Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Des Cammer-Wesens 1. Abschnitt, von den
fürs andere, wie aus diesen Quellen die jährli-
chen Einkünfte eines Fürsten können geschöpfet
werden,
fürs dritte, die regelmäßige Anwendung der jähr-
lichen Einkünfte eines Fürsten.

Diese drey Stükke gründen sich in einigen allgemei-
nen Lehren. Und ich glaube, es werde nicht ohne Nu-
tzen seyn, wenn wir uns zuerst um diese bekümmern.
Diese Untersuchung wird uns den Weg bahnen, jene
Stükke kurz aber doch vollständig zu beschreiben.

§. 2.
Chatoul-
Güther.

Die jährlichen Einkünfte eines Fürsten werden in
eigenthümliche und fürstliche Einkünfte vertheilet.
(§. 14. Vorb.). Die Quellen, welche jene hervor-
bringen, werden Chatoul-Güter genennet. Der
Cameralist beschäftiget sich eigentlich nur mit den fürst-
lichen Einkünften, dennoch aber kann es die Erreichung
seiner Absicht merklich erleichtern, wenn er zugleich sei-
ne Aufmerksamkeit auf die Chatoul-Güther des Für-
sten richtet. Dieß giebt uns Gelegenheit, daß wir
uns zuerst um die Beantwortung folgender Fragen
bekümmern.

Die erste. Ob es einem Staate nüzlich sey, wenn
ein Fürst gewisse Chatoul-Güter hat?
Die andere. Wie solche Chatoul-Güther ohne
Nachtheil des Staats zu erlangen und zu ver-
mehren?

Wir wollen jeden Punkt besonders untersuchen.

§. 3.
Ob diese nö-
thig sind.

Jch nehme mir die Freyheit denen zu widersprechen,
welche die Chatoul-Güther als überflüßig und als sol-

che
Des Cammer-Weſens 1. Abſchnitt, von den
fuͤrs andere, wie aus dieſen Quellen die jaͤhrli-
chen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten koͤnnen geſchoͤpfet
werden,
fuͤrs dritte, die regelmaͤßige Anwendung der jaͤhr-
lichen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten.

Dieſe drey Stuͤkke gruͤnden ſich in einigen allgemei-
nen Lehren. Und ich glaube, es werde nicht ohne Nu-
tzen ſeyn, wenn wir uns zuerſt um dieſe bekuͤmmern.
Dieſe Unterſuchung wird uns den Weg bahnen, jene
Stuͤkke kurz aber doch vollſtaͤndig zu beſchreiben.

§. 2.
Chatoul-
Guͤther.

Die jaͤhrlichen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten werden in
eigenthuͤmliche und fuͤrſtliche Einkuͤnfte vertheilet.
(§. 14. Vorb.). Die Quellen, welche jene hervor-
bringen, werden Chatoul-Guͤter genennet. Der
Cameraliſt beſchaͤftiget ſich eigentlich nur mit den fuͤrſt-
lichen Einkuͤnften, dennoch aber kann es die Erreichung
ſeiner Abſicht merklich erleichtern, wenn er zugleich ſei-
ne Aufmerkſamkeit auf die Chatoul-Guͤther des Fuͤr-
ſten richtet. Dieß giebt uns Gelegenheit, daß wir
uns zuerſt um die Beantwortung folgender Fragen
bekuͤmmern.

Die erſte. Ob es einem Staate nuͤzlich ſey, wenn
ein Fuͤrſt gewiſſe Chatoul-Guͤter hat?
Die andere. Wie ſolche Chatoul-Guͤther ohne
Nachtheil des Staats zu erlangen und zu ver-
mehren?

Wir wollen jeden Punkt beſonders unterſuchen.

§. 3.
Ob dieſe noͤ-
thig ſind.

Jch nehme mir die Freyheit denen zu widerſprechen,
welche die Chatoul-Guͤther als uͤberfluͤßig und als ſol-

che
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0576" n="556"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Des Cammer-We&#x017F;ens 1. Ab&#x017F;chnitt, von den</hi> </fw><lb/>
            <list>
              <item><hi rendition="#fr">fu&#x0364;rs andere,</hi> wie aus die&#x017F;en Quellen die ja&#x0364;hrli-<lb/>
chen Einku&#x0364;nfte eines Fu&#x0364;r&#x017F;ten ko&#x0364;nnen ge&#x017F;cho&#x0364;pfet<lb/>
werden,</item><lb/>
              <item><hi rendition="#fr">fu&#x0364;rs dritte,</hi> die regelma&#x0364;ßige Anwendung der ja&#x0364;hr-<lb/>
lichen Einku&#x0364;nfte eines Fu&#x0364;r&#x017F;ten.</item>
            </list><lb/>
            <p>Die&#x017F;e drey Stu&#x0364;kke gru&#x0364;nden &#x017F;ich in einigen allgemei-<lb/>
nen Lehren. Und ich glaube, es werde nicht ohne Nu-<lb/>
tzen &#x017F;eyn, wenn wir uns zuer&#x017F;t um die&#x017F;e beku&#x0364;mmern.<lb/>
Die&#x017F;e Unter&#x017F;uchung wird uns den Weg bahnen, jene<lb/>
Stu&#x0364;kke kurz aber doch voll&#x017F;ta&#x0364;ndig zu be&#x017F;chreiben.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 2.</head><lb/>
            <note place="left">Chatoul-<lb/>
Gu&#x0364;ther.</note>
            <p>Die ja&#x0364;hrlichen Einku&#x0364;nfte eines Fu&#x0364;r&#x017F;ten werden in<lb/><hi rendition="#fr">eigenthu&#x0364;mliche</hi> und fu&#x0364;r&#x017F;tliche Einku&#x0364;nfte vertheilet.<lb/>
(§. 14. Vorb.). Die Quellen, welche jene hervor-<lb/>
bringen, werden <hi rendition="#fr">Chatoul-Gu&#x0364;ter</hi> genennet. Der<lb/>
Camerali&#x017F;t be&#x017F;cha&#x0364;ftiget &#x017F;ich eigentlich nur mit den fu&#x0364;r&#x017F;t-<lb/>
lichen Einku&#x0364;nften, dennoch aber kann es die Erreichung<lb/>
&#x017F;einer Ab&#x017F;icht merklich erleichtern, wenn er zugleich &#x017F;ei-<lb/>
ne Aufmerk&#x017F;amkeit auf die Chatoul-Gu&#x0364;ther des Fu&#x0364;r-<lb/>
&#x017F;ten richtet. Dieß giebt uns Gelegenheit, daß wir<lb/>
uns zuer&#x017F;t um die Beantwortung folgender Fragen<lb/>
beku&#x0364;mmern.</p><lb/>
            <list>
              <item><hi rendition="#fr">Die er&#x017F;te.</hi> Ob es einem Staate nu&#x0364;zlich &#x017F;ey, wenn<lb/>
ein Fu&#x0364;r&#x017F;t gewi&#x017F;&#x017F;e Chatoul-Gu&#x0364;ter hat?</item><lb/>
              <item><hi rendition="#fr">Die andere.</hi> Wie &#x017F;olche Chatoul-Gu&#x0364;ther ohne<lb/>
Nachtheil des Staats zu erlangen und zu ver-<lb/>
mehren?</item>
            </list><lb/>
            <p>Wir wollen jeden Punkt be&#x017F;onders unter&#x017F;uchen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 3.</head><lb/>
            <note place="left">Ob die&#x017F;e no&#x0364;-<lb/>
thig &#x017F;ind.</note>
            <p>Jch nehme mir die Freyheit denen zu wider&#x017F;prechen,<lb/>
welche die Chatoul-Gu&#x0364;ther als u&#x0364;berflu&#x0364;ßig und als &#x017F;ol-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">che</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[556/0576] Des Cammer-Weſens 1. Abſchnitt, von den fuͤrs andere, wie aus dieſen Quellen die jaͤhrli- chen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten koͤnnen geſchoͤpfet werden, fuͤrs dritte, die regelmaͤßige Anwendung der jaͤhr- lichen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten. Dieſe drey Stuͤkke gruͤnden ſich in einigen allgemei- nen Lehren. Und ich glaube, es werde nicht ohne Nu- tzen ſeyn, wenn wir uns zuerſt um dieſe bekuͤmmern. Dieſe Unterſuchung wird uns den Weg bahnen, jene Stuͤkke kurz aber doch vollſtaͤndig zu beſchreiben. §. 2. Die jaͤhrlichen Einkuͤnfte eines Fuͤrſten werden in eigenthuͤmliche und fuͤrſtliche Einkuͤnfte vertheilet. (§. 14. Vorb.). Die Quellen, welche jene hervor- bringen, werden Chatoul-Guͤter genennet. Der Cameraliſt beſchaͤftiget ſich eigentlich nur mit den fuͤrſt- lichen Einkuͤnften, dennoch aber kann es die Erreichung ſeiner Abſicht merklich erleichtern, wenn er zugleich ſei- ne Aufmerkſamkeit auf die Chatoul-Guͤther des Fuͤr- ſten richtet. Dieß giebt uns Gelegenheit, daß wir uns zuerſt um die Beantwortung folgender Fragen bekuͤmmern. Die erſte. Ob es einem Staate nuͤzlich ſey, wenn ein Fuͤrſt gewiſſe Chatoul-Guͤter hat? Die andere. Wie ſolche Chatoul-Guͤther ohne Nachtheil des Staats zu erlangen und zu ver- mehren? Wir wollen jeden Punkt beſonders unterſuchen. §. 3. Jch nehme mir die Freyheit denen zu widerſprechen, welche die Chatoul-Guͤther als uͤberfluͤßig und als ſol- che

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/576
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 556. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/576>, abgerufen am 19.10.2019.