Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Stadt-Wirthschaft 3 Abschnitt,
§. 593.
Woher die
Tücher,

Wenn so wohl der Zettel als auch der Eintrag von
cartetschter Wolle, so wird das Zeug insbesondere Tuch
genennet. Man wird es uns leicht verwilligen, daß
der Grund von dem inneren Unterschiede der Tücher
theils die Feine der Wolle, theils das Schlagen der
Fäden, ob sie nehmlich auf dem Weberstuhl vest oder
nur wenig geschlagen, theils die Art der Wolle, wel-
che ist cartetscht worden, ob sie nehmlich die lange
Wolle, oder nur der Werg der Wolle.

§. 594.
Rasche, Dro-
guette

Giebt Woll-Garn den Zettel, und cartetschtes Garn
den Eintrag, so entstehen daher die Rasche. Sind
bey diesen die Fäden zum Eintrag feiner als zum Zet-
tel, so verliehren sie den Namen Rasche, und werden
Droguette genennet. Die übrigen Gründe des Un-
terschiedes dieser Zeuge sind mit den vorher angeführ-
ten einerley.

§. 595.
Cattun und
Canefas.

Nimmt man an der Stelle der Wolle von den
Thieren die Baum-Wolle, so entstehet aus diesen der
Cattun, wie aus jenen die Etamine. Ferner ent-
stehet aus diesem der Canefas, wie aus jenem das
Tuch. Die Cattune werden alsdenn Zitze genen-
net, wenn die Fäden feine und vest geschlagen wor-
den. Man kann auch eine Art von Zeuge aus die-
ser Wolle zur Nachahmung der Rasche und Dro-
guette machen.

§. 596.
Eine andere
Art vom
Zeuge.

Der §. 590. lehret es uns, daß noch eine Art von
Zeuge möglich sey, von der ich es nicht weiß, ob sie
ist gemacht worden. Nehmlich, man kann den Zettel
von der Wolle der Thiere, und den Eintrag von der

Baum-
Der Stadt-Wirthſchaft 3 Abſchnitt,
§. 593.
Woher die
Tuͤcher,

Wenn ſo wohl der Zettel als auch der Eintrag von
cartetſchter Wolle, ſo wird das Zeug insbeſondere Tuch
genennet. Man wird es uns leicht verwilligen, daß
der Grund von dem inneren Unterſchiede der Tuͤcher
theils die Feine der Wolle, theils das Schlagen der
Faͤden, ob ſie nehmlich auf dem Weberſtuhl veſt oder
nur wenig geſchlagen, theils die Art der Wolle, wel-
che iſt cartetſcht worden, ob ſie nehmlich die lange
Wolle, oder nur der Werg der Wolle.

§. 594.
Raſche, Dro-
guette

Giebt Woll-Garn den Zettel, und cartetſchtes Garn
den Eintrag, ſo entſtehen daher die Raſche. Sind
bey dieſen die Faͤden zum Eintrag feiner als zum Zet-
tel, ſo verliehren ſie den Namen Raſche, und werden
Droguette genennet. Die uͤbrigen Gruͤnde des Un-
terſchiedes dieſer Zeuge ſind mit den vorher angefuͤhr-
ten einerley.

§. 595.
Cattun und
Canefas.

Nimmt man an der Stelle der Wolle von den
Thieren die Baum-Wolle, ſo entſtehet aus dieſen der
Cattun, wie aus jenen die Etamine. Ferner ent-
ſtehet aus dieſem der Canefas, wie aus jenem das
Tuch. Die Cattune werden alsdenn Zitze genen-
net, wenn die Faͤden feine und veſt geſchlagen wor-
den. Man kann auch eine Art von Zeuge aus die-
ſer Wolle zur Nachahmung der Raſche und Dro-
guette machen.

§. 596.
Eine andere
Art vom
Zeuge.

Der §. 590. lehret es uns, daß noch eine Art von
Zeuge moͤglich ſey, von der ich es nicht weiß, ob ſie
iſt gemacht worden. Nehmlich, man kann den Zettel
von der Wolle der Thiere, und den Eintrag von der

Baum-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0396" n="376"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Der Stadt-Wirth&#x017F;chaft 3 Ab&#x017F;chnitt,</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 593.</head><lb/>
              <note place="left">Woher die<lb/>
Tu&#x0364;cher,</note>
              <p>Wenn &#x017F;o wohl der Zettel als auch der Eintrag von<lb/>
cartet&#x017F;chter Wolle, &#x017F;o wird das Zeug insbe&#x017F;ondere <hi rendition="#fr">Tuch</hi><lb/>
genennet. Man wird es uns leicht verwilligen, daß<lb/>
der Grund von dem inneren Unter&#x017F;chiede der Tu&#x0364;cher<lb/>
theils die Feine der Wolle, theils das Schlagen der<lb/>
Fa&#x0364;den, ob &#x017F;ie nehmlich auf dem Weber&#x017F;tuhl ve&#x017F;t oder<lb/>
nur wenig ge&#x017F;chlagen, theils die Art der Wolle, wel-<lb/>
che i&#x017F;t cartet&#x017F;cht worden, ob &#x017F;ie nehmlich die lange<lb/>
Wolle, oder nur der Werg der Wolle.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 594.</head><lb/>
              <note place="left">Ra&#x017F;che, Dro-<lb/>
guette</note>
              <p>Giebt Woll-Garn den Zettel, und cartet&#x017F;chtes Garn<lb/>
den Eintrag, &#x017F;o ent&#x017F;tehen daher die <hi rendition="#fr">Ra&#x017F;che.</hi> Sind<lb/>
bey die&#x017F;en die Fa&#x0364;den zum Eintrag feiner als zum Zet-<lb/>
tel, &#x017F;o verliehren &#x017F;ie den Namen Ra&#x017F;che, und werden<lb/><hi rendition="#fr">Droguette</hi> genennet. Die u&#x0364;brigen Gru&#x0364;nde des Un-<lb/>
ter&#x017F;chiedes die&#x017F;er Zeuge &#x017F;ind mit den vorher angefu&#x0364;hr-<lb/>
ten einerley.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 595.</head><lb/>
              <note place="left">Cattun und<lb/>
Canefas.</note>
              <p>Nimmt man an der Stelle der Wolle von den<lb/>
Thieren die Baum-Wolle, &#x017F;o ent&#x017F;tehet aus die&#x017F;en der<lb/><hi rendition="#fr">Cattun,</hi> wie aus jenen die <hi rendition="#fr">Etamine.</hi> Ferner ent-<lb/>
&#x017F;tehet aus die&#x017F;em der <hi rendition="#fr">Canefas,</hi> wie aus jenem das<lb/><hi rendition="#fr">Tuch.</hi> Die Cattune werden alsdenn <hi rendition="#fr">Zitze</hi> genen-<lb/>
net, wenn die Fa&#x0364;den feine und ve&#x017F;t ge&#x017F;chlagen wor-<lb/>
den. Man kann auch eine Art von Zeuge aus die-<lb/>
&#x017F;er Wolle zur Nachahmung der Ra&#x017F;che und Dro-<lb/>
guette machen.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 596.</head><lb/>
              <note place="left">Eine andere<lb/>
Art vom<lb/>
Zeuge.</note>
              <p>Der §. 590. lehret es uns, daß noch eine Art von<lb/>
Zeuge mo&#x0364;glich &#x017F;ey, von der ich es nicht weiß, ob &#x017F;ie<lb/>
i&#x017F;t gemacht worden. Nehmlich, man kann den Zettel<lb/>
von der Wolle der Thiere, und den Eintrag von der<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Baum-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[376/0396] Der Stadt-Wirthſchaft 3 Abſchnitt, §. 593. Wenn ſo wohl der Zettel als auch der Eintrag von cartetſchter Wolle, ſo wird das Zeug insbeſondere Tuch genennet. Man wird es uns leicht verwilligen, daß der Grund von dem inneren Unterſchiede der Tuͤcher theils die Feine der Wolle, theils das Schlagen der Faͤden, ob ſie nehmlich auf dem Weberſtuhl veſt oder nur wenig geſchlagen, theils die Art der Wolle, wel- che iſt cartetſcht worden, ob ſie nehmlich die lange Wolle, oder nur der Werg der Wolle. §. 594. Giebt Woll-Garn den Zettel, und cartetſchtes Garn den Eintrag, ſo entſtehen daher die Raſche. Sind bey dieſen die Faͤden zum Eintrag feiner als zum Zet- tel, ſo verliehren ſie den Namen Raſche, und werden Droguette genennet. Die uͤbrigen Gruͤnde des Un- terſchiedes dieſer Zeuge ſind mit den vorher angefuͤhr- ten einerley. §. 595. Nimmt man an der Stelle der Wolle von den Thieren die Baum-Wolle, ſo entſtehet aus dieſen der Cattun, wie aus jenen die Etamine. Ferner ent- ſtehet aus dieſem der Canefas, wie aus jenem das Tuch. Die Cattune werden alsdenn Zitze genen- net, wenn die Faͤden feine und veſt geſchlagen wor- den. Man kann auch eine Art von Zeuge aus die- ſer Wolle zur Nachahmung der Raſche und Dro- guette machen. §. 596. Der §. 590. lehret es uns, daß noch eine Art von Zeuge moͤglich ſey, von der ich es nicht weiß, ob ſie iſt gemacht worden. Nehmlich, man kann den Zettel von der Wolle der Thiere, und den Eintrag von der Baum-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/396
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 376. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/396>, abgerufen am 19.10.2019.