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Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

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Der Cameralwissensch. 1. Cap. von der
machen; oder weil die Wasser-Theile nicht in die Luft-
Löcher dieses Körpers dringen können.

§. 26.
Die vierte
Regel.

Die vierte Regel: Das acidum kann die Bewe-
gung in den innern Theilen der Dinge verhin-
dern.
Die wesentliche Kraft der aciden Dinge be-
weiset Jhre Würkung durch das Anziehen (§. 11.) Es
ist demnach die Folge dieser Würkung die Ruhe. Hier-
aus folget es, daß das acidum, welches in einen Kör-
per dringet, die Bewegung in den innern Theilen die-
ses Körpers verhindern könne.

§. 27.
Besondere
Folge aus
dieser.

Solte demnach in einem Körper durch den Zusatz des
acidi eine Bewegung entstehen, so kan dieß nur eine
Folge von dem seyn, weil die Theile des Körpers von dem
acido angezogen werden.

§. 28.
Die fünfte
Regel.

Die fünfte Regel: Das Alkali kann eine Ursache
von der innerlichen Bewegung zwischen den un-
merklichen Theilen eines Körpers werden.
Der
Beweiß von der Möglichkeit in der Verbindung dieser
Gedanken ist dieser: Die wesentliche Kraft des Alkali
beweiset sich durch das Ausdehnen würksam (§. 12). Wann
demnach das Alkali in einen Körper dringet, so kann die-
ses wesentliche Ausdehnen nicht nur eine Ursache werden
von der Zertrennung der Cohäsion der unmerklichen
Theile, sondern auch von dem, daß zwischen diesen Thei-
len die innerliche Bewegung fortgesetzet wird. (§. 35.
Mon.) Dieß ist der Satz, den wir angenommen haben.

§. 29.
Besondere
Folge aus
dieser.

Wir haben demnach Grund zu sagen, die Ursache wa-
rum die innerliche Bewegung zwischen den unmerklichen

Theilen

Der Cameralwiſſenſch. 1. Cap. von der
machen; oder weil die Waſſer-Theile nicht in die Luft-
Loͤcher dieſes Koͤrpers dringen koͤnnen.

§. 26.
Die vierte
Regel.

Die vierte Regel: Das acidum kann die Bewe-
gung in den innern Theilen der Dinge verhin-
dern.
Die weſentliche Kraft der aciden Dinge be-
weiſet Jhre Wuͤrkung durch das Anziehen (§. 11.) Es
iſt demnach die Folge dieſer Wuͤrkung die Ruhe. Hier-
aus folget es, daß das acidum, welches in einen Koͤr-
per dringet, die Bewegung in den innern Theilen die-
ſes Koͤrpers verhindern koͤnne.

§. 27.
Beſondere
Folge aus
dieſer.

Solte demnach in einem Koͤrper durch den Zuſatz des
acidi eine Bewegung entſtehen, ſo kan dieß nur eine
Folge von dem ſeyn, weil die Theile des Koͤrpers von dem
acido angezogen werden.

§. 28.
Die fuͤnfte
Regel.

Die fuͤnfte Regel: Das Alkali kann eine Urſache
von der innerlichen Bewegung zwiſchen den un-
merklichen Theilen eines Koͤrpers werden.
Der
Beweiß von der Moͤglichkeit in der Verbindung dieſer
Gedanken iſt dieſer: Die weſentliche Kraft des Alkali
beweiſet ſich durch das Ausdehnen wuͤrkſam (§. 12). Wann
demnach das Alkali in einen Koͤrper dringet, ſo kann die-
ſes weſentliche Ausdehnen nicht nur eine Urſache werden
von der Zertrennung der Cohaͤſion der unmerklichen
Theile, ſondern auch von dem, daß zwiſchen dieſen Thei-
len die innerliche Bewegung fortgeſetzet wird. (§. 35.
Mon.) Dieß iſt der Satz, den wir angenommen haben.

§. 29.
Beſondere
Folge aus
dieſer.

Wir haben demnach Grund zu ſagen, die Urſache wa-
rum die innerliche Bewegung zwiſchen den unmerklichen

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[52/0072] Der Cameralwiſſenſch. 1. Cap. von der machen; oder weil die Waſſer-Theile nicht in die Luft- Loͤcher dieſes Koͤrpers dringen koͤnnen. §. 26. Die vierte Regel: Das acidum kann die Bewe- gung in den innern Theilen der Dinge verhin- dern. Die weſentliche Kraft der aciden Dinge be- weiſet Jhre Wuͤrkung durch das Anziehen (§. 11.) Es iſt demnach die Folge dieſer Wuͤrkung die Ruhe. Hier- aus folget es, daß das acidum, welches in einen Koͤr- per dringet, die Bewegung in den innern Theilen die- ſes Koͤrpers verhindern koͤnne. §. 27. Solte demnach in einem Koͤrper durch den Zuſatz des acidi eine Bewegung entſtehen, ſo kan dieß nur eine Folge von dem ſeyn, weil die Theile des Koͤrpers von dem acido angezogen werden. §. 28. Die fuͤnfte Regel: Das Alkali kann eine Urſache von der innerlichen Bewegung zwiſchen den un- merklichen Theilen eines Koͤrpers werden. Der Beweiß von der Moͤglichkeit in der Verbindung dieſer Gedanken iſt dieſer: Die weſentliche Kraft des Alkali beweiſet ſich durch das Ausdehnen wuͤrkſam (§. 12). Wann demnach das Alkali in einen Koͤrper dringet, ſo kann die- ſes weſentliche Ausdehnen nicht nur eine Urſache werden von der Zertrennung der Cohaͤſion der unmerklichen Theile, ſondern auch von dem, daß zwiſchen dieſen Thei- len die innerliche Bewegung fortgeſetzet wird. (§. 35. Mon.) Dieß iſt der Satz, den wir angenommen haben. §. 29. Wir haben demnach Grund zu ſagen, die Urſache wa- rum die innerliche Bewegung zwiſchen den unmerklichen Theilen

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Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 52. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/72>, abgerufen am 14.10.2019.