Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite

von dem Reichthum der Unterthanen.
Umstände erlauben, mit den unmittelbaren Abgaben
zu verschonen. Und so ferner.

§. 88.

So weit von dem Anschlage der Güther. DasVon den Ge-
werken und
Fabriquen
die Haupt-
Regel.

andere Stück, was hier in Crwegung zu ziehen ist,
gehet auf die Würkungen des Fleißes. Siehe §. 71.
Man wird es uns leicht verwilligen, daß man in An-
sehung dieses Stükkes nur die Gewerke, Fabriquen
und den würklichen Handel im Anschlage bringen
könne. Zuerst von dem Anschlage der Gewerke und
Fabriquen, und alsdenn von den Haupt-Regeln, die
bey dem Anschlage des Handels genau zu beobachten
sind. Wer das fürstliche Jnteresse zu bestim-
men, die Gewerke und Fabriquen im Anschla-
ge bringen will, der muß von diesen eine genaue
Erkenntniß haben, daß er es genau beurthei-
len kann, wie viel der Herr dieser Gewerke
und Fabriquen nach Beschaffenheit der Um-
stände, und nach Abzug aller Unkosten damit
gewinne.
Dieser Satz ist daher klar, weil nur
dieser Gewinn als die Quelle der fürstlichen Einkünf-
te kann angenommen werden. (§. 70.)

§. 89.

Aus diesem folget, wie nöthig es sey, daß dieWie nach
dieser der
Anschlag zu
machen.

Cammer ein richtiges alphabetisches Verzeichniß von
allen Gewerken und Fabriquen halte, worinn diese
bis auf dem Grunde untersuchet, und deren Beschaf-
fenheiten genau beschrieben worden. Man nennt die-
ses Verzeichniß das Gewerk- und Manufactur-
Repertorium.
Siehe das andere Capitel in dem
Anhange der Klugheit zu leben und zu herr-
schen.
Jn diesem angezogenen Orte ist die wahre
Beschaffenheit eines solchen Repertorii vollständig be-

schrieben
R r 3

von dem Reichthum der Unterthanen.
Umſtaͤnde erlauben, mit den unmittelbaren Abgaben
zu verſchonen. Und ſo ferner.

§. 88.

So weit von dem Anſchlage der Guͤther. DasVon den Ge-
werken und
Fabriquen
die Haupt-
Regel.

andere Stuͤck, was hier in Crwegung zu ziehen iſt,
gehet auf die Wuͤrkungen des Fleißes. Siehe §. 71.
Man wird es uns leicht verwilligen, daß man in An-
ſehung dieſes Stuͤkkes nur die Gewerke, Fabriquen
und den wuͤrklichen Handel im Anſchlage bringen
koͤnne. Zuerſt von dem Anſchlage der Gewerke und
Fabriquen, und alsdenn von den Haupt-Regeln, die
bey dem Anſchlage des Handels genau zu beobachten
ſind. Wer das fuͤrſtliche Jntereſſe zu beſtim-
men, die Gewerke und Fabriquen im Anſchla-
ge bringen will, der muß von dieſen eine genaue
Erkenntniß haben, daß er es genau beurthei-
len kann, wie viel der Herr dieſer Gewerke
und Fabriquen nach Beſchaffenheit der Um-
ſtaͤnde, und nach Abzug aller Unkoſten damit
gewinne.
Dieſer Satz iſt daher klar, weil nur
dieſer Gewinn als die Quelle der fuͤrſtlichen Einkuͤnf-
te kann angenommen werden. (§. 70.)

§. 89.

Aus dieſem folget, wie noͤthig es ſey, daß dieWie nach
dieſer der
Anſchlag zu
machen.

Cammer ein richtiges alphabetiſches Verzeichniß von
allen Gewerken und Fabriquen halte, worinn dieſe
bis auf dem Grunde unterſuchet, und deren Beſchaf-
fenheiten genau beſchrieben worden. Man nennt die-
ſes Verzeichniß das Gewerk- und Manufactur-
Repertorium.
Siehe das andere Capitel in dem
Anhange der Klugheit zu leben und zu herr-
ſchen.
Jn dieſem angezogenen Orte iſt die wahre
Beſchaffenheit eines ſolchen Repertorii vollſtaͤndig be-

ſchrieben
R r 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0649" n="629"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von dem Reichthum der Unterthanen.</hi></fw><lb/>
Um&#x017F;ta&#x0364;nde erlauben, mit den unmittelbaren Abgaben<lb/>
zu ver&#x017F;chonen. Und &#x017F;o ferner.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 88.</head><lb/>
              <p>So weit von dem An&#x017F;chlage der Gu&#x0364;ther. Das<note place="right">Von den Ge-<lb/>
werken und<lb/>
Fabriquen<lb/>
die Haupt-<lb/>
Regel.</note><lb/>
andere Stu&#x0364;ck, was hier in Crwegung zu ziehen i&#x017F;t,<lb/>
gehet auf die Wu&#x0364;rkungen des Fleißes. Siehe §. 71.<lb/>
Man wird es uns leicht verwilligen, daß man in An-<lb/>
&#x017F;ehung die&#x017F;es Stu&#x0364;kkes nur die Gewerke, Fabriquen<lb/>
und den wu&#x0364;rklichen Handel im An&#x017F;chlage bringen<lb/>
ko&#x0364;nne. Zuer&#x017F;t von dem An&#x017F;chlage der Gewerke und<lb/>
Fabriquen, und alsdenn von den Haupt-Regeln, die<lb/>
bey dem An&#x017F;chlage des Handels genau zu beobachten<lb/>
&#x017F;ind. <hi rendition="#fr">Wer das fu&#x0364;r&#x017F;tliche Jntere&#x017F;&#x017F;e zu be&#x017F;tim-<lb/>
men, die Gewerke und Fabriquen im An&#x017F;chla-<lb/>
ge bringen will, der muß von die&#x017F;en eine genaue<lb/>
Erkenntniß haben, daß er es genau beurthei-<lb/>
len kann, wie viel der Herr die&#x017F;er Gewerke<lb/>
und Fabriquen nach Be&#x017F;chaffenheit der Um-<lb/>
&#x017F;ta&#x0364;nde, und nach Abzug aller Unko&#x017F;ten damit<lb/>
gewinne.</hi> Die&#x017F;er Satz i&#x017F;t daher klar, weil nur<lb/>
die&#x017F;er Gewinn als die Quelle der fu&#x0364;r&#x017F;tlichen Einku&#x0364;nf-<lb/>
te kann angenommen werden. (§. 70.)</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 89.</head><lb/>
              <p>Aus die&#x017F;em folget, wie no&#x0364;thig es &#x017F;ey, daß die<note place="right">Wie nach<lb/>
die&#x017F;er der<lb/>
An&#x017F;chlag zu<lb/>
machen.</note><lb/>
Cammer ein richtiges alphabeti&#x017F;ches Verzeichniß von<lb/>
allen Gewerken und Fabriquen halte, worinn die&#x017F;e<lb/>
bis auf dem Grunde unter&#x017F;uchet, und deren Be&#x017F;chaf-<lb/>
fenheiten genau be&#x017F;chrieben worden. Man nennt die-<lb/>
&#x017F;es Verzeichniß <hi rendition="#fr">das Gewerk- und Manufactur-<lb/>
Repertorium.</hi> Siehe <hi rendition="#fr">das andere Capitel in dem<lb/>
Anhange der Klugheit zu leben und zu herr-<lb/>
&#x017F;chen.</hi> Jn die&#x017F;em angezogenen Orte i&#x017F;t die wahre<lb/>
Be&#x017F;chaffenheit eines &#x017F;olchen Repertorii voll&#x017F;ta&#x0364;ndig be-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">R r 3</fw><fw place="bottom" type="catch">&#x017F;chrieben</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[629/0649] von dem Reichthum der Unterthanen. Umſtaͤnde erlauben, mit den unmittelbaren Abgaben zu verſchonen. Und ſo ferner. §. 88. So weit von dem Anſchlage der Guͤther. Das andere Stuͤck, was hier in Crwegung zu ziehen iſt, gehet auf die Wuͤrkungen des Fleißes. Siehe §. 71. Man wird es uns leicht verwilligen, daß man in An- ſehung dieſes Stuͤkkes nur die Gewerke, Fabriquen und den wuͤrklichen Handel im Anſchlage bringen koͤnne. Zuerſt von dem Anſchlage der Gewerke und Fabriquen, und alsdenn von den Haupt-Regeln, die bey dem Anſchlage des Handels genau zu beobachten ſind. Wer das fuͤrſtliche Jntereſſe zu beſtim- men, die Gewerke und Fabriquen im Anſchla- ge bringen will, der muß von dieſen eine genaue Erkenntniß haben, daß er es genau beurthei- len kann, wie viel der Herr dieſer Gewerke und Fabriquen nach Beſchaffenheit der Um- ſtaͤnde, und nach Abzug aller Unkoſten damit gewinne. Dieſer Satz iſt daher klar, weil nur dieſer Gewinn als die Quelle der fuͤrſtlichen Einkuͤnf- te kann angenommen werden. (§. 70.) Von den Ge- werken und Fabriquen die Haupt- Regel. §. 89. Aus dieſem folget, wie noͤthig es ſey, daß die Cammer ein richtiges alphabetiſches Verzeichniß von allen Gewerken und Fabriquen halte, worinn dieſe bis auf dem Grunde unterſuchet, und deren Beſchaf- fenheiten genau beſchrieben worden. Man nennt die- ſes Verzeichniß das Gewerk- und Manufactur- Repertorium. Siehe das andere Capitel in dem Anhange der Klugheit zu leben und zu herr- ſchen. Jn dieſem angezogenen Orte iſt die wahre Beſchaffenheit eines ſolchen Repertorii vollſtaͤndig be- ſchrieben Wie nach dieſer der Anſchlag zu machen. R r 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/649
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 629. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/649>, abgerufen am 23.10.2019.