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Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

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Beschaffenheit derjenigen Dinge, in welche etc.
Magen der Thiere zum Theil aufgelößt. Die we-
sentlich würkenden Dinge der Natur werden flüchti-
ger, und der elementarische Saft coaguliret sich mit
diesem in dem Thiere zu Fleisch und Fett. Die Er-
fahrung bevestiget diese Wahrheit. Und ich habe nur
so viel aus der Erfahrung anmerken wollen, als ich
in dem folgenden werde nöthig haben, die wirth-
schaftlichen Beschäftigungen, so weit es mir möglich
ist, verständlich und begreiflich zu machen.

§. 56.

Diese Absicht nöthiget uns, daß wir uns umWoher der
Unterschied
des Fleisches
und des Fet-
tes entste-
het?

diejenigen Merkmahle bekümmern, die das Fleisch
von dem Fette unterscheiden. Jch habe es noch nicht
so weit bringen können, daß ich mich unterstehe, von
diesen Dingen eine Beschreibung zu machen, die ei-
ner Erklärung ähnlich siehet. Jch habe mit beyden
Versuche gemacht, ich kann aber von ihrem Unter-
schiede noch nichts mehr sagen, als daß in dem Flei-
sche, wenn es dem Fett entgegen gesezt wird, mehr
Acidum und Erde, als Oehl und Alkali, und daß in
dem Fette mehr Oehl und Alkali, als Acidum und Er-
de zu finden sey.

§. 57.

Dieß giebt uns einen Grund, folgende RegelnAus diesem
werden eini-
ge allgemei-
ne Regeln
geschlossen.

zu bilden. Einmahl: sollen die Thiere fleischicht,
aber nicht fett werden, so muß ihre Speise mehr aci-
deus, als öhlicht und alkalisch seyn. Fürs andere:
sollen die Thiere fett werden, so muß man diese mit
solchen Dingen füttern, die mehr öhlicht und alkalisch
als acideus sind.

§. 58.

Aus der von uns §. 55. angenommenen Er-Fortsetzung
des vorher-
gehenden.

fahrung können wir ferner begreifen, warum nicht

allen
E 2

Beſchaffenheit derjenigen Dinge, in welche ꝛc.
Magen der Thiere zum Theil aufgeloͤßt. Die we-
ſentlich wuͤrkenden Dinge der Natur werden fluͤchti-
ger, und der elementariſche Saft coaguliret ſich mit
dieſem in dem Thiere zu Fleiſch und Fett. Die Er-
fahrung beveſtiget dieſe Wahrheit. Und ich habe nur
ſo viel aus der Erfahrung anmerken wollen, als ich
in dem folgenden werde noͤthig haben, die wirth-
ſchaftlichen Beſchaͤftigungen, ſo weit es mir moͤglich
iſt, verſtaͤndlich und begreiflich zu machen.

§. 56.

Dieſe Abſicht noͤthiget uns, daß wir uns umWoher der
Unterſchied
des Fleiſches
und des Fet-
tes entſte-
het?

diejenigen Merkmahle bekuͤmmern, die das Fleiſch
von dem Fette unterſcheiden. Jch habe es noch nicht
ſo weit bringen koͤnnen, daß ich mich unterſtehe, von
dieſen Dingen eine Beſchreibung zu machen, die ei-
ner Erklaͤrung aͤhnlich ſiehet. Jch habe mit beyden
Verſuche gemacht, ich kann aber von ihrem Unter-
ſchiede noch nichts mehr ſagen, als daß in dem Flei-
ſche, wenn es dem Fett entgegen geſezt wird, mehr
Acidum und Erde, als Oehl und Alkali, und daß in
dem Fette mehr Oehl und Alkali, als Acidum und Er-
de zu finden ſey.

§. 57.

Dieß giebt uns einen Grund, folgende RegelnAus dieſem
werden eini-
ge allgemei-
ne Regeln
geſchloſſen.

zu bilden. Einmahl: ſollen die Thiere fleiſchicht,
aber nicht fett werden, ſo muß ihre Speiſe mehr aci-
deus, als oͤhlicht und alkaliſch ſeyn. Fuͤrs andere:
ſollen die Thiere fett werden, ſo muß man dieſe mit
ſolchen Dingen fuͤttern, die mehr oͤhlicht und alkaliſch
als acideus ſind.

§. 58.

Aus der von uns §. 55. angenommenen Er-Fortſetzung
des vorher-
gehenden.

fahrung koͤnnen wir ferner begreifen, warum nicht

allen
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[67/0087] Beſchaffenheit derjenigen Dinge, in welche ꝛc. Magen der Thiere zum Theil aufgeloͤßt. Die we- ſentlich wuͤrkenden Dinge der Natur werden fluͤchti- ger, und der elementariſche Saft coaguliret ſich mit dieſem in dem Thiere zu Fleiſch und Fett. Die Er- fahrung beveſtiget dieſe Wahrheit. Und ich habe nur ſo viel aus der Erfahrung anmerken wollen, als ich in dem folgenden werde noͤthig haben, die wirth- ſchaftlichen Beſchaͤftigungen, ſo weit es mir moͤglich iſt, verſtaͤndlich und begreiflich zu machen. §. 56. Dieſe Abſicht noͤthiget uns, daß wir uns um diejenigen Merkmahle bekuͤmmern, die das Fleiſch von dem Fette unterſcheiden. Jch habe es noch nicht ſo weit bringen koͤnnen, daß ich mich unterſtehe, von dieſen Dingen eine Beſchreibung zu machen, die ei- ner Erklaͤrung aͤhnlich ſiehet. Jch habe mit beyden Verſuche gemacht, ich kann aber von ihrem Unter- ſchiede noch nichts mehr ſagen, als daß in dem Flei- ſche, wenn es dem Fett entgegen geſezt wird, mehr Acidum und Erde, als Oehl und Alkali, und daß in dem Fette mehr Oehl und Alkali, als Acidum und Er- de zu finden ſey. Woher der Unterſchied des Fleiſches und des Fet- tes entſte- het? §. 57. Dieß giebt uns einen Grund, folgende Regeln zu bilden. Einmahl: ſollen die Thiere fleiſchicht, aber nicht fett werden, ſo muß ihre Speiſe mehr aci- deus, als oͤhlicht und alkaliſch ſeyn. Fuͤrs andere: ſollen die Thiere fett werden, ſo muß man dieſe mit ſolchen Dingen fuͤttern, die mehr oͤhlicht und alkaliſch als acideus ſind. Aus dieſem werden eini- ge allgemei- ne Regeln geſchloſſen. §. 58. Aus der von uns §. 55. angenommenen Er- fahrung koͤnnen wir ferner begreifen, warum nicht allen Fortſetzung des vorher- gehenden. E 2

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Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 67. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/87>, abgerufen am 19.10.2019.