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Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

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von den Manufacturen und Fabriquen.
habe nur einige durch Schlüsse, die in der Aehnlich-
keit gegründet sind, gebildet. Jch habe diese in ei-
nigen Versuchen angewendet, und diese sind mir nach
Wunsch gerathen.

§. 534.

Die Werke der Kunst sind endlich schön inJn Ansehung
der Fläche.

Ansehung der Fläche, wenn der Anblick von die-
ser in uns den Gedanken von der Eigenschaft
erwekken kann, die das Werk alsdenn haben
muß, wenn es das, wozu es gebraucht wird,
würken soll.
Das Daseyn dieser Eigenschaft wird
von der Vollkommenheit eines solchen Werkes erfo-
dert (§. 528.) Soll es demnach schön seyn, so muß
das Anschauen der Fläche vermögend seyn, den Ge-
danken von dieser Eigenschaft in uns zu würken.
(§. 528.)

§. 535.

Aus diesem allgemeinen Satze können verschiedeneBesondere
Folgen.
Die erste.

besondere Folgen geschlossen werden. Wir wollen nur
einige, die wichtig sind, anführen. Wir wollen annehmen,
es werde eine Festigkeit erfodert, wenn das Werk der
Kunst dasjenige würken soll, wozu es gemacht wird.
So erfodert die Schönheit, daß der Anblick der Flä-
che in uns einen Gedanken von der Festigkeit würke.
Dieser wird dadurch erwekket, wenn die Fläche dichte
und glänzend ist. Folglich erfodert die Schönheit ei-
nes solchen Werkes eine dichte und glänzende Fläche.

§. 536.

Jst das Werk der Kunst nicht dicht genug, so sindWie diese zu
bewerkstelli-
gen.

entweder die Theile, woraus es bestehet, nicht genug
zusammen getrieben, oder es fehlet an der cohaesion
der Theile. Das Oel oder Fett ist das natürliche
Mittel der cohaesion. Folglich muß man in dem lez-

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von den Manufacturen und Fabriquen.
habe nur einige durch Schluͤſſe, die in der Aehnlich-
keit gegruͤndet ſind, gebildet. Jch habe dieſe in ei-
nigen Verſuchen angewendet, und dieſe ſind mir nach
Wunſch gerathen.

§. 534.

Die Werke der Kunſt ſind endlich ſchoͤn inJn Anſehung
der Flaͤche.

Anſehung der Flaͤche, wenn der Anblick von die-
ſer in uns den Gedanken von der Eigenſchaft
erwekken kann, die das Werk alsdenn haben
muß, wenn es das, wozu es gebraucht wird,
wuͤrken ſoll.
Das Daſeyn dieſer Eigenſchaft wird
von der Vollkommenheit eines ſolchen Werkes erfo-
dert (§. 528.) Soll es demnach ſchoͤn ſeyn, ſo muß
das Anſchauen der Flaͤche vermoͤgend ſeyn, den Ge-
danken von dieſer Eigenſchaft in uns zu wuͤrken.
(§. 528.)

§. 535.

Aus dieſem allgemeinen Satze koͤnnen verſchiedeneBeſondere
Folgen.
Die erſte.

beſondere Folgen geſchloſſen werden. Wir wollen nur
einige, die wichtig ſind, anfuͤhren. Wir wollen annehmen,
es werde eine Feſtigkeit erfodert, wenn das Werk der
Kunſt dasjenige wuͤrken ſoll, wozu es gemacht wird.
So erfodert die Schoͤnheit, daß der Anblick der Flaͤ-
che in uns einen Gedanken von der Feſtigkeit wuͤrke.
Dieſer wird dadurch erwekket, wenn die Flaͤche dichte
und glaͤnzend iſt. Folglich erfodert die Schoͤnheit ei-
nes ſolchen Werkes eine dichte und glaͤnzende Flaͤche.

§. 536.

Jſt das Werk der Kunſt nicht dicht genug, ſo ſindWie dieſe zu
bewerkſtelli-
gen.

entweder die Theile, woraus es beſtehet, nicht genug
zuſammen getrieben, oder es fehlet an der cohaeſion
der Theile. Das Oel oder Fett iſt das natuͤrliche
Mittel der cohaeſion. Folglich muß man in dem lez-

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[339/0359] von den Manufacturen und Fabriquen. habe nur einige durch Schluͤſſe, die in der Aehnlich- keit gegruͤndet ſind, gebildet. Jch habe dieſe in ei- nigen Verſuchen angewendet, und dieſe ſind mir nach Wunſch gerathen. §. 534. Die Werke der Kunſt ſind endlich ſchoͤn in Anſehung der Flaͤche, wenn der Anblick von die- ſer in uns den Gedanken von der Eigenſchaft erwekken kann, die das Werk alsdenn haben muß, wenn es das, wozu es gebraucht wird, wuͤrken ſoll. Das Daſeyn dieſer Eigenſchaft wird von der Vollkommenheit eines ſolchen Werkes erfo- dert (§. 528.) Soll es demnach ſchoͤn ſeyn, ſo muß das Anſchauen der Flaͤche vermoͤgend ſeyn, den Ge- danken von dieſer Eigenſchaft in uns zu wuͤrken. (§. 528.) Jn Anſehung der Flaͤche. §. 535. Aus dieſem allgemeinen Satze koͤnnen verſchiedene beſondere Folgen geſchloſſen werden. Wir wollen nur einige, die wichtig ſind, anfuͤhren. Wir wollen annehmen, es werde eine Feſtigkeit erfodert, wenn das Werk der Kunſt dasjenige wuͤrken ſoll, wozu es gemacht wird. So erfodert die Schoͤnheit, daß der Anblick der Flaͤ- che in uns einen Gedanken von der Feſtigkeit wuͤrke. Dieſer wird dadurch erwekket, wenn die Flaͤche dichte und glaͤnzend iſt. Folglich erfodert die Schoͤnheit ei- nes ſolchen Werkes eine dichte und glaͤnzende Flaͤche. Beſondere Folgen. Die erſte. §. 536. Jſt das Werk der Kunſt nicht dicht genug, ſo ſind entweder die Theile, woraus es beſtehet, nicht genug zuſammen getrieben, oder es fehlet an der cohaeſion der Theile. Das Oel oder Fett iſt das natuͤrliche Mittel der cohaeſion. Folglich muß man in dem lez- ten Wie dieſe zu bewerkſtelli- gen. Y 2

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Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 339. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/359>, abgerufen am 21.10.2019.