung gewoͤhnet. Jn dem an-
dern Theile ſtehet es in vollem Futter. Jn
dem dritten Theile kan es das voͤllige
Futter nicht mehr bezwingen, ſondern es
muß nach und nach abgebrochen werden.

Dieß
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <note xml:id="e32" prev="#e31" place="end" n="**"><pb facs="#f0232" n="212"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Der Land-Wirth&#x017F;chaft 3 Ab&#x017F;chnitt</hi></fw><lb/>
hungen benehmen die Lu&#x017F;t zu fre&#x017F;&#x017F;en. Daher i&#x017F;t<lb/>
dieß ein wichtiger Punkt, auf welchen ein Wirth<lb/>
bey der Ma&#x017F;tung &#x017F;ehen muß.</note>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 292.</head><lb/>
              <note place="left">Vor&#x017F;chlag<lb/>
zur Berech-<lb/>
nung der<lb/>
Ma&#x017F;lung.</note>
              <p>Jch will bey die&#x017F;er Gelegenheit einen Vor&#x017F;chlag<lb/>
machen, wie es ein Wirth be&#x017F;timmen ko&#x0364;nne, wie vieles<lb/>
Vieh von einer gewi&#x017F;&#x017F;en Art, von dem vorra&#x0364;thigen<lb/>
Futter, ko&#x0364;nne gema&#x0364;&#x017F;tet werden. Dieß wird uns zu-<lb/>
gleich eine Vor&#x017F;chrift geben, nach welcher bey der<lb/>
Ma&#x017F;tung die Rechnung von dem Futter zu fu&#x0364;hren.</p><lb/>
              <note place="left">Die er&#x017F;te<lb/>
Regel.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Die er&#x017F;te Regel: <hi rendition="#fr">Die Gro&#x0364;ße des vorra&#x0364;thigen<lb/>
und zur Ma&#x017F;tung gewibneten Futters i&#x017F;t<lb/>
nach dem Gewichte zu be&#x017F;timmen.</hi></hi> </p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et"><hi rendition="#fr">Anmerk.</hi> Der Vorrath die&#x017F;es Futters i&#x017F;t ent-<lb/>
weder auf einmal bey einander, oder es wird nach<lb/>
und nach erhalten, wie z. B. die Abga&#x0364;nge von den<lb/>
Gewerken. J&#x017F;t <hi rendition="#fr">jenes,</hi> &#x017F;o la&#x017F;&#x017F;e man es wa&#x0364;gen, ehe<lb/>
es in die Vorraths-Kammer ge&#x017F;chu&#x0364;ttet wird. J&#x017F;t<lb/><hi rendition="#fr">die&#x017F;es,</hi> &#x017F;o be&#x017F;timme man das Gewicht, von einem<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;en Theile die&#x017F;es Futters. Man berechne es,<lb/>
wie viele Theile von die&#x017F;er Art in einer gewi&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Zeit erhalten werden. So wird man auch leicht<lb/>
das Gewichte, von die&#x017F;em Vorrathe, be&#x017F;timmen<lb/>
ko&#x0364;nnen.</hi> </p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 293.</head><lb/>
              <note place="left">Die andere<lb/>
Regel.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Die andere Regel: <hi rendition="#fr">Die Zeit, in welcher das<lb/>
Vieh auf der Ma&#x017F;t &#x017F;tehet, i&#x017F;t in drey Theile<lb/>
zu vertheilen. Jn dem er&#x017F;ten Theile wird<lb/>
es zur Ma&#x017F;tung gewo&#x0364;hnet. Jn dem an-<lb/>
dern Theile &#x017F;tehet es in vollem Futter. Jn<lb/>
dem dritten Theile kan es das vo&#x0364;llige<lb/>
Futter nicht mehr bezwingen, &#x017F;ondern es<lb/>
muß nach und nach abgebrochen werden.</hi></hi> </p><lb/>
              <fw place="bottom" type="catch">Dieß</fw><lb/>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[212/0232] Der Land-Wirthſchaft 3 Abſchnitt ** hungen benehmen die Luſt zu freſſen. Daher iſt dieß ein wichtiger Punkt, auf welchen ein Wirth bey der Maſtung ſehen muß. §. 292. Jch will bey dieſer Gelegenheit einen Vorſchlag machen, wie es ein Wirth beſtimmen koͤnne, wie vieles Vieh von einer gewiſſen Art, von dem vorraͤthigen Futter, koͤnne gemaͤſtet werden. Dieß wird uns zu- gleich eine Vorſchrift geben, nach welcher bey der Maſtung die Rechnung von dem Futter zu fuͤhren. Die erſte Regel: Die Groͤße des vorraͤthigen und zur Maſtung gewibneten Futters iſt nach dem Gewichte zu beſtimmen. Anmerk. Der Vorrath dieſes Futters iſt ent- weder auf einmal bey einander, oder es wird nach und nach erhalten, wie z. B. die Abgaͤnge von den Gewerken. Jſt jenes, ſo laſſe man es waͤgen, ehe es in die Vorraths-Kammer geſchuͤttet wird. Jſt dieſes, ſo beſtimme man das Gewicht, von einem gewiſſen Theile dieſes Futters. Man berechne es, wie viele Theile von dieſer Art in einer gewiſſen Zeit erhalten werden. So wird man auch leicht das Gewichte, von dieſem Vorrathe, beſtimmen koͤnnen. §. 293. Die andere Regel: Die Zeit, in welcher das Vieh auf der Maſt ſtehet, iſt in drey Theile zu vertheilen. Jn dem erſten Theile wird es zur Maſtung gewoͤhnet. Jn dem an- dern Theile ſtehet es in vollem Futter. Jn dem dritten Theile kan es das voͤllige Futter nicht mehr bezwingen, ſondern es muß nach und nach abgebrochen werden. Dieß

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/232
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 212. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/232>, abgerufen am 16.10.2019.