Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Stadt-Wirthschaft 2 Abschnitt

Wenn alle diese Punkte genau sind bestimmet worden,
so wird es nicht schwer fallen, die Rechnung zu zie-
hen, wie viele Scheffel in unserm Brenn-Hause wö-
chentlich können gebrannt werden.

Anmerk. Man wird fragen: Wo bleibt die
Zeit zum Einmeschen? Bey einer ordentlichen Ein-
richtung erfodert dieß keine besondere Zeit. Man
nimmt zum Einmeschen entweder das Wasser, was
nach dem siebenden Punkte aus der Blase ge-
schöpfet wird, oder das warme Wasser aus dem
Kühl-Buttich, welches alsdenn leicht geschehen
kann, wenn dieser Buttich nach dem §. 393. ist
eingerichtet worden. Jn dem ersten Fall ist das
Ausschöpfen des Wassers aus der Blase das Mit-
tel zum Einmeschen, und in dem andern Fall kann
alsdenn eingemescht werden, wenn man bey der
Blase nichts mehr zu thun hat.

§. 419.
Fürs andere
die Ordnung.
Die erste.

Wie sind in dem Brenn-Hause die Beschäftigun-
gen mit einander zu verknüpfen, wenn wöchentlich so
viele Scheffel sollen gebrannt werden, als es in dem-
selben möglich ist? Dieß kann durch Beobachtung
folgender Regeln bewerkstelliget werden.

Die erste Regel:

Die Blase muß in dem Brenn-Hause zu kei-
ner Minute stille stehen.

§. 420.
Die andere.

Aus dieser folget die andere Regel:

Jn dem Brenn-Hause müssen so viel Mesch-
Buttiche stehen, daß allemahl die andere Me-
sche alsdenn zum Abbrennen bereit ist, wenn
die erste Mesche von der Blase herunter ist.

§. 421.
Der Stadt-Wirthſchaft 2 Abſchnitt

Wenn alle dieſe Punkte genau ſind beſtimmet worden,
ſo wird es nicht ſchwer fallen, die Rechnung zu zie-
hen, wie viele Scheffel in unſerm Brenn-Hauſe woͤ-
chentlich koͤnnen gebrannt werden.

Anmerk. Man wird fragen: Wo bleibt die
Zeit zum Einmeſchen? Bey einer ordentlichen Ein-
richtung erfodert dieß keine beſondere Zeit. Man
nimmt zum Einmeſchen entweder das Waſſer, was
nach dem ſiebenden Punkte aus der Blaſe ge-
ſchoͤpfet wird, oder das warme Waſſer aus dem
Kuͤhl-Buttich, welches alsdenn leicht geſchehen
kann, wenn dieſer Buttich nach dem §. 393. iſt
eingerichtet worden. Jn dem erſten Fall iſt das
Ausſchoͤpfen des Waſſers aus der Blaſe das Mit-
tel zum Einmeſchen, und in dem andern Fall kann
alsdenn eingemeſcht werden, wenn man bey der
Blaſe nichts mehr zu thun hat.

§. 419.
Fuͤrs andere
die Ordnung.
Die erſte.

Wie ſind in dem Brenn-Hauſe die Beſchaͤftigun-
gen mit einander zu verknuͤpfen, wenn woͤchentlich ſo
viele Scheffel ſollen gebrannt werden, als es in dem-
ſelben moͤglich iſt? Dieß kann durch Beobachtung
folgender Regeln bewerkſtelliget werden.

Die erſte Regel:

Die Blaſe muß in dem Brenn-Hauſe zu kei-
ner Minute ſtille ſtehen.

§. 420.
Die andere.

Aus dieſer folget die andere Regel:

Jn dem Brenn-Hauſe muͤſſen ſo viel Meſch-
Buttiche ſtehen, daß allemahl die andere Me-
ſche alsdenn zum Abbrennen bereit iſt, wenn
die erſte Meſche von der Blaſe herunter iſt.

§. 421.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0304" n="284"/>
              <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Der Stadt-Wirth&#x017F;chaft 2 Ab&#x017F;chnitt</hi> </fw><lb/>
              <p>Wenn alle die&#x017F;e Punkte genau &#x017F;ind be&#x017F;timmet worden,<lb/>
&#x017F;o wird es nicht &#x017F;chwer fallen, die Rechnung zu zie-<lb/>
hen, wie viele Scheffel in un&#x017F;erm Brenn-Hau&#x017F;e wo&#x0364;-<lb/>
chentlich ko&#x0364;nnen gebrannt werden.</p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et"><hi rendition="#fr">Anmerk.</hi> Man wird fragen: Wo bleibt die<lb/>
Zeit zum Einme&#x017F;chen? Bey einer ordentlichen Ein-<lb/>
richtung erfodert dieß keine be&#x017F;ondere Zeit. Man<lb/>
nimmt zum Einme&#x017F;chen entweder das Wa&#x017F;&#x017F;er, was<lb/>
nach dem &#x017F;iebenden Punkte aus der Bla&#x017F;e ge-<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;pfet wird, oder das warme Wa&#x017F;&#x017F;er aus dem<lb/>
Ku&#x0364;hl-Buttich, welches alsdenn leicht ge&#x017F;chehen<lb/>
kann, wenn die&#x017F;er Buttich nach dem §. 393. i&#x017F;t<lb/>
eingerichtet worden. Jn dem er&#x017F;ten Fall i&#x017F;t das<lb/>
Aus&#x017F;cho&#x0364;pfen des Wa&#x017F;&#x017F;ers aus der Bla&#x017F;e das Mit-<lb/>
tel zum Einme&#x017F;chen, und in dem andern Fall kann<lb/>
alsdenn eingeme&#x017F;cht werden, wenn man bey der<lb/>
Bla&#x017F;e nichts mehr zu thun hat.</hi> </p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 419.</head><lb/>
              <note place="left">Fu&#x0364;rs andere<lb/>
die Ordnung.<lb/>
Die er&#x017F;te.</note>
              <p>Wie &#x017F;ind in dem Brenn-Hau&#x017F;e die Be&#x017F;cha&#x0364;ftigun-<lb/>
gen mit einander zu verknu&#x0364;pfen, wenn wo&#x0364;chentlich &#x017F;o<lb/>
viele Scheffel &#x017F;ollen gebrannt werden, als es in dem-<lb/>
&#x017F;elben mo&#x0364;glich i&#x017F;t? Dieß kann durch Beobachtung<lb/>
folgender Regeln bewerk&#x017F;telliget werden.</p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et">Die er&#x017F;te Regel:</hi> </p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Die Bla&#x017F;e muß in dem Brenn-Hau&#x017F;e zu kei-<lb/>
ner Minute &#x017F;tille &#x017F;tehen.</hi> </hi> </p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 420.</head><lb/>
              <note place="left">Die andere.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Aus die&#x017F;er folget die andere Regel:</hi> </p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Jn dem Brenn-Hau&#x017F;e mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en &#x017F;o viel Me&#x017F;ch-<lb/>
Buttiche &#x017F;tehen, daß allemahl die andere Me-<lb/>
&#x017F;che alsdenn zum Abbrennen bereit i&#x017F;t, wenn<lb/>
die er&#x017F;te Me&#x017F;che von der Bla&#x017F;e herunter i&#x017F;t.</hi> </hi> </p>
            </div><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">§. 421.</fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[284/0304] Der Stadt-Wirthſchaft 2 Abſchnitt Wenn alle dieſe Punkte genau ſind beſtimmet worden, ſo wird es nicht ſchwer fallen, die Rechnung zu zie- hen, wie viele Scheffel in unſerm Brenn-Hauſe woͤ- chentlich koͤnnen gebrannt werden. Anmerk. Man wird fragen: Wo bleibt die Zeit zum Einmeſchen? Bey einer ordentlichen Ein- richtung erfodert dieß keine beſondere Zeit. Man nimmt zum Einmeſchen entweder das Waſſer, was nach dem ſiebenden Punkte aus der Blaſe ge- ſchoͤpfet wird, oder das warme Waſſer aus dem Kuͤhl-Buttich, welches alsdenn leicht geſchehen kann, wenn dieſer Buttich nach dem §. 393. iſt eingerichtet worden. Jn dem erſten Fall iſt das Ausſchoͤpfen des Waſſers aus der Blaſe das Mit- tel zum Einmeſchen, und in dem andern Fall kann alsdenn eingemeſcht werden, wenn man bey der Blaſe nichts mehr zu thun hat. §. 419. Wie ſind in dem Brenn-Hauſe die Beſchaͤftigun- gen mit einander zu verknuͤpfen, wenn woͤchentlich ſo viele Scheffel ſollen gebrannt werden, als es in dem- ſelben moͤglich iſt? Dieß kann durch Beobachtung folgender Regeln bewerkſtelliget werden. Die erſte Regel: Die Blaſe muß in dem Brenn-Hauſe zu kei- ner Minute ſtille ſtehen. §. 420. Aus dieſer folget die andere Regel: Jn dem Brenn-Hauſe muͤſſen ſo viel Meſch- Buttiche ſtehen, daß allemahl die andere Me- ſche alsdenn zum Abbrennen bereit iſt, wenn die erſte Meſche von der Blaſe herunter iſt. §. 421.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/304
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 284. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/304>, abgerufen am 17.10.2019.