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Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

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von den fürstl. Abgaben der Unterthanen.
die nicht allemahl in unserer Gewalt stehen, im Ge-
gentheil kann man bey der Steuer auf die Größe der
Einnahme mit mehrerer Gewißheit Rechnung machen.
Der andere Grund, die Einnahme durch die Ac-
cise erfordert mehreren Aufwand, als die Einnahme
durch die Steuer, weil in jenem Falle mehrere Be-
diente als in diesem Falle müssen gehalten werden.
Der dritte Grund: Bey der Einnahme durch die
Accise sind mehrere Unterschleife möglich, als bey der
Einnahme durch die Steuer, weil in jenem Falle die
Größe des Capitals, wovon das fürstliche Jnteresse
zu nehmen, so muß angenommen werden, wie es ange-
geben wird, da in diesem Falle die Größe des Capi-
tals mit Gewißheit kann bestimmet werden.

§. 103.

Diese Gründe sind, wie ich es glaube, nicht starkWie diese zu
entkräften?

genug, dasjenige zu unterstützen, was sie unterstützen
sollen. Der erste Grund wird sogleich entkräftet,
wenn man überleget, daß auch die Größe der jährli-
chen Einnahme durch die Steuer vielen Schicksaalen
unterworfen, und daß in dem Falle, wenn die Accise
dergestalt im Lande verfallen sollte, daß man die mitt-
lere Größe nicht mehr als eine gewisse Größe anneh-
men könne, auch gewiß die Einnahme durch die Steuer
merklich verfallen werde. Der andere Grund bleibt
alsdenn nur stark, wenn die Art die Accise einzutrei-
ben, nur als ein abgerissenes Stück und nicht also ein-
gerichtet wird, wie es die Beziehung auf das ganze
erfodert. Wir wollen die Art die Accise regelmäßig
einzutreiben, an seinem Orte, so weit es überhaupt ge-
schehen kann, deutlich beschreiben. Den dritten
Grund
entkräften folgende Stükke: Einmahl,
wenn die Art die Accise einzutreiben regelmäßig ist
untersuchet worden, so wird sich derjenige Weg bald

zeigen,
S s

von den fuͤrſtl. Abgaben der Unterthanen.
die nicht allemahl in unſerer Gewalt ſtehen, im Ge-
gentheil kann man bey der Steuer auf die Groͤße der
Einnahme mit mehrerer Gewißheit Rechnung machen.
Der andere Grund, die Einnahme durch die Ac-
ciſe erfordert mehreren Aufwand, als die Einnahme
durch die Steuer, weil in jenem Falle mehrere Be-
diente als in dieſem Falle muͤſſen gehalten werden.
Der dritte Grund: Bey der Einnahme durch die
Acciſe ſind mehrere Unterſchleife moͤglich, als bey der
Einnahme durch die Steuer, weil in jenem Falle die
Groͤße des Capitals, wovon das fuͤrſtliche Jntereſſe
zu nehmen, ſo muß angenommen werden, wie es ange-
geben wird, da in dieſem Falle die Groͤße des Capi-
tals mit Gewißheit kann beſtimmet werden.

§. 103.

Dieſe Gruͤnde ſind, wie ich es glaube, nicht ſtarkWie dieſe zu
entkraͤften?

genug, dasjenige zu unterſtuͤtzen, was ſie unterſtuͤtzen
ſollen. Der erſte Grund wird ſogleich entkraͤftet,
wenn man uͤberleget, daß auch die Groͤße der jaͤhrli-
chen Einnahme durch die Steuer vielen Schickſaalen
unterworfen, und daß in dem Falle, wenn die Acciſe
dergeſtalt im Lande verfallen ſollte, daß man die mitt-
lere Groͤße nicht mehr als eine gewiſſe Groͤße anneh-
men koͤnne, auch gewiß die Einnahme durch die Steuer
merklich verfallen werde. Der andere Grund bleibt
alsdenn nur ſtark, wenn die Art die Acciſe einzutrei-
ben, nur als ein abgeriſſenes Stuͤck und nicht alſo ein-
gerichtet wird, wie es die Beziehung auf das ganze
erfodert. Wir wollen die Art die Acciſe regelmaͤßig
einzutreiben, an ſeinem Orte, ſo weit es uͤberhaupt ge-
ſchehen kann, deutlich beſchreiben. Den dritten
Grund
entkraͤften folgende Stuͤkke: Einmahl,
wenn die Art die Acciſe einzutreiben regelmaͤßig iſt
unterſuchet worden, ſo wird ſich derjenige Weg bald

zeigen,
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[641/0661] von den fuͤrſtl. Abgaben der Unterthanen. die nicht allemahl in unſerer Gewalt ſtehen, im Ge- gentheil kann man bey der Steuer auf die Groͤße der Einnahme mit mehrerer Gewißheit Rechnung machen. Der andere Grund, die Einnahme durch die Ac- ciſe erfordert mehreren Aufwand, als die Einnahme durch die Steuer, weil in jenem Falle mehrere Be- diente als in dieſem Falle muͤſſen gehalten werden. Der dritte Grund: Bey der Einnahme durch die Acciſe ſind mehrere Unterſchleife moͤglich, als bey der Einnahme durch die Steuer, weil in jenem Falle die Groͤße des Capitals, wovon das fuͤrſtliche Jntereſſe zu nehmen, ſo muß angenommen werden, wie es ange- geben wird, da in dieſem Falle die Groͤße des Capi- tals mit Gewißheit kann beſtimmet werden. §. 103. Dieſe Gruͤnde ſind, wie ich es glaube, nicht ſtark genug, dasjenige zu unterſtuͤtzen, was ſie unterſtuͤtzen ſollen. Der erſte Grund wird ſogleich entkraͤftet, wenn man uͤberleget, daß auch die Groͤße der jaͤhrli- chen Einnahme durch die Steuer vielen Schickſaalen unterworfen, und daß in dem Falle, wenn die Acciſe dergeſtalt im Lande verfallen ſollte, daß man die mitt- lere Groͤße nicht mehr als eine gewiſſe Groͤße anneh- men koͤnne, auch gewiß die Einnahme durch die Steuer merklich verfallen werde. Der andere Grund bleibt alsdenn nur ſtark, wenn die Art die Acciſe einzutrei- ben, nur als ein abgeriſſenes Stuͤck und nicht alſo ein- gerichtet wird, wie es die Beziehung auf das ganze erfodert. Wir wollen die Art die Acciſe regelmaͤßig einzutreiben, an ſeinem Orte, ſo weit es uͤberhaupt ge- ſchehen kann, deutlich beſchreiben. Den dritten Grund entkraͤften folgende Stuͤkke: Einmahl, wenn die Art die Acciſe einzutreiben regelmaͤßig iſt unterſuchet worden, ſo wird ſich derjenige Weg bald zeigen, Wie dieſe zu entkraͤften? S s

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Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 641. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/661>, abgerufen am 20.10.2019.