Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Davidis, Henriette: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche. 4. Aufl. Bielefeld, 1849.

Bild:
<< vorherige Seite

Vom Einmachen und Trocknen
die Brühe stark eingekocht, kalt mit den Gurken durchgerührt,
in Gläser gefüllt, mit einem Branntweinpapier belegt und gut
zugebunden.

79. Russische Gurken.

Mann nimmt 30 Stück große Gurken, die jedoch noch nicht
viel Kerne haben, wäscht solche rein, salzt sie stark und läßt
dieselben 48 Stunden darin liegen. Auf einem Durchschlag
rein abgelaufen, trocknet man sie mit einem Tuche ab, legt
sie dicht neben einander in einen Steintopf und legt folgende
Kräuter oben auf die Gurken. Ein Pfund Charlotten, 2 Loth
Knoblauch, eine Hand voll feinen Basilikum, eben so viel Fen-
chel und Dragon, 4 Loth weiße Senfkörner und eine frische
Schote spanischen Pfeffer. Dann kocht man Weinessig, schüttet
ihn kochend darüber; doch muß derselbe die Gurken bedecken,
kocht nach 14 Tagen den Essig wieder auf, und gibt ihn kalt
über die Gurken. Nach 6 Wochen sind sie zum Gebrauch fertig.

Anmerk. Diese Gurken sind von ganz vorzüglichem Geschmack; man
lasse aber das Knoblauch ja nicht fehlen.
80. Kleine Essiggurken.

Man wasche die Gurken in frischem Wasser, bestreue sie mit
Salz und lasse sie bis zum nächsten Morgen stehen. Dann
lege man sie, nachdem sie mit einem Tuche abgetrocknet sind,
in einen Topf und schütte so viel kochenden Essig darüber, daß
sie bedeckt sind. Nach 14 Tagen gieße man denselben ab, lasse
von den Gurken alle Feuchtigkeit ablaufen, und lege sie mit
in Scheiben geschnittenem Meerrettig, Pfeffer, frischen Lorber-
blättern, Dragon, Ingwer, Fenchel oder Dill (den man kurz
abschneidet und beim Anrichten zierlich nebeneinander an den
Rand der Assiette legt), lagenweise in einen Topf, koche fri-
schen Essig, gieße ihn kalt über die Gurken und binde den Topf
gut zu. Hat man aber echten Weinessig, kann man denselben
Essig, den man zum ersten Mal kochend übergießt, zwei Mal,
jedes Mal nach 4 Tagen, aufkochen und kalt übergießen. Vor
dem letzten Male legt man die Gurken mit den Gewürzen ein.

Anmerk. Sollte man die Gurken aus dem eigenen Garten nehmen,
pflückt man sie nach und nach, so wie sie die passende Größe

Vom Einmachen und Trocknen
die Brühe ſtark eingekocht, kalt mit den Gurken durchgerührt,
in Gläſer gefüllt, mit einem Branntweinpapier belegt und gut
zugebunden.

79. Ruſſiſche Gurken.

Mann nimmt 30 Stück große Gurken, die jedoch noch nicht
viel Kerne haben, wäſcht ſolche rein, ſalzt ſie ſtark und läßt
dieſelben 48 Stunden darin liegen. Auf einem Durchſchlag
rein abgelaufen, trocknet man ſie mit einem Tuche ab, legt
ſie dicht neben einander in einen Steintopf und legt folgende
Kräuter oben auf die Gurken. Ein Pfund Charlotten, 2 Loth
Knoblauch, eine Hand voll feinen Baſilikum, eben ſo viel Fen-
chel und Dragon, 4 Loth weiße Senfkörner und eine friſche
Schote ſpaniſchen Pfeffer. Dann kocht man Weineſſig, ſchüttet
ihn kochend darüber; doch muß derſelbe die Gurken bedecken,
kocht nach 14 Tagen den Eſſig wieder auf, und gibt ihn kalt
über die Gurken. Nach 6 Wochen ſind ſie zum Gebrauch fertig.

Anmerk. Dieſe Gurken ſind von ganz vorzüglichem Geſchmack; man
laſſe aber das Knoblauch ja nicht fehlen.
80. Kleine Eſſiggurken.

Man waſche die Gurken in friſchem Waſſer, beſtreue ſie mit
Salz und laſſe ſie bis zum nächſten Morgen ſtehen. Dann
lege man ſie, nachdem ſie mit einem Tuche abgetrocknet ſind,
in einen Topf und ſchütte ſo viel kochenden Eſſig darüber, daß
ſie bedeckt ſind. Nach 14 Tagen gieße man denſelben ab, laſſe
von den Gurken alle Feuchtigkeit ablaufen, und lege ſie mit
in Scheiben geſchnittenem Meerrettig, Pfeffer, friſchen Lorber-
blättern, Dragon, Ingwer, Fenchel oder Dill (den man kurz
abſchneidet und beim Anrichten zierlich nebeneinander an den
Rand der Aſſiette legt), lagenweiſe in einen Topf, koche fri-
ſchen Eſſig, gieße ihn kalt über die Gurken und binde den Topf
gut zu. Hat man aber echten Weineſſig, kann man denſelben
Eſſig, den man zum erſten Mal kochend übergießt, zwei Mal,
jedes Mal nach 4 Tagen, aufkochen und kalt übergießen. Vor
dem letzten Male legt man die Gurken mit den Gewürzen ein.

Anmerk. Sollte man die Gurken aus dem eigenen Garten nehmen,
pflückt man ſie nach und nach, ſo wie ſie die paſſende Größe
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0410" n="372"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Vom Einmachen und Trocknen</hi></fw><lb/>
die Brühe &#x017F;tark eingekocht, kalt mit den Gurken durchgerührt,<lb/>
in Glä&#x017F;er gefüllt, mit einem Branntweinpapier belegt und gut<lb/>
zugebunden.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>79. Ru&#x017F;&#x017F;i&#x017F;che Gurken.</head><lb/>
          <p>Mann nimmt 30 Stück große Gurken, die jedoch noch nicht<lb/>
viel Kerne haben, wä&#x017F;cht &#x017F;olche rein, &#x017F;alzt &#x017F;ie &#x017F;tark und läßt<lb/>
die&#x017F;elben 48 Stunden darin liegen. Auf einem Durch&#x017F;chlag<lb/>
rein abgelaufen, trocknet man &#x017F;ie mit einem Tuche ab, legt<lb/>
&#x017F;ie dicht neben einander in einen Steintopf und legt folgende<lb/>
Kräuter oben auf die Gurken. Ein Pfund Charlotten, 2 Loth<lb/>
Knoblauch, eine Hand voll feinen Ba&#x017F;ilikum, eben &#x017F;o viel Fen-<lb/>
chel und Dragon, 4 Loth weiße Senfkörner und eine fri&#x017F;che<lb/>
Schote &#x017F;pani&#x017F;chen Pfeffer. Dann kocht man Weine&#x017F;&#x017F;ig, &#x017F;chüttet<lb/>
ihn kochend darüber; doch muß der&#x017F;elbe die Gurken bedecken,<lb/>
kocht nach 14 Tagen den E&#x017F;&#x017F;ig wieder auf, und gibt ihn kalt<lb/>
über die Gurken. Nach 6 Wochen &#x017F;ind &#x017F;ie zum Gebrauch fertig.</p><lb/>
          <list>
            <item><hi rendition="#g">Anmerk</hi>. Die&#x017F;e Gurken &#x017F;ind von ganz vorzüglichem Ge&#x017F;chmack; man<lb/>
la&#x017F;&#x017F;e aber das Knoblauch ja nicht fehlen.</item>
          </list>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>80. Kleine E&#x017F;&#x017F;iggurken.</head><lb/>
          <p>Man wa&#x017F;che die Gurken in fri&#x017F;chem Wa&#x017F;&#x017F;er, be&#x017F;treue &#x017F;ie mit<lb/>
Salz und la&#x017F;&#x017F;e &#x017F;ie bis zum näch&#x017F;ten Morgen &#x017F;tehen. Dann<lb/>
lege man &#x017F;ie, nachdem &#x017F;ie mit einem Tuche abgetrocknet &#x017F;ind,<lb/>
in einen Topf und &#x017F;chütte &#x017F;o viel kochenden E&#x017F;&#x017F;ig darüber, daß<lb/>
&#x017F;ie bedeckt &#x017F;ind. Nach 14 Tagen gieße man den&#x017F;elben ab, la&#x017F;&#x017F;e<lb/>
von den Gurken alle Feuchtigkeit ablaufen, und lege &#x017F;ie mit<lb/>
in Scheiben ge&#x017F;chnittenem Meerrettig, Pfeffer, fri&#x017F;chen Lorber-<lb/>
blättern, Dragon, Ingwer, Fenchel oder Dill (den man kurz<lb/>
ab&#x017F;chneidet und beim Anrichten zierlich nebeneinander an den<lb/>
Rand der A&#x017F;&#x017F;iette legt), lagenwei&#x017F;e in einen Topf, koche fri-<lb/>
&#x017F;chen E&#x017F;&#x017F;ig, gieße ihn kalt über die Gurken und binde den Topf<lb/>
gut zu. Hat man aber echten Weine&#x017F;&#x017F;ig, kann man den&#x017F;elben<lb/>
E&#x017F;&#x017F;ig, den man zum er&#x017F;ten Mal kochend übergießt, zwei Mal,<lb/>
jedes Mal nach 4 Tagen, aufkochen und kalt übergießen. Vor<lb/>
dem letzten Male legt man die Gurken mit den Gewürzen ein.</p><lb/>
          <list>
            <item><hi rendition="#g">Anmerk</hi>. Sollte man die Gurken aus dem eigenen Garten nehmen,<lb/>
pflückt man &#x017F;ie nach und nach, &#x017F;o wie &#x017F;ie die pa&#x017F;&#x017F;ende Größe<lb/></item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[372/0410] Vom Einmachen und Trocknen die Brühe ſtark eingekocht, kalt mit den Gurken durchgerührt, in Gläſer gefüllt, mit einem Branntweinpapier belegt und gut zugebunden. 79. Ruſſiſche Gurken. Mann nimmt 30 Stück große Gurken, die jedoch noch nicht viel Kerne haben, wäſcht ſolche rein, ſalzt ſie ſtark und läßt dieſelben 48 Stunden darin liegen. Auf einem Durchſchlag rein abgelaufen, trocknet man ſie mit einem Tuche ab, legt ſie dicht neben einander in einen Steintopf und legt folgende Kräuter oben auf die Gurken. Ein Pfund Charlotten, 2 Loth Knoblauch, eine Hand voll feinen Baſilikum, eben ſo viel Fen- chel und Dragon, 4 Loth weiße Senfkörner und eine friſche Schote ſpaniſchen Pfeffer. Dann kocht man Weineſſig, ſchüttet ihn kochend darüber; doch muß derſelbe die Gurken bedecken, kocht nach 14 Tagen den Eſſig wieder auf, und gibt ihn kalt über die Gurken. Nach 6 Wochen ſind ſie zum Gebrauch fertig. Anmerk. Dieſe Gurken ſind von ganz vorzüglichem Geſchmack; man laſſe aber das Knoblauch ja nicht fehlen. 80. Kleine Eſſiggurken. Man waſche die Gurken in friſchem Waſſer, beſtreue ſie mit Salz und laſſe ſie bis zum nächſten Morgen ſtehen. Dann lege man ſie, nachdem ſie mit einem Tuche abgetrocknet ſind, in einen Topf und ſchütte ſo viel kochenden Eſſig darüber, daß ſie bedeckt ſind. Nach 14 Tagen gieße man denſelben ab, laſſe von den Gurken alle Feuchtigkeit ablaufen, und lege ſie mit in Scheiben geſchnittenem Meerrettig, Pfeffer, friſchen Lorber- blättern, Dragon, Ingwer, Fenchel oder Dill (den man kurz abſchneidet und beim Anrichten zierlich nebeneinander an den Rand der Aſſiette legt), lagenweiſe in einen Topf, koche fri- ſchen Eſſig, gieße ihn kalt über die Gurken und binde den Topf gut zu. Hat man aber echten Weineſſig, kann man denſelben Eſſig, den man zum erſten Mal kochend übergießt, zwei Mal, jedes Mal nach 4 Tagen, aufkochen und kalt übergießen. Vor dem letzten Male legt man die Gurken mit den Gewürzen ein. Anmerk. Sollte man die Gurken aus dem eigenen Garten nehmen, pflückt man ſie nach und nach, ſo wie ſie die paſſende Größe

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Die Erstausgabe erschien 1845 bei Rackhorst in Os… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/davidis_kochbuch_1849
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/davidis_kochbuch_1849/410
Zitationshilfe: Davidis, Henriette: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche. 4. Aufl. Bielefeld, 1849, S. 372. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/davidis_kochbuch_1849/410>, abgerufen am 16.09.2019.