Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite

Der Stadt-Wirthschaft 3 Abschnitt,
sind. Es würde viel zu weitläuftig, und auch
nach der Absicht, die ich mir gesezt habe, überflüßig
seyn, wenn ich alle Arten von Manufacturen und
Fabriquen beschreiben, und bey einer jeden Art dieje-
nigen Stükke aus ihren Gründen erklären solte, wor-
in ihre Vollkommenheit bestehet, und ihre Verbesse-
rung möglich ist. Jch will vielmehr nur einige all-
gemeine Gründe vestsetzen, wodurch man die Manu-
facturen und Fabriquen in verschiedene Classen ver-
theilen, woraus man überhaupt ihre Güthe und Voll-
kommenheit beurtheilen, und woraus man ihre Ver-
besserungen und Veränderungen erfinden könne, nach-
dem ich bereits oben §. 314. und folgenden die all-
gemeinen Regeln vestgesetzet habe, auf welche man
nothwendig bey der Anlage der Manufacturen und
Fabriquen sehen muß. Alsdenn will ich die wichtig-
sten von denen insbesondere beschreiben, wozu die
Materialien aus den Würkungen der Landwirthschaft
genommen werden.

§. 519.
Der Unter-
schied dieser
Werke hat
einen gedop-
pelten
Grund.

Will man |die Manufacturen und Fabriquen in
verschiedene Classen vertheilen, so wird es nicht ohne
Nutzen seyn, wenn man die Gründe zu dieser Ver-
theilung einmahl aus den Materialien nimmt, aus
welchen die Werke der Kunst sollen verfertiget wer-
den, fürs andere aus der Absicht, wozu diese Wer-
ke der Kunst können gebraucht werden.

§. 520.
Erstlich, die
Materialien
aus dem mi-
neralischen

Jn Ansehung der Materialien können diese Werke
nach den Reichen, in welche man die Natur zerle-
get, wiederum in drey Classen vertheilet werden.
Jn der ersten Classe stehen diejenigen, wozu die
Materialien aus dem mineralischen Reiche genommen
werden, diese Materialien sind vornehmlich die Erze,

Metal-

Der Stadt-Wirthſchaft 3 Abſchnitt,
ſind. Es wuͤrde viel zu weitlaͤuftig, und auch
nach der Abſicht, die ich mir geſezt habe, uͤberfluͤßig
ſeyn, wenn ich alle Arten von Manufacturen und
Fabriquen beſchreiben, und bey einer jeden Art dieje-
nigen Stuͤkke aus ihren Gruͤnden erklaͤren ſolte, wor-
in ihre Vollkommenheit beſtehet, und ihre Verbeſſe-
rung moͤglich iſt. Jch will vielmehr nur einige all-
gemeine Gruͤnde veſtſetzen, wodurch man die Manu-
facturen und Fabriquen in verſchiedene Claſſen ver-
theilen, woraus man uͤberhaupt ihre Guͤthe und Voll-
kommenheit beurtheilen, und woraus man ihre Ver-
beſſerungen und Veraͤnderungen erfinden koͤnne, nach-
dem ich bereits oben §. 314. und folgenden die all-
gemeinen Regeln veſtgeſetzet habe, auf welche man
nothwendig bey der Anlage der Manufacturen und
Fabriquen ſehen muß. Alsdenn will ich die wichtig-
ſten von denen insbeſondere beſchreiben, wozu die
Materialien aus den Wuͤrkungen der Landwirthſchaft
genommen werden.

§. 519.
Der Unter-
ſchied dieſer
Werke hat
einen gedop-
pelten
Grund.

Will man |die Manufacturen und Fabriquen in
verſchiedene Claſſen vertheilen, ſo wird es nicht ohne
Nutzen ſeyn, wenn man die Gruͤnde zu dieſer Ver-
theilung einmahl aus den Materialien nimmt, aus
welchen die Werke der Kunſt ſollen verfertiget wer-
den, fuͤrs andere aus der Abſicht, wozu dieſe Wer-
ke der Kunſt koͤnnen gebraucht werden.

§. 520.
Erſtlich, die
Materialien
aus dem mi-
neraliſchen

Jn Anſehung der Materialien koͤnnen dieſe Werke
nach den Reichen, in welche man die Natur zerle-
get, wiederum in drey Claſſen vertheilet werden.
Jn der erſten Claſſe ſtehen diejenigen, wozu die
Materialien aus dem mineraliſchen Reiche genommen
werden, dieſe Materialien ſind vornehmlich die Erze,

Metal-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0352" n="332"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Der Stadt-Wirth&#x017F;chaft 3 Ab&#x017F;chnitt,</hi></fw><lb/>
&#x017F;ind. Es wu&#x0364;rde viel zu weitla&#x0364;uftig, und auch<lb/>
nach der Ab&#x017F;icht, die ich mir ge&#x017F;ezt habe, u&#x0364;berflu&#x0364;ßig<lb/>
&#x017F;eyn, wenn ich alle Arten von Manufacturen und<lb/>
Fabriquen be&#x017F;chreiben, und bey einer jeden Art dieje-<lb/>
nigen Stu&#x0364;kke aus ihren Gru&#x0364;nden erkla&#x0364;ren &#x017F;olte, wor-<lb/>
in ihre Vollkommenheit be&#x017F;tehet, und ihre Verbe&#x017F;&#x017F;e-<lb/>
rung mo&#x0364;glich i&#x017F;t. Jch will vielmehr nur einige all-<lb/>
gemeine Gru&#x0364;nde ve&#x017F;t&#x017F;etzen, wodurch man die Manu-<lb/>
facturen und Fabriquen in ver&#x017F;chiedene Cla&#x017F;&#x017F;en ver-<lb/>
theilen, woraus man u&#x0364;berhaupt ihre Gu&#x0364;the und Voll-<lb/>
kommenheit beurtheilen, und woraus man ihre Ver-<lb/>
be&#x017F;&#x017F;erungen und Vera&#x0364;nderungen erfinden ko&#x0364;nne, nach-<lb/>
dem ich bereits oben §. 314. und folgenden die all-<lb/>
gemeinen Regeln ve&#x017F;tge&#x017F;etzet habe, auf welche man<lb/>
nothwendig bey der Anlage der Manufacturen und<lb/>
Fabriquen &#x017F;ehen muß. Alsdenn will ich die wichtig-<lb/>
&#x017F;ten von denen insbe&#x017F;ondere be&#x017F;chreiben, wozu die<lb/>
Materialien aus den Wu&#x0364;rkungen der Landwirth&#x017F;chaft<lb/>
genommen werden.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 519.</head><lb/>
              <note place="left">Der Unter-<lb/>
&#x017F;chied die&#x017F;er<lb/>
Werke hat<lb/>
einen gedop-<lb/>
pelten<lb/>
Grund.</note>
              <p>Will man |die Manufacturen und Fabriquen in<lb/>
ver&#x017F;chiedene Cla&#x017F;&#x017F;en vertheilen, &#x017F;o wird es nicht ohne<lb/>
Nutzen &#x017F;eyn, wenn man die Gru&#x0364;nde zu die&#x017F;er Ver-<lb/>
theilung einmahl aus den Materialien nimmt, aus<lb/>
welchen die Werke der Kun&#x017F;t &#x017F;ollen verfertiget wer-<lb/>
den, <hi rendition="#fr">fu&#x0364;rs andere</hi> aus der Ab&#x017F;icht, wozu die&#x017F;e Wer-<lb/>
ke der Kun&#x017F;t ko&#x0364;nnen gebraucht werden.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 520.</head><lb/>
              <note place="left">Er&#x017F;tlich, die<lb/>
Materialien<lb/>
aus dem mi-<lb/>
nerali&#x017F;chen</note>
              <p>Jn An&#x017F;ehung der Materialien ko&#x0364;nnen die&#x017F;e Werke<lb/>
nach den Reichen, in welche man die Natur zerle-<lb/>
get, wiederum in drey Cla&#x017F;&#x017F;en vertheilet werden.<lb/>
Jn der <hi rendition="#fr">er&#x017F;ten Cla&#x017F;&#x017F;e</hi> &#x017F;tehen diejenigen, wozu die<lb/>
Materialien aus dem minerali&#x017F;chen Reiche genommen<lb/>
werden, die&#x017F;e Materialien &#x017F;ind vornehmlich die Erze,<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Metal-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[332/0352] Der Stadt-Wirthſchaft 3 Abſchnitt, ſind. Es wuͤrde viel zu weitlaͤuftig, und auch nach der Abſicht, die ich mir geſezt habe, uͤberfluͤßig ſeyn, wenn ich alle Arten von Manufacturen und Fabriquen beſchreiben, und bey einer jeden Art dieje- nigen Stuͤkke aus ihren Gruͤnden erklaͤren ſolte, wor- in ihre Vollkommenheit beſtehet, und ihre Verbeſſe- rung moͤglich iſt. Jch will vielmehr nur einige all- gemeine Gruͤnde veſtſetzen, wodurch man die Manu- facturen und Fabriquen in verſchiedene Claſſen ver- theilen, woraus man uͤberhaupt ihre Guͤthe und Voll- kommenheit beurtheilen, und woraus man ihre Ver- beſſerungen und Veraͤnderungen erfinden koͤnne, nach- dem ich bereits oben §. 314. und folgenden die all- gemeinen Regeln veſtgeſetzet habe, auf welche man nothwendig bey der Anlage der Manufacturen und Fabriquen ſehen muß. Alsdenn will ich die wichtig- ſten von denen insbeſondere beſchreiben, wozu die Materialien aus den Wuͤrkungen der Landwirthſchaft genommen werden. §. 519. Will man |die Manufacturen und Fabriquen in verſchiedene Claſſen vertheilen, ſo wird es nicht ohne Nutzen ſeyn, wenn man die Gruͤnde zu dieſer Ver- theilung einmahl aus den Materialien nimmt, aus welchen die Werke der Kunſt ſollen verfertiget wer- den, fuͤrs andere aus der Abſicht, wozu dieſe Wer- ke der Kunſt koͤnnen gebraucht werden. §. 520. Jn Anſehung der Materialien koͤnnen dieſe Werke nach den Reichen, in welche man die Natur zerle- get, wiederum in drey Claſſen vertheilet werden. Jn der erſten Claſſe ſtehen diejenigen, wozu die Materialien aus dem mineraliſchen Reiche genommen werden, dieſe Materialien ſind vornehmlich die Erze, Metal-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/352
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 332. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/352>, abgerufen am 17.10.2019.